hausautomation +kleine PV Anlage = Optimaler Eigenverbrauch?

  • Hallo zusammen,


    Ich bin höchst verunsichert über Sinn und Unsinn einer PV Anlage. Bis jetzt habe ich immer nur "Solateur-Propaganda" gehört, die alle Fälle sorgsam schönrechnet; klar, die Herren wollen auch Geld machen.


    Daher hier meine Situation, in der Hoffnung eine ungeschöhnte, ehrliche (und vielleicht vernichtende :oops: ) Meinung zu hören:


    Wir sind gerade in der Kernsanierung unseres Hauses. Dabei bauen wir neben der anderen Technik eine Warmwasser WP mit 400l Tank ein.
    Die Beladung des Tanks kann ich per Hausautomation (OpenHAB-->Schütz) zeitsteuern. Desweiteren habe ich die Möglichkeit die Spül- und die Waschmaschine zu einer gegebenen Uhrzeit einzuschalten. Ich kann also meine regelmäßigen "großen" Verbraucher in die Sonnenstunden legen.


    Das Haus hat eine große Dachfläche in Südrichtung (47929er Plz), ist allerdings von einer alten, gesunden Buche abgeschattet.
    Wir habe noch eine Garage (lange Seite parallel zur Südseite) die 2,8m x 5,5 m Flachdachfläche besitzt. Der PV Rechner sagt:


    Jährliche Stromproduktion 1545 kWh
    Nennleistung: 1,76 kWp
    Globalstrahlung: 1.061,4 kWh / qm


    Der WR wäre dann auch in der Garage und würde dann per Erdkabel in den Keller des Hauses einspeisen.


    Nun meine Frage:


    * Abgesehen vom "grünen Gefühl", macht eine solche Anlage Sinn um Geld/Strom zu sparen?
    * Gilt mein Vorurteil: "Einspeisung macht keinen echten Sinn mehr, Verbrauche so viel wie möglich selber"?
    * Kann man die Mechanik der Solaranlage auf einem Garagenflachdach selber montieren?
    * Hat jemand Erfahrung mit WR die möglichst transparent in OpenHAB abgebildet werden können?


    Schöne Grüße und vielen Dank,
    Christian

  • Süddach hat Schatten von der Buche aber das parallel dazu verlaufende und sicher tiefer liegende Garagendach nicht.
    Das verstehe ich nicht.
    Stell doch mal Bilder der Dächer und der Schattenspender ein.


    Wie hoch ist der Stromverbrauch im Jahr?
    1,7KWp ist klein, kann aber Sinn machen wenn man selbst baut. Problem ist der Netzanschluss ohne den es mMn nicht geht.
    Hoher EV bzw. Deckungsgrad sollte das Ziel sein.


    Auf die Garage würden 6 Module 60-zeller in quer auf Renusol Konsole passen. Das kann man schon selbst bauen wenn man nicht nur Daumen hat und mehr als nur eine Lampe anschließen kann.


    SMA SB 1.5 ... was der mit OpenHAB kann ... keine Ahnung.


    von tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Bin auch gerade dran unsere PV mit Openhab zu verheiraten. Eine PV Anlage kannst Du gut selber bauen, damit kannst Du viel Geld sparen. Schau mal auf unserer Homepage, da hat es Hinweise zum Eigenbau. Selbst unsere kleine 2kWp Anlage mit Ost-West Ausrichtung bringt zur Spitze 1.8kW, das reicht zwar nicht für die Heizung der Waschmaschine vollständig, aber ist immerhin schon etwas mehr wie die Hälfte. Auch mit dem Warmwasser wird ein Schütz nicht die optimale Lösung sein, weil die Heizleistung wohl um die 3kW ist, es gibt aber Steuerungen um nur soviel Strom zu verheizen, wie effektiv gerade produziert wird. Ich habe hier mit Openhab einen Regelkreis über die D0 Schnittstelle zum Ego Smart Heater entwickelt. Bin auch dran noch eine Batterie dran zu hängen, damit kann ich den Eigenverbrauch am Morgen und Abend abdecken. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man zwar das Verhalten umstellen kann, aber es trotzdem bequemer ist, wenn man am Morgen schon alle Geräte benutzen kann. Also wähle einen Wechselrichter, denn man später mal mit Batterien nachrüsten kann.


    Bei Schatten würde ich Dir Solaredge empfehlen, wenn Du den Wechselrichter etwas grösser dimensionierst, könntest Du sogar noch ein paar Module später nachrüsten. Die ein und dreiphasigen Wechselrichter benötigen mindestens 8 resp. 16 Module.
    Die Tesla Powerwall soll mal mit Solaredge funktionieren.
    Viele Wechselrichter sprechen Sunspec / Modbus RTU, die könnte man relativ einfach in Openhab integrieren. Auch einen Hauszähler könntest Du über die D0 Schnittstelle oder einen zusätzlichen Zähler über Modbus (schau mal bei B+G) erfassen mit Openhab. Für die Steuerung der Verbraucher ist der Hauszähler als Messpunkt interessant. Die Produktion der PV ist nur für die Statistik interessant, nicht für die Regelung.


    Finanziell sollte es schon Sinn machen, bei uns in der Schweiz ist die Vergütung aber nicht einheitlich geregelt. Da gibt es Anbieter, die halten sich nicht mal an die minimalen staatlichen Vorgaben und andere bieten eine gute Vergütung, welche sogar über die nächsten 10 Jahre garantiert ist. In der Regel amortisiert sich eine Anlage mit Selbstbau in 5-10 Jahren. Nehme an im grossen Kanton ist das ähnlich. Eine qualitativ hochwertige Anlage sollte schon Ihre 25 Jahre halten. So Pi x Daumen sagt man in der Zeit muss man den Wechselrichter mindestens einmal wechseln.
    Für den elektrischen Anschluss braucht es aber einen Elektriker, d.h. in Absprache mit dem Elektriker kannst Du sicher auch helfen die Module zu installieren. Besonders bei Solaredge ist nur eine Prüfspannung von 1V pro Modul auf dem String während der Installation.

  • Hallo Seppelpeter,


    das Grundstück hat 2500m^2, da ist ein bischen Platz zwischen Garage und Haus :D. ich habe versucht das mit Google Maps ein bischen zu verdeutlichen (siehe Anhang), ich hoffe das ganze ist trotz der Pixel einigermaßen klar.


    Um die Garage sind noch ein paar kleine Bäumchen, die dann ggf. der Kettensäge zum Opfer fallen. Das Bild ist nicht ganz aktuell, die Birke zwischen Garage und Buche war morsch und ist gefällt. Die Garagenfläche hat grob ab Sonnenaufgang bis nachmittags Sonne.


    Die renusol Konsolen sehen gut aus, Füllmaterial hätte ich in Form von alten Pflastersteinen auch ... allerdings habe ich beim schnellen Googlen kein Möglichkeit gesehen diese am Dach zu montieren?


    der Elektriker meines Vertrauens ist auch Firm im Solaranlagen verkabeln, wäre also kein Problem. Erdkabel liegen auch schon vom Haus in die Garage, bzw. können einfach nachgelegt werden.


    Grüße,
    Christian

  • Das Hausdach ist doch hauptsächlich Ost/West mit einem schattigen Südvordach oder? Welche DN hat Ost/West?


    Wenn Du buddeln willst könnte man Süd auf Garage mit O/W Haus an einem WR, der am besten im Haus hängt, kombinieren.


    von tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    Einmal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Zitat von CeeCee

    * Abgesehen vom "grünen Gefühl", macht eine solche Anlage Sinn um Geld/Strom zu sparen?


    Ja, vorausgesetzt du schaffst eine PV-Anlage an, bei der das Preis/Leistungsverhältniss stimmt. Den ersten Schritt dazu hast du bereits mit deiner Anmeldung hier im PV-Forum getan, hier bekommst du Hilfe in Form von Rat und Tat. Angebote die du einholst werden hier auf Herz und Nieren bewertet, sowohl Preislich als auch technisch.

    Zitat


    * Gilt mein Vorurteil: "Einspeisung macht keinen echten Sinn mehr, Verbrauche so viel wie möglich selber"?


    Jein 8)
    Natürlich macht es Sinn soviel wie möglich selbst zu verbrauchen, denn der selbsterzeugte PV-Strom ist bei vernünftiger Preisgestaltung des Anlagenanbieters billiger als der Bezugsstrom.
    Trotzdem macht auch Einspeisung noch Sinn, denn deinen selbsterzeugten Strom musst du zeitgleich zur Erzeugung verbrauchen. Wenn du mehr erzeugst als du gleichzeitig verbrauchen kannst sollte der Überschuss eingespeisst werden denn dafür gibt`s immer noch eine Einspeisevergütung die man nicht verschenken sollte.
    Natürlich gäbe es noch die Möglichkeit den Überschuss zu speichern, aber Speicher sind z.Zt. noch zu teuer um Gewinne durch Speicherung zu ermöglichen.
    Also besser (noch) kein Speicher :!:
    Wenn`s in einigen Jahren mal anders sein sollte kann man Speicher problemlos nachrüsten.


    Zitat

    * Kann man die Mechanik der Solaranlage auf einem Garagenflachdach selber montieren?


    Könnte man, sollte man sich aber überlegen. Der ausführende Installateur übernimmt die Gewährleistung für sein Werk. Wenn die UK selbst montiert wurde kann das bei Schäden dazu führen, daß der Solateur jegliche Gewährleistung ablehnt. Ausserdem verursacht die UK im allgemeinen die geringsten Kosten bezogen auf den gesammten Anlagenpreis, man spart also nur sehr wenig wenn überhaupt.
    Und schlussendlich werden sich nur sehr wenige Solateure auf einen solchen Deal einlassen, das größte Problem der "Eigenbauer" ist es, einen zugelassenen Fachbetrieb zu finden der das Machwerk abnimmt und dies dann auch schriftlich bestätigt. Ohne das OK eines zugelassenen Elektrofachbetriebes geht keine Anlage ans Netz.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Die Renusol Konsolen arbeiten nur mit Ballast.
    Die Garage muss das also tragen können. Um 60kg pro Modul.


    von tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo Swissembedded,


    Zitat von swissembedded

    Selbst unsere kleine 2kWp Anlage mit Ost-West Ausrichtung bringt zur Spitze 1.8kW, das reicht zwar nicht für die Heizung der Waschmaschine vollständig, aber ist immerhin schon etwas mehr wie die Hälfte.


    Klingt doch schonmal gut!



    Zitat von swissembedded

    Auch mit dem Warmwasser wird ein Schütz nicht die optimale Lösung sein, weil die Heizleistung wohl um die 3kW ist, es gibt aber Steuerungen um nur soviel Strom zu verheizen, wie effektiv gerade produziert wird.


    Die WW WP hat grob 400W elektrische Anschlussleistung und macht dann rund 1,8kW Heizleistung. Läuft dabei aber relativ lange, daher würde die kleine Anlage wahrscheinlich alleine durch die Pumpe schon angenehm ausgelastet sein.


    Zitat von swissembedded

    Ich habe hier mit Openhab einen Regelkreis über die D0 Schnittstelle zum Ego Smart Heater entwickelt. Bin auch dran noch eine Batterie dran zu hängen, damit kann ich den Eigenverbrauch am Morgen und Abend abdecken. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man zwar das Verhalten umstellen kann, aber es trotzdem bequemer ist, wenn man am Morgen schon alle Geräte benutzen kann. Also wähle einen Wechselrichter, denn man später mal mit Batterien nachrüsten kann.


    Prinzipiell haben wir in der neuen Verteilung vier FI Kreise gebaut. Jeder Kreis hat einen Energiezähler mit S0 Schnittstelle für alle drei Phasen spendiert bekommen. Diese werde ich einlesen und kann dann zumindest auf den aktuellen Stromverbrauch schliessen. Bei entsprechender Schnittstelle zum WR kann ich dann die Einspeiseleistung ablesen und die WP starten. Die nächste Stufe wäre dann den Wetterbericht zu berücksichtigen um die Sonnenstunden zu ermitteln --> Aber das scheint mir ein wenig zu viel Glaskugelschauen zu sein.
    Batteriesysteme sind mir momentan noch sehr suspekt was Lade-, Entladezyklen, Entsorgung und Haltbarkeit der Akkus angeht.


    Grüße,
    Christian

  • Zitat von CeeCee


    * Kann man die Mechanik der Solaranlage auf einem Garagenflachdach selber montieren?
    Christian


    Logisch "Mann" oder "Frau" kann wenn man "will" :)


    1. das Forum "durchströbern"
    2. "Plänchen" machen
    3. Elektriker suchen vorher alles besprechen "Preis" aushandeln (Bei mir Zählerkasten erneuern + WR anschließen)
    4. Materialliste zusammenstellen und "Einkaufen"
    5. Unterkonstruktion bauen + Module auflegen und verbinden, alles natürlich entsprechend den Vorgaben
    6. Dokumentation erstellen beim VNB einreichen
    7. WR aufhängen und durch Elektriker anschließen lassen
    8. Durch VNB Anlage überprüfen und Zähler setzen lassen :wink:


    vor allem Zeit nehmen und Spaß haben 8)


    Es hat zwar einige Monate in 2011 gedauert aber es war die schönste Zeit als PV Interessent/Betreiber


    Schade das ich keine 2500m2 Platz habe "Solaredge" und "Tracker" habe ich damals überlesen :(
    Bin aber trotzdem zufrieden mit meinem Eigenbau 8)
    Denn "meine" Anlage läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft ..................... :wink:

    Sonnige Grüße
    Eigenbauanlage 2011; 8,58 kWp ; -45°+ 3°DN; String: A=18 Module + B=15 Module
    STP 8000TL-10 (Upd.10.04.18); SMA WebboxBT+Sensorbox; FB7490, Devolo-Dlan
    2017: Video-ÜW; 2018: Reinigungsanlage
    2012-860, 2013-776, 2014-777 2015-844 2016-845, 2017-820, 2018-894, 2019-893