PV-Neuling bittet um support bei Anlagenkonzeption

  • Tagchen allerseits, danke für die Aufnahme im Forum. Wir (2 Monster von 7+9, meine Frau und ich) wohnen im Herzen des Rheinlands (Dreieck Aachen, D'dorf, Köln). Nachdem das Haus nun endgültig fertig ist und ich nix mehr zu tun habe (passionierter Heimwerker), haben wir nun beschlossen uns an das Thema PV zu wagen. Grund ist, dass die derzeitigen Anlagemöglichkeiten für's Ersparte besch... sind (ausserdem fand ich PV-Anlagen schon immer faszinierend :D).


    Anbei findet Ihr ein Bild unseres Hauses aus letztem Winter. Die sichtbare Dachhälfte ist eine reine Ostlage, unverschattet und somit der Platz der Wahl für eine mögliche PV-Anlage. Die andere Dachhälfte ist somit eine Westausrichtung, aber leider durch 5 DFF und 2 grosse Solarthermiepaneele schon ziemlich zugebaut.
    Die Abmessungen der Dachhälfte betragen ca. 6,8*13m (inkl. giebelseitige Dachüberstände). Diese Maße sind auf Basis der Dachziegel hochgerechnet und können deshalb noch geringfügig schwanken..


    Habe nun begonnen mich in die Materie einzulesen und ein erstes Angebot eingeholt, laufe jedoch in das grundlegende Dilemma "Fläche ausnutzen mit schwächeren Paneelen um unter 10 kWp zu bleiben vs. Fläche ausnutzen mit sehr leistungsstarken Paneelen und bei ca. 12 kWp in die Problematik mit EEG, Zählermiete, etc.)


    Der lokale Solarteur hat nun zwei Varianten vorgestellt:
    1. 41x IBC 280 (11,48 kWp)
    2. 47x Trina Quadmax (9,87 kWp)


    WR wäre der SMA Sunnyboy in der jeweils passenden Kapazität.


    Optional wäre ich noch bereit, die Westseite (max. 20 Paneele) zu belegen, insgesamt käme ich dann auf rund 17kWp. Allerdings meinte der Solarteur, hierfür müsste er einen 2ten WR installieren.


    Nun zu meinen Fragen:
    1. Was wäre Eure Empfehlung hinsichtlich der Belegung (<10 kWp vs. max. out mit ca. 17 kWp)
    2. Wie ist der Ertrag von Paneelen mit Westausrichtung im Vgl. zur Ostausrichtung, schlechter, besser, gleich?
    3. Welchen WR würdet Ihr empfehlen, ist der Sunny Boy i.O. von der Preis/Leistung?
    4. Ist es richtig, dass die beiderseitige Belegung einen 2ten WR notwendig macht?


    So, hoffe ich hab Euch mit allen notwendigen Infos versorgt und bedanke mich für Euren Input.

  • Hallo ...,
    willkommen im Forum.
    Kannst du bitte den Dach Belegungsplan für beide Seiten einstellen?
    Unverschattet? Dann ist die Sat Schüssel schon versetzt?
    Und bitte auch die beiden Angebote einstellen :)
    Die Experten hier können dir dann die letzten PV "Sonnenstandsmeldungen" durchgeben, ich meine dass sie dich kompetent bei der Auswahl der Komponenten und Preise beraten werden.

  • Hallo und willkommen im Forum,


    grundsätzlich würde ich versuchen, beide Seiten bis zu einer Gesamtleistung von 10 kWp zu belegen. Wenn 20 Module auf West passen, bietet sich eigentlich schon eine symmetrische Belegung mit je 20 Module á 250W auf den jeweiligen Dachseiten an. Alternativ auch 38 Stück 260-er. Bei Modulen mit größerer Leistung wird´s schon teurer und die Spanung geht vom Optimum weg. Bei O/W ist dann die harte 70% Regel zu favorisieren, wodurch der WR enstprechend kleiner dimensioniert werden kann. Welche Dachneigung hat Dein Dach? Je nach dem solltest Du mit einem 7 kVA WR auskommen, den man wunderbar mit 2 x 20 bzw. 2 x 19 Modulen verstringen könnte. Ein Sunnyboy von SMA wäre hier deutlich zu klein, da müsste es schon ein Sunny Tripower sein ... aber auch andere Mütter haben schöne Töchter :wink:
    Lass Dir also Angebote bis max 10 kWp wie oben beschrieben machen und stell´ diese mit den enstprechenden Angaben über´s Angebotsformular ein. Da wird Dir sicherlich geholfen 8)

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
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    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

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  • Hallöchen, merke grade, dass ich mich offensichtlich falsch ausgedrückt habe. Die Kernfrage ist: Eine Dachseite belegen mit "mittelmäßigen Modulen (<10 kWp) ODER beide Dachseiten maximal belegen mit starken Modulen um auf ca. 17 kWp zu kommen.


    Bei dem WR habe ich mich vertan, der Solarteur hatte einen Sunny Tripower 8000 vorgeschlagen (für die einseitige Belegung).


    Eine Dachbelegung ist noch gar nicht erstellt, weil ich noch gar nicht weiss, welche grundlegende Variante zu bevorzugen ist. Insofern erachte ich eine Einstellung der Angebote derzeit als sinnlos, weil noch fast alle Komponenten offen sind.


    Bleiben nach wie die Fragen:
    1. Was wäre Eure Empfehlung hinsichtlich der Belegung (<10 kWp einseitig vs. max. out mit ca. 17 kWp)
    2. Wie ist der Ertrag von Paneelen mit Westausrichtung im Vgl. zur Ostausrichtung, schlechter, besser, gleich?
    3. Welchen WR würdet Ihr empfehlen, ist der Sunny Tripower i.O. von der Preis/Leistung?
    4. Ist es richtig, dass die beiderseitige Belegung einen 2ten WR notwendig macht?


    Hoffe, ich wirke nicht penetrant :D

  • 1) Hatte ich bereits beantwortet: Beiden Seite mit gesamt max 10 kWp. Oder habt Ihr einen horrenden Stromverbrauch?
    2) siehe http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php#
    3) WR kann erst nach Auswahl der Module erfolgen. SMA ist gut, aber teuer
    4) Nein

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  • Hallo und willkommen im PV-Forum :D


    Zitat von Daeumling


    4. Ist es richtig, dass die beiderseitige Belegung einen 2ten WR notwendig macht?


    Nein, das ist nicht nur unnnötig sondern auch noch teurer und ineffektiver. Wie hgause weiter oben schon erwähnt hat kann bei OST/West Belegung der Wechselrichter kleiner (und damit günstiger) gewählt werden da ja die Sonne nicht auf beide Dachflächen gleichzeitig scheint. Hier wird i.d.R. die harte 70% Regelung angewendet, das heisst der WR braucht nur 70% der Generatorleistung verarbeiten . Man verwendet dafür Wechselrichter mit 2 unabhängigen Eingängen (MPP Trackern) von denen jeder für eine Ausrichtung verwendet wird.
    Mit Einspeisemanagement bzw. 70% Regelung gem. EEG hast du dich hoffentlich schon befasst, wenn nicht hier 2 Links wo du dazu alles nachlesen kannst:
    http://www.photovoltaik-web.de…-einspeisemanagement.html
    http://www.photovoltaikforum.c…ste-bei-70-ka-t79307.html


    EDIT:

    Zitat

    Eine Dachbelegung ist noch gar nicht erstellt


    Das ist schlecht, denn damit fängt man normalerweise an. :roll:
    - Erst die Dachbelegung planen,
    - dann dazu den passenden Wechselrichter aussuchen
    - und dann ggf. noch kleinere Anpassungen vornehmen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Hello again,


    vielen Dank für die zahlreichen Infos. Langsam wird mir vieles klarer. Offensichtlich basiert das Erstangebot des Solarteurs auf völlig falschen Eingaben. Es scheint so als wenn er die anfänglich zu belegende Ostseite in seiner Software fälschlicherweise als Südseite eingegeben hat. Dies hat zur Folge, dass die Ertragsprognose für eine mögliche Belegung der Ostseite katastrophal ausfällt (diese hat die Software nämlich somit als Nordseite angenomme und somit 50% weniger Ertrag ausgewiesen).
    Dank Eurer Hilfe konnte ich dieses Malheur schon mal aufklären.


    Was ich noch nicht begriffen habe, ist warum 10kWp beidseitig das Optimum ist. Nachvollziehen kann ich, dass bei beidseitiger Belegung ein über den Tagesverlauf gleichmäßigerer Output erreicht wird. Was ich jedoch nicht verstehe ist, warum man nicht beidseitig "vollpackt" mit starken Modulen um maximale Ausbeute mit hoher Einspeisung zu erreichen. Unser Stromverbrauch ist ebenfalls recht hoch aufgrund des Pools mit Umwälzpumpe von 700 Watt und dranhängender WP mit 2 kW.


    Danke auch noch mal für den Hinweis auf den WR mit 2 Eingängen!

  • Zitat von Daeumling


    Danke auch noch mal für den Hinweis auf den WR mit 2 Eingängen!


    Naja, ich habe die Formulierung gewählt damit du mit technischen Ausdrücken als "Anfänger" nicht gleich völlig überfordert wirst :wink:


    Die 2 "Eingänge" werden technisch richtig als MPP-Tracker bezeichnet (MPP= Maximum Power Point), dort werden die Strings angeschlossen (String= mehrere PV-Module in Reihenschaltung).

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von J4nnik

    Bei über 10 kWp zahlst du derzeit 30% der EEG-Umlage (6,17 Cent) auf den Eigenverbrauch.


    Und die Einspeisevergütung ist minimal kleiner...

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