EV-Versteuerung über der 10kW-Grenze

  • Hallo, hab eine Frage zur Eigenverbrauchstbesteuerung bei Anlagen über 10 kW. Da werden ja nur maximal 90% des erzeugten Stroms mit der Einspeisevergütung bezahlt.


    Selbst verbrauchten Strom muss man ja auch versteuern. Bei meiner Anlagengröße über 10 kW wird mir also nur 90% der erzeugten Menge vergütet. Für die restlichen 10% würde ich bei 0 Eigenverbrauch lediglich den Marktwert (wenige Cent je kWh) bekommen.


    Wird für die Besteuerung dann der Marktwert (2-3 Cent) oder die Einspeisevergütung (15 Cent) herangezogen?

    15,37 kWp (mit 70% hart)
    Module: 58 x Q.Cells Q.peak 265W G2 black auf O + S + W (Walmdach, 15° Neigung)
    WR: SolarMax 13 MT-3

  • Ich würde sagen 13,7 Cent/ kwh, weil ( 90 % von 15 Cent ist 13,4 Cent ) plus ( 10% von 3 Cent ist 0,3 Cent ).
    Genauso teilt Dein Netzbetreiber bei der Abrechnung das eingespeiste kwh auf.

    16, 53 kWp Frankfurt Solar, Sunny Boys 04.2012
    3, 75 kWp Yingli, 6, 00 kWp Bosch, 04.2014
    10,00 kWp Bosch, STP 17000TL 05.2015
    6,00 kWp Bosch, ca.40 kWp Bisol (8 € Modul), 1 VT-80, 48 V 620 Ah Staplerbatterie , 5000 VA Victron Multiplus II

    SB 4000TL und Huawei 33KTL-A 05.2019

  • Aber wenn ich die 10% als Eigenverbrauch selbst nutze, die ich eh nur mit 2-3 Cent vergütet bekomme, dann bezahlt mir der Netzbetreiber doch für die gesamte Einspeisung die vollen 15 Cent, weil ich ja weniger als 90% einspeise.


    Sofern ich nachweisen kann, dass ich 100% erzeugt und nur 90% eingespeist habe, sonst siehts wieder anders aus. Aber bei 2 Zählern ist das ja kein Problem.


    Also wäre es doch richtig, dass für die 10%, die ich selbst verbrauche, auch nur der marktübliche Preis zur Besteuerung herangezogen wird. Wenn ich das nicht selbst nutzen würde, sondern komplett einspeisen, würde ich ja auch nur die wenigen Cent dafür bekommen.

    15,37 kWp (mit 70% hart)
    Module: 58 x Q.Cells Q.peak 265W G2 black auf O + S + W (Walmdach, 15° Neigung)
    WR: SolarMax 13 MT-3

  • Guten Morgen Hallowen,
    ich sehe, das auch so.
    Zumindest, muss! !! diese Tatsache in die Teilwertvermutung, mit berücksichtigt werden.
    Das sagt mir der normale ?? Menschenverstand.
    Doch im Verwaltungswesen, wird oft leider, anders gedacht und gehandelt.
    Gruß
    Fritz

    Fritz

  • Menschenverstand hilft schon weiter. Allerdings nicht darin, sich eigene Spielregeln zu schaffen - sondern die bestehenden Regelungen einfach korrekt umzusetzen.


    Da der TO keine Steuerart spezifisch nennt, kommt man nicht umhin beide zu beleuchten. Aber getrennt.


    1. USt
    Hier tut sich nichts.
    Altanlagen (Inbetriebnahme vor 1.4.12)mit dieser Regelung kann es (glaube ich) gar nicht geben.
    Wenn doch: Bitte schubst mich an.... dann muss das nachgearbeitet werden.


    Bei Anlagen mit Inbetriebnahme nach dem 31.3.12 hat die Vergütungshöhe (und der Umfang der Vergütung; ob 100% oder 90% oder x%) überhaupt keine Auswirkung.
    Der Direktverbrauch (Erzeugung ./. Einspeisung) erfüllt die Voraussetzungen einer unentgeltlichen Wertabgabe.
    Die Bemessungsgrundlage für unentgeltliche Wertabgaben ist der tatsächliche Einkaufspreis incl. aller Nebenkosten.
    Gegen eine Bereinigung des Fixkostendegressionseffektes (Ansatz des tatsächlich zu zahlenden Preises für bezogenen Strom, wenn der Direktverbrauch auch bezogen worden wäre) ist lt. BMF nichts einzuwenden - obwohl in keinem anerkannten Kommentar so ausgeführt.


    II. Einkommensteuer
    Hier wirds auch nicht viel spannender.
    Der Direktverbrauch ist eine Sachentnahme. Die Bewertung erfolgt mit dem Teilwert.
    Womit wir in der gleichen Diskussion wie sonst auch sind. Was ist der Teilwert?


    a) Der Marktwert - bleibt Unfug. Wir sind ind er Gewinnermittlung nach §4 III EStG i.Z. mit Einkünftenaus §15; nicht bei der Ermittlung eines geldewerten Vorteils i. Z. mit Einkünften aus §19 EStG.


    b) Die Herstellungskosten. Verändern sich überhaupt nicht.
    Der Wert ist falsch - wird aber oftmals anerkannt. In der Regel der günstigste darzustellende Wert.
    Da könnte man mit Altjahren in Schwulitäten kommen, wenn man das Fähnlein in einen anderen Wind hängt.


    c) Die Einspeisevergütung
    Jep. Die ist bisher schon nicht die niedrigste, aber am besten zu begründende und am wenigsten zu kritisierende Teilwertvermutung.
    Es geht - ausnahmslos und immer wieder - darum, den Gewinn des Unternehmens zu ermitteln.
    Der darf durch Entnahmehandlungen nicht beeinflusst werden.
    Es gilt also den Gewinn so zu bestimmen, dass die Entnahmehandlung des DV ihn nicht beeinflusst.


    Was bei jedem anderen Unternehmen bzw. jeder anderen Branche zu einer Mischung aus betriebswirtschaftlich-steuerlichem Hexenwerk wird (sofern keiner des Hellsehens mächtig ist: "Wäre der entnommene Schuhe verkauft worden - wenn er nicht entnommen worden wäre? Und wenn ja: Zu welchem Preis?), ist bei PV schreiend einfach: Man nimmt einfach das, was man bekommen hätte, wenn man es eingespeist hätte. (Es besteht ja eine gesetzliche Abnahmeverpflichtung; genau das ist der Unterschied)


    Und tatsächlich: Hier wirkt es sich nun aus.
    Wenn Du genau 90% einspeist und 10% selbst verbrätst..... würde ich den Teilwert des DV mit dieser komischen Marktpreisvergütung ansetzen.
    Und mich mit ziemlich breiter Brust in die Tür hängen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung