Ist eine Anlage sinnvoll?

  • Hallo Forummitglieder,


    ich melde mich als Neumitglied, das auch endlich seinem grünen Gewissen gerecht werden will und kurzfristig eine Anlage installieren möchte.


    Das Haus steht in 45739. Es ist kein geplanter Neubau, sondern ein Haus aus 2008.


    Aufgrund eines dritten Giebels (Zwerchhaus mit Zwerchdach) verringert sich meine Dachfläche nach Süden erheblich und wird durch diesen z.T. auch verschattet. Ein Foto der maximalen Verschattung bei weit im Westen stehender Sonne ist beigefügt. Für die „übliche“ Verschattung habe ich vorletztes Wochenende vormittags mal 2 weitere Fotos gemacht.


    Die Abweichung der Dachfläche von der Südausrichtung beträgt 7° nach Osten, also 173° auf der Kompassrose.


    Die Neigung des Daches beträgt 45°. Das Dach ist eingedeckt mit Betondachsteinen in der Form Doppel-S.


    Die Höhe der Dachunterkante (Traufunterkante) beträgt 3,5 m. Eine Verschattung durch Bäume oder Häuser aus Richtung Süden ist nicht gegeben.


    Die Dachbreite beträgt 9,45 m + (2 x 0,50 m seitl. Überstand) = 10,45 m.


    Vom Dachfirst bis zum First des dritten Giebels sind es ca. 1,4 m in der schrägen Ausrichtung, so dass sich oberhalb des Giebels eine Fläche von 14,63 m2 ergibt.


    Hierzu bereits eine Frage: Ist eine „Hochkant-Anbringung“ der Module über den Dachfirst hinaus möglich, um die PV-Fläche oberhalb der Gaube zu vergrößern? Wenn ja, hat diese Lösung Einwirkungen auf das Dach, so dass hier ggf. noch bauliche Änderungen erforderlich werden? Dürfen die Dachüberstände giebel- und traufenseitig mit den Modulen belastet werden?


    Seitlich neben der Gaube/Zwerchhaus hat das Dach eine Breite von jeweils 2,80 m einschl. Überstand. Die Dachhöhe (Dachfirst bis Dach-/Traufunterkante) ergibt sich in der schrägen Ausrichtung zu ca. 6,8 m (vertikal = 4,8 m), wobei mir nicht klar ist, ob diese seitlichen Flächen aufgrund der Verschattung auch für PV genutzt werden können.


    Da ich nicht weiß, wie sich die Module am günstigsten anordnen ließen, füge ich eine Ansicht der Südseite bei.


    Der Stromverbrauch der letzten Jahre liegt zwischen 2.566,4 kWh und 3.180,1 kWh und im Mittel bei 2.798,7 kWh.


    Lohnt sich eine Anlage in dieser „Größe“ überhaupt oder dient sie nur zur Beruhigung meines Gewissens (was auch schon nicht schlecht wäre)?


    Wie könnte eine Anlage für meine Dachfläche aussehen (nur oberhalb des dritten Giebels oder auch an den Seitenflächen?)?
    Sollte ich einen Stromspeicher jetzt schon einkalkulieren oder zunächst auf eine Einspeisevergütung setzen bzw. möglichst tagsüber selber nutzen?


    Lohnt es sich, die nach Norden versetzte Garage (auf dem Foto noch als Carport zu erkennen) ebenfalls mit PV auszurüsten (6,5 m x 3,0 m Abmessung) oder stört die Verschattung des Nachbarhauses, welches ungefähr auf gleicher Linie wie mein Haus, mit 3 m Abstand von der Grundstücksgrenze jedoch 2 m höher steht (Luftbild)?


    Vielen Dank vorab für eure Meinungen und Hilfen
    IZ

  • Hallo,


    der Schatten macht es sicher nicht leicht, aber wenn man es hinbekommt, dass mindestens 7-8 Module unverschattet sind, dann kann ein guter WR mit Schattenmanagement (SMA oder Fronius) das schon ausregeln. Sieht bei mir ähnlich aus, nur ein wenig größer. Siehst du hier:
    http://www.photovoltaikforum.c…-10m2-wasser-t107915.html


    Über den Dachfirst würde ich nicht hinausgehen (sieht blöd aus und bietet dem Wind eine enorme Angriffsfläche), muss aber bei Quermontage der Module nicht sein, da man dann oben eine durchgehende Reihe hinbekommen sollte.
    Eventuell darunter dann links und rechts eine Reihe hochkant oder auch nochmal quer.


    Probier doch zum Simulieren mal das hier aus:


    https://conergizer.conergy.com/de/default.aspx


    Dort bekommt du auch einen Ertrag / Jahr angegeben (bei mir waren es 920 kWh/kWp). Ändert man die Belegung oder den Schattenverlauf, wird auch die Prognose angeglichen. Mal sehen, wie gut es am Ende des Jahres bei mir passt.


    Als Module sucht du einfach welche aus mit rund 1660 x 990, das ist mittlerweile bei 60-Zellern Standard (ein paar Millimeter hin oder her). Im Programm sind welche mit 280 Wp hinterlegt.
    Sollte dann die Leistung nicht ausreichend sein, könnte man bei der Modulleistung noch höher gehen, wird dann aber auch überproportional teuer.
    Kostet das Ganze mit den 280er zu viel, dann könnte man auf Standard 260er zurückgehen.
    Module mit über 20% Schattenangabe sind grenzwertig.


    Servus
    Manfred

  • Mal schnell überschlagen:


    Oben 6 Stück quer, darunter auf jeder Seite 2 Stück hochkant sind ingesamt 10 Module a 280Wp = 2,8 kWp, mit 330ern wären es dann halt 3,3 kWp.
    Diese würden dann nur wenig und selten in den Schattenbereich reichen, 8 Stück sind immer unverschattet.


    Was für ein WR nimmt man da dann?


    Ach ja, Garage kannst du meiner Meinung nach vergessen, dass rentiert da zwischen den Häusern nicht. Das Dach wird nur mittags einige wenge Stunden im der Sonne sein, im Winter vielleicht 2 Stunden, im Sommer 3.
    Kannst du aber auch mal simulieren, was an Ertrag rauskommt.


    Servus
    Manfred

  • Oder je Seite 3 x 2 hochkant von dem SW 325 XLMO (Abmaße 1.985 * 1.001 mm).
    Ergibt einen String mit 12 Modulen - 3.9 kWp.
    Etwas asymetrisch zum Dachrand hin installieren, dann minimiert man den Schatten auf den Modulen.
    Da es 72 Zeller sind, ist die MPP Spannung recht hoch.
    Quermontage geht auch, jede Seite 6 Module + 2 noch oben mittig, dann sind es 14 Module mit 4.5 kWp.
    Optik vs max PV :D

  • Für dieses Dach würde ich nur Solaredge empfehlen. Hast Du keine Probleme und kannst immer erweitern. Preislich auch nicht teurer als SMA und wie sie alle heißen.

    1.) 9,9 kwp, se10k mit optimierer, 8x benq sunforte 330w, 18x solarworld black 270w, 8x LG 300w,
    1a.) 3kw Dowell Ipower mit 7x 8p14s Li-Ion Eigenbau
    2.) 6,48 kwp STP 6000 TL-20, 24x yingli panda mono 270w

  • Hallo,


    vielen Dank für die ersten Hinweise.
    Ich habe am Wochenende mal die Verschattung simuliert.


    Welcher Abstand ist von den Dachrändern zu halten und spielt der Dachüberhang in diesem Zusammenhang eine Rolle?


    Zur Verschattung:
    (Wieso bei der oberen Modulreihe plötzlich bei Variante 3 11,2 % und bei Variante 5 8,9 % Verschattung ohne Änderung der Berechnungsparameter und lediglich einer Modulanpassung im unteren Dachbereich auftreten, wissen wohl bloß die Programmierer. Ich konnte es dem System nicht abgewöhnen.


    Welche Verschattung kann den Modulen / dem WR (ggf. Solaredge) zugemutet werden? Sind die bereits erwähnten 20% realistisch? In dem Fall könnte ich das Dach ja auch mit 21 Modulen (Variante 5) belegen?

  • nimm die maximal variante mit solarege. ist egal ob ein oder mehrere module im schatten sind. kannst dir alle rechnereien sparen. mit solaredge ist so als wenn alle module parallel geschaltet sind. absolut perfekt. habe meine anlage gerade auch wieder erweitert. einfach irgendwo wo platz ist ein modul aufs dach geschraubt und in den bestehenden string eingeklemmt. läuft. habe sogar module auf nordostseite hängen, wegen eigenverbrauch. habe jetzt schon früh am morgen genug power.

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    2.) 6,48 kwp STP 6000 TL-20, 24x yingli panda mono 270w

  • Hallo,


    anbei mal die Simulationen, die ich angestellt habe vor dem Bau und dann fast so ausgeführt wurden (ohne das Modul links mit den 19% Schatten); je String 14 Module an einem Fronius Symo.
    Bisher regelt der WR das einwandfrei aus, obwohl ich morgends und abends je String knapp die Hälfte der Module im Schatten habe, da meine "Gaube" deutlich höher und ausladender ist.


    Ich würde sagen, das ein Symo die Variante 4 leicht ausregeln kann, wenn man alle Module in einen String legt, um so leichter. Das Quermodul weglassen (wegen der Optik) und schön symmetrisch mit 285er-Modulen an einen Symo 5.0 legen mit 70-weich (oder einen entsprechenden SMA).
    Sollte auch ohne Solar-Edge-Optimierer einwandfrei Leistung liefern. Optimierer kann man sicher machen, aber ob sich die 60 EUR je Modul jemals rechnen? 20 x 60 EUR = 1200 EUR = 10000 kWh, also auf 20 Jahre gerechnet 500 kWh. Die Anlage muss also pro Jahr 10% mehr Ertrag bringen, um die Kosten erst mal reinzufahren. Ich glaub das nicht.


    Servus
    Manfred

  • Zitat von passra

    Ich glaub das nicht.


    Ich auch nicht, denn auch SE macht aus Schatten keine Sonne. Der finanzielle Mehraufwand ist m.E. nur gerechtfertigt wenn komplizierte Verschattungssituationen vorliegen oder mehr als 2 Ausrichtungen.
    Beides ist hier nicht der Fall, mit dem Schatten der Gaube/Zwerchgiebel kommt ein Stringwechselrichter mit gutem Schattenmanagement (SMA, Fronius Symo) genausogut klar.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59


  • Du musst schon den Gesamtpreis rechnen. Wenn Du einen teureren SMA WR verwendest, kommst Du unterm Strich nicht günstiger, hast aber mehr Schattenprobleme. Einfach SE nehmen und alles ist schön. Wenn Du aber den höchstmöglichen Ertrag/Rendite wünscht und einen ordentlichen Netzanschluss hast, dann besser keine PV-Anlage sondern nur 2 oder 3 gute Module irgendwo in die Sonne gestellt und mit Microinverter versehen und rein in die Steckdose, dann hast Du dicke Rendite, ist natürlich nicht erlaubt, aber kommt sowieso keiner Gucken und wenn ja, was soll schon sein.

    1.) 9,9 kwp, se10k mit optimierer, 8x benq sunforte 330w, 18x solarworld black 270w, 8x LG 300w,
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