Solaranlage für Modellflugplatz - viele Fragen

  • Hallo Experten!


    Ich habe dringend eine Solaranlage zu erneuern und leider zu wenig Plan. Bitte helft mir und gebt Hinweise.
    Anlage steht auf einem Modellflugplatz und soll (typisch an schönen Tagen) Energie für die Flugzeugakkus liefern. Bestehende Anlage hat 2x12V Akkus parallel (Blei Säure wahrscheinlich) und die sind nun nach 2,5 Jahren fast tot. Ebenso ist einer der 2 Solarregler defekt. Auf dem Dach sind 4 Panels, die max ~40 A geliefert haben (Beobachtung).
    Als Backup haben wir noch ein großes Stromaggregat, das gegen Ende des Tages durchaus dazugeschaltet werden kann.


    Bedarfe und Rahmendaten habe ich so abgeschätzt (alle Zahlen gerundet, und immer mit 12V Abgabespannung gerechnet):
    A) Nutzer sind typisch Sa und So da. Die übrigen Tage ist wenig los, kein Problem. Ebenso an Tagen mit schlechtem Wetter und im Winter
    B) Max. zu entnehmende Energiemenge am SA/So-Tag ist jeweils 3500 Wh = 300Ah
    C) Geht man von einer mittleren Panel-Leistung von 12V x 15A aus, werden am 10h-Tag gleichzeitig 1800 Wh eingeladen
    D) Realer Verbrauch aus den Solarakku ist also ~1700 Wh, bei 12V also 140Ah
    E) Bei Entladung auf max. 60% brauche ich eine Kapazität von 240Ah
    F) Das reicht aber nur für den Sa, nächsten morgen startet der Akku also mit nur 60% Inhalt – zu wenig
    G) Also sollte ich die doppelte Kapa installieren: 600Ah
    H) Außerdem: Max. Entnahmestrom: 120 A. (nicht alle Verbraucher sind gleichzeitig dran, diese Leistung wird 1-2 mal täglich für 20 min gebraucht)


    Nun die Fragen:
    1) Sind obige Rechnungen plausibel?
    2) Welche Akkus halten eine solche stark schwankenden Belastung einige Jahre durch? Ist es nötig, OPzV-Akkus = Panzerplatten Blei Akkus zu nehmen? Oder würden es auch Solar-Blei-Gel Akkus zum haben Preis machen?
    3) Ist es sinnvoll, mehr Panels zu montieren? Die andere Dachseite liegt in der Abendsonne
    4) Gibt es Regler, die >100A Verbraucherstrom bei 12 V abgeben und schalten können? Welche z.B.?
    5) Wenn die Panels z.B. 20 A liefern, die Verbraucher aber nur 5 A gerade brauchen, gehen dann wirklich 15 A in die Akkus?
    6) Können wir zu Unterstützung der Ladung auch zusätzlich Strom von unserem Generator (220V) auf die Batterien geben? Gibt es solche Ladegeräte/Regler? Wie wird das verschaltet, ohne das alles platzt?
    7) Wir könnten auch gut mit 24 V Ausgangsspannung arbeiten. Also 2 Akkus in Serie. Würde das solartechnisch Vorteile bringen?


    Noch ein Hinweis: Geld ist durchaus da, es darf auch etwas mehr kosten als bei China-Ebay. Es soll nur einige (5-10?) Jahre ohne weitere Umbastelei arbeiten.


    Ihr seht, eine sicher etwas untypische Situation und viele Fragen. Bitte helft mir mit Hinweisen.


    Danke schon mal!


    Grüße


    Jürgen

  • Wenn die Anlage lange halten soll stellt sich für mich als erstes die Frage "wer hätschelt und pämpert das Teil das ganze Jahr hindurch"


    Und falls du dir LiFePo überlegst - wie Klau-sicher kannst das unterbringen?


    Im Prinzip würde ich dir zu einem keinen PIP bzw deren Laderegler und 24V Systemspannung raten.

    LiFePO ist anders.

  • Hi Jürgen, weiß auch nicht was die Jungs grad alles machen dass keiner antwortet:)
    Ich denke es gibt bei Dir erstmal zwei grobe Richtungen: Auf immer schönes Flugwetter hoffen- d.h kleiner,
    hochstromfester Akku (z.B Trojan,PzS) und PV-Generator vergrößern. Backup mit Generator.
    Oder Akkukapazität für ein knappes Wochenende ohne Generator-Lärm vorhalten, also fetter Akku und wenig PV .
    Sag mal, dann sehen wir weiter:)
    lg,
    Philip

  • Also als erstes mal: Herzlich willkommen im Forum!


    Zunächst einmal würde ich an der Art der Infrastruktur so wenig ändern wie möglich, denn damit kennt ihr euch schon aus.


    Als erstes solltest du auf http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php gehen (ist der EU-Solarrechner) und ausrechnen, wie hoch der Ertrag mit den vorhandenen Modulen (Ausrichtung und Anstellwinkel) überhaupt ist. Das ist zwar auch eine Schätzung, aber eine ziemlich genaue. Dann weißt du schon mal, ob normalerweise über die Woche genug Energie zusammenkommt, um am Wochenende alle Flugbegeisterten versorgen zu können. Zusätzlich wird dann klar, wie weit man in die Übergangszeiten rein kommen kann.


    Die preisgünstigste Speichertechnologie ist aktuell immer noch die geschlossene Flüssigsäure-Batterie. Da in eurem Hangar sehr wahrscheinlich eine ausreichende natürliche Lüftung besteht, macht diese Technologie auch keine Probleme; man muss nur alle paar Monate den Flüssigkeitspegel checken und gegebenenfalls Aquadest nachfüllen. Die Batterie sollte eine sogenannte Traktionsbatterie sein (Reinigungsgeräte, Flurförderfahrzeuge etc; wenn da ein Sticker mit "solar" drauf ist, dann kostet die gleich 30-40% mehr; weiß auch nicht woran das liegen könnte) und in eurem Fall ist es besser, eine große statt mehrerer kleiner zu nehmen (wenn Diebe mit einem Transporter und vier Leuten anrücken müssen, dann ist die Diebstahlgefahr sehr gering!).


    Versuche mal hier in der Datenbank zu bestimmen, welche Panele ihr da habt; dann kann man dir gezielter helfen.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Das mit dem Gewicht der Bleiklötze ist eine gute Überlegung, allerdings nur für den Sommer.
    :juggle:
    Wer hätschelt und pämpert das Zeugs den Winter durch?
    Weil Umpflanzen des Akku in ein leicht zugängliches Winterquartier (Bastlerkeller) ist dann eher Essig.


    Und nach der Saison einfach den Stecker ziehen geht wohl mit LiFePo problemlos, aber ganz sicher nicht mit Solar-Blei

    LiFePO ist anders.

  • Ach ph`önchen, da hast Du Dir aber echt irgendwas eingefangen mit Deinem pätscheln und hämpern !?
    Du verwechselst immer noch kranke Zellen mit gesunden. Aber- es gibt ja auch gar keine kranken Li-Zellen- nur tote:(
    Jedenfalls, kurzer Sinn und lange Rede, eine ordinäre PzS über den Winter zu bringen ist genauso schwer wie gar nichts tun..
    Volladen, Laderegler auf 13,5V/27,0V und dest.Wasser auffüllen-fertig.
    Bei einem gesundem Akku 6Mon. kein Problem. Länger auch nicht.
    lg,
    Philip

  • Hallo e-zepp, kleine Widerrede. Wenn man die PV nicht von der Batterie abklemmt, dann kann man die Batterie voraussichtlich 20 Jahre lang so stehen lassen und sie hätte dann wahrscheinlich einen Kappa-Verlust von 20% (altersbedingt). Und das sollte eigentlich mit fast jeder Traktionsbatterie klappen.


    Photönchen
    Wenn die PV die Batterie über Winter geladen hält, dann ist die bis unter -60°C geschützt und wenn es mal so kalt geworden ist, dann werden die Vereinsmittglieder wahrscheinlich daheim völlig andere Sorgen als Modellflug haben. Das ist ja der Vorteil an Blei: sehr preiswert, völlig robust und bei einem Minimum an Service nahezu unkaputtbar. Und jetzt mach bitte mit deinem Glaubenskrieg nicht den nächsten Thread kaputt; Küsschen und Danke!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von jdhenning


    Das ist ja der Vorteil an Blei: sehr preiswert, völlig robust und bei einem Minimum an Service nahezu unkaputtbar. Und jetzt mach bitte mit deinem Glaubenskrieg nicht den nächsten Thread kaputt; Küsschen und Danke!


    :juggle:

    LiFePO ist anders.

  • Zitat von JueBie

    Es soll nur einige (5-10?) Jahre ohne weitere Umbastelei arbeiten.


    10 Jahre ist nicht so realistisch für den Akku


    Ich würde den Solargenerator ordentlich überdimensionieren
    Dafür aber den Akku so klein wie möglich


    Und wie der Zepp schon schreibt Ladespannung runter im Winter das verbraucht nur Wasser

    Wo wären wir heute ohne Bill Gates ?