Meine erste Anlage

  • Nachdem ich einige Monate hier im Forum mitgelesen habe, hat sich mein Plan zur Errichtung einer Anlage inzwischen konkretisiert. Da ich noch ein PV-Neuling ohne wirkliche Erfahrung bin, würde es mir helfen, wenn jemand auf meine selbstgeplante :oops: Anlage schauen würde.


    Kurz zur Situation: Meine Familie wohnt im 3-Familienhaus meines Vaters zur Miete. Unsere beiden Parteien haben einen kombinierten Stromverbrauch von 8200 kWh.


    Durch eine Aussenpoolanlage ist gerade in den Sommermonaten unser minimaler Energieverbrauch ca. 2kW.


    Leider sieht mein Vater das Thema Photovoltaik eher kritisch. Dennoch habe ich ihn überzeugen können, mit mir zusammen nun eine Anlage zu projektieren. Bedingung seinerseits ist, dass die erste Ausbaustufe der Anlage aus nur 12 Modulen besteht wird.


    Die Installation wird von einem ortsansässigen Dachdecker durchgeführt werden und von einem Elektroinstallateur, der auch die Beantragung beim Netzbetreiber übernimmt, begleitet.


    Als Betreiber der Anlage werde ich dann den Strom über einen Unterzähler mit meinem Vater abrechnen. Die nötigen Information habe ich mir inzwischen hier im Forum angelesen und auch das Excel-Programm PV-Steuer habe ich mir zugelegt, ich denke hier gibt es keine größeren Probleme.


    Zur Technik.


    Da ich Programmierer bin, war das erste, mit dem ich mich beschäftigt habe, die Steuerungsseite. Hier hat mir das System von SMA sehr zugesagt (SHM, Energymeter, Wechselrichter und evtl. später eine Batterieanlage). Da der Zähler in Kürze ausgetauscht wird, habe ich schon einen Energymeter angeschafft.


    Auch beim Wechselrichter würde ich daher gerne bei SMA bleiben und später evtl. auch einen SHM dazu anschaffen, auch wenn sich dieser wirtschaftlich nicht auszahlen wird. Aber für einen Nerd wie mich ist das schon was feines.


    Als Modul habe ich mir das ALEO S19L290 mit 290kWp ausgesucht, hier bin ich von meiner ersten Planung mit Yingli Pandas abgerückt. Obwohl die Module ca. 30Euro /Stück teurer kommen, will ich hier gerne ein deutsches Unternehmen unterstützen.


    Erste Ausbaustufe:


    12 x S19L290 auf 32° Satteldach -45° Azimut, also 3480 kWp,
    ausgelegt als 1 String zu 12 x 39,3V = 471V
    Diese Dachseite hat keine Verschattungsprobleme.
    (Standort 51491 Overath)


    Zweite Ausbaustufe: (soll erst im nächsten Jahr folgen)


    Erweiterung auf 29 Module auf derselben Dachseite, also insgesamt 8410 kWp.
    Das würde ich dann mit einem String mit 15 Modulen ( 589,5V ) und einem String mit 14 Modulen ( 550V ) an einem MPP-Tracker betreiben.


    Auf der anderen Dachseite (+135° Azimut) hätte ich nochmals die Möglichkeit, 15 Module draufzupacken, also nochmals 4350 kWp, das wären dann insgesamt 12760 kWp.
    Hier gibt es minimale Verschattungsprobleme, mit denen der Wechselrichter aber zurechtkommen sollte.


    Da ich 'gerne' auf die Zahlung der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch verzichten würde, plane ich aktuell beim Wechselrichter den SMA Tripower 10000 TL-20.


    Hier würde ich dann auch den SHM nachrüsten, um die größten Verbraucher dynamisch regeln zu können (und um einen Überblick über die genauen Verbräuche zu bekommen). Die 70% (weich) Regelung liesse sich damit ja auch realisieren, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das bei der Dachausrichtung überhaupt noch etwas bringt. Andererseits würde bei 70% hart nur eine Leistung von 8932W anfallen, somit könnte ich auch den 9000TL-20 planen.


    Da ich irgendwann eine Batterie plane und dann auf 60% fallen würde,
    wäre zumindest hier der SHM doch eine Hilfe.


    Ist diese Planung so OK oder hat sie grobe Lücken?


    =================


    Noch eine andere Sache beschäftigt mich:


    Wenn ich nun auf die Garage nochmals 3kWp als Inselanlage mit Batteriespeicher fürs Auto installiere, müsste ich dann EEG-Umlage auf meinen gesamten Eigenverbrauch zahlen, oder zählt die zusätzliche Inselanlage her nicht?


    viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank, viel Glück für dein Vorhaben!
    Gratistipp: Schau dir mal den 3 kW Infini-Hybrid-WR an. Den könntest du in deiner ersten Ausbaustufe verwenden
    und später als Insel konfiguriert in die Garage uminstallieren.
    Als Programmierer könntest du dich damit noch etwas beschäftigen.
    Ferner hast du noch etwas Mühe mit den elektrischen Einheiten wie kWha, Wp etc... :wink:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • einstein0


    Oh verflixt. Da habe ich alles dreifach quergelesen und dann schreibe ich noch so einen Mumpitz. :shock:
    Aber im Ernst - ich hab's mal studiert - ist leider nur schon 20 Jahre her. Wenn das meine inzwischen verstorbenen Profs sehen würden :mrgreen:


    Ich gelobe Besserung. Wenn's nicht besser wird, bitte mir um die Ohren hauen.
    Dann stelle ich mich wie Bart Simson an die Tafel und schreibe 100x "Verbrauch ist nicht Leistung" o.ä. ;-)


    :danke:Danke für den Tip. Leider wird sich der Infini-Hybrid-WR wohl nicht im Sunnyportal darstellen lassen?
    Mir geht es ja auch drum, meinen Vater zu überzeugen. Hier gibt es halt auch recht schicke Auswertungsmöglichkeiten.
    Und da ich den Energymeter von SMA eh schon habe, können wir auch den Eigenverbrauch anschaulich darstellen.


    Das der Tripower 10000 bei der ersten Stufe nicht optimal ist, würde ich in Kauf nehmen - ist ja nur für ein Jahr. Die Inselanlage hingegen muss noch mindestens 5 Jahre warten.


    Auch bin ich noch unentschieden, welches Batteriesystem es denn sein wird, hier wäre eine Anschaffung des InfiniSolar definitiv noch zu früh.


    Mir geht es hauptsächlich um die Punkte


    * Macht ein Tripower 10000 Sinn oder sollte es ein 9000 sein? Mit leistungsstärkeren Modulen könnte ich hier ja durchaus die 9000W überschreiten.


    * Auch wenn ich Module mit >12kWp installiert habe, so wirkt sich das doch nicht auf die EEG 10kW Grenze aus (die wird doch von der Wirkleistungsdimensionierung des WR bestimmt, oder?)


    * Wirkt sich ein Inselsystem auf eine bestehende Anlage hinsichtlich der Anlagendimensionierung EEG aus?


    * Habe ich einen groben Denkfehler in meinem Plan? Oder gibt es Punkte, auf die ich besonders achten muß?

  • Zugegeben, seit meiner ersten Anlage hat sich einiges geändert. Doch ausser besseren Komponenten würde ich diese
    noch genauso auslegen. Ich bin nach wie vor dabei, Solarstrom so effizient und wirtschaftlich wie möglich zu erzeugen.
    Und dazu gehören halt Wetterprognosenportale, Datenlogger und Batteriemanager nicht... :wink:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Du solltest dich mit dem Thema EEG Umlage nochmals auseinandersetzen. Nicht die Wechselrichterleistung sondern die Modelleistung ist entscheidend. Zudem noch die 70% Regel hier im Forum nochmal in die Suche reinhacken.

    Luschenpraktikant L:5--D:1--T:1

  • Hallo,


    ich bin kein Fachmann, aber soviel weiss ich schon, warum willst Du alles schrittweise machen.


    Ich habe meine Garage nicht gleich belegt und hätte jetzt wegen der 3 kWp erhebliche Kosten, die damals nicht in dieser Höhe angefallen wären.
    Knall das Dach voll aber gehe als einzelner Besitzer nicht über 10 kWp. Kombiniere wegen der dann nicht greifenden 70 % Regelung die beiden Dachseiten.


    Ich hoffe dazu bekommst Du von anderen Forumslesern noch weitere Ideen und detailliertere Vorschläge.


    Gruß


    Otti

  • Zitat von Otti.S

    Kombiniere wegen der dann nicht greifenden 70 % Regelung die beiden Dachseiten.


    Die 70%-Regelung greift (fast) immer.
    Du meintest vermutlich, dass sich die 70%-Regelung bei Ost-/Westbelegung nicht auswirkt. :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von fprumbau

    Bedingung seinerseits ist, dass die erste Ausbaustufe der Anlage aus nur 12 Modulen besteht wird.


    Das ist die lustigste Bedingung, die ich je in diesem Forum gelesen habe. :lol::lol:


    Gibt es dafür auch eine sachliche Erklärung, wie z.B. "12 ist seine Lieblingszahl" oder "wir haben uns nach zähen Verhandlungen auf 12 Module geeinigt"?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • ähmm,
    die Module haben 31V MPP Spannung und nicht 39V (=Leerlaufspannung)
    Um in einen guten Wirkungsgrad mit dem SMA zu kommen (~600V) musst du die MPP Spannung heranziehen ;-)
    3 verschiedene Spannungen an 2 MPPs kommen nicht gut, zumal SMA gleiche Strings nebst Spannungen und Ströme je Eingang vorschreibt.


    Ansonsten ist das ganze eine sehr unterirdische, nicht nachvollziehbare Anlagenplanung mit wenig Spassfaktor, aber jeder wie er will :-)


    Aber die 12 Module solltest du vielleicht mal erklären :mrgreen:

    Gruß PV-Express


    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Hört sich interessant an... ich lese gerade auch viel hier um Fit in dem Thema zu werden! Ich habe mir schon einige Notizen gemacht was ich beachten sollte...:-) Danke für den Bericht...

    Ja, ne is klar....