Passender LR und leitungsberechnung für neue Inselanlage

  • hallo leute,


    der bau meiner letzten inselanlage ist schon ein paar jahre her. jetzt steht eine erneuerung an und ich bräuchte etwas entscheidungshilfe was die wahl des richtigen ladereglers angeht. außerdem bin ich mir nicht sicher wie die verkabelung optimalerweise aussehen sollte.


    erstmal die modul-daten:


    72-zell monokristallin
    195Wp
    Pmax 5,22
    Vmp 37,3
    Voc 45,5V


    davon sollen vier stück liegend auf ein lkw dach montiert werden. geladen wird in zwei 180Ah bleisäure akkus die auf 24v zusammenhängen. der kabelweg von den modulen zum laderegler beträgt ca. 6m, vom regler zur batterie ca. 1m.


    die module könnte ich parallel über eine 6mm² leitung an den LR anschließen, oder alternativ dazu je zwei in serie hängen und die paare dann parallel über 4mm² anschließen, oder? macht eine dieser varianten mehr sinn?


    auch wenn die module vorerst nicht im optimalen winkel aufgestellt werden möchte ich den LR so dimensionieren, dass er die maximale leistung aushält und auch an die batterie weitergeben kann. eventuell baue ich irgendwann eine aufstellvorrichtung, oder es passiert dass ich in die nähe des equators komme und die sonne auch ohne aufstellen im 90° winkel erwische :-)


    welchen laderegler bis max. 300€ würdet ihr mir empfehlen und warum?


    lg und danke schonmal!

  • Alles parallel 08/15 Anforderung PWM .. STECA pr3030 => 120€


    Maximale Effizienz ..MPPT 2x2 String Victron Bluesolar 100/30 => 210€

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Am billigsten geht das mit einem normal PWMRegler der 30A verkraftet und natürlich 50V, gibts ab €30 ) - nur verschenkt man damit 50% des Ertrages weil man die Solarspannung von 37-40V nicht an die 24V der Batterie anpasst. Also effektiv 5.22A*4*25V ergibt 522W.


    Mit einem oder 2 stk MPPT kannst Du die ganze Solarleistung auf die Batterien bringen - kostet aber leider dann €200-300 aber das ist ja in Deiner Preisspanne. Sehe das diese OK ist (pezibaer):
    Victron BlueSolar MPPT 100/30 .... der Verträgt 100V am Eingang.
    Entweder ein 100/30 oder 2x 100/15 für je 2 Module ..... hast zwa 2 zu Montieren, aber wenn einer Kaputt geht hast du noch 1/2 in Reserve anstelle von totalausfall. Nachteil mehrere Leitungen .....
    Sehe bei ebay die gibt es auch in einer etwas Preisgünstigeren 75/15 variante - also nur bis 75V. Reicht also auch für deine 50V Module

  • Zitat von ca119

    Am billigsten geht das mit einem normal PWMRegler der 30A verkraftet und natürlich 50V, gibts ab €30 ) - nur verschenkt man damit 50% des Ertrages weil man die Solarspannung von 37-40V nicht an die 24V der Batterie anpasst. Also effektiv 5.22A*4*25V ergibt 522W.


    Das stimmt so nicht, 72 Zeller sind die optimalen Module für 24V Batterie und PWM Regler wie oben genannt der Steca PR3030.
    Mit einem MPPT kannst du eventuell noch ein paar Watt mehr rauskitzeln, der Unterschied ist aber niemals 50% bei 72 Zellern.
    Grüße Toni.

  • Zitat

    Mit einem MPPT kannst du eventuell noch ein paar Watt mehr rauskitzeln, der Unterschied ist aber niemals 50% bei 72 Zellern.
    Grüße Toni.


    Von den Verkäufern wird mit bis zu 30% und mehr geworben.Denke aber das es real übers Jahr gesehen 5-15%sind.
    30% zeigen sich nur in Spitzen.

  • Zitat von Toni1965


    Das stimmt so nicht, 72 Zeller sind die optimalen Module für 24V Batterie und PWM Regler wie oben genannt der Steca PR3030.
    Mit einem MPPT kannst du eventuell noch ein paar Watt mehr rauskitzeln, der Unterschied ist aber niemals 50% bei 72 Zellern.


    Wenn man die durchschnittliche Ladespannung mit 27 V annimmt dann ergibt sich mit einem PWM Regler bei 25° C ein Verlust von (37,3 - 27)/37,3 = 28 %. Im Sommer bei heißen Modulen sind es 10 % und in der kühleren Jahreszeit geht es in Richtung 40 %.


    Wenn Die Anlage ganzjährig genutzt wird dann sollte ein MPPT Regler genutzt werden. Der Verlust im Sommer in nicht so das Entscheidende, denn da hat man in der Regel sowieso meist einen Überschuss. Entscheidend sind die Zeiten mit geringerer Einstrahlung und da sind die Module kühl und der Verlust deshalb am größten. Und gerade da ist man um jedes W froh.


    Und für die Module braucht man einen Regler der mindestens 70 V aushält, 50 V sind da auf jeden Fall zu wenig. Eine Reihenschaltung sollte man nicht machen, da je größer die Differenz der PV und Ladespannung ist, desto geringer ist der Wirkungsgrad.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • Hallo, die Mehrleistung mit MPP ist unbestritten, die Verluste werden aber sicher nicht 40-50% wie du schreibst ausmachen, um das genau hier dar zu stellen müsste man schon genau wissen welcher Regler usw. bzw. müsste ein Vergleichsaufbau gemacht werden. Die techn. Angaben bei vielen MPP Reglern sind oft "geschönt". Wenn du sagst zwischen 20-30% bin ich bei Dir. Im übrigen Deine Rechnung ist auch geschönt, du vergisst die Leitungsverluste und rechnest mit 100% Wirkungsgrad am MPP Regler!
    Grüße Toni.

  • Ich habe nicht 40-50 % geschrieben sondern die Werte gehen in der kalten Jahreszeit in Richtung 40 %.


    Und nicht nur MPP-Regler haben einen Wirkungsgrad geringer als 100 % sondern auch PWM-Regler.


    Ich habe nichts gegen PWM-Regler. Sie sind eine sehr preisgünstige Möglichkeit Module zum Laden zu verwenden, vorausgesetzt man hat seinen Energiebedarf vorwiegend an heißen Tagen. Dann ist der Unterschied im Energieertrag tatsächlich relativ gering.


    Das kann ich z.B. auch bei meiner Anlage sehen. Ich habe 88 Zellen Module mit einer MPP Spannung von etwa 45 V. Ich war kürzlich in Südfrankreich und die MPP-Spannung ist bei voller Sonne und 38° C Lufttemperatur auf ca. 32 V gesunken. Das Modul hat damit nur noch etwa 70 % der Leistung. Bei einem 72 Zellen Modul wäre die MPP-Spannung wohl um die 27 V gelegen. In einem solchen Fall hätte der MPP-Regler deutlich weniger oder sogar gar keinen Ertrag gebracht, im Gegensatz zum PWM-Regler.


    Aber wenn man insbesondere bei weniger Einstrahlung die Energie braucht, dann geht an einem MPP-Regler eigentlich kein Weg vorbei. Und es ist wichtig, dass je nach Betriebsbedingungen die MPP-Spannung 30-50 % höher ist als die höchste Batterieladespannung.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III


  • Hallo, da gebe ich dir Recht, nur kann man das nicht so allgemein sagen, es kommt da immer auf den letztlich verwendeten Regler darauf an in welchem Spannungs/Leistungsbereich er seinen optimalen Arbeitspunkt hat bzw. auch auf die verwendeten Paneelen. Die Ausnutzung der letzten % Wirkungsgrad muss man sich immer im Detail genau anschauen und ist so wie du sagst sehr abhängig von etlichen Parametern.
    Grüße Toni.