Fragen zu Planung und Auslegung einer PV-Anlage für EFH

  • Hallo zusammen,
    ich plane für einen Einfamilienhaus Neubau eine Photovoltaikanlage. Die Photovoltaik Module sollen auf ein Dach mit 42 Grad Neigung und Südausrichtung (mit minimaler Abweichung Richtung Osten). Das Haus wird mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden (voraussichtlich 9kW Heizleistung entsprechend ca. 1.8 – 3 kW elektrischer Leistung). Angedacht habe ich eine Photovoltaikanlage mit ca. 10 kWPeak.


    Erste grundsätzliche Frage, die sich mir stellt: wie gehe ich mit den vorgeschriebenen 30% Eigenverbrauch um?
    Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man am einfachsten (und preisgünstigsten) die 70% der kWPeak starr als Maximalwert am Ausgang des Wechselrichters einstellen.
    Wenn mehr als 70% der kWPeak anliegen (was ja nicht so häufig vorkommt), könnte ich dann vor dem Wechselrichter Gleichstrom abzweigen und z.B. dem Heizstab in meinem Brauchwasserpuffer zukommen lassen? Wenn ja: wie geht das (regelungs-)technisch?
    Bzw. allgemeiner gefragt: habt Ihr links zu technischen Informationen zum Thema oder zu threads, in denen ähnliche Projekte entwickelt wurden?


    Haltet Ihr die Begrenzung auf 10kWPeak für sinnvoll um die EEG-Umlage zu umgehen oder ist eine etwas größere Anlage Preis-Leistungs-technisch sinnvoller?


    Vielen Dank und Gruß
    Nico

  • Es gibt keinen vorgeschriebenen Eigenverbrauch.
    Vielmehr darf man einfach nicht mehr als 70% der Generatorleistung (also der Modulleistung) einspeisen. Was du mit dem Rest machst, ist deine Sache. Entweder über 70-hart abregeln oder über Zähler und Regelung in einem gewissen Maß selbst verbrauchen.
    Manche WR haben z.B. einen Schaltausgang, der bei Überschuss den Heizstab einschalten kann. Oder man macht das Ganze über einen externen Datenlogger. DC-seitig abgreifen ist viel zu aufwendig. Allerdings sind das von der Jahresenergiemenge nur noch vielleicht 3%, wenn du den Haushaltstrom schon über Eigenverbrauch nimmst, das selbst bei 70-hart nur rund 5% verloren gehen.
    Etwas größer als 10kWp macht keinen Sinn, das lohnt den Aufwand nicht. Bei z.B. 14kWp sieht es dann wieder anders aus.


    Servus
    Manfred

  • Hallo, willkommen im PV-Forum

    Zitat von Nico_K

    Erste grundsätzliche Frage, die sich mir stellt: wie gehe ich mit den vorgeschriebenen 30% Eigenverbrauch um?
    Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man am einfachsten (und preisgünstigsten) die 70% der kWPeak starr als Maximalwert am Ausgang des Wechselrichters einstellen.
    Wenn mehr als 70% der kWPeak anliegen (was ja nicht so häufig vorkommt), könnte ich dann vor dem Wechselrichter Gleichstrom abzweigen und z.B. dem Heizstab in meinem Brauchwasserpuffer zukommen lassen? Wenn ja: wie geht das (regelungs-)technisch?


    vorgeschriebenen Eigenverbrauch gibt`s nicht und ich glaube du verwechselst da was.
    Die 70% Regelung ist eine Möglichkeit gem. EEG die Anlage anzuschließen. Näheres dazu findest du z.B. hier:
    http://www.photovoltaik-web.de…-einspeisemanagement.html
    oder hier:
    http://www.photovoltaikforum.c…ste-bei-70-ka-t79307.html

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Vielen Dank für die Antworten.


    Ja, da habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt bzgl. der 30% Eigenverbrauch. Ich würde gerne möglichst viel von der manchmal vorhandenen überschüssigen Leistung nutzen.


    Bisher halte ich den (europäischen) Wirkungsgrad bei der Auswahl für ein wesentliches Kriterium. Aber ein Wechselrichter mit Schaltausgang, etwa für einen Wärmetauscher, ist natürlich auch sehr interessant. Habe ich das richtig verstanden, dass dieser Schaltausgang dann die gleiche Funktion übernimmt wie der Solar-Log bei einem starren Wechselrichter? Welche Wechselrichter würrdet ihr denn empfehlen?


    Gruß
    Nico

  • Überschätze aber die Energie nicht, die du dadurch gewinnst.


    Nur mal als Beispiel: Meine Anlage hat nominal 8000 Wp, ich darf also 5600 Wp einspeisen. Unsere Grundlast liegt bei rund 400 W. Ich habe Ende Juni bei großer Hitze mal rumgespielt und die Beschränkung im WR deaktiviert. Ergebnis: vorher 6000 W erzeugt, hinterher ebenfalls. Bei der Hitze kommt da nicht viel mehr als die 70%. Was da über den Grundbedarf hinaus noch nutzbar ist, ist miminal.
    Und selbst die 400 W, die ich zur Zeit für rund 4h gewinne, sind auf den Tag dann 1,6 kWh. Wenn ich diesen Gewinn an 50 Tagen im Jahr durch 70-weich habe, sind das gerade mal 80 kWh = 20 EUR Ersparnis.
    Ist zwar ein schönes Gefühl, wenn man mehr produzieren kann als die 70%, aber rechnen tut sich irgendwann, reich wird mal da nicht.


    Über den Schaltausgang z.B. würde man ANSTATT einzuspeisen die Leistung für z.B. eine WP nutzen. Nur dann macht es Sinn.


    Servus
    Manfred

  • Zitat von Nico_K

    Habe ich das richtig verstanden, dass dieser Schaltausgang dann die gleiche Funktion übernimmt wie der Solar-Log bei einem starren Wechselrichter?

    Einen Schaltausgang haben mehrere Wechselrichter, was verstehst du unter einem "starren" Wechselrichter :?:

    Zitat


    Welche Wechselrichter würrdet ihr denn empfehlen?


    Die Auswahl des WR hängt von der Größe und der Ausrichtung des PV-Generators ab.


    Also folgende Reihenfolge:
    - erst das Dach optimal belegen,
    - dann dazu passenden Wechselrrichter auswählen,
    - ggf. dabei nochmal "Finetuning" vornehmen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Hallo,
    das Dach mit max. 10,00kWp belegen,
    die weiche 70%-Regel einsetzen mit dem passenden Wechselrichter, der das kann
    >> Fronius
    Dazu wird lediglich ein ungeeichter Zähler benötigt, der die momentane Leistungsaufnahme im Haus misst.
    >> DC Abnahme vergessen
    Gruß Win

    2,4kWp BPsolar BP275F/Sunways NT2500 / 2000 (ab 1.1.2021 Geschichte, wird 2021ersetzt durch neue 5kWp)
    4,2kWp Heckert HS-PXL-210/Sunways NT3700 / 2008
    5,5kWp Axitec AC230P/Solarmax 6000S / 2009
    2,7kWp Suntech STP225/Solarmax 3000S / 2010
    2,2kWp Schott PolyProtect 180/SMA SB3800 / 2011

    9,5kWp Winaico 28x340Wp/Fronius Symo 8.2 / 2020

    BMW i3 Yello connect /03.2018..12.2019, BMW i3 120Ah seit 12/2019

    Wärmepumpe Panasonic Aquarea WH-MDC05J3E5 seit 10/2020

  • Hallo zusammen.


    Ich habe zum selben Thema auch dumme Fragen, klinke mich daher hier einfach mal dazu.

    Ich habe ein Dach Richtung Süden, ca. 40° Neigung, über 90m² Fläche, Verschattung ausgeschlossen.


    Darauf möchte ich nun 10kW PV packen.
    Ich würde z.B. 38 Module Jinko Solar JKM265P-60 nehmen.
    http://www.photovoltaik4all.de…lar-jkm265p-60-poly?c=408
    Ist das ein gute Wahl, oder schlagt Ihr etwas anderes vor?
    Mit 10070 W sind das knapp über 10kW, wäre das EEG-Umlagen-mäßig noch ok, oder geht das ganz genau?



    Die Einspeisung müsste dann vom WR auf max. 7kW begrenzt werden, richtig?
    Ich betreibe eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Brauchwasser, mit einem _großen_ Brauchwasserspeicher. Brauchwasser würde ich schon wegen der höheren Außenlufttemperatur i.a. mittags aufheizen, kann also grundsätzlich alles, was die PV zu dieser Zeit über die 7kW bietet eigenverbrauchen.


    Wenn ich Win richtig verstanden habe, kann man das dann so gestalten, dass der WR maximal 7kW einspeist (entsprechend eingestellt ist), über einen nicht geeichten Zähler den momentanen Eigenverbrauch E abschnüffelt, und seine Ausgangsleistung dann auf 7kW + E einstellt.
    Geht das so? Und wäre das dann die "weiche" 70%-Regelung?


    Wenn ja: welchen WR genau würdet Ihr mir empfehlen? Oder darf man so was in diesem Forum nicht?


    Danke!


    Gruß
    Bernd

  • Zitat von Bernd-K

    Mit 10070 W sind das knapp über 10kW, wäre das EEG-Umlagen-mäßig noch ok, oder geht das ganz genau?


    10.000 W ist die harte Grenze


    Zitat

    Geht das so? Und wäre das dann die "weiche" 70%-Regelung?


    yep


    Zitat

    Wenn ja: welchen WR genau würdet Ihr mir empfehlen? Oder darf man so was in diesem Forum nicht?


    Zitat von win_solar

    >> Fronius

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    Ioniq electric seit 5/2017, Prius aus 2005 wurde Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


    Hier gehts zur Analyse meiner Anlage auf Einzelmodulbasis

  • Hallo kassiopeia.


    Ah, prima, danke! Der Nebel lichtet sich 8)


    Bleibt die Frage nach der genauen hardware. Also welches Modul und welchen WR genau? Wenn ich das rauskriegen will google ich mir nen Wolf. Und Ihr habt doch bestimmt die Übersicht.


    Kriterien bei der Modulauswahl:
    - keine Verschattung
    - Preis/Leistung
    - reichlich Platz auf dem Dach


    Kriterien zur WR-Auswahl
    - passende Ausgangsleistung / Eigenschaften
    - Preis/Leistung
    - optimale (von Euch empfohlene) Anzahl tracker


    Habe ich wesentliche Kriterien vergessen?


    ---


    Wobei es dann doch auch noch um die Anzahl der "Kreise" (oder wie nennt man das) geht, zu denen ich die PV-Module seriell/parallel zusammenschalte. Gibt es dazu Empfehlungen? Bzw. links zu Diskussionen/papers zum Thema?


    Gruß
    Bernd