Insel-Anlage mit "Netzstrom-Support"

  • Hallo,


    ich habe mal eine Frage zu einem vermutlich etwas exotischeren Ansatz einer Inselanlage bei verfügbarem Netzstrom:


    Ich suche nach einer Möglichkeit einer "stufenlosen" Vorangschaltung für Solarstrom zu realisieren.
    Es soll kontinuierlich nur jene Leistung aus dem Netz bezogen werden, die mit der aktuell verfügbaren Solarleistung addiert, die Last eines Verbrauchers deckt.
    Zusätzlich schwebt mir ggf. noch eine Akkupufferung vor, um eventuelle Überschüsse nachts zu nutzen (das müsste aber nur ein positiver Nebeneffekt sein).


    Wäre es z.b. denkbar, bei einem 24V-System einen Solarregler (mit Solareingang, Akku-Ein/Ausgang, Verbraucherausgang) zu verwenden und ein Schaltnetzteil (das den Verbraucher allein stemmen kann) mit Diode direkt (ggf. zusammen mit einem 24V-Akku, wie z.B. einer LKW-Batterie) am Akku-Eingang anzuschließen, sodass dieses erst belastet wird, sobald die Ladespannung (bzw. die Akkuspannung) auf <=24V zusammenbricht?


    Gruß,
    Björn

  • Hallo,


    was hast Du denn für Verbraucher? Und wann und wie lange werden die denn genutzt?


    Ich frage deshalb, weil im normalen Haushalt meistens nur Verbraucher mit kleiner Last ständig laufen. Wenn Du, was man bei jemanden, der an eine PV-Anlage denkt, voraussetzen sollte, Dein Licht aus LEDs oder wenigstens Energiesparlampen beziehst, dann sind Kühlschrank und Gefriertruhe schon die ständig laufenden Verbraucher mit der höchsten Leistung. Und die laufen auch nicht ständig.


    Unter dieser Überlegung ist Deine Idee, den PV-Strom direkt zu verbrauchen, eigentlich schon gestorben. Wenn Du da mehr als vielleicht 300 Wp installierst, dann schmeißt Du schon viel PV-Leistung ungenutzt weg.


    Die großen Verbraucher sind Herd, Backofen, Waschmaschine, Trockner usw.. Aber die laufen ja nicht den ganzen Tag durch, sondern ziehen hohe Leistung für nur einen kleinen Bruchteil der ganzen Zeit. Hohe Leistung ziehen auch Kaffeemaschine und Mikrowelle, aber da sind wir ja schon nur im Minutenbereich. Was soll da eine PV-Anlage mit direkter Nutzung helfen?


    IMO solltest Du das, was Du als Nebengedanken formuliert hast, zum Schwerpunkt Deiner Planung machen: eine Anlage mit Batteriespeicher.

  • Willkommen im Forum, Björn


    Zitat von bjoern79de

    ich habe mal eine Frage zu einem vermutlich etwas exotischeren Ansatz einer Inselanlage bei verfügbarem Netzstrom:


    Ich suche nach einer Möglichkeit einer "stufenlosen" Vorangschaltung für Solarstrom zu realisieren.
    Es soll kontinuierlich nur jene Leistung aus dem Netz bezogen werden, die mit der aktuell verfügbaren Solarleistung addiert, die Last eines Verbrauchers deckt.


    Das ist erst mal ueberhaupt nicht exotisch: jede Einspeiseanlage mit Eigenverbrauch funktioniert nach genau diesem Prinzip.


    Zitat

    Zusätzlich schwebt mir ggf. noch eine Akkupufferung vor, um eventuelle Überschüsse nachts zu nutzen (das müsste aber nur ein positiver Nebeneffekt sein).


    Um einen Akku zu intergrieren um auch nachts den eigenem Strom zu verwenden waere es am einfachsten einen Hybrid-WR einzusetzen. Der kann dann zusaetzlich den nicht direkt verbrauchten Strom in den Akku schieben und umgekehrt nutzt er den Akku wenn die Last groesser ist als die Erzeugung.


    Beispiele sind z.b. der Infini, der Symo Hybrid von Fronius oder demnaechst auch die Solaredge WR...

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    Ioniq electric seit 5/2017, Prius aus 2005 wurde Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


    Hier gehts zur Analyse meiner Anlage auf Einzelmodulbasis

  • Hallo, willkommen im PV-Forum :D


    Zitat von bjoern79de

    ich habe mal eine Frage zu einem vermutlich etwas exotischeren Ansatz einer Inselanlage bei verfügbarem Netzstrom:

    Ich suche nach einer Möglichkeit einer "stufenlosen" Vorangschaltung für Solarstrom zu realisieren.
    Es soll kontinuierlich nur jene Leistung aus dem Netz bezogen werden, die mit der aktuell verfügbaren Solarleistung addiert, die Last eines Verbrauchers deckt.


    Da bist du mit der Planung einer Insel falsch, sowas geht mit einer ganz normalen netzparallelen Anlage sozusagen "automatisch" :wink:
    Dabei wird der von der PV-Anlage erzeugte Strom zeitgleich und direkt verbraucht, Überschüsse (wenn also mehr erzeugt wird als zeitgleich verbraucht werden kann) werden ins Netz eingespeisst und z.Zt. noch mit 12,xx ct vergütet.
    Es geht also nichts verloren und die Einspeisevergütung, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gilt, gibt`s sicher über 20 Jahre. :idea:

    Zitat


    Zusätzlich schwebt mir ggf. noch eine Akkupufferung vor, um eventuelle Überschüsse nachts zu nutzen (das müsste aber nur ein positiver Nebeneffekt sein).


    Ein Akku (der Akku allein reicht nicht, da gehört, abhängig vom System, noch etwas Technik dazu) kostet Geld und z.Zt. leider noch zuviel davon.... :roll:
    Es tut sich zwar im Moment viel was die Systeme und vor allem die Preise angeht (Solarwatt MyReserve, Tesla) aber bis ein Speicher sich auch für Jederman rentiert wird`s leider noch ein paar Jahre dauern. Also erstmal weglassen und ggf. später nachrüsten, das sollte problemlos machbar sein.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Auf eine Netzeinspeisung wollte ich eigentlich verzichten, da es sich um ein Mietshaus handelt und es mir auch nur um Speisung eines einzigen Verbrauchers geht, auf die Leistung der Solarpanels auch abgestimmt sein soll (ein Meerwasseraquarium).

  • Hallo cha cha,


    meine Intention ist es, die laufenden Energiekosten eines großen Meerwasseraquariums zu reduzieren.
    Die Beleuchtung (auf LED- Basis) mit Tageslichtsimulation läuft in etwa parallel zum Tageslicht und hat ihren Peak mittags bei ca. 500W (Korallen benötigen sehr viel Licht). Dazu kommen noch diverse Strömungs/Förderpumpen, Lüfter (vor allem zur LED-Kühlung), Abschäumer, deren Leistung nachts ebenfalls abgesenkt wird (tagsüber ca. 150W, nachts ca. 50W). Die einzige Komponente die antizyklisch zum Tageslicht arbeitet, ist die Heizung.
    Da es sich um ein Mietshaus handelt und es sich tatsächlich um einen einzelnen Verbraucher handelt, den ich abdecken möchte, glaube ich dass eine Anlage mit Einspeisung keinen Sinn macht. Gleichzeitig ist es aber utopisch, das ganze autonom als reine Inselanlage zu betreiben. Das ganze soll schon primär per Netzstrom versorgt werden, aber eben bestmöglich durch Solarstrom ergänzt. Da ich die herkömmliche Stromversorgung der LED-Panels und die Steuerung selbst gebaut habe, bin ich auch recht flexibel und offen für Selbstbau-Lösungen um einen Solarregler und ggf. einen Wechselrichter (den kann ich mir evtl. sparen, da LEDs und Strömungspumpen ohnehin an 24V-Netzteilen hängen) herum, ich bin halt neu im Solarbereich und frage mich, wie ich das am sinnvollsten verschalte um zwei Stromquellen miteinander kombiniere, und eine (Solar) dabei bevorzuge.


  • Zitat von bjoern79de

    Auf eine Netzeinspeisung wollte ich eigentlich verzichten, da es sich um ein Mietshaus handelt und es mir auch nur um Speisung eines einzigen Verbrauchers geht, auf die Leistung der Solarpanels auch abgestimmt sein soll (ein Meerwasseraquarium).


    Ok, das Dach gehört dir also nicht. :?
    Da stellt sich mir erstmal die Frage wo du denn die Module installieren willst, wieviel Platz hast du dafür und was sagt der Vermieter dazu :?:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Das Aquarium an einen Victron oder Studer Xtender hängen und die PV direkt in eine Batterie speisen. Victron oder Studer machen genau das, Batterievorrang und wenn die Leistung zuwenig ist, Netz dazumischen. Es würde in diesem Fall der XTS reichen.

    24x Hareon 235, Kostal Piko 5.5, 24x Hareon 240, Fronius Symo 5.0, volkszaehler, open EVSE (Arduino), Open Energy Meter (Arduino)

  • Zitat

    (den kann ich mir evtl. sparen, da LEDs und Strömungspumpen ohnehin an 24V-Netzteilen hängen)


    Genau da würde ich ansetzen, die Module direkt (natürlich Netzteil udn Modul mit Rückstromdioden abgesichert) an die 24V-Sammelschiene. Frag mich aber nicht nach Details, also ob die Dioden alleine reichen.


    Der Einwand, daß beim gemieteten Haus das Dach nicht mit vermietet ist, würde ich aber ernst nehmen. Ein kleines Gestell im Garten, wird der Vermieter aber kaum ablehnen können, fragen sollte man ihn trotzdem.

  • Zitat von alterego

    Genau da würde ich ansetzen, die Module direkt (natürlich Netzteil udn Modul mit Rückstromdioden abgesichert) an die 24V-Sammelschiene. Frag mich aber nicht nach Details, also ob die Dioden alleine reichen.


    das funktioniert nur, wenn das Modul auch etwa 24V liefert. Ist die Spannung des Moduls höher , benötigst du einen step, down Wandler, welcher dann konstante 24V liefert.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!