Frankreich Atomstrom Anteil von heute 75% auf 50%

  • Zitat

    Frankreich beschließt Gesetz zur Energiewende
    So wolle Frankreich bis zum Jahr 2050 75 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 1990. Außerdem soll der Anteil des Atomstroms binnen zehn Jahren von heute rund 75 Prozent auf 50 Prozent sinken. Um diese Ziele zu erreichen, will Paris die Gebäudesanierung vorantreiben, Elektroautos fördern und Öko-Strom subventionieren. Der Passus zur Atomkraft war monatelang umstritten. Konservative und Energiekonzerne warnten vor steigenden Energiepreisen, die der französischen Industrie schadeten.

    http://www.deutschlandfunk.de/…e.html?drn:news_id=506213

  • Zitat von arbu


    Das halte ich für die Hammermeldung der letzten Tage zum Thema.


    Wenn selbst im "Atomstromland" Frankreich mehr oder weniger offen ein Ausstieg bzw. Umstieg hin zu EE geplant wird, sollte jedem klar werden, dass mit Atomstrom (glücklicherweise nur noch von wenigen) ein totes Pferd geritten wird.

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 4,7kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX+Staplerakku
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)

  • Zitat von Joe-Haus

    Das halte ich für die Hammermeldung der letzten Tage zum Thema.


    Wenn selbst im "Atomstromland" Frankreich mehr oder weniger offen ein Ausstieg bzw. Umstieg hin zu EE geplant wird, sollte jedem klar werden, dass mit Atomstrom (glücklicherweise nur noch von wenigen) ein totes Pferd geritten wird.


    wobei das völlig logisch ist, da etwa die Hälfte der französischen AKW in den nächsten zehn Jahren ihre geplante Lebensdauer von 40 Jahren erreicht. Und Ersatz dafür wird nicht gebaut.

  • Zitat von Joe-Haus


    Das halte ich für die Hammermeldung der letzten Tage zum Thema.


    Wenn selbst im "Atomstromland" Frankreich mehr oder weniger offen ein Ausstieg bzw. Umstieg hin zu EE geplant wird, sollte jedem klar werden, dass mit Atomstrom (glücklicherweise nur noch von wenigen) ein totes Pferd geritten wird.


    Die Diskussion darüber läuft ja nun schon was länger und nach dem Prinzip "letzte Hoffnung" ist die Argumentation der Nuklearia, dass diese "linke Entscheidung" bei der nächsten Wahl von der neuen rechts-konservativen Regierung kassiert wird (Vgl. den Ausstieg aus dem Austieg in Deutschland).
    Und ich fürchte, dass die damit nicht so ganz Unrecht haben könnten.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Zitat von Joe-Haus


    Das halte ich für die Hammermeldung der letzten Tage zum Thema.


    Wenn selbst im "Atomstromland" Frankreich mehr oder weniger offen ein Ausstieg bzw. Umstieg hin zu EE geplant wird, sollte jedem klar werden, dass mit Atomstrom (glücklicherweise nur noch von wenigen) ein totes Pferd geritten wird.


    Für mich kam das null überraschend und ist mE nichts anders als das Eingeständnis dass man es nicht schafft den hohen AKW-Anteil zu halten. Man versucht es ja mit einem(!) Neubau in Flamanville, nichtmal das klappt. Sicherlich wird es einige Laufzeitverlängerungen geben, aber langfristig hilft auch das nicht.

    4,08kwp Solarworld ::: Piko3.6

  • Zitat von Dringi


    Viel interessanter ist die Frage: Wie wollen die es schaffen, dass 2025 nur 25% der Kapazität wegfallen? Das kann nur Laufzeitverlängerungen geben.


    Wenn die Liste stimmt wird hier sehenden Auges die Stromversorgung eines ganzen Landes (F) gegen die Wand gefahren.

    4,08kwp Solarworld ::: Piko3.6

  • Wie sieht eigentlich in F gerade die Stromproduktion aus?


    Haben die nicht bei der Hitze schon wieder ihre AKWs drosseln müssen und kaufen von uns "überschüssigen" EE Strom um ihre Klimaanlagen am laufen zu halten?


    Außerdem wundert mich, daß noch keiner die Nachricht hier eingestellt hat, daß die Franzosen beschlossen haben im Elsaß ihr Endlage zu bauen. Kam vor ein paar Tagen im Radio.


    Wenn das so stattfindet sollten wir denen mal den Strom abdrehen um etwas Druck aufzubauen.


    Django

  • Zitat von tcosmic

    Die Franzosen werden einen Teufel tun. Sie werden aus wirtschaftlichen und politischen Gründen nicht vom Atomstrom loskommen. Die alten Kraftwerke sind abgeschrieben und ermöglichen weiterhin die versorgung mit "billigem" Strom, auf den Frankreichs Wirtschaft dringender angewiesen ist als z.B. die deutsche. Da werden dann Laufzeitverlängerungen beschlossen und fertig. Der Atomkonzern Areva gehört nun zur EdF und damit mehrheitlich zum Staat. Den lässt man nicht durch einen Teilausstieg über die Klinge springen.
    Geld für den Ausbau der EE ist bei chronisch hohem Haushaltsdefizit auch keins da, eine Umlage nach EEG Vorbild ist m.E. politisch nicht durchsetzbar, im Hinblick auf die hohen Kosten unserer chaotischen Energiewende wird man sich davor hüten.
    Was mir in diesem Zusammenhang zusätzlich Sorgen macht ist die von der EU abgenickte Einspeisevergütung für den britischen Meiler Hinkley Park C (15 cent/kW auf 35 Jahre + Inflationsausgliech). Wenn das nicht gekippt wird das eine fataler Präzedenzfall mit verheerender Signalwirkung.


    ja, dürfte interessant werden. Aber Frankreich hat ein "Problem", es kann nicht mehr tun und lassen was es will. Gibt halt die EU.


    Atomsubventionen für Neubauten würden sich evtl. bei der EU durchdrücken lassen, siehe Hinkleypoint C, aber klagen sind schon anhängig, gut möglich das sie Erfolg haben. Und selbst wenn die britischen Subventionen durchkommen, ob Frankreich seinen gesamten Atomaren Kraftwerkspark mit Subventionen erneuern kann halte ich für fraglich. Politische Verhältnisse ändern sich und tendenziell geht es gerade in Europa eher gegen Atomstrom. Ganz davon ab, es würde Unsummen kosten 20 - 40 neue AKWs zu bauen, das kann sich Frankreich, wie du sagst, nicht leisten.


    Möglichkeit zwei ist also Laufzeitverlängerung. Hier wird es noch Problematischer denke ich. Es gibt ja inzwischen EU weite Stresstests und generell viel Abstimmung und Kompromissbereitschaft untereinander. Die deutsche Kompromiss-Politik kann sich wohl dazu durchringen bei Neubau Subventionen ein Auge zuzudrücken (zumindest solange die Grünen nicht regieren), aber Deutschland und andere Nachbarstaaten (Schweiz, Italien....) werde keine 80 Jahre Laufzeiten für Französische AKWs akzeptieren, gerade da zukünftig wohl neben Italien auch die Schweiz und Deutschland Atomstromfrei sind.


    Frankreich hat in der Tat ein Problem. Und ich stimme dir zu, EDF wird nicht dazu in der Lage sein einen großen EE-Kraftwerkspark zu finanzieren, die leiden ja schon seit langem darunter das sie wegen politischen Drucks die Strompreise künstlich niedrig halten müssen. Ich sehe also nicht wie man sich um eine anständige Einspeisevergütung oder ein Ausschreibungsmodell drücken könnte in Zukunft. Wobei ich eher auf ein Ausschreibungsmodell tippen würde, da könnte die Politik -wie sie es dort immer tut- schön einzelne Unternehmen Bevorzugen.


    Insgesamt hat man sich dort schön in eine Sackgasse manövriert, wobei Deutschland in der Hinsicht glück hatte, bei uns wurde die EE etabliert als die Konservativen und die Stromkonzerne noch dachten die haben eh nie Erfolg. Hätte man bei CDU, CSU, RWE, der FDP, EON etc. vorhergesehen was für ein Erfolg das EEG wird, hätte man es schon in den Anfängen bekämpft.


    Aber vielleicht wird Frankreich ja etwas ähnliches passieren wenn Solarstrom (angefangen im Süden) so günstig wird das er ohne Staatliche Anreize oder ähnliches massenhaft zugebaut wird.

  • Zitat

    Die alten Kraftwerke sind abgeschrieben und ermöglichen weiterhin die versorgung mit "billigem" Strom, auf den Frankreichs Wirtschaft dringender angewiesen ist als z.B. die deutsche.


    Das kWh ist an der Strombörse in Frankreich ca. 0,5 bis 1 Cent/kWh teurer als in D.


    Da könnte es ja sein, dass auch die abgeschriebenen Kernkraftwerke so um die 4 bis 4,5 Cent/kWh brauchen.
    Im ersten Halbjahr 2015 ist der durchschnittliche Börsenkreis aber bereits unter 3,5 Cent/kWh in D.


    Gruß