PVA für Personengesellschaft - Frage zu Versteuerung und Pri

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich mich nun seit geraumer Zeit mit der Anschaffung einer kleinen 3,6 kWp PVA für meinen Betrieb beschäftige und vom Anlagenlieferanten, aus Internetrecherchen und von Steuerberatern x verschiedene Aussagen zur gewerblichen Nutzung der Anlage erhalte, wende ich mich nun vertrauensvoll an dieses Forum.


    Zum Sachstand, ich bin Gesellschafter einer oHG also einer Personengesellschaft. Ich wohne und arbeite im gleichen Haus, d.h. in der unteren Etage arbeite, in der oberen wohne ich. Aufs Dach soll eine PVA, die ich über die oHG anschaffen und abschreiben möchte. Den erzeugten Strom möchte ich komplett selbst verbrauchen, teils geschäftlich, teils privat, und nicht einspeisen - bei der Anlagengröße, der Menge erzeugten Stroms und meines Verbrauchs bleibt vermutlich ohnehin nicht viel zum Einspeisen übrig.


    Regulär muss ja der selbstverbrauchte Strom entsprechend versteuert werden - zumindest weisen alle Fallbeispiele des Internets sowie die Aussage des einen Steuerberaters darauf hin. Mein Anlagenlieferant meint jedoch, es gebe für Personengesellschaften andere Maßgaben, genaueres wisse er aber nicht. Mein Steuerberater kennt sich mit PVA ebenfalls nicht aus, sodass ich mich gerade in einem Bereich des Halbwissens befinde und mir nicht sicher bin, ob sich die PVA für mein Unternehmen überhaupt rechnet. Denn wenn ich den gesamten erzeugten Strom versteuern muss, scheint mir die Anschaffung der Anlage nicht mehr all zu rentabel.


    Vielleicht kann mich hier ja jemand erleuchten, dafür vorab schon vielen Dank :)

  • Dir kann keiner eine vernünftige Antwort geben, weil der Sachverhalt "wischi-waschi-wuschi" ist.


    Was wir haben ist ein Haus. o.k. verstanden.
    Wem gehört das Haus? Gesamthandsvermögen der OHG; und die OHG erbringt an ihren Gesellschafter eine Leistung in Form der entgeltichen oder unentgeltlichen (Gewinnvorweg) Überlassung von Gebäudeteilen?
    Oder gehört es Dir? (Sonderbetriebsvermögen?) Und Du vermietest es an die OHG?
    Oder noch ganz anders? (Gebäude gehört Dir und Deiner Frau... und ihr vermietet es an die OHG?


    (Nicht das das am Ende garantiert einen Unterschied macht; aber wenn man den Sachverhalt systematisch durchleuchten will, braucht man diese Informationen).


    Die anschließende Frage ist: Wohin mit der PV?
    - ins Betriebsvermögen eines Dritten (Deine Frau; eine Ehegatten GbR)
    - ins Gesamthandsvermögen der OHG
    - in Dein Sonderbetriebsvermögen?


    Die Kunst ist es, hier mal den ersten Nagel in die Wand zu bekommen. Das ist wie "Pudding an die Wand nageln".
    Ich fürchte und hoffe, der erste der hier einen Schuss abgeben sollte, ist der Fachmann fürs EEG.
    Denn mit geschickter Gestaltung sollte sich hier die EEG-Umlage als späterer Kostenfaktor vermeiden lassen.
    "EEG leads" wäre jetzt erstmal meine erste Aussage.


    Alles andere sieht man dann. Das lässt sich dann systematisch (und sehr einfach) ableiten.


    Ein Berater sollte das im Beratungsgespräch "face to face" auch locker aus dem Ärmel schütteln.
    Das braucht dann halt 2-3 Stunden - und die müssen auch bezahlt werden.
    Hier im Forum kannst Du es nur so drehen, dass Du von den unzähligen Alternativen erstmal den bullshit aussortierst, und Dich auf wenige Varianten fokussierst. Ansonsten läuft das sofort aus dem Ruder - weil alle über was anderes reden; aber keiner mehr wirklich definiert, worüber er eigentlich redet. Da bist Du schnell von Kuchen backen mit Enie van de Maiklokjes bei den Arschbacken von Kim Kardashian.


    Die einfachste aller Varianten wäre vermutlich die Einbringung ins Gesamthandsvermögen.
    Die Anlage wird über die AfA Betriebsausgaben.
    Eine unentgeltiche Wertabgabe liegt nicht vor.
    EEG-Umlage wegen Abgabe an Dritte kann auch nicht anfallen.
    Ich fürchte nur... da ist nicht klar, wer das am wenigsten will: Du oder Deine Mitgesellschafter....


    Schon bei der Einbringung ins SBV bin ich mir nur sicher, dass es sich um eine Leistung des Gesellschafters an die Gesellschaft handelt.
    Unentgeltliche Wertabgabe scheidet aus. Da die OHG vermutlich zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.. juckt das keinen Menschen.
    Der Verkaufspreis wird zur Stellschraube. Die Gesellschafter werden sagen "Verkauf uns zur Einspeisevergütung - mehr bekommst Du woanders auch nicht"; Du wirst sagen "Die Gesellschaft zahlt mir das, was sie auch ans EVU zahlt - billiger bekommt sie es ja sonst auch nicht" Und irgendwo dazwischen wird man sich treffen.


    Wenn Du Steuergeschenke erwartest, und nur Steuergeschenke Dir die Rentabilität der Anlage sichern - so muss ich Dich enttäuschen. Es gibt keine Steuergeschenke.


    Wenn Du glaubst, die tatsächlich vorhandene Rentabilität wird durch ZUSÄTZLICHE Steuerbelastungen nachhaltig gemindert - so irrst Du ebenfalls.


    Nimm das obige "einfachste" Beispiel:
    Ausgang: 100.000. Euro Gewinn. bei 45% Steuerlast bleiben 55.000 netto übrig; 45' gehen ans FA und die Gemeinde.
    Der steuerliche Gewinn wurde um 20.000 Euro Stromkosten gemindert.
    Var. I: Du verhandelst mit Deinem EVU einen 50% Nachlass.
    Folge: Dein Gewinn steigt auf 110.000 Euro. Sag jetzt nicht ernsthaft, dass Dir nicht klar wäre, dass nun 49,5' statt 45 fürs FA fällig wären - und somit an dem Preisnachlass von 10 wiederum das FA mit 4,5 partizipiert.


    Var. II. Der EVU gibt Dir keinen Nachlass. Du montierst eine PV. Deine Stromkosten gehen auf 5.000 Euro; dafür schlägt die Anlage ebenfalls mit 5.000 Euro (Afa, Zinsen, sbA) in die Bücher.
    Am Ende sinid es wieder 110.000 Gewinn statt 100.000 (jetzt halt dank PV.. statt dank Verhandlungsgeschick)
    und logischerweise beträgt dann auch hier die Steuer 49,5.


    Das sollte aber völlig selbstverständlich sein. Das ist keine zusätzliche Belastung die zusätzlich die Rendite drückt;
    sondern wenn diese Steuer Dich schmerzt, hast Du vorher schlicht falsch gerechnet.


    Beispiel:
    Du glaubst, dass 6 Euro für ein halbes Hähnchen, lecker gegrillt ein sehr fairer Preis ist - den Du gerne bezahlst.
    Umgekehrt glaubst Du, dass 6 Euro für ein Käsebrot verflucht viel Geld ist - was Du niemals bestellen würdest.
    Wenn Du nun in Köln für 6 Euro "ne halve Hahn" bestellst, wurdest Du nicht über den Tisch des Hauses gezogen, sondern allein Deine falsche Erwartungshaltung ist Schuld daran, dass Du glaubst, ein mieses Geschäft gemacht zu haben.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung