IRENA sagt: "Grundlast"-Kraftwerke müssen sterben

  • Nu, "Kohle ist zu langsam" gilt nicht mehr. Weswegen ja auch die Gaskraftwerke in der Klemme sind.
    und el Hierro hat viel Sonne auch im Winter, und ein relativ zum Verbrauch sehr grossen Spreicher.
    Das ginge in D auch aber es wären etwa 10-15 TWh Speicher notwendig ohne Netz. Mit gtem Netz tun es die vorhandenen Speicher. Das Netz ist aber viel billiger als einige TWh SPeicher, und zwar nicht nur ein bischen, sondern um Zehnerpotenzen.
    Leider verlieren viele bei grossen Zahlen das Gefühl für Relationen.
    Wenn Dir jemand vorschlagen würde jeden tag mit dem Hubschraubertaxi zur Arbeit zu fliegen, weil das doch viel schicker sei als mit der S-Bahn und man sich dann doe die irrsinigen Ausgaben für die S-Bahn sparen könnte, ist Dir gleich klar dass das Murks ist. Nun lokale SPeicher sind in relation deutlich teurer als das Hubscharubertaxi, wenn das Netz die S-Bahn ist.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Zitat von weiser_uhu

    okay, vielleicht sind meine grauen Zellen im Kopf etwas langsam.
    Bisher war es doch so, dass die Kohlekraftwerke immer ihren Strom Tag und Nacht losgeworden sind. Das ist nun nicht mehr so.
    Aber wenn in Spitzenverbrauchszeiten der Strom aus e.E. nicht mehr reicht und keine Speicher verfügbar sind, bleibt doch nur "das Netz" oder "Gaskraftwerk anschmeissen" (Kohle ist zu langsam). Deswegen meine Unterscheidung, oder sehe ich da was falsch? Kohle wird sowieso über kurz oder lang sterben.


    Grüße
    -charlie-


    Das ganze ist ein wenig unübersichtlich:


    1) Wir haben bis 2018 ein Überangebot an fossiler Kapazität. Danch wird bei nationaler Betrachtung unter Annahme von 82 GW Maximallast ein leichtes Defizit bestehen, da konventinelle Kapazität altersbedingt abgeschaltet wird. Bis 2022 mit vollständigem Atomausstieg werden wir unter dieser Annahme ein Defizit von 5-15 GW haben, je nachdem wie viel Kapzität zusätzlich aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet wird. Gaskraftwerke (kein GuD) werden erst wieder ab 2018 interessant, wenn für wenige Stunden im Jahr Spitzenlast abgedeckt werden muss.


    2) Frage ist, ob 82 GW noch realistisch sind und ob wir das Ganze national lösen müssen. Auch wird die derzeitige Abnahme des inländischen (Netto-)Stromverbrauchs z.T. vergessen.


    3) Ob ein einzelnes Kohlkraftwerk langsamer als ein Gaskraftwerk ist, spielt in einem größeren Markt keine Rolle, der Gradient, der von allen Kraftwerken erzeugt werden kann, ist maßgeblich und sicherlich bis 2025-30 ausreichend, wenn ich die VDE Vorträge richtig im Kopf habe. Erst ab 2025-30 sind zusätzliche Speicher bei nationaler Diskussion (Deutschland + Österreich) erforderlich. Es kann aber vorher schon Probleme in Süddeutschland geben.


    4) Die derzeitigen Probleme (Loop flow, massiver Redispatch) bei Starkwind sind meines Wissens eine Folge der fehlenden Leitungskapazität innerhalb Deutschlands, da Markt z.T. von Kuperplatte ausgeht. Sinnvolle Zweiteilung (Norddeutschland vs. Süddeutschland+Österreich) würde auf der Redispatchseite starke Entspannung bedeuten. Zur Zeit wird von der Bundesnetzargentur Abspaltung Österreichs für 2019 diskutiert (Daher kommt der sinkende Reserkarftwerksbedarf), ist aber nur halbherzig, da Problem in Deutschland liegt.


    5) Sinnvolle Zweiteilung würde zu höheren Strompreisen im Süden führen und eine europäische Marktintegration verhindern.


    6) Das Ganze Problem könnte mit mehr Leitung in Deutschland elegant gelöst werden.

  • Hallo,
    danke erstmal für die Informationen!
    Genaues kann man ja ohnehin nur sagen, wenn man genaue Zahlen hat was wo verbraucht und wo erzeugt wird. Und wenn man mit "Trassen" das Problem elegant lösen kann, werden wir wohl oder übel in den (etwas sauren) Apfel beissen müssen. Es gibt natürlich überall großen Widerstand gegen Stromtrassen, aber gemacht werden muss, was vernünftig ist.


    Zweiteilung der Strompreise ist natürlich großer Mist bei dem Streben nach europäischer Vereinheitlichung. Zwei verschiedene Preise für Strom können Investitionsnachteile mit sich bringen.


    Abspaltung von Österreich finde ich gar nicht gut.


    Freilich sind in El Hierro die Verhältnisse besonders günstig. Wenig energieschluckende Industrie, viel Sonne und Wind, und günstige Voraussetzungen für einen Wasserspeicher. Aber man hat nicht nur darüber geredet, sondern realisiert, und darauf sind die "El Hierros" stolz und mit Recht! Vorzeige - Anlage ! Gratulation!


    Genauso finde ich es gut, wenn einzelne kleine Betreiber Möglichkeiten finden, selbserzeugten Solarstrom effektiv auszunutzen oder zu speichern. In der Masse macht das dann doch etwas aus. Vielleicht werden die Batterien bald billiger und langlebiger, dann gehts richtig vorwärts. Lange dauert es nicht mehr, wegen Elektroautos.


    Grüße
    -charlie-

  • Danke!


    Die Animation besticht. Dies Graphik bräuchten wir auch mit realen Daten (so aufgearbeitet) auch an jeden Punkt.


    Ansonsten haben RWE und Vattenphal ihre BKKW so umgerüstet, das sie den Sitzenlastverbrauch locker mit fahren können und das in Größenordnungen und ohne (wesentlich) den WG ihre Anlagen drücken zu müssen.


    Ein 1,2 GW Klops von 30% bis 100% Nennleistung innerhalb sehr kurzer Zeit fahren zu können, bedeutet schlicht, das man die winzigen und extrem langsamen GuD nicht mehr benötigt, die zudem niemals als Spitzenlasttkraftwerke konzipiert und betrieben wurden und werden. Sie sind halt viel zu langsam, viel zu teuer und stürzen extrem im WG ab, wenn man ihnen heftig rumspielt.
    Minimum 4.000 VLh bedeuten schlicht , dass sie fast 50% des Jahres die Netze mit Sinnlos-Sauteuer- Dummen-Import-Strom verstopfen.

  • Zitat von PV-Berlin


    Ansonsten haben RWE und Vattenphal ihre BKKW so umgerüstet, das sie den Sitzenlastverbrauch locker mit fahren können und das in Größenordnungen und ohne (wesentlich) den WG ihre Anlagen drücken zu müssen.


    Ein 1,2 GW Klops von 30% bis 100% Nennleistung innerhalb sehr kurzer Zeit fahren zu können, bedeutet schlicht, das man die winzigen und extrem langsamen GuD nicht mehr benötigt, die zudem niemals als Spitzenlasttkraftwerke konzipiert und betrieben wurden und werden. Sie sind halt viel zu langsam, viel zu teuer und stürzen extrem im WG ab, wenn man ihnen heftig rumspielt.


    Ab wieviel Volllaststunden wird ein Tagebau unwirtschaftlich (selbstverständlich unter Berücksichtigung der externen Kosten)?

  • Hallo Henning_PV,
    absolut super diese Grafiken! Da kann man doch was mit anfangen, da sieht man erstmal, was überhaupt los ist ! :D
    Charlie sagt DANKE!!!
    Grüße
    -charlie-

  • Zitat von pseudoruprecht

    Ab wieviel Volllaststunden wird ein Tagebau unwirtschaftlich (selbstverständlich unter Berücksichtigung der externen Kosten)?


    Solange die externen Kosten nicht wirklich berücksichtigt werden, sterben die Braunkohlekraftwerke als letzte fossile Grund- od er Mittellastkraftwerke, daraus macht selbst der Braunkohleverband kein Geheimnis.


    Gas brinst du erst wieder ins Spiel, wenn entweder CO2-Zertifikate deutlich teuerer werden (St. Nimmerleinstag) oder Bedarf an Spitzenlast mit geringen Volllaststunden besteht. Letzteres kann ab 2018 passieren.

  • Wer gegen Gas ist und Braunkohle nicht gleich verteufelt, muss nicht automatisch dafür sein, dass die Braunkohle nicht einen erheblichen aber volkswirtschaftlich tragbaren Beitrag leistet, um die CO2 Ziele zu erreichen bzw. überzuerfüllen.


    Ich würde sogar in die Verfassung schreiben lassen, dass es in D. keine neuen Bohrlöscher (Öl und Gas) und auch keinen einzigen neuen Tagebau (auch keine Erweiterung) mehr geben sollte. Das wäre der beste Weg relativ schnell den Ausstoß von CO2 der BKKW deutlich zu minimieren. Denn blöder als ich, werden die nicht sein! Denn wenn mein 'Tank' nur ein definiertes endgültiges Volumen hat, wäre ich ja blöd dessen Inhalt für einen Dumping Krieg zu verschleudern.


    Ich bin mir sicher, dass dies sofort die Börsenpreise ansteigen ließe und damit auch den Anstieg der EEG Umlage (normaler Zubau der EE vorausgesetzt) abbremste. Mal ganz davon abgesehen, dass dann wieder Offshore in den Focus rückt.


    Ein durchschnittlicher Börsenpreis < 6 bis 8 Cent ist widersinnig, unlogisch, volkswirtschaftlich höchst problematisch und industriepolitisch kontraproduktiv. Auch langfristig und trotz unendlicher Möglichkeiten der EE, werden wir mit Strom sorgsam umgehen müssen, weil das ein Kernpunkt der Produktivität (Erfolge) sein wird.

  • Zitat von PV-Berlin

    Denn blöder als ich, werden die nicht sein! Denn wenn mein 'Tank' nur ein definiertes endgültiges Volumen hat, wäre ich ja blöd dessen Inhalt für einen Dumping Krieg zu verschleudern.


    Einspruch! Besagten Dumping-Krieg haben wir gerade beim Öl und ich bin mir recht sicher, dass die OPEC-Staaten die den Krieg zwar nicht angezettelt haben aber nun bis zum bitteren Ende führen weniger Öl im Boden haben als Deutschland Braunkohle.
    Als normaler Mensch kann man sich teilweise nicht mehr vorstellen wie kurzfristig CEOs und Politiker sind.


    Und die Begrenzung der Tagebaue haben wir zumindest in NRW schon. Zwar noch viel zu groß (wer hat uns verater und wer war mit dabei?) aber schon beschränkt.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“