Lohnt die Überschusseinspeisung wirklich noch?

  • Hallo zusammen,


    ich bin heute zum ersten Mal im PV-Forum unterwegs. Ich bin vom Haustechnikdialog-Forum her "überwiesen" worden, von dem ich Grüße nach hier ausrichten soll.


    Ich plane eine PV-Anlage auf unserem Haus bauen zu lassen und habe schon ein wenig kreuz und quer im PV-Forum als auch im Internet allgemein gelesen.


    Dabei bin ich auf folgenden Artikel gestoßen: http://www.photovoltaik-shop.c…eigenverbrauch-finanzamt/.


    Was ist davon zu halten?


    Und noch eine Sache, die mich etwas umtreibt: Unser Dach hat mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel. Wie sieht es mit einer eventuell in etwa 10 Jahren fälligen Neueindeckung aus? Da muss doch die gesamte Anlage wieder runter, oder?


    Und zum Schluss: Ich habe hier im Forum irgendwo gelesen, dass man seine Angebote im Forum zur Begutachtung einstellen kann. Wo ist das möglich?


    Beste Grüße


    UL-Flieger

    37 x Solarworld plus SW 270 Mono, 9,99 kWp
    WR: Fronius Symo 8.2-3-M + Smartmeter 63A-3

  • Zitat von ul_flieger

    Und noch eine Sache, die mich etwas umtreibt: Unser Dach hat mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel. Wie sieht es mit einer eventuell in etwa 10 Jahren fälligen Neueindeckung aus? Da muss doch die gesamte Anlage wieder runter, oder?


    Klar muss die PV-Anlage bei einer Dachsanierung wieder runter.
    Was hast du denn für ein Dach? Ziegeldach oder Flachdach?
    Ersteres hält länger als 30 Jahre. Bei Letzterem würde ich einen Dachdecker eine Aussage über den Zustand treffen lassen. Ich kenne Flachdächer, die nach 10 Jahren erneuert wurden und ich kenne welche, die nach 40 Jahren dran waren. Aber auch eine vorübergehende Demontage einer Flachdachanlage wäre kein finanzielles Drama.


    Dass der Eigenverbrauch besteuert wird, ist nicht neu. Bzgl. der USt. suche mal mit dem Stichwort "Unentgeltliche Wertabgabe" und auch bei der ESt. ist der Eigenverbrauch als Privatentnahme zu versteuern. Solange die PV-Anlage nicht größer als 10 kWp wird (und damit EEG-Umlage fällig werden würde), kannst du davon ausgehen, dass sich Eigenverbrauch trotzdem lohnen wird.


    Bzgl. der Angebotseinstellung machst du einfach hier ein neues Thema auf: http://www.photovoltaikforum.com/angebote-f41/

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Das schlimmste an der Steuer war, daß die Finanzverwaltung ewig gebraucht hat sich auf eine Regelung für Überschußeinspeiser nach 3/12 zu einigen und im Detail kann sich da schon noch was ändern.
    Die Argumetation aus dem Link ist nicht falsch, aber aus Sicht von jemanden geschrieben, der seinen Speicher verkaufen will.
    Aus Sicht von dir als Stromverbraucher zahlst du (bis auf Details) nicht mehr Mehrwertsteuer als hättest du den Strom bei einem EVU gekauft. Dem kannst du aber nach 5 Jahren entgehen indem du zur Kleinunternehmerregelung (KUR) wechselst, dann zahlst du die restlichen 15 Jahre gar nichts mehr.
    Bei der Einkommensteuer ist es genauso, du zahlst (wieder bis auf Details) genausoviel, als würdest du den Strom einspeisen. Insbesondere wird nicht der (entgangene) Umsatz sondern der (entgangene) Gewinn versteuert. Letzterer liegt heute bei kleinen Dachanlagen typisch bei 2-3ct/kWh, je nachdem, was die Anlage gekostet hat und welchen Ertrag sie liefert.
    Zum nachlesen auch mit den Details gibt es das alles schon in: http://www.photovoltaikforum.com/viewforum.php?f=9
    Auf die meisten Hausdächer passen sowieso nicht mehr als 10kWp, damit ist die EEG-Umlage auch kein Thema odr man installiert halt einfach nicht mehr.


    Das kann man mit einem Speicher, wie er im verlinkten beitrag beschrieben wird (das geht nicht mit jedem), alles umgehen. Dann zahlt man halt alles brutto (also keien Umsatzsteuererstattung beim Kauf) und muß noch einige 1000€ mehr für den Speicher investieren.
    Was sich am Ende besser rechnet, hängt wesentlich vom Stromverbrauch ab. Für einen normalen Haushalt sehe ich derzeit noch keine Chance, daß sich die Version mit Speicher rechnet, selbst, wenn man sich das alles selbst zusammenbaut, wird es eng, ist dann aber eher möglich.

  • Hi,
    ich hab jetzt seid nun mehr 2 Jahren eine PV Anlage mit Eigenverbrauch (EV) und Überschusseinspeisung auf dem Dach.
    Sicherlich sind meine Vergütungen noch höher als heute, aber ich bin der Meinung es lohnt sich weiterhin. Die Anlagenpreise (Preis pro kWp) sind im Vergleich zu vor 2 Jahren weiter gesunken sind.
    Ich habe "leider" nur eine Ost-Westaurichtung, somit ist mein Gesamtjahresertrag im Vergleich zu reinen Südanlage noch um ~120kWh/kWp (kann mal mehr oder weniger sein) geringer.
    Mit meinen mittlerweile 13,46kWp schaffe ich 2015 wahrscheinlich ~10.500kWh Strom zu erzeugen (~780kWh/kWp). Davon werde ich kann ich hoffentlich wieder ~20% selbst nutzen (2100kWh). Somit würden ca. 8.400kWh eingespeist (~15ct) und 2100kWh muss ich erst mal mit ~22ct nicht bezahlen.
    Sicherlich ist das große "Lohnen" einer PV vorbei, aber deine laufenden Kosten wirst du damit ganz bestimmt reduzieren.


    Der steuerliche Anteil hört sich im ersten Moment schlimmer an als er ist......schließlich hast du zu deiner Einnahmenseite ja auch noch eine Ausgabenseite zur der die Abschreibung der PV Anlage gehört (z.B. bei 10.000€ Anschaffungskosten wären das über 20Jahre jedes Jahr 500€). Weiterhin kannst Du sofern Du die Anlage finanzierst hier die Darlehenszinsen geltend machen, ebenfalls "PKW Fahrten", die in Verbindung mit deiner PV-Anlage stehen (z.B. Anlagenbesichtigung; Besprechung beim Solarteur oder Bank). Bei mir gingen auch Pauschalen für Strom, Gas, Telefon. Sofern ein eigenes PV-Bankkonto vorhanden ist, die Kontoführungsgebühren.
    All diese "Ausgaben" reduzieren somit die Einnahmenseite und du must "nur" von der Differenz dann Einkommenssteuern zahlen.
    In diesem Sinne
    Gruß
    Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
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    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Noch als Nachtrag: das oben geschriebene gilt natürlich nur, so lang man den Strom auch ohne PV verbraucht hätte.
    Für Verbrauch den man zusätzlich "erzeugt" muß man natürlich mit den Steuern rechnen. Wenn man also etwa einen Heizstab in seinen Pufferspeichr einbaut und den nur dann einschaltet, wenn die PV genug produziert, kostet einen das nciht nur die entgangene Einspeisevergütung sondern auch die Steuern.
    Speist man dagegen gar nicht ein, kostet der Strom ist dann nichts (bzw. halt die nötige Zusatzinvestition für die Steuerung, daß man auch wirklich nicht mit Netzstrom heizt), weil man ihn sonst gar nicht erst erzeugen würde. Wie man das dann in die Berechnung einbezieht, muß jeder selbst entscheiden und hängt konkret beim Warmwasser auch sehr davon ab, wie man das sonst warm machen würde.

  • Hallo und herzlich willkommen im Forum,


    Zitat von ul_flieger


    Und noch eine Sache, die mich etwas umtreibt: Unser Dach hat mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel. Wie sieht es mit einer eventuell in etwa 10 Jahren fälligen Neueindeckung aus? Da muss doch die gesamte Anlage wieder runter, oder?


    bevor Du die Anlage aufs Dach setzt würde ich Dach inspizieren 8lassen). Hintergrund: Unser Dach (Frankfurter Platte, 35° DN) hat 40 Jahre auf dem Buckel. Da wollte man uns auch direkt 2x ungesehen ein neues Dach verkaufen, weil nach 40 Jahren ein Dach uppe ist. War ein "netter" Versuch. Aber es ist beim Versuch geblieben, weil das Dach geschätzt nochmal 20 Jahre halten wird. Es kommta lso immer auf's Dach an und nicht auf starre Erfahrungs- bzw. Bauchgefühlwerte.


    Zitat von ul_flieger

    Und zum Schluss: Ich habe hier im Forum irgendwo gelesen, dass man seine Angebote im Forum zur Begutachtung einstellen kann. Wo ist das möglich?


    Hier:

    Bilder

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“