Probleme wenn Anlagenbetreiber und Hausbesitzer nich gleich?

  • Ich hänge mich an diese Frage mal an, weil ich (indirekt) gerade vor einer vergleichbaren Problematik stehe:


    Meine Mutter ist Eigentümerin eines Hauses. Auf dessen Dach wurde 2010 eine PV-Anlage mit etwas unter 10 kW Leistung montiert. Betreiber der Anlage ist jedoch mein Vater. Der Strom wird teilweise selbst verbraucht und teilweise eingespeist.


    Nun ist meinem Vater aufgegangen, dass er wohl schon seit geraumer Zeit hätte EEG-Umlage zahlen müssen, mindestens für den Teil, den meine Mutter als "Inhaber" des Stromanschlusses selbst verbraucht hat. Der hiesige Stromversorger hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die EEG-Umlage bei "Verkauf" an die Ehefrau fällig ist.


    Ich habe mich nun durch das EEG 2012 und 2014 gewühlt und weiß gefühlt eher weniger als vorher. Eine Mailanfrage an den Netzbetreiber blieb leider unbeantwortet.


    Jetzt geht es nicht darum, die EEG-Umlage nicht zahlen zu wollen, mein Vater hat nur Angst, eine auf die Mütze zu bekommen, weil er bis jetzt eben nicht bezahlt hat.


    Soweit ich das sehe, gibt es da aber keine Strafvorschriften, so dass ihm eine Strafe wohl nicht droht. Kann denn jemand sagen, wieviel (in € pro selbst verbrauchter kWh) er wohl nachzahlen muss? Ich bin mir ja leider nicht mal sicher, ob eine solche Nachzahlungspflicht seit 2012 oder 2014 besteht...


    Vielleicht kann mir hier jemand auf die Sprünge helfen...


    Ich bin jedenfalls froh, dass zu Zeiten meiner Anlage im Grunde nur die vollständige Einspeisung in Frage kam.


    Viele Grüße


    Jan

  • "wer lang fragt, geht lang irr"
    eine Mailanfrage an den Netzbetreiber wäre so ziemlich das letzte was mir in so einem Zusammenhang einfallen würde :roll:

  • Dein Vater wohnt auch da? Dann sehe ich keinen Grund für die Umlage, er bruacht ja dann auch was davon.
    Sofern überhaupt was fällig wird, wäre das vor 1.8.2014 wohl EEG-Umlage minus 2ct (Grünstromprivilleg) und seit dem die volle Umlage. Das hätte man dann aber schon lang ;) beim ÜNB (der ist nämlich dafür zuständig) anmelden müssen.

  • Ja, mein Vater wohnt auch da. Der hiesige Stromversorger hat aber zum Thema Eigenverbrauch geschrieben (ich zitiere mal: "Damit muss der Anlagenbetreiber und der Letztverbraucher i.S.d. § 5 Nr. 24 EEG 2014 personenidentisch sein.


    Achtung: Als nicht personenidentisch gilt z.B. auch, wenn der Letztverbraucher (Stromverbraucher) das Ehepaar Mustermann ist und der Anlagenbetreiber der Herr Mustermann ist."


    Das bedeutet für mich, dass mein Vater wohl schon eine ganze Zeitlang hätte EEG-Umlage zahlen müssen. 2010 war das noch nicht so, und danach hat er sich nicht weiter drum gekümmert. War blöde, ist aber nicht mehr zu ändern.


    Wichtig ist ihm nur, dass er keine wie auch immer geartete Strafe zahlen will. Die nicht gezahlte EEG-Umlage will er durchaus nachzahlen, hat aber Angst, dass beim Stromversorger da jemand Streß macht. Er hat da ja auch schon mal vorsichtig angefragt, aber die haben allen Ernstes geraten, er möge doch einfach angeben, dass Anlagenbetreiber und Letztverbraucher identisch seien. Das stimmt aber wohl nicht, daher mag er das nicht machen, zumal er dann vorsätzlich falsche Angaben gemacht hätte.


    Immerhin soll er jetzt gegenüber dem Stromversorger explizit angeben, ob Anlagenbetreiber und Letztverbraucher personenidentisch sind (obwohl die das ja eigentlich wissen müssten). Dadurch ist er ja überhaupt erst darauf gekommen, dass hier irgendwas falsch gelaufen sein könnte. Totstellen ist daher keine Option.


    Kennt jemand das Prozedere, mein Vater dürfte ja nicht der einzige sein, bei dem das falsch gelaufen ist...


    P.S.: Der Netzbetreiber wird von meiner Anfrage nicht auf meinen Vater schließen können und mich betrifft das nicht.


    Viele Grüße

  • Der Stromversorger hat damit gar nichts zu tun, das muß schon der VNB oder der ÜNB sein. Spricht was dagegen den Zähler einfach auf deinen Vater umzumelden, wenn die das unbedingt so wollen?
    Streng nach dem Gesetzestext ist die Antwort an deinen Vater richtig. Ich persönlich denke aber nicht, daß der Gesetzgeber das, insbesondere bei Familien, so gemeint hat und warte da (über ein Jahr) immer noch auf eine Klarstellung z.B. durch die Clearingstelle.
    Strafe sehe ich keine, höchstens, daß halt eine Rechnung kommt. Das EEG sieht ausdrücklich vor, daß die ÜNB (wobei das inzwischen auf die VNB übertragen wurde) die Umlage verlangen können, sie müssen aber nicht. Sie können also auch mal eine Ausnahme machen, aber das wird der Computer nicht von sich aus machen, da sollte man versuchen ein klärendes Gespräch zu suchen (oder wie oben geschrieben, den Anschluß einfach ummelden, dann merkt das der Computer gar nicht, auch wenn sich rein praktisch nullkommanix ändert).

  • Zitat von alterego

    Spricht was dagegen den Zähler einfach auf deinen Vater umzumelden, wenn die das unbedingt so wollen?


    Genau so haben wir das jetzt auch gemacht. Der Zähler läuft jetzt auf meinen Vater, und jetzt kann er diesen Fragebogen auch mit "Anlagenbetreiben = Letztverbraucher" ausfüllen, ohne falsche Angaben zu machen. Abgefragt wird schließlich der aktuelle Zustand... 8)

  • Hallo zusammen,


    ich möchte das Thema nochmal aufgreifen...


    Ich habe bisher folgendes unternommen:
    - Zweitwohnsitz bei meinen Eltern angemeldet (da wo die Anlage installiert werden soll)
    - PV Anlage bestellt mit Rechnunganschrift am Anlagenort, dabei auch Antrag zum Anschluss der Anlage beim EVU ausgefüllt, hat der Solarteur wohl schon an das EVU geschickt. Anlage aber noch nicht aufgebaut
    - Dem EVU mitgeteilt dass der Stromanschluss bei meinen Eltern ab sofort auf mich unter der Adresse bei meinen Eltern laufen soll


    Nun bekam ich witzigerweise vom EVU Post an meine Adresse am Erstwohnsitz dass der Stromanschluss am Anlagenort nun auf meinen Namen läuft. Die Adresse am Erstwohnsitz war aber von mir oder dem Solarteur auf keinem Antrag etc erwähnt worden, ich kann mir das nur so zusammenreimen dass über die gleiche Bankverbidung (Kontonummer) die auf diese Erstwohnsitzadresse gekommen sind.


    Nun die Frage: Die Stromrechnung sollte doch besser auf meine Adresse bei der Anlage laufen , oder?


    Welche Adresse trage ich im speziellen PV Fragebogen für das Finanzamt bei
    Betreiber der Anlage
    Eigentümer der Anlage
    ein? :?:


    Der Fragebogen vom Finanzamt ist ja logischerweise an meinen Erstwohnsitz adressiert...


    :danke: für Eure Hilfe

    WSW Dach 70°: 31x QCells QPeak G3 BLK 275 DN 40°, Fronius Symo 8.2-3-M,
    70% Begrenzung dynamisch

  • Zitat von Hoinzi

    Ja, mein Vater wohnt auch da. Der hiesige Stromversorger hat aber zum Thema Eigenverbrauch geschrieben (ich zitiere mal: "Damit muss der Anlagenbetreiber und der Letztverbraucher i.S.d. § 5 Nr. 24 EEG 2014 personenidentisch sein.


    Achtung: Als nicht personenidentisch gilt z.B. auch, wenn der Letztverbraucher (Stromverbraucher) das Ehepaar Mustermann ist und der Anlagenbetreiber der Herr Mustermann ist."
    ...


    Aha, ist doch Schwachsinn.


    Fall 1: Betreiber: Hr. Mustermann --- Stromkunde: Frau Mustermann = EEG-Umlage
    Fall 2: Betreiber: Hr. Mustermann --- Stromkunde: Eheleute Mustermann = EEG-Umlage
    Fall 3: Betreiber: Hr. Mustermann --- Stromkunde: Hr. Mustermann keine EEG-Umlage


    Was ist mit dem Strom, den Frau Mustermann in Fall 3 aus der PV-Anlage nutzt?

    • Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
    • Im Leben kann man immer neu anfangen, aber nie von vorne.
  • Zitat von donnermeister1


    Was ist mit dem Strom, den Frau Mustermann in Fall 3 aus der PV-Anlage nutzt?


    wenn jemand draufkommt, daß Frau Mustermann das macht, dann gehts dem Herrn Mustermann dran...