IRENA sagt: "Grundlast"-Kraftwerke müssen sterben

  • Ja, Figure 3: Auch wenn die Spitzenproduktion von EE gegen 14 GW beträgt, würde ich trotzdem nicht darauf bauen, dauerhaft nur die Hälfte sicher beziehen zu können. Die "Unzuverlässigkeit" von EE ist also nicht aus der Luft gegriffen.
    Das ändert auch ein Zubau nicht, wenn er wirtschaftlich sein soll und keine wertvolle Energie "verschenkt" wird (Abregelung). Deshalb finde ich EE nur sinnvoll mit dem Ausbau des Smart Grid und dazu zählen private Speicher nicht.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von PV-Berlin

    Es wäre doch schön, wenn man das Stehzeug (private PKW) mal in einer Graphik presst, die jedem, der es einfach nicht packt abstrakt zu denken, anlog (bildlich) veranschaulicht, dass die EE überaus perfekt zu den beiden großen Energieschluckern passen (Wärme und Transport) die wir beide unbedingt als Senke für die unstetigen EE brauchen.


    Kannst Du das mal erklären - ich "pack das abstarkt einfach nicht".

    Grüße
    Horst

    ______________
    5,58 kWp Solara S880TI; SB5000TL-20; 200°/DN 30°
    2010: 1.055 kWh/kWp; 2011: 1.235 kWh/kWp; 2012: 1.134 kWh/kWp; 2013: 1.045 kWh/kWp; 2014: 1.089 kWh/kWp; 2015: 1.120 kWh/kWp
    Solarlog mit Link zu Sonnenertrag

  • Ich stelle mir das schön vor, wenn wir 2020 die geplanten 1 Mio E-Fahrzeuge hätten und das "smarte" Ladesystem aufgrund fehlender EE Strommengen beschliesst, dass die Fahrzeuge über Nacht nicht voll geladen werden sollen. So kann man auch freie Tage generieren.

  • Ad 1) Man ist gerade dabei das EnWG zu überarbeiten, ein Thema dabei ist die fixen Aufschläge variabel zu gestalten
    Ad 2)@ HugoHiasel - "Smart" würde bedeuten dass der Preis variabel ist, udn jeder selbst entscheiden wie wichtig ihm ein voller Akku in dieser NAcht ist. Eine Netzssteuerung über Preise ist viel intelligenter als eine die Milliarden On-Off Befele verschickt und damit Milliarden mal Mist macht.
    Ad3) Die eE haben in grossen NEtzen die freundliche Angewohnheit sich immer mehr auszugleichen je grösser das Netz wird, und je mehr Leistung es transportieren kann. Beides ist kein technisches Problem.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • AD2):Zustimmung!
    Bei Benzin und Diesel ist es ja schon so, Preise verändern sich stündlich. Warum soll der Verbraucher nicht wählen können, wann er Energie bezieht und zu welchem Preis? Der Waschmaschine und dem Geschirrspüler, evtl. auch dem Auto ist es egal, wann es bedient wird. Im kleinen ist das ja jetzt schon so. Das wäre jedenfalls besser als große Netze zu installieren und den Strom nach Australien schaffen, weil es dort grade dunkel ist.....


    Meine Meinung: Regional erzeugen, möglichst regional verbrauchen. Nur wenig transportieren. Den Bedarf der Erzeugung anpassen, nicht die Erzeugung dem Bedarf anpassen, weil das nicht geht. Aber sicher trete ich wieder jemanden auf die Füße....
    Grüße
    -charlie-

  • Nop - grosse leistngsfähige Netze gehören auch bei der Laststeuerung dazu. Die Mathematik ist hier eindeutig.
    Aber das ist recht egal, da die Höchstspannungsebene nicht allzuviel kostet.
    Der Vorteil bei Strom ist, dass die Geräte das selbst erledigen können - das Auto fährt noch nicht alleine zr Tankstelle wenn das Benzin billig ist.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • einfacher ist es, den Strombezug aus dem Netz generell zu veringern. Das Verbrauchsgeräte immer sparsamer werden ist kein Zufall sondern Bestandteil der Energiewende. zBsp.
    -stand by Verbrauch neuer Geräte unter 1W
    -keine Steckernetzteile mehr mit Eisen Trafos
    -sparsame Umwälzpumpen
    -LED Beleuchtung
    -LED Fernseher
    -DVB-T Fernsehen Abschaltung der analogen terrestrischen Sender
    -Tablet PC, Notebook, Digitale Speicher statt Festplatten
    -Leistungsreduzierung Staubsauger
    die Entlastung der Stromnetze ist gewaltig, besonders auch in den Spitzenlastzeiten


    und besonders auch jede PV Anlage senkt den Strombezug aus dem öffentlichem Netz,
    mit Batteriespeicher wäre sogar eine weitere Entlastung in den Spitzenlastzeiten früh und abends möglich.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Ja, den Verbrauch generell verringern ist immer eine gute Sache.


    Es heißt hier: Grundlastkraftwerke müssen sterben. Ja, denn die Grundlast wird von Wind und Speichern bestimmt jetzt schon abgedeckt. Kommt darauf an, wie hoch man die Grundlast ansetzt. Aber Spitzenlastkraftwerke werden vorerst bleiben müssen. Es ist auch gut Überschüsse in Batterien oder wie auch immer zu speichern, und eben das Verbrauchsverhalten über den Preis zu steuern. In Spitzenzeiten nimmt dann kaum noch jemand teuren Strom, und dann reicht es möglicherweise aus. Die Probleme wird man nur in der Gesamtheit mit verschiedenen Methoden lösen können.


    Interessantes Beispiel: Auf der Insel El Hierro (Kanaren) wird jegliche Elektroenergie aus Wind und Solar erzeugt. Es gibt auch ein Staubecken als Pufferspeicher. Dort kommt man ohne Dieselgeneratoren aus, es gibt sie zwar noch für den "Notfall". Man will dort die erste "autarke Region" sein, die ohne fossile Energie auskommt (von Propangaskochern mal abgesehen).
    Hier steht es:
    http://www.wochenblatt.es/1000…0001/0/33988/article.html
    und hier:
    http://www.heise.de/tp/news/El…rom-versorgt-2150928.html


    Das ist doch schon mal ein guter Anfang. Ein Hochspannungs - Verbundnetz brauchen die übrigens nicht, da reichen die dünnen Drähte, die vorhanden sind.


    Grüße
    -charlie-

  • Zitat von weiser_uhu


    Es heißt hier: Grundlastkraftwerke müssen sterben. Ja, denn die Grundlast wird von Wind und Speichern bestimmt jetzt schon abgedeckt. Kommt darauf an, wie hoch man die Grundlast ansetzt. Aber Spitzenlastkraftwerke werden vorerst bleiben müssen.


    Das IRENA-Papier sagt, dass beides konzeptuell schon bald keinen Sinn mehr macht. Es gibt auf der Kraftwerksseite keine Unterscheidung mehr zwischen Erzeugung zur vermeintlichen Deckung der Grund- oder der Spitzenlast.


    Und, wenn ich sie nicht völllig falsch verstehe,gilt das auch auf der Lastseite.


    Mir leuchtet das ein. (Es wäre ja keine Energiewende, wenn es ohne fundamentales Umdenken abgehen würde.) Wer Jahre nach Erfindung von Eisenbahn und Automobil sich hauptsächlich immer noch nur dazu Gedanken macht, wie man zukünftig denn die ganzen armen Pferde beschäftigen soll, ist einfach zu langsam!

  • okay, vielleicht sind meine grauen Zellen im Kopf etwas langsam.
    Bisher war es doch so, dass die Kohlekraftwerke immer ihren Strom Tag und Nacht losgeworden sind. Das ist nun nicht mehr so.
    Aber wenn in Spitzenverbrauchszeiten der Strom aus e.E. nicht mehr reicht und keine Speicher verfügbar sind, bleibt doch nur "das Netz" oder "Gaskraftwerk anschmeissen" (Kohle ist zu langsam). Deswegen meine Unterscheidung, oder sehe ich da was falsch? Kohle wird sowieso über kurz oder lang sterben.


    Grüße
    -charlie-