Betriebsveräußerung

  • Hallo,
    ich habe 2012 auf mein Haus eine Photovoltaikanlage bauen lassen und mir die Vorsteuer vom Finanzamt beantragt.
    2014 habe ich das Haus (mit der Photovoltaikanlage) verkauft.


    Ich habe alle Erklärungen für 2012, 2013 und 2014 mit Hilfe eines Steuerprogramms selbst erledigt.
    Leider bekomme ich jetzt ein Schreiben des Finanzamtes, dass der Vorsteuerabzug nach § 15 a I UStG zu berichtigen ist, eine berichtigte Umsatzsteuererklärung 2014 zu erfolgen hat und eine Gewinnermittlung der Aufgabe des Betriebes.


    Mittlerweile habe ich herausbekommen, dass man die Vorsteuer wohl teilweise zurückzahlen muss, wenn man die Anlage keine 5 Jahre hatte, aber wie berechnet sich das und welche Jahre sind zu korrigieren?
    Muss ich nun doch zum Steuerberater :cry: oder kann mir jemand einen Tipp geben?


    Viele Grüße

  • Zitat von PeterdR2

    Mittlerweile habe ich herausbekommen, dass man die Vorsteuer wohl teilweise zurückzahlen muss, wenn man die Anlage keine 5 Jahre hatte, aber wie berechnet sich das und welche Jahre sind zu korrigieren?
    Muss ich nun doch zum Steuerberater :cry: oder kann mir jemand einen Tipp geben?


    Viele Grüße


    Moin,


    eigentlich nicht. Das FA geht ja im Normalfall von einer Veräußerung im Ganzen (die Firma ist gemeint) aus. Entscheidend ist eben, dass der Käufer nicht zur KUR optiert hat. Hast Du eine Rechnung über den Verkauf der Anlage geschrieben (natürlich ohne Mwst.)?
    Hast Du die Einnahmen versteuert aus dem Verkauf? und die Anlage dagegen komplett abgeschrieben?


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 84V

  • Ich habe mich bestimmt falsch ausgedrückt.
    Im notariellen Vertrag wurde festgehalten, dass man davon ausgeht, dass eine Geschäftsveräußerung im Ganzen ist und der Verkauf nicht mehrwertsteuerpflichtig. Der Verkaufswert wurde angegeben und entspricht dem Restbuchwert.
    Das Finanzamt will aber anscheinend die Vorsteuer anteilig wieder, die ich 2012 gezogen habe, weil die Anlage nicht 5 Jahre in meinem Besitz war.
    Viele Grüße
    Peter

  • Ich habe keine Rechnung, auch nicht mit USt, ausgestellt und was der Käufer gemacht hat, ist mir nicht bekannt.
    Ich glaube aber, dass der Verkauf nicht das Problem darstellt, sondern mein damaliger Kauf und die Haltezeit.
    Viele Grüße
    Peter

  • Moin Peter,


    Nein - die Haltezeit ist nicht relevant. Mein Verkäufer hat die Anlage nach nur 13 Monaten verkauft. Das ging problemlos. Ist doch auch 'pille palle'. Wenn der Käufer die Umst auf seine Erlöse abführt, geht dem FA doch nichts verloren!!


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 84V

  • Von den 5 Jahren ist mir auch nichts bekannt, kann man das irgendwo auch konkreter nachlesen ? Ansonsten hoffe ich dass sich hier nochmal unsere Steuerberater-Profis melden.
    Die Frage ist aber natürlich auch was der Käufer damit macht, er sollte dann nicht zum Kleinunternehmertum optieren. Wenn er das gemacht hat könnte es ein Problem geben.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • nach den bisherigen Informationen stellt sich genau das Problem:


    der Käufer hat, nachdem er keine Umsatzsteuer aus dem Kauf ziehen konnte, zur KUR gewechselt.
    Nach § 15a UStG gilt aber für Wirtschaftsgüter eine "Behaltensfrist" von 60 Monaten. Nachdem diese nicht eingehalten wurden, holt sich das Finanzamt das Geld von der Person, die die Umsatzsteuer damals in Form der Vorsteuer kassiert hat.

  • .......was wiederum bedeuten würde, dass man als Verkäufer einer relativ jungen Anlage im Kaufvertrag sicherstellen sollte, dass der Käufer nicht zur Kleinunternehmerregelung optiert bzw. im Falle, dass er das doch macht, die zurückzuzahlende Vorsteuer an den Verkäufer nachentrichten muss.


    Wäre alles so einfach, wenn es das FA nicht geben würde! :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Bento

    .......was wiederum bedeuten würde, dass man als Verkäufer einer relativ jungen Anlage im Kaufvertrag sicherstellen sollte, dass der Käufer nicht zur Kleinunternehmerregelung optiert bzw. im Falle, dass er das doch macht, die zurückzuzahlende Vorsteuer an den Verkäufer nachentrichten muss.


    Wäre alles so einfach, wenn es das FA nicht geben würde! :wink:



    Genau diese Formulierung, dass nicht zur KUR gewechselt werden darf, wird von Sonnenstevie empfohlen ......


    und ohne das Finanzamt wärs langweilig .....
    (und ich und tausende Kollegen arbeitslos ...................... :twisted: )