Problem mit dem Energieversorger [aka Netzbetreiber]

  • Hallo,


    Mal angenommen folgende Situation:


    Ein einzelner Bauernhof irgendwo im Schwarzwald. Der nächste Verteilpunkt liegt etwa 15km den Berg abwärts und es geht mitten durch den Schwarzwald. Zu dem Bauernhof führt eine kleine Stromleitung (Niederspannung) an unserern Hof. => Schwache Netzstrucktur des Energieversorgers. Der Energieversorger möchte keine teuren Neuverlegungen Vorort durchführen.


    Problem: wir möchten unseren Beitrag mit Erneuerbarer Energieeinspeisung leisten und den Strom am liebsten ins Netz bringen. Wenn wir unser Land zu verfügung stellen, dann haben wir etwa 2 MW(Peak) Leistung bei voller Sonneneinstrahlung. Die Stromleitung kann das aber nicht aufnehmen.


    Hat jemand eine Idee wie man das Bestmöglichst optimieren könnte, ohne teure Neuverlegung von Kabel.


    Meine Idee wäre: Leistung (P) = Spg. (U) * Strom (I) * Cos (Phi). Wäre es eventuell möglich auf diesem kurzen Stück die Spannung wesentlich zu erhöhen um mehr Leistung über das Kabel abzunehmen? Dafür benötigt man dann halt 2 neue Trafos.


    Eine weitere Möglichkeit wäre es eventuell den Strom zu speichern (Akku) und bei Dämmerung weiter ins Netz einzuspeisen. Dies ist aber sicherlich teuer und wartungsintensiv.


    Könntet ihr mir etwas helfen welche Möglichkeiten man noch untersuchen könnte.


    Beste Grüße


    Grimmlin

    Einmal editiert, zuletzt von eggis () aus folgendem Grund: Threadtitel ergänzt!

  • Hallo grimmlin,


    grundsätzlich hat der Netzbetreiber kein Wahlrecht, ob er eine Leitung verstärken "möchte" oder nicht - das EEG verpflichtet ihn zu Anschluss und Aufnahme der Leistung. Sofern der geografisch nächstgelegene Verknüpfungspunkt technisch nicht in der Lage ist, die Leistung aufzunehmen, dann ist die Frage welche Ausbauvariante günstiger ist: Baut der Netzbetreiber sein Netz aus, oder verlegst Du Leitung bis zum nächstmöglichen Einpsiesepunkt? Die günstigere Variante ist als der Verknüpfungspunkt anzusehen.


    Eine punktuelle Erhöhung der Spannung ist nicht möglich, da das Netz in einem großflächigeren Verbund steckt und Dir bei Spannungserhöhung Dein Fernseher um die Ohren fliegt. Vergiß nicht, dass am Netz zahlreiche andere Kunden hängen, die auch allesamt die Kosten für das Netz miteinander tragen. Dass der Hof über 15km Niederspannung versorgt wird ist auch unvorstellbar.


    Sinnvoll ist es, ein Einspeisebekunden beim Netzbetreiber zu stellen und das Ergebnis der Netzverträglichkeitsprüfung abzuwarten.


    Leistungen dieser Größenordnung zu speichern ist sicherlich um den Faktor 20 bis 30 teurer als einfach ein Stückchen Kabel zu verlegen.

  • Danke für deine Antwort.


    Eine alternative zum Kabel verlegen gibt es also nicht, oder?


    Vielleicht ein kleines Pumpspeicherkraftwerk oder ähnliches, könnte sich doch auf die Jahre vllt auch bezahlt machen oder?


    Ich Frag mal so: gibt es Ideen, die eventuell noch bezahlbar wären und eine alternative stellen könnten?


    Vielen Dank für deine Antwort.


    Beste Grüße


    Grimmlin

  • wie schon tg333 gschrieben hat musst du zunächst klären was für eine leitung ihr habt (niederspannung-15km?!) und die netzverträglichkeitsprfg. beantragen...dann kann man weiter überlegen.

  • Moin grimmlin und Willkommen im Forum!


    Bei mir im Ort gab es ein Ähnliches Problem. Auch hier handelte es sich um eine 2 MWp PV-Anlage, die allerdings schon von ca. 4 - 5 Jahren geplant wurde. Die Berechnung des Netzverknüpfungspunktes durch den Netzbetreiber (e.dis) ergab einen Anschluss in 5 km Entfernung zur Anlage. Da ein Ort dazwischen lag waren es also 8 km Kabel (als reine Einspeiseleitung) bis zum Netzverknüpfungspunkt. Die PV-Anlage wurde daraufhin verworfen.


    Ich will dir also keine zu großen Hoffnungen machen. Der Netzbetreiber ist nicht zu Ausbau des Netzes verpflichtet, wenn es für ihn wirtschaftlich nicht zumutbar ist.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


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  • Mal ganz von den Problemen aktueller Freiflächenanlagen abgesehen, warum soll es eine volleinspeiseanlage sein?? Hat der Bauernhof keine Dächer und keinen Stromverbrauch? Mal das Wort "Eigenverbrauch" gehört?

    Luschenpraktikant L:5--D:1--T:1

  • Zitat von berti1

    Mal ganz von den Problemen aktueller Freiflächenanlagen abgesehen, warum soll es eine volleinspeiseanlage sein?? Hat der Bauernhof keine Dächer und keinen Stromverbrauch? Mal das Wort "Eigenverbrauch" gehört?


    ja, das macht natürlich ganz besonders viel Sinn bei der angedachten Anlagengröße von 2 MWp. Ein super Rat vom "Berater".
    :roll:
    Die Überlegungen des TS zum Anschluß sind nicht zielführend. Im EEG ist festgelegt, wie der Netzverknüpfungspunkt zu ermitteln ist. Die entsprechende Spannungsebene wird bei 2 MW wahrscheinlich nicht Niederspannung sein ...
    Kosten für den Anschluß bis zum Netzverknüpfungspunkt trägt der Anlagenbetreiber. :arrow: --> Idee vom Tisch :|


    Mindestens 10 Jahre zu spät dran

  • Und genau deswegen .... Meine Frage..... Klasse jodl, Hauptsache du kannst mal wieder jemanden blöd von der Seite anmachen.

    Luschenpraktikant L:5--D:1--T:1