Ost/West Anlage mit WP

  • Hallo zusammen,


    unser Neubauvorhaben geht in die konkreten Phasen über und da will auch die PV Anlage geplant werden. Hier erstmal ein paar Fakten:


    - Hausbaublog http://projekthausbau.de</a>
    - Ost/West Ausrichtung (http://projekthausbau.de/2015/06/11/die-vermessung-der-welt/)
    - Eltako/EnOcean Hausautomation mit zumindest vorerst MyHomeControl, weil von Weberhaus sehr günstig als Bonuspaket.
    - Dachneigung 25º
    - Dachfläche ca. 170qm
    - Niedrigenergiehaus KFW55 bzw. sogar KFW40
    - Niedrige Heizlast (siehe Energiesparnachweis)
    - Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
    - Luft/Wasser Wärmepumpe


    Stromverbrauch ist leider vollkommen unbekannt. In der Mietwohnung haben wir 1100-1300kWh/Jahr. Im Haus wird es wohl vollkommen anders aussehen. Wärmepumpe, Hauselektronik, etc. kommen dazu.


    Meine Gedanken zur PV sind zur Zeit folgende:


    - Knapp unter 10kWp, um unter der EEG Umlage zu bleiben. Also 70 Weich, wenn ich das richtig verstanden habe?
    - Gleichmässige Ost/West Belegung oder sollte ich wegen der leichten Südausrichtung das Westdach größer belegen?
    - Vorbereitung für Batteriespeicher im Keller, falls diese in den nächsten Jahren "deutlich" günstiger werden
    - Wärmepumpe bevorzugt tagsüber laufen lassen. Das Haus wird wenig Wärme über Nacht verlieren und damit hoffe ich die WP möglichst in die Ertragszeiten der PV Anlage zu legen. Gibt es die Möglichkeit vielleicht sogar intelligent die Trinkwassererwärmung nur dann vorzunehmen, wenn Solarstrom da ist? Macht das überhaupt Sinn mit der Nachtabsenkung bei PV Anlage?
    - Kosten rechne ich mit 1200-1400€/kWp


    Ist das soweit ein kluges Vorgehen? Wird sich die Anlage ökonomisch trotz Ost/West rentieren? Ökologisch lohnt es sich so oder so. Gibt es Alternativen, die ich in Erwägung ziehen sollte?


    Mein Bruder ist Dachdecker. Da müssten wir die Module selber auf dem Dach anbringen können. Wieviel lässt sich da ca. sparen pro kWp?


    Wenn das alles so Sinn macht, muss ich mich mal über Module und Wechselrichter informieren und ein paar Angebote rein holen.


    Danke euch und Grüße,
    Andrew

  • Knapp unter 10KWp mit mehr Leistung auf dem besseren Westdach und den Rest auf NO legen.
    Bei ausreichend Dachfläche könnte man 23*260Wp auf West und 15*260Wp auf NO legen und damit in zwei Strings an einen Fronius Symo mit 8,2KVA gehen.
    In 70-weich wird aufgrund der O/W Ausrichtung nicht viel zusätzlich runter kommen, aber man kann das aufgrund der flachen DN von 25 Grad machen und gewinnt damit ja auch ein halbwegs gutes Logging und die Verbrauchsvisualisierung des Fronius WR.


    Für Speichervorbereitung würde ich im Keller jetzt kein Geld ausgeben.
    Wer weiß, ob das jemals attraktiv wird.


    Welche WP wird denn zum Einsatz kommen?
    Meiner Ansicht nach, sind die WP Steuerungen so teuer und dabei immer noch nicht perfekt, dass sich das Invest nicht unbedingt lohnt. Wenn man das Ziel hat, die WP am Tag laufen zu lassen, kann man das ggfs. besser über eine geringe Nachtabsenkung, die einen WP Start in der Nacht verhindert und die "erlaubten Heizzeiten" einstellen.


    Wenn es an die 1400,- ran geht kann man schon fast von zu teuer sprechen, da Kabelwege, Leerrohre, ggfs. Gerüst usw. als Kosten ja entfallen dürften und auch der Zählerschrank nagelneu und damit bestens vorbereitet sein wird.


    Im Neubau sehe ich heute keine Alternative zur Luft/Wasser WP, sofern das Haus sehr gut gedämmt ist.
    Ist es das?
    Eine Fussbodenheizung im ganzen Gebäude mit engen Rohrschlangen ist dabei sehr von Vorteil.
    Alternative bei erwarteten kalten Wintern (Süddeutschland und Osten) oder freistehendem Haus mit höherem Wärmebedarf wäre evtl. ein Erdkollektor, aber der kostet eben auch mehr.


    Ich würde euch definitiv nicht dazu raten, das selbst zu bauen.
    Zum einen hat man beim Hausbau genug anderes um die Ohren und ist froh um jede Arbeit, die ein anderer ausführt, zum anderen geht es hier auch um Themen wie Gewährleistung, Kosten der PV Versicherung usw.
    Sensationell viel ließe sich da mMn auch nicht sparen und die Kosten für Netzanschluss, IBN und Abnahme hast Du so oder so an der Backe.


    Angebote im Angebotsbereich einstellen, es passen bis zu 5 Angebote in ein Thema.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • 170m² Dachfläche könnte man natürlich auch mit fast 30kWp voll machen, statt irgendwann dann doch nachzurüsten. Ich kenne mich mit Kwf nicht aus, aber hier steht öfter, daß auch PV angerechnet werden kann. Wenn man dadurch einen besseren Standard errreicht, kann man wahrscheinlich sehr lang EEG-Umlage zahlen und es lohnt sich immer noch.

  • Zitat von seppelpeter

    Knapp unter 10KWp mit mehr Leistung auf dem besseren Westdach und den Rest auf NO legen.
    Bei ausreichend Dachfläche könnte man 23*260Wp auf West und 15*260Wp auf NO legen und damit in zwei Strings an einen Fronius Symo mit 8,2KVA gehen.


    Klingt gut, so hatte ich mir das gedacht.


    Zitat von seppelpeter

    In 70-weich wird aufgrund der O/W Ausrichtung nicht viel zusätzlich runter kommen, aber man kann das aufgrund der flachen DN von 25 Grad machen und gewinnt damit ja auch ein halbwegs gutes Logging und die Verbrauchsvisualisierung des Fronius WR.


    Was meinst du damit? Nicht viel zusätzlich runter kommen?


    Zitat von seppelpeter


    Für Speichervorbereitung würde ich im Keller jetzt kein Geld ausgeben.
    Wer weiß, ob das jemals attraktiv wird.


    Ne, eher nur den Platz für einen Speicher einplanen. Ggfs. Kabel.


    Zitat von seppelpeter

    Welche WP wird denn zum Einsatz kommen?
    Meiner Ansicht nach, sind die WP Steuerungen so teuer und dabei immer noch nicht perfekt, dass sich das Invest nicht unbedingt lohnt. Wenn man das Ziel hat, die WP am Tag laufen zu lassen, kann man das ggfs. besser über eine geringe Nachtabsenkung, die einen WP Start in der Nacht verhindert und die "erlaubten Heizzeiten" einstellen.


    Wird wohl der neue Aquarea 5 KW Monoblock. Die normale Nachtabsenkung wollte ich nutzen. Das einzige intelligent gesteuerte wäre die Trinkwasseraufbereitung. Wenn Strom von PV, dann bevorzugt Trinkwasser heizen. Ich weiß aber nicht, ob das so einfach technisch umzusetzen ist. Bzw. ob man das der Aquarea von aussen mitteilen kann. Glaube aber etwas dahingehend gelesen zu haben. Aber wenn es vom Wechselrichter keine einfache Möglichkeit gibt das anzusteuern oder irgendeine andere Kostengünstige Lösung lohnt das wohl nicht.


    Zitat von seppelpeter

    Wenn es an die 1400,- ran geht kann man schon fast von zu teuer sprechen, da Kabelwege, Leerrohre, ggfs. Gerüst usw. als Kosten ja entfallen dürften und auch der Zählerschrank nagelneu und damit bestens vorbereitet sein wird.


    Leerrohre und Kabel vom HWR zum Dach wird Weberhaus machen. Großer Zählerkasten ist auch gesetzt.


    Zitat von seppelpeter

    Im Neubau sehe ich heute keine Alternative zur Luft/Wasser WP, sofern das Haus sehr gut gedämmt ist.
    Ist es das?
    Eine Fussbodenheizung im ganzen Gebäude mit engen Rohrschlangen ist dabei sehr von Vorteil.
    Alternative bei erwarteten kalten Wintern (Süddeutschland und Osten) oder freistehendem Haus mit höherem Wärmebedarf wäre evtl. ein Erdkollektor, aber der kostet eben auch mehr.


    Heizenergiebedarf wird sehr niedrig sein. Heizlastberechnung liegt noch nicht vor. Nur der Energieausweis. Haus ist sehr gut gedämmt und wird in Mönchengladbach stehen. Norm Auslegungstemperatur ist -10 Grad Celsius. Vorlauftemperatur der Heizung wird auf ca. 30 Grad Celsius ausgelegt. Also enge Verlegung, exakt.


    Ok, selber montieren ist nur eine Option. Wenn es sich lohnt und dadurch keine weiteren Risiken entstehen. Das Gerüst von Weberhaus wird genutzt werden können. Bleibt also nur die Montage selbst.


    30 kWp macht bei mir glaube ich keinen Sinn!? Stromverbrauch wird nicht wahnsinnig hoch sein. Ggfs. soll mal ein Elektroauto dazu und zwei Kinder. Ist aber beides noch Zukunftsmusik. Ich arbeite viel im HomeOffice und es wird viel gekocht. Daneben werden Heizung und Warmwasser die größten Verbraucher sein. Leider kann ich den Verbrauch überhaupt nicht abschätzen. Anlage soll aber auf Eigenverbrauch optimiert werden.

  • Zitat von andrew1


    Klingt gut, so hatte ich mir das gedacht.


    Ich persönlich würde ja eine Eigenverbrauchsanlage gleichmäßig auslegen um nicht morgens sehr viel Strom, aber Nachmittags relativ wenig zu haben.

    33x IBC PolySol 260GX, SMA STP7000TL-20, SunnyHomeManager, Flachdach Ost/West Ausrichtung mit 10° Aufständerung

  • Zitat von andrew1


    Was meinst du damit? Nicht viel zusätzlich runter kommen?


    Du wirst bei Ost-West und 25°DN schlicht nur extrem selten über die 70% kommen (wenn überhaupt), also du würdest keinen Strom verschenken.
    Aber, wenn du Geld für die Hausautomation in die Hand nimmst, sollte es dir die zusätzliche Technik an der Stelle auch wert sein. Die Wahrscheinlichkeit, daß die miteinander reden können wird in der Zukunft nicht geringer, sofern es da nicht schon was gibt.

    Zitat


    Ich arbeite viel im HomeOffice und es wird viel gekocht.


    Interessant, daß euer Verbrauch da nicht höher ist, ihr macht da einiges besser als andere. Das wird sich aber imo locker verdoppeln. Kontrollierte Lüftung und die Hausautomation laufen ja nicht mit Luft und Liebe, jedes Watt 7/24 sind über 8kWh im Jahr und dazu noch die Heizung.

    Zitat


    30 kWp macht bei mir glaube ich keinen Sinn!? ... Anlage soll aber auf Eigenverbrauch optimiert werden.


    Mit dem letzten Satz nicht. Aber du hast ja einen zuverlässigen Abnehmner für den Strom, die Kreditzinsen sind Betriebsausgaben, die sollte die Anlage gut tragen. Du hast ein so schönes unverbautes (sieht man heute extrem selten) Dach, denke du wirst dich irgendwann ärgern das wegen ein paar 10€ EEG-Umlage im Jahr nciht voll gemacht zu haben. Ist aber natürlich eure Entscheidung.

  • Zitat von andrew1

    Was meinst du damit? Nicht viel zusätzlich runter kommen?


    Bei einer Ost/West Anlage wird nicht viel oberhalb der 70% Grenze runter kommen.
    Grob kann man ab DN35 Grad verlustfrei auf 70-hart gehen.
    Da im Falle Fronius bei 10KWp aber der 8,2KWp WR her muss entstehen zumindest beim WR keine Mehrkosten, so dass es am Ende nur die Kosten für den zusätzlichen S0-Zähler sind und Du hast den Mehrwert des Loggings und Verbrauchsvisualisierung. Ich würde da nicht viel drüber nachdenken und einfach 70-weich machen, auch wenn Du ein paar Euro davon nicht wieder siehst.


    Zitat

    Ne, eher nur den Platz für einen Speicher einplanen. Ggfs. Kabel.


    Und was soll da dann stehen?
    Blei? Lionen? Was ganz anderes?
    Ich würde da absolut nix für planen....


    Mit WP und WP Steuerung kenne ich mich leider nicht wirklich aus.
    Da aber immer WW da sein sollte, würde ich da keine Wunder von der Steuerung erwarten.


    Zitat

    Leerrohre und Kabel vom HWR zum Dach wird Weberhaus machen. Großer Zählerkasten ist auch gesetzt.


    Was für Kabel meinst Du?
    Leerrohre ja, aber die Kabel soll mal schön der Solarteuer berechnen, besorgen und in die Leerrohre einziehen.
    Dafür steht er am Ende ja auch gerade.


    PS.: Symmetrisch würde ich das bei den Ausrichtungen sicher nicht belegen; das ONO Dach wird gerade im Winter, wenn die WP heizen muss, nur sehr wenig Sonne sehen; zum heizen und ggfs. "Abends in den Estrich speichern" muss die Anlage dafür auf dem besseren Dach maximal sein und das ist bei Dir eindeutig WSW.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Warum nimmst Du keine Sole WP,zumal die neuen Frequenzgesteuerten (Modulierend) von Alpha Innotec (WZSV)oder Nibe F1255 hier mit PV sehr gut konform gehen. Seit April 2015 gibt es ja auch noch den Innovationsbonus für SW WP mit AZ von > 4,5 mit 4000€.
    Mit dem Grabenkollektor bzw. Flächenkollektor in Eigenleistung (mit Unterstützung vom Haustechnik Forum) kommt man vom teuren Preisgefüge der Sole WP etwas herunter,zumindest AZ über 4,5 sind dann bei 30°VL der Heizkreisseite möglich.


    Noch eine Bitte: KEINE NACHTABSENKUNG einplanen,der grösste Humbug,denn die Energie die Du Nachts verlierst ,muss Du am nächsten morgen mit grösserem Aufwand wieder aufheizen.


    Gruss ZST

  • Auf alle Fälle auf 30kWp gehen und dafür (vorerst) auf Speicher verzichten. Die 30% der EEG Umlage kann man locker mit den Mehrgewinn beim Stromverkauf ausgleichen. Wenn man dann auch ein eAuto hat, kann man dann ordentlich vom eigenen Dach laden.



    Roadster 2.5 Model S P85+ Signature Red

    Tesla P85+ seit 8/13 >471.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. Seit 12/19 fährt Frau Tesla M3 AWD. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Es sind noch 4x320W hinzugekommen = 1280W d.h. Gesamt PV-Leistung nun 29,329kWp. Seit 1.11.20 werden die eAutos gesteuert per E3DC-Control und Teslatar zum Börsenpreis von aWATTar geladen.

  • Also ich bin jetzt dabei ein paar Angebote einzuholen. Ich bin noch nicht auf Anlagengröße, etc. festgelegt. Die aktuellen Ideen auch durch diesen Thread:


    - Ost/West Belegung mit Fokus auf West. Z.B. 2/3 West, 1/3 Ost. Sinnvoll?
    - An die 10kWp strebe ich an. Lohnt es sich wirklich noch größer zu bauen? Für den Eigenverbrauch wohl eher nich. 10kWp wird wohl noch aus Eigenkapital passen. Je nach tatsächlicher Baukosten wird selbst das knapp.


    seppelpeter: Ja, werden nur Leerrohr sein. Keine Kabel. Hast natürlich recht. Batteriespeicher ist Zukunftsmusik und wie du schon vorschlägst bis auf ein bisschen Platz, der im HWR eh vorhanden ist, wird hier nichts gemacht.
    @ZST: SoleWP mit Grabenkollektor habe ich überlegt. Dagegen spricht mein geringer Heizwärmebedarf und der größere Installationsaufwand. Zumal die Aquarea 5KW Monoblock mich nur ca. 3300€ kosten wird. Neben das Haus stellen und anschliessen und das war es. Glaube nicht, dass sich bei dem geringen Preis und Aufwand eine SoleWP jemals rentieren wird.


    Nachtabsenkung nur, um die Heizzeiten in die Ertragszeiten der PV zu legen. Und nur, weil beim hoch gedämmten Haus durch die Absenkung kaum Energie verloren gehen wird. Ob das wirklich was bringt ist die Frage. Insbesondere bei der flachen Dachneigung und entsprechend geringen Erträgen im Winter. Aber das kann ich nachher jederzeit anpassen, deshalb mache ich mir da keine großen Sorgen.


    Die 170qm Dachfläche stimmen übrigens nicht ganz. Werden wohl eher 140qm sein. Weberhaus hat für die Berechnung der Zisterne 170qm angegeben und ich hab das mal so übernommen ohne drüber nachzudenken und jetzt mal auf den Plänen nachgemessen.


    Angebote werde ich dann entsprechend einstellen. Ich hab noch keine Ahnung, was für Module und was für WR, etc. ich bevorzuge. Bzw. was am meisten Sinn macht.