anderer Rechnungsempfänger - Finanzamt mag nicht

  • Hallo,


    folgende Situation:


    Anlagenbetreiber: ich (aus Sicht des Finanzamtes)
    Rechnungsempfänger: meine Frau


    Kauf eines Laptops in 2014, erste Abschreibung beginnt in 2014.


    Finanzamt erkennt nun die Kosten nicht an (für die Gewinn- und Verlustrechnung), da "falscher" Rechnungsempfänger.
    Ich vermute, geltend gemachte Vorsteuer werden sie nun ebenfalls zurückfordern. Dazu habe ich noch keinen Bescheid.


    Zahlung ist vom gemeinsamen Konto erfolgt.


    Rechnungsaussteller wird Rechnung nicht ändern bzw. anpassen.


    Welche Optionen bleiben mir das Gerät doch noch steuermindernd geltend zu machen, sowohl was die Einkommenssteuer als auch die Umsatzsteuer angeht?


    Habt ihr gute Ideen?


    :danke:


    Gruß, Marco

  • Zitat von MArndt

    Hallo,


    folgende Situation:


    Anlagenbetreiber: ich (aus Sicht des Finanzamtes)
    Rechnungsempfänger: meine Frau


    Hallo MArndt,
    ... pech gehabt. Rechnungsempfänger und Anlagenbetreiber müssen eine Person sein.
    Kannst du ggf. die Rechnung noch auf dich umstellen lassen?
    Sonst sehe ich keine Chance.
    Sorry.


    lg
    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • Wer der Anlagenbetreiber ist, ist ja keine Ansichtssache.
    Hier ist als erstes Fundament reinzubringen.
    Frage 1: Wer ist der zivilrechtliche Vertragspartner des VNB; wer nimmt die Rechte nach EEG (Einspeisung, Vergütung) gegenüber dem VNB wahr?
    Frage 2: Wer hat den Auftrag zur Lieferung des Notebook gegeben? Wie kommt der Lieferant des Notebook darauf, dass es Deine Frau war? Ist das so eindeutig, wie getan wird? (Hier passieren häufig Fehler)


    Ohne dies geklärt zu haben, ist alles andere Spekulation.
    Ist das mal aufgeklärt... dann gibt es "richtig" und "falsch". Mit Phantasie und Idee hat das dann nix mehr zu tun.


    Soviel vorweg:
    Wenn das FA überzeugt ist, dass der Rechnungsempfänger nicht der Unternehmer ist (der eine Leistung für sein Unternehmen empfangen hat), muss es den Vorsteuerabzug versagen.


    Der Rechnungsaussteller darf nicht "mal eben" die Rechnung "nach Wunsch"ausstellen / ändern.
    ABER: Der Rechnungsaussteller MUSS die Rechnung korrigieren (wenn sie falsch ist).
    Wenn sich Verkäufer und Käufer einig sind, wer tatsächlich der Auftraggeber war, ist hier also jederzeit eine Berichtigung möglich. Wenn der Verkäufer nicht mitspielt und seine Haltung auch noch verteidigungsfähig ist.... dann ist halt nix zu machen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • So als neue Idee:
    Was ist, wenn der Anlagenbetreiber seiner Frau den PC "abkauft"?
    Handelt man sich mehr Probleme als Vorteile ein? (Gerade Umsatzsteurlich sehe ich Probleme)


    kpr, spiel doch den Fall mal durch! :)

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Hallo,


    danke für die vielen Antworten. Super!


    Zu den Fragen:


    - Rechnungsempfänger kann nicht geändert werden. Hat mit einem gewährten Rabatt zu tun.
    - Vertragspartner des VNB bin ich. (damit nicht meine Frau)
    - Den Auftrag habe ich gegeben, der Lieferschein läuft z.B. auf mich. Ware wurde online bestellt.


    Die Zahlung ist vom gemeinsamen Konto von mir und meiner Frau gelaufen. Ist das irgendwie relevant?


    Wenn ich jetzt mal unterstelle, dass ich die Vorsteuer vergessen kann:
    wie kann ich zumindest die Kosten dafür steuermindernd geltend machen?


    Die Idee mit dem Verkauf meiner Frau an mich kam mir auch schon.
    Reicht dazu eine formlose Rechnung? Muss Geld fließen? Muss meine Frau das als Erlös steuerlich melden, obwohl sie vorher keine Kosten dafür geltend machen konnte?


    Gibt es sonst noch Ideen kreativer Buchführung?


    Gruß, Marco

  • Zitat

    Gibt es sonst noch Ideen kreativer Buchführung?



    Der Begriff "kreative Buchführung" hat bei mir ein etwas kleines "Geschmäckle".
    Wenn
    DU der Erwerber und Betreiber der PV-Anlage bist und
    DU Gegenstände für
    DEINEN Betrieb
    DIR anschaffst, muss nun mal die Rechnung auf
    DICH laufen.
    So einfach ist die Welt... :roll:


    lg
    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • erst ab 150€ Warenwert benötigt man eine ordentliche Rechnung mit Name Adresse etc,
    ist der Betrag geringer ( Kleinkram) genügt der Kassenzettel als Kaufnachweis. Auf den Beleg muß ersichtlich sein um welche Ausgaben es sich handelt.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Bitte Info, falls wir uns unter 150 Euro bewegen. Das gibt der Sachverhalt bisher nicht her.


    citystromer: Hier gibts kein kreativ. Hier gibts richtig und falsch. Solange das FA einen Fall noch nicht aufgegriffen hat, kann man mit ein paar Dingen auch mal heftig in die Kurve gehen; völlig legitim. Aber über den Punkt sind wir hinaus. Das FA hat ja die Finger schon im Spiel.



    Zurück zum Sachverhalt:


    Wenn der Auftrag durch Dich gegeben wurde, bist DU der zivilrechtliche Vertragspartner. Und somit der Leistungsempfänger.
    Ausnahme: Du hast ausdrücklich im Namen und für Rechnung Deiner Frau bestellt.


    Bevor ich mich jetzt austobe:
    Das hab ich ja noch nie erlebt, dass ich in einem Online Shop als "Klaus Mustermann" auftrete - und dann die Rechnung auf Ilse Mustermann lautet.
    Das ist mir so suspekt, dass ich das lieber nochmal hinterfrage.


    Bevor wir hier den BdW erleben......: Du hast nicht nur die Tasten am PC bedient.. sondern die Tasten haben als Besteller auch Deinen Namen eingegeben.... ja? Und nicht nur als Lieferadresse?


    (Die Lösung ist dann schreiend einfach: Der Aussteller MUSS korrigieren, ob er das cool oder lästig findet - ist völlig egal. Wenn seine EDV das nicht kann...egal. Soll er sich nen Maler bestellen, der malt die Rechnung in Acryl auf Leinwand).


    Kannst Du vielleicht mal eine Auftragsbestätigung o.ä. hier einstellen?



    @eisbär
    Fall a) Die Ehefrau ist Unternehmern. Sie hat das Notebook im Rahmen ihres Unternehmens erworben; zieht die Vorsteuer.
    Dann veräußert sie es an den Ehemann steuerpflichtig weiter; er erwirbt für sein Unternehmen. Ihm wird eine ordnungsgemäße Rechnung ausgestellt. Alles gut. Alles schön. Alles toll.


    Frei nach von Göthe: "Die Botschaft schreib' ich wohl - allein mir fehlt der Glaube."
    Ich fürchte, die Ehefrau ist keine Unternehmerin. Weil.. wenn doch.... hätten wir vermutlich diesen thread nicht.


    Womit wir bei Fall b) wären:
    Die Ehefrau ist keine Unternehmerin. Sie kann keine Vorsteuer ziehen.
    Der Weiterverkauf an ihren Ehemann ist nicht steuerbar. Sie darf keine Steuer ausweisen.
    Eine Rechnung die zum Vorsteuerabzug berechtigen würde, kann es gar nicht geben.


    Um bei von Göthe zu bleiben: Da steh ich nun ich armer Tor - und bin soweit als wie zuvor.


    Wir können den Fall natürlich erweitern....
    Fall c) ... und lassen die Ehefrau beim Weiterverkauf rotzfrech eine Rechnung ausstellen, die aussieht wie eine ordnungsgemäße Rechnung:
    - die Ehefrau schuldet nun die falsch ausgewiesene als Straf- und Doofensteuer nach §14c UStG
    - der Ehemann darf diese nicht als Vorsteuer ziehen, da sie nicht gesetzlich geschuldet ist
    - Es gibt keine löbliche Erwähnung durch den BMF für besondere Verdienste bei der Rettung Griechenlands


    Hier fällt mir nix von von Göthe ein... aber dennoch passt hier das Sprichwort "Weniger ist mehr" ganz gut.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von kpr


    .. aber dennoch passt hier das Sprichwort "Weniger ist mehr" ganz gut.


    :mrgreen::mrgreen::mrgreen:

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    2,5kwp - Nord (2019)

    Das beste Schnäppchen ist, wenn man das, was man nicht braucht, nicht kauft