PV-Anlage für Winkelbungalow (Indach?)

  • Hallo!


    Ich plane eine PV-Anlage für meinen Winkelbungalow (Dachneigung 20°, Traufenhöhe ca. 2,5 m) mit Dachflächen (unverschattet und ohne Hindernisse) nach


    Osten -82° ca. 6 x 4,8 m,
    Westen +98° ca. 9 x 4,8 m und
    Süden +8° ca. 3,2 x 2,8 m.


    Da ich das Dach gerade komplett erneuern lassen muss, habe ich über eine Indach-Anlage nachgedacht.


    Das Haus liegt am Ortsrand (PLZ 217**) und bekommt bei Sturm den Wind aus W bis NW (Hauptwindrichtung) ziemlich ungebremst ab. Zudem ist der Dachstuhl lt. Dachdecker nicht so wahnsinnig tragfähig (Balken sind 5 x 7,5 cm). Derzeit ist es mit Faserzementplatten gedeckt und soll auch (für die Restfläche) wieder so gedeckt werden. Der Dachboden ist nicht ausgebaut und die Dämmung liegt auf der Decke des UG.


    Das West- und Süddach bekommen durch ca. 10 m entfernt stehende Straßenbäume im Sommer ab ca. 19 / 20 Uhr Schatten. Eine größere Tanne an der Südseite wirft derzeit für ca. 2 Stunden (11 bis 13 Uhr) ca. 3 m Schatten auf einen Teil des Ostdaches (habe ich bei der Fläche oben bereits herausgerechnet, eigentlich wären es auch 9 x 4,8 m). Im hinteren Teil des Ostdaches wären im unteren Bereich nochmal ca. 3 x 2 m ohne Schattenwurf belegbar.


    Soviel zum Dach - jetzt zum Verbrauch:


    Wir sind 2 Personen, von denen tagsüber mindestens einer zu Hause ist. Der Hauptstrombedarf besteht also tagsüber. Derzeit haben wir einen Jahresverbrauch von 2100 kWh.


    Ich plane außerdem die Anschaffung einer WP für Brauchwasser. Die Anlage sollte dazu geeignet sein später einen Batteriespeichers (wenn die billiger werden) nachzurüsten.


    Bilder folgen.


    Es waren bisher 2 Solateure hier, von denen einer nachdem er hörte, dass ich gern Dach und Anlage aus einer Hand hätte, wenig begeistert wieder abgezogen ist und sich bisher auch nicht mehr gemeldet hat. Der andere würde es gern machen, hat es sich angesehen, war begeistert von der Aufgabe und will sein Angebot nach seiner Woche Urlaub schicken.


    Nun hoffe ich hier auf das eine oder andere Angebot. Der zweite meinte, eine Indach-Anlage sei etwas teurer als eine Aufdach-Anlage. Macht das so viel aus? Das die Erträge sich pro kWp leicht unterscheiden habe ich schon bemerkt.


    Vielen Dank vorab.

  • Indachanlagen wirken auf den ersten Blick sehr verlockend, man denkt man koenne sparen da ja eine Dachhaut wegfaellt.
    In der Praxis hat es aber mehrere Nachteile:
    es ist teurer, es bringt wg. fehlender Hinterlueftung schlechtere Ertraege, man kann nicht beliebige Module nehmen, wenn mal etwas kaputt geht wird's aufwendig, ...


    Wenn also nicht die Optik das mit grossem Abstand wichtigste Kriterium ist solltest du doch an eine Aufdachanlage denken.

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    Ioniq electric seit 5/2017, Prius aus 2005 wurde Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


    Hier gehts zur Analyse meiner Anlage auf Einzelmodulbasis

  • Hallo,


    ein Indachsystem gibt es z.B. von Schweizer Metallbau:


    https://www.schweizer-metallba…system-indach-solrif.html


    Hier kannst du dich mal einlesen und dir den doch erheblichen Aufwand anschauen, der dahinter steckt.


    Also ich persönlich würde es nicht machen, habe erst Lehrgeld mit einer Indach-Solarthermie bezahlt (Undichtigkeiten Regenwasser).
    Außerdem wie gesagt braucht es speziell vorbereitete Module usw.


    Und das der Solarbauer keine Lust oder Möglichkeit hat, das Dach auch noch zu bauen, verstehe ich auch. Sind halt 2 grundverschiedene Gewerke. Da würde ich auch nicht miteinander verkoppeln, schon wg. Garantiefragen.


    Zur Anlagenplanung:


    Von 1 oder 2 Stunden Schatten würde ich mich bei der Belegung nicht abschrecken lassen, ein guter WR (SMA, Fronius) kann das ab. Und wenn es sehr arg ist oder viele unterschiedliche Ausrichtigungen zusammenkommen, gibt es als Alternative noch Optimierer auf Modulebene von Tigo oder Solaredge.


    Was sagt eigentlich ein Statiker zu der zusätzlichen Belastung bei den Zahnstochern :D als Sparren? Jedes Modul wiegt rund 20 kg, dazu noch die Unterkonstruktion, ob das alles trägt?


    Servus
    Manfred

  • So, hier erstmal die versprochenen Bilder:
    Das +98° Dach und das kleine +8° Dach.
    Das -82° Dach. Die beiden Lüfter südlich des Schornsteins können weg. Das hohe Ding ist die Heizung und davor steht die Kanallüftung. Sind aber beide nördlich des Schornsteins.


    Und danke für die schnellen Rückmeldungen. Das Solrif-System hatte ich mir schon angesehen, aber aufgrund unserer Windverhältnisse verworfen. Wir hatten hier allein in diesem Jahr schon mind. 5 x Windstärken um die 10 Bft. und die treffen aus NW oder W wie gesagt ungebremst auf das Dach. Es muss also alles recht stabil sein.

  • ich fùrchte, wenn ein Statiker da zu rechnen beginnt dann kannst du nicht einmal mehr eine Unterspannbahn auf die mickrigen Sparren drauftackern. Geschweige denn Faserzement oder PV Module.
    Das sollte zu allererst fachkundig festgestellt werden.


    P.S. 5x7,5 cm sind hoffentlich nicht die Sparren, sondern die Querlattung für die Wellplatten :idea:

  • Aber wenn du schon zum durchaus erprobten Solrif-System (mit dem ganze Dächer komplett mit PV gedeckt werden) kein Vertrauen hast, was soll es dann werden? Auch in anderen Gegenden gibt es Wind und nur gaaanz selten fliegt eine Aufdach-PV davon, und wenn, dann mit dem gesamten Dach. :wink:


    Servus
    Manfred

  • Zitat

    P.S. 5x7,5 cm sind hoffentlich nicht die Sparren, sondern die Querlattung für die Wellplatten :idea:


    Das wird wohl eines der fliegenen Dächer. :mrgreen::lol:

  • Endlich mal wieder jemand, welcher sein Dach vernünftig erneuern will.
    Ich kann dir folgendes empfehlen: http://de.irfts.com/index.html
    Der Vorteil sind schlichte Standardmodule. Du bist also Herstellerunabhängig.
    Lass dich nicht entmutigen mit deinem schmucken Häuschen...
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von krullebol


    Ich plane eine PV-Anlage für meinen Winkelbungalow (Dachneigung 20°, Traufenhöhe ca. 2,5 m) mit Dachflächen (unverschattet und ohne Hindernisse) nach
    Osten -82° ca. 6 x 4,8 m,
    Westen +98° ca. 9 x 4,8 m und
    Süden +8° ca. 3,2 x 2,8 m.


    Bist Du sicher, dass Du bei den Dachflächen nicht Ost und West vertauscht hast?
    Wenn das kleine Dach Süden ist, dann ist das nächst größere, auf dem gleichen Bild das Westdach (Dein Ostdach) und das große Dach auf der anderen Seite des Hauses (ohne Nebengiebel) zeigt nach Osten. Oder habe ich einen Dreher drin?


    Zitat

    Das West- und Süddach bekommen durch ca. 10 m entfernt stehende Straßenbäume im Sommer ab ca. 19 / 20 Uhr Schatten. Eine größere Tanne an der Südseite wirft derzeit für ca. 2 Stunden (11 bis 13 Uhr) ca. 3 m Schatten auf einen Teil des Ostdaches (habe ich bei der Fläche oben bereits herausgerechnet, eigentlich wären es auch 9 x 4,8 m). Im hinteren Teil des Ostdaches wären im unteren Bereich nochmal ca. 3 x 2 m ohne Schattenwurf belegbar.


    Soviel zum Dach - jetzt zum Verbrauch:


    Wir sind 2 Personen, von denen tagsüber mindestens einer zu Hause ist. Der Hauptstrombedarf besteht also tagsüber. Derzeit haben wir einen Jahresverbrauch von 2100 kWh.


    Auf das Süddach passt leider nicht wirklich viel drauf und mit Blick auf die sehr flache DN würde ich es daher vielleicht weg lassen. Macht man normal nicht, aber 3,2 x 2,8m bringt nix.
    Ich würde einen Bereich des Ost/West Daches verstärken (Statiker oder Bau Ing. fragen) und dann eine angemessene Anlagengröße planen. Mit z.B. 2*12*260Wp wärst Du bei nur 2100KWh im Jahr schon mehr als gut aufgestellt;


    Batteriespeicher nachrüsten ist grundsätzlich kein Problem.


    Ich würde bei dem Holzhaus definitiv nix in Richtung Indach planen!
    Statt Eternit Eindeckung evtl. mal über Trapezblech nachdenken.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

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