Fragen als erste Orientierung

  • Hallo Forum,


    wir hatten die Tage Besuch von unserem regionalen Stromanbieter und haben uns einmal die Möglichkeiten und die Kalkulation einer Photovoltaikanlage für uns angeschaut. Da wir noch kein richtiges Angebot vorliegen haben, kann ich nur Randdaten nennen.


    Und zwar haben wir einen Strombedarf von 3.500 kWh angegeben. Laut Anbieter wird dann eine Anlage mit 26 Modulen * 178 kWh (Ost/West) = 4.628 kWh empfohlen. 65% von unserem Strombedarf (2.275 kWh) kann von der Anlage selbst genutzt werden, der Rest (1.225 kWh) muss dazu gekauft werden (natürlich bei dem besagten regionalen Stromanbieter). Ist das eine gänige Faustformel / Herangehensweise?
    Die überschüssigen kWh (2.353 kWh) können verkauft werden.


    Das ganze ist recht transparentz zu rechnen, was mich nur stutzig macht, ist die hohe Investition. Es sollen besagte 26 Module für eine Leistung 4.628 kWh mit einem Stromspeicher erworben werden. Inkl. Aufbau kostet der Spaß brutto 26.049 EUR.
    Direkt mit Inbetriebnahme erhält man wohl eine MwSt-Erstattung (4.159 EUR) sowie eine Förderung (3.447 EUR).
    Aber das ist doch sehr viel oder? Nach 16 Jahren hätten die Ersparnisse die Investition aufgeholt und ab da macht man natürlich ein ordentliches Plus.


    Bei dem Kostenvergleich [mit PV] gegen [ohne PV] geht der Stromanbieter von einer Preissteigerung der Stromkosten in Höhe von jährlich 5,0% aus, ist das realistisch?


    Meine Frage ist nun macht es Sinn weiter mit dem Stromanbieter zu arbeiten oder sollte ich direkt einen regionalen Fachhändler kommen lassen?


    Vielen Dank vorab!

  • Zitat von Susi81

    Hallo Forum,
    wir hatten die Tage Besuch von unserem regionalen Stromanbieter und haben uns einmal die Möglichkeiten und die Kalkulation einer Photovoltaikanlage für uns angeschaut. Da wir noch kein richtiges Angebot vorliegen haben, kann ich nur Randdaten nennen.


    Warum fragt ihr ausgerechnet DEN :?::twisted:
    Oder fragst Du auch den Metzger, wenn Du Dir das Bein gebrochen hast?


    Zitat

    Und zwar haben wir einen Strombedarf von 3.500 kWh angegeben. Laut Anbieter wird dann eine Anlage mit 26 Modulen * 178 kWh (Ost/West) = 4.628 kWh empfohlen. 65% von unserem Strombedarf (2.275 kWh) kann von der Anlage selbst genutzt werden, der Rest (1.225 kWh) muss dazu gekauft werden (natürlich bei dem besagten regionalen Stromanbieter). Ist das eine gänige Faustformel / Herangehensweise?
    Die überschüssigen kWh (2.353 kWh) können verkauft werden.


    Strange!
    Fragen sind eher, was für ein Budget ihr habt, wie groß ist die Dachfläche (stelle am besten Bilder davon ein), gibt es Schatten auf dem Dach, ist tagsüber jemand zu Hause, der für Verbrauch sorgen kann oder muss das anders umgesetzt werden, usw.


    Die Zahlen sind etwas wirr ... bei 3500KWh Verbrauch im Jahr werdet ihr bei 4628KWh Erzeugung sicher keine 65% des Jahresstromverbrauchs mit der PV decken, sondern eher 30 bis maximal (und da muss man sich dann anpassen!) 50% schaffen.


    Zitat

    Das ganze ist recht transparentz zu rechnen, was mich nur stutzig macht, ist die hohe Investition. Es sollen besagte 26 Module für eine Leistung 4.628 kWh mit einem Stromspeicher erworben werden. Inkl. Aufbau kostet der Spaß brutto 26.049 EUR.


    Lasst auf jeden Fall den Stromspeicher weg und beinahe noch viel wichtiger, kauf so was bloß nicht beim "regionalen Stromanbieter".


    Zitat

    Direkt mit Inbetriebnahme erhält man wohl eine MwSt-Erstattung (4.159 EUR) sowie eine Förderung (3.447 EUR).
    Aber das ist doch sehr viel oder? Nach 16 Jahren hätten die Ersparnisse die Investition aufgeholt und ab da macht man natürlich ein ordentliches Plus.


    Das funktioniert nicht. Du musst in 20 jahren mind. 1 Mal sowohl den WR als auch die Batterie ersetzen.
    Das kostet Geld.
    Nach 20 Jahren wird die Sache negativ bleiben, das Projekt fährt also dauerhaft Verluste ein.
    BTW: Die gezogene VSt darfst Du dann im whorst case ans FA zurück zahlen, weil die Gewinnabsicht fehlt und das Projekt damit Liebhaberei oder Hobby ist und brutto zu finanzieren ist.


    Zitat

    Bei dem Kostenvergleich [mit PV] gegen [ohne PV] geht der Stromanbieter von einer Preissteigerung der Stromkosten in Höhe von jährlich 5,0% aus, ist das realistisch?


    Kommt Dir auch komisch vor, oder ... 5% pro Jahr ... heute haben wir ca. 25 Cent pro KWh ... das wären in 10 Jahren schon fast 40 Cent pro KWh und nach 20 Jahren ... wie hat sich das die letzten 10 Jahre entwickelt? ... es gibt nicht wenige, die sogar von leicht sinkenden bis stagnierenden Stromkosten ausgehen ... immer inflationsbereinigt betrachtet.


    Zitat

    Meine Frage ist nun macht es Sinn weiter mit dem Stromanbieter zu arbeiten oder sollte ich direkt einen regionalen Fachhändler kommen lassen?


    Nein, das macht keinen Sinn!
    Jeder Solarteuer, der halbwegs Ahnung hat, wird zu 99% sicher (hoffentlich) günstiger und besser anbieten können.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo und willkommen im Forum,


    pfui, Finger weg !!!


    Bei einer PV-Anlage ohne Speicher solltest Du unter normalen Bedingungen bei dieser Anlagengröße nicht mehr als €1400,-/ kWp bezahlen, heißt also maximal €6479,- Somit bleiben ca. €19500,- für den Speicher, wovon der Anbieter mit 5 anderen Kollegen eine Woche Malediven all inclusiv bucht und Du den Speicher trotzdem bekommst.


    Wenn Du das Angebot vorliegen hast, kannst Du es ja mal über das Angebotsformular hier einstellen, auch wenn jetzt schon klar ist, dass es total zerrissen wird. Jedenfalls haben wir dann alle notwendigen Daten, wie Standort, Größe des Daches, Ausrichtung und Dachneigung, womit Dir Perspektiven aufgezeigt werden können.

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Sunnyportal

    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

    Sunnyportal

  • Zitat von seppelpeter


    ... es gibt nicht wenige, die sogar von leicht sinkenden bis stagnierenden Stromkosten ausgehen ...


    Ich gehe nicht nur davon aus, mein Bezugsstrompreis ist im letzten Jahr tatsächlich gesunken.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59


    Ich gehe nicht nur davon aus, mein Bezugsstrompreis ist im letzten Jahr tatsächlich gesunken.


    Meiner auch. 8)
    Zwar nur weit hinterm Komma und auch nur aufgrund der gesunkenen EEG Umlage, aber immerhin. :D

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo Susi81 und willkommen im Forum,


    Zitat von Susi81

    Und zwar haben wir einen Strombedarf von 3.500 kWh angegeben. Laut Anbieter wird dann eine Anlage mit 26 Modulen * 178 kWh (Ost/West) = 4.628 kWh empfohlen. 65% von unserem Strombedarf (2.275 kWh) kann von der Anlage selbst genutzt werden, der Rest (1.225 kWh) muss dazu gekauft werden (natürlich bei dem besagten regionalen Stromanbieter). Ist das eine gänige Faustformel / Herangehensweise?


    Gängig wäre, wenn sich jemand euer Dach und die Randbedingungen anschaut und daraufhin eine PV-Anlage plant. Wenn 26 Module (welche Größe in kWp?) aufs Dach gehen, dann würde man die Gesamtleistung ausrechnen (z.B. 26 Module x 260W = 6,76 kWp) und diesen Wert mit einem prognostizierten Ertrag(den man hier berechnen kann: http://re.jrc.ec.europa.eu/pvg…st.php?lang=de&map=europe) ausrechnen, z.B. 6,76 kWp x 820 kWh/kWp = 5.543 kWh


    Die Werte, die ich jetzt als Beispielwerte angesetzt habe, sind nicht völlig aus der Welt; von daher verstehe ich nicht, wie er nur auf 4.628 kWh kommt? Gut, er verwendet vermutlich "kleinere Module". Vielleicht sagst du einfach mal, wieviel Watt sie haben sollen.


    Eine Speicherlösung wäre o.k., wenn es dir in erster Linie darum ginge, möglichst viel Bezugsstrom zu ersetzen.
    Eine Lösung ohne Speicher wird aber die für dich wirtschaftlichere Lösung sein. Da musst du entscheiden, was dir wichtig ist.


    Auf den ersten Blick scheint die Anlage überteuert! Hol dir Vergleichsangebote von regionalen Solarteuren und stell sie hier im Angebotsteil ein. Alternativ könntest du angeben, wo du ungefähr wohnst (ersten 3 Ziffern der PLZ), damit Forumssolarteure abschätzen können, ob es für sie infrage kommt.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Ui, vielen Dank für die Antworten :D


    seppelpeter
    Ich habe mich eh immer für das Thema interessiert, kam aber nicht aus dem Quark. Als die dann vorbei kamen habe ich mir gedacht, ich höre mir das mal an. Bilder, das Berechnungsformular und das Angebot das ich dann die Tage bekomme kann ich gerne mal einstellen.


    In dem Berechnungsformular haben wir unseren Bedarf 3.500 kWh eingetragen. Dann stand da * Erzeugungsfaktor 1,3
    = Optimale Erzeugung = 4.550. Du meinst also eher optimal für die Stadtwerke, damit ich noch einen ordentlichen Batzen von denen
    beziehen muss? Du sagst also mit der PV Anlage könnten wir 30-50% Nutzen also bräuchten wir eine Anlage die 3.500 / 0,4 = 8.750 herstellt?


    Die Komponenten haben 20 und 25 Jahre Garantie, weiß jetzt gerade nicht welcher Wert sich auf die Module und welcher auf die Batterie bezieht. Du meinst das Ersetzen aber, dass die Akkus sozusagen mit der Zeit schwächer werden und dann nicht kaputt sind (Garantie) sondern tatsächlich verbraucht sind und ersetzt weden müssen?


    die 5% basieren auf einer empirischen Studie. Wenn ihr die Werte auch so anzweifelt, schaue ich nochmal genau nach, woher die kommen.


    hgause Danke für die Richtwerte. Ja ich stelle alles mal ein.


    Bento So wurde es ja auch gerechnet. Warum der Wert je Modul so gering ist, weiß ich nicht. Unser Strombedarf ist aber sicherlich eher gering, die Anzahl Module mit viel, wahrscheinlich sind die wirklich klein. Und es gab eine Tabelle je nach Himmelsrichtung die Einstrahlung und wir hatten mit Ost/West den niedrigsten Wert (178 kWh). PLZ 407.


    Hier ist das Projekt mit Flyer
    http://www.stw-langenfeld.de/d…Projekt-daheim-Solar.html
    ich hoffe ich haue damit keinen in die Pfanne.

  • Hallo Susi,


    welche Module wurden dir angeboten?
    Die Angabe sollte den Hersteller nennen, sowie die nominelle Leistung (also zB 260 Wp) und ob es sich um polykristalline oder monokristalline Module handelt. Gibt es ein Datenblatt der Module?
    Bitte mal die Grunddaten zusammenstellen (Standort, Dachform, Ausrichtung, Dachneigung, Foto des Daches, Stromverbrauch pro ) und an drei lokale Fachinstallateure schicken, damit sie euch Angebote erstellen.
    Zum Speicher würde ich schreiben - sollte nachrüstbar sein.

  • Die Diskussion "Speicher rentabel ja - nein" gab es hier schon hunderte Mal und das Ergebnis ist immer das selbe: Bei den heutigen Speicher- und Strompreisen rentiert sich das NIE.


    Für die Abschätzung des Eigenverbrauchs sind die Randbedingungen noch wichtig: Wieviele Leute sind wann zuhause, wird viel gekocht, wie wird das Warmwasser bereitet, größere dauerbetriebene Stromverbraucher?
    Du kannst aber nicht einfach deinen Eigenverbrauch hochrechnen über die 30% auf die PV-Größe. Du wirst (ohne Speicher) NIE deinen gesamten Verbrauch aus der PV decken können (z.B. in der Nacht).
    Normalerweise geht man vom Jahresbedarf aus (3500 kWh). Dann kannst du ca. 30%-50% deines Verbrauchs DIREKT selbst verbrauchen (rund 1000 - 1750 kWh). Die PV-Anlage dann ein wenig überdimensionieren im Vergleich zum Jahresbedarf (1 kWp bringt je nach Lage und Dachfläche rund 1000 kWh Jahresertrag). Der Rest wird eingespiesen. Wenn du jetzt noch größer gehst, wird der Eigenverbrauch nicht mehr steigen, sondern nur noch der Überschuss.
    Wenn dann noch Platz und Geld da ist, die PV immer größer machen bis zur magischen 10kWh-Grenze. Wenn du es schaffst, mindestens doppelt soviel einzuspeisen wie du noch beziehen musst, hast du deinen Strom quasi "umsonst", sobald die Anlage abgezahlt ist.


    Beispiel:


    Verbrauch: 3500 kWh
    Produktion: 6000 kWh
    Eigenverbrauch: 1500 kWh (direkt aus PV = 42%)
    Einspeisung: 6000 kWh - 1500 kWh = 4500 kWh


    Bezug: 2000 kWh zu 25 Cent = 500 EUR/a
    Einspeisung: 4500 kWh zu 12,34 Cent = 555 EUR/a


    Kommen dann natürlich noch Kosten für Versicherung, Steuer, Rücklagen WR-Tausch usw. dazu. Soll erst mal eine erste Abschätzung, wo es hingeht.


    Servus
    Manfred

  • Zitat von Susi81


    Die Komponenten haben 20 und 25 Jahre Garantie, weiß jetzt gerade nicht welcher Wert sich auf die Module und welcher auf die Batterie bezieht.


    Nochmal genau nachschauen, das hört sich nach Leistungsgarantie für die Module an. Üblich ist da 90% bis 10 Jahre und weitere 15 Jahre 80%.
    Für den Wechselrichter ist das nach Hersteller unterschiedlich (zwischen 5 und 12 Jahren), bei manchen kann man die Garantie kostenpflichtig verlängern. Die Kosten sind aber teilweise sehr hoch sodaß sich dann oft schon ein neues Gerät lohnt wenn der Alte den Geist aufgibt.
    Auch die Garantien für batterien sind unterschiedlich, das längste was ich gehört habe sind 10 Jahre.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59