TÜV Rheinland schlägt Alarm wegen Mängeln an PV-Anlagen

  • TÜV Rheinland schlägt Alarm wegen Mängeln an Photovoltaikanlagen


    Der TÜV Rheinland hat zum zweiten Mal die Qualität von installierten Photovoltaikanlagen geprüft und ausgewertet. Beinahe ein Drittel der Kraftwerke wies schwerwiegende Fehler auf. Dabei ist die Zahl an Mängeln an Modulen gestiegen. Nach wie vor fehle es zudem an Wissen und Erfahrung bei der Planung und Installation. Bauherren sollten sich daher nicht auf Prüfsiegel verlassen, sondern die Qualität selbst kontrollieren oder kontrollieren lassen.


    Über die Qualität von Photovoltaikanlagen und inwieweit sie eingeschränkt ist, gibt es viele Einschätzungen. Eine empirische Untersuchung hat bislang ausschließlich die TÜV Rheinland Energie und Umwelt GmbH vorgelegt. Vor zwei Jahren präsentierte das Prüfinstitut zur Messe Intersolar Europe den ersten sogenannten Qualitätsmonitor, in diesem Jahr folgte der zweite, der sich auf einer empirischen Untersuchung bestehender Kraftwerke basiert.


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  • Wenn der TÜV mit solchen Auswertungen kommt habe ich immer ein schlechtes Bauchgefühl.
    Im KFZ-Bereich hat sich der TÜV ja schon dadurch hervorgetan, dass aufgrund angeblicher Mängel-Zunahme bei älteren Autos die Prüfpflicht verschärft und auf 1 jahr verkürzt werden soll.


    Bei PV-Anlagen wird ja auch schon länger eine Zwangsprüfung, da es ja gewerblich-industriell ist, diskutiert. Da passen die Ergebnisse gut ins Konzept.


    Ein kleiner Joke am Rande:
    „Es reicht nicht, wenn der Hersteller sagt, er sei PID-frei. Ein Zertifikat reicht nicht, wenn er mit unterschiedlichen Materialkombinationen arbeitet.“


    Meine Talesun-Module sind auf PID-Festigkeit geprüft. Will mal wer raten, wer das Zertifikat ausgestellt hat, von dem der TÜV Rheinland sagt, dass es nicht wirklich aussagekräftig ist? Kleiner Tipp: Es ist nicht der TÜV Süd. :mrgreen: Der TÜV-Süd hat meinen Yinglis die PID-Festigkeit bescheinigt.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Man muss rechtzeitig neue "Gechäftsfelder" generieren nicht daß man plötzlich in die röhre schaut.


    Wenn die EV znehmen kann man keine ASU mehr abrechnen und da kann dann auch weniger reklamiert werden den es entfallen ja Auspuff, Ölverluste, bei Radnabenmotoren die Gelenkwellen usw.



    Django

  • Ich glaube der Artikel ist von der Abteilung Geschäftsfeldbeschaffer des TÜV.....


    Ich hab neulich mal so eine Abnahme mitgemacht.... Aus meiner Sicht war die Anlage mängelfrei. Man konnte dann aber doch fast 20 Mängel finden. Davon konnte ich dann später 18 Mängel am Computer beheben !!! weil ich belegen konnte, dass das alles garkeine Mängel waren, 2 Mängel sind strittig, weil ich zwei Gegensprüchliche Ausführungen gefunden habe und keiner weiss was stimmt und ein Mangel blieb tatsächlich übrig - ich hatte die Erdungsleitung am Punkt des Eintrittes in die Erde nicht gegen Korrossion geschützt......


    Was auch immer das ganze Szenario dann gekostet hat....

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Ich denke auch, man muss bei alldem bedenken was der TÜV Rheinland für Geschäftsmodelle hat ... Alarmstimmung und Panikmache sind fehl am Platz. Generell ist es gut, dass die Qualität in den Fokus kommt.


    @ Dringi: Das Thema war auch Diskussion auf der intersolar zum "PV magazine roundtable Qualität". Da hat auch der TÜV Rheinland gesprochen. Ich meine es geht dem TÜV darum:
    Die Hersteller lassen eine bestimmte Materialkombination zertifizieren (Glas, Zelle, EVA, Backsheet usw.). Manche Hersteller verbauen/liefern aber dann ganz andere Materialkombinationen, vor allem beim Backsheet. Dabei spricht man auch vom "golden sample" für die Zertifizierung.
    Da hat der Kunde natürlich nix vom Zertifikat, wenn die gelieferte Materialkombination eine andere, womöglich schlechtere ist. Daher empfiehlt der TÜV (und andere) für Großprojekte, Großhändler usw. dass man sich vom Hersteller die BOM (bill of materials) geben lässt und die gelieferte Charge dahingehend prüft, ob auch wirklich diese Materialkombination verbaut wurde. Natürlich bietet der TÜV sowas kostenpflichtig an :roll: andere aber auch z. B. Fraunhofer ISE o.ä. Der Kleinanlagenbetreiber kann das natürlich nicht leisten, aber für Großprojekte ist das schon relevant. Manche Investoren wollen das auch inzwischen so haben.


    Keine Ahnung, was der Mann auf dem Bild da macht ... aber Poly-Module mit einer Mono-Referenzzelle zu vermessen - das geht eigentlich gar nicht.


    Ansonsten würde ich dem TÜV zustimmen, dass die meisten Fehler bei der Installation gemacht werden. Gerade in den boom-Jahren gab es da viel Murks. Und PID ist eine echte Sorge.

  • Damit stellt man aber auch alle Hersteller als Betrüger hin oder ?
    Die Annahme, dass der Hersteller etwas ändern könnte und man das prüfen müsste ist aus meiner Sicht ein absolutes Mistrauensvotum. Wenn ich davon ausgehe, dann kann ich ja garnixmehr kaufen.
    Aber ich hatte das ja auch schon, dass ich mit dem Auto beim TÜV war - ohne Mängel. Plakette drauf - Auto springt nicht mehr an - Batterie defekt.....
    Ich denke, bei den Zertifikaten kann der TÜV ja auch schön die Factory inspection häufiger machen um die Produktion sicherzustellen.... Aber da muss man ja dem Kunden das reindrücken.... :lol:

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  • Zitat von LangiKAUZ


    @ Dringi: Das Thema war auch Diskussion auf der intersolar zum "PV magazine roundtable Qualität". Da hat auch der TÜV Rheinland gesprochen. Ich meine es geht dem TÜV darum:
    Die Hersteller lassen eine bestimmte Materialkombination zertifizieren (Glas, Zelle, EVA, Backsheet usw.). Manche Hersteller verbauen/liefern aber dann ganz andere Materialkombinationen, vor allem beim Backsheet. Dabei spricht man auch vom "golden sample" für die Zertifizierung.


    Ich erwarte eigentlich von einer Organisation wie dem TÜV, dass dieser die Zertifizierung auch überwacht und im Fall der Fälle das Zertifikat zurückzieht.
    Sollte bei dem überschaubaren Kreis der Produzenten nicht das Problem sein.
    Desweiteren würde ich erwarten, dass der TÜV sich seine Kunden aussucht und auch ggf. die Zertifizierung verweigert.


    Ich kann nicht erst hergehen und teuer PID-Zertifizierungen verkaufen und dann aber sagen, dass man weiss, dass ein paar bzw. viele Anbieter denen ich das verkauft habe die Kunden verarschen und die PID-Zertifizierung nichts wert ist.


    Nachtrag: Wenn ich letsdoit so lesen, bin ich wohl nicht der einzige der Bedeken bei der Aussage hat.

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    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Ich hab mehrere Jahre für Modulproduzenten gearbeitet und kenne das Szenario...... :mrgreen:

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  • Der Beitrag von Frau Rutschmann basiert zum großen Teil auf dem nun schon zum dritten Mal in Folge vorgestellten Qualitätsmonitor Solar von TÜV Rheinland. Für die vorgestellten Untersuchungen wurden in Anlagen identifizierte Mängel klassifiziert in „sehr schwer“, „schwer“ und „leicht“. Die Hauptaussage der vorgestellten Ergebnisse ist, dass in 30% der untersuchten Anlagen schwere Mängel gefunden wurden. 50% der Mängel waren auf Installationsfehler zurückzuführen.
    Weiterhin sind wir auf die von Anlagenbetreibern als Hauptertragsverlustfaktoren beschriebene Effekte eingegangen.
    Hierzu zählten:
    - PID
    - Verschmutzung
    - Richtige (oder falsche) Art der Technologie
    - Degradation
    - Abweichung der Nennleistung


    Für den Fall von PID haben wir klargestellt, dass es leider viele Hersteller gab/gibt, die einen Modultypen auf PID-Resistenz haben prüfen lassen, dann jedoch diesen Typen mit verschiedenen Materialien im BoM verkaufen. Hier wird dem Investor/Käufer geraten, Zertifikat/Berichte mit der gekauften Ware zu vergleichen. Mangels eines Standards, gibt es hier leider auch unterschiedliche Vorgehensweisen bei den verschiedenen Prüfhäusern. Sollte es einen Missbrauch von Zertifikaten oder Prüfzeichen geben, sind wir für jeden Hinweis dankbar. Für die Prüfzeichenüberwachung sind wir auf die Mithilfe aufmerksamer Verbraucher angewiesen.


    Es geht nicht darum, alle Installateure schlecht oder alle Hersteller als Betrüger darzustellen. Es geht vielmehr darum, Qualität zu sichern und die zu schützen, die es damit ernst meinen. Wir als TÜV Rheinland haben als wesentliche Aufgabe, Sicherheit und Qualität technischer Anlagen zu verbessern. Das Aufdecken von Mängeln gehört dazu und lassen wir uns nicht vorwerfen. Erschreckender Weise waren wir beim Auswerten unserer Statistiken jedoch selbst negativ überrascht. Insofern finden wir uns in dem Beitrag von Ines Rutschmann auch wieder. Unsere Presseinformation im Original ist abrufbar unter http://www.tuv.com/media-solar im Internet.

  • So viele Anlagen kann DIE GEWISSE Firma ja doch gar nicht installiert haben :lol:
    Also alles sicher wieder mal weit übertrieben :D
    Oder murksen andere Firmen genau so? *eek* :D

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    Infos zur Anlage : http://a68k.de/pv
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