PV mit Speicher und E-Auto...kann sich DAS rechnen?

  • Hallo liebe Leute,


    ich heiße Michael und wohne im schönen Rheinhessen.
    Seit ein paar Monaten bin ich stolzer Besitzer eines Elektroautos. Und seit Jahren gehe ich mit dem Thema PV-Anlage schwanger. Die Kombination von beidem liegt nu ja geradezu auf der Hand.
    Nur ist mein Problem: wenn die Sonne scheint, ist das Auto unterwegs. Wenn das Auto da ist, ist es dunkel...
    Tja, da kommt man dann ins Grübeln, ob sich bei so einem Nutzungsprofil eine Lösung mit Speicher nicht doch rechnen könnte.
    Wie seht Ihr das?


    Ich hätte ein Paar Eckdaten und würde mich freuen, wenn Ihr dazu mal Eure Meinung kundtun würdet:


    Nutzbare Fläche für PV: ca. 60m² in SW-Ausrichtung bei 45 Grad Dachneigung (nahezu verschattungsfrei). Das könnten so bis 10 kWp ergeben, oder?
    Jahresverbrauch bisher ca. 4000kWh.
    Nun mit E-Auto deutlich mehr (geschätzt plus 3000kWh p.a.). In der Regel haut eine (Teil-)Ladung mit 10 kWh in den Zähler. Aber eben erst abends...
    Das ist auch mit Abstand der größte Verbraucher im Haus.


    Ich freue mich auf Euer Feedback, ob das was werden kann, insbesondere mit Blick auf die Idee mit dem Speicher.


    Viele Grüße,
    Michael

  • Wie soll sich das "rechnen"?


    LiFePO zB kostet die kWh ca EUR 500,- frei Hütte.
    Brauchen tust wohl mindestens 20-30kWh weil das Haus hängst dann ja wohl auch gleich mit dran.
    Sind also nach Adam Riese bereits 10-15 grosse Lappen.


    Dann hast aber noch nichts vom ganzen PV Gedröhns und installiert ist auch noch nichts - das legst oben drauf.

    LiFePO ist anders.

  • spar dir das Geld für den Speicher und kauf dir dafür ein zweites Elektroauto. Somit kannst du immer tagsüberfahren, während das andeere geladen wird. Nur so fährst du maximal mit eigenen kostenlosen Sonnenstrom.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Hallo Michael,


    willkommen im forum. Wir haben insgesamt 6 EV's in der Firma. 4x leaf und 2x "amis". Da auf dem Firmendach kein PV geht haben wir privat eine 9,6kW Anlage installiert. Als Speicher dient eine Stapler mit ca. 800Ah, als WR verwenden wir die PIP's. Insgesamt haben wir inzwischen 4 Stück von denen. Laufen ohne Probleme. Im forum hier gibt es hier viele "Gegner" dieser WR, bei uns laufen sie und das seit fast 3 Jahren. Das Preis / Leistungsverhältnis ist halt unschlagbar. Den 4kW PIP gibt es ab ca. 900,- Euro, die Stapler in der Größe bekommst du für 3.ooo,- Euro.


    Mit LiFePo geht zwar effektiver, ist aber halt auch wesentlich teurer (ca. 5-fach) Da verheize ich lieber 4 Sätze Staplerbatterien ...


    Bei uns hängen ab und zu zwei EV's an den PIPs - geht ... Autarkiegrad bei uns 62% aufs Jahr gesehen, wird jetzt steigen da wir 2x einen Aldi vor der Haustüre haben mit 50kW Lademöglichkeit!

    3-ph. Hybridinsel mit PIP4048, 48V Staplerbatterie (6 PzS 840) noch ca.800Ah, 250er Yingli´s, EV's als Überschußverkoster und ein Egret One für schnelle Einkaufsfahrten :-)
    LiFePO ist anders ... Blei ist besser und viel billiger ...

  • Reicheweite des E-Autos?
    Fahrleistung von Montag bis Freitag?


    -> E-Auto am WE tagsüber VOLL laden.


    Aus Neugier:
    Was für ein Autochen ist es denn?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Leider schreibst du nicht, welches Auto und welches Ladesystem du nutzt. Wenn das Auto 22kW zieht, kann eine 10kWp-Analge unter optimalen Bedingungen nicht mal die Hälfte direkt liefern, Batterie-WR legt man typisch noch kleiner aus (siehe Vorschreiber), weil mehr als 2 oder 3 kW braucht man im normalen Haushalt selten und dann meist auch nur kurz.
    230V 10 oder 16A geht zwar meist auch, einige haben da aber einen miserablen Wirkungsgrad, wie man gelegentlich liest.
    Mußt du wirklich jeden Tag laden? Gibt es einen Zweitwagen? Dann wäre zu überlegen das EV an den ertragreichen Tagen daheim in Ruhe laden zu lassen und das andere zu nehmen.
    Sonst wäre es natürlich nicht ungeschickt bei Südwest früher anzufangen und früher aufzuhören, damit man wenigstens noch etwas vom eigenen PV-Strom in die Batterie bekommt ;)
    edit: wie so oft zu langsam getippselt

  • Hallo zusammen und schon mal vielen Dank für Euer Feedback.


    Ok, noch ein Paar Infos zum Auto, weil nachgefragt:
    Ist ein Renault Zoe.
    Lädt mit AC. Aktuell mit 11kW an 3-Phasen 230 V (geht bis 43kW bei entsprechender Infrastruktur).
    Man kann über die Wallbox den Ladestrom jedoch in Stufen runterrregeln und auch 1-phasig an Schuko laden (dann aber nicht sehr effizient).
    Das Auto wird derzeit an 5 Tagen / Woche je maximal 80-100 km gefahren. Dann ist der Akku etwa zu 50% leer und es braucht wieder ca. 10kWh zur Vollladung über Nacht. Die Ladedauer ist dabei fast egal. Ich könnte also ohne Probleme zB mit 3kW laden.
    Nur am Wochenende tagsüber laden wird aber nicht reichen...


    Grüsse,
    Michael


  • Wie du richtig erkannt hast, passt das Erzeugungsprofil von PV meistens nicht zum Benutzerprofil eines EV's.
    Von einem PV-Speicher in den mobilen Speicher umzuladen ist geradezu ineffizient.
    Etwas anders wird es, wenn die Bi-direktionale Wallbox auch nach Europa kommt und das Auto als Speicher netzdienlich genutzt werden kann. Bis dahin empfehle ich die Versorgung des EV,s so wirtschaftlich wie möglich wie alle anderen Haushaltgeräte. Aber es spricht natürlich nichts gegen PV-Erzeugung im Netzverbund.
    Dann darfst du meinen Schriftzug übernehmen: "ich fahre mit Solarstrom" :wink:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • @ Einstein
    da geb ich dir Recht, daß das Zwischenspeichern von Solarstrom mit Verlusten abläuft. Aber was soll`s!?
    Wenn PV Überschuß (der sonst nicht verbraucht werden kann) in der Batterie tagsüber gespeichert wird - ist doch gut.
    Ein Benziner hat einen Wirkungsgrad von max 30%, ein Diesel max. 40%. Da mostert doch auch keiner rum.
    Dann lad' ich mir lieber die Stapler mit einem Wirkungsgrad >80% bevor der PV Strom im Nirvana verdampft und die EVs laden dann die Nacht über dran ...


    Oder hab ich da einen Denkfehler seit 3 Jahren?

    3-ph. Hybridinsel mit PIP4048, 48V Staplerbatterie (6 PzS 840) noch ca.800Ah, 250er Yingli´s, EV's als Überschußverkoster und ein Egret One für schnelle Einkaufsfahrten :-)
    LiFePO ist anders ... Blei ist besser und viel billiger ...

  • Zitat von fritzles

    Wir haben insgesamt 6 EV's in der Firma. 4x leaf und 2x "amis". Da auf dem Firmendach kein PV geht haben wir privat eine 9,6kW Anlage installiert. Als Speicher dient eine Stapler mit ca. 800Ah, als WR verwenden wir die PIP's.
    Mit LiFePo geht zwar effektiver, ist aber halt auch wesentlich teurer (ca. 5-fach) Da verheize ich lieber 4 Sätze Staplerbatterien


    Und wie soll das im Winter gehen? Grob 10 kWp bringen - 10 bis 15 kWh pro Tag, einige Tage nix wegen Schnee, dunkle Wolken. Wie werden da die EV geladen?