PV-Anlage mit 70%-hart-Regelung; Verbrauch der DC-Leistung

  • Hallo,


    ich bin dabei, mir eine PV-Anlage zu planen. Da die Anlage nur ca. 3 kWp hat, käme 70% hart in Frage...


    Nun hätte ich interessehalber einer Frage:
    - die 70 %-hart-Regelung ist ja die kostengünstigste Variante...


    Kann man daraus eine "quasi" 70-%-weich-Regelung machen ohne Energiemanagementsystem?


    Am WR bleiben die 70 %-hart fest eingestellt, aber ich greife vorher meine überschüssige DC-Leistung ab...
    Gibt es dafür Schaltungen?


    Gruß und Danke für Anregungen,


    LG Basti

  • Das beantwortet jetzt meine Frage aber nicht wirklich...
    ich will am WR die 70% hart eingestellt lassen; nicht über EMS eine "weiche" Regelung nachrüsten, sondern die DC-PV-Leistung, die vom Dach kommt, schon vor dem Wechselrichter so aufteilen, dass alles überschüssige über einen anderen Verbraucher (Heizstab etc.) geht und nur die Leistung für 70%-hart am WR ankommt.


    LG Basti

  • Da du nur selten über die 70% kommen wirst, noch dazu im Sommer, wenn sowieso wenig WW benötigt wird,
    wird sich der Aufwand nicht rechnen.
    Der PV-String müsste einerseits DC-seitig gemessen werden.
    Dann müsste der Überschuss DC-seitig ausgekoppelt werden, was die notwendigen MPP-Tracker durcheinanderbringen würde.
    Ich kenne kein geeignetes Splitting-System, welches DC-seitig regelbar ist...
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Hallo,


    z.B. die Leitungen von einem von zwei Trackern DC- seitig abziehen ( besser umschalten ) und einem Laderegler zuführen, wenn die elektrische Größen passen. So erhält der WR weniger DC- Energie, die Abregelung ist hinfällig.


    Ist das gemeint ?


    Gruss vom Badenzer

    50 Suntech STP245S = 12,25 kWp; Power-One 12,5; Ausrichtung +84 Grad; DN 38 Grad; EV; IB 3/12

  • Genau!
    Ich nehme an ich werde bei der kleinen Anlage zwei Strings haben; diese müssten dann vor Eingang WR gemessen werden.
    Fest umstecken wäre aber nicht hilfreich, sondern es sollte nur für den Fall, das zu viel DC-Energie am WR ankommen würde, auf einen DC-Verbraucher aufgeschaltet werden....
    Gibt es da eine denkbare Verschaltung/Splitting-System, mit der man so etwas handhaben könnte?


    Gruß,


    B. Maucher

  • Zitat von BMaucher

    Gibt es da eine denkbare Verschaltung/Splitting-System, mit der man so etwas handhaben könnte?


    wenn du die DC Spannung direkt nutzen möchtest, dann sollte die Stringspannung zwischen 200V und 240V liegen.
    Liegt deine Spannung bei etwa 300V kannst du ein normales Schaltnetzteil direkt am String betreiben.
    Damit kannst du dir zBsp. eine 24V Notversorgung aufbauen.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von BMaucher

    Genau!
    Ich nehme an ich werde bei der kleinen Anlage zwei Strings haben; diese müssten dann vor Eingang WR gemessen werden.
    Fest umstecken wäre aber nicht hilfreich, sondern es sollte nur für den Fall, das zu viel DC-Energie am WR ankommen würde, auf einen DC-Verbraucher aufgeschaltet werden....
    Gibt es da eine denkbare Verschaltung/Splitting-System, mit der man so etwas handhaben könnte?


    Gruß,


    B. Maucher


    Einen ganzen String umzuschalten wäre schon möglich mit Halbleiterrelais. Aber daraus nur den Überschuss auszukoppeln würde eine relativ aufwändige, möglicherweise PWM-Regelung erfordern, welche im schlechtesten Fall dann den MPP-Tracker des WR stören würde. Ich sehe darin keine effiziente Lösung. Anders wäre es vielleicht bei einer 60% Abregelung, oder wenn du das Modulfeld soweit überdimmensionieren würdest, dass der WR öfters am Anschlag läuft, aber dazu ist m.W. euer EEG nicht vorgesehen.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Ich möchte dieses Thema noch einmal aufgreifen.
    Zum Beispiel: Bei einer PV-Anlage , welche technisch 5,5 kw erzeugt, aber wegen der 70%-Regelung nur 4,36 kw einspeisen darf, könnte man doch DC-seitig diese 1,14 kw zur Speicherung in einem Akku verwenden, ohne das die abgeregelte Einspeisemenge verringert wird. Vorrausgesetzt, es geht technisch zu bewerkstelligen.

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  • bei einer 3KW Anlage ist die 70% Regelung besonders einfach zu realisieren.
    Man benötigt nur einen 1KW Heizstab fürs Warmwasser, welcher sich bei >70% Netzeinspeisung zuschaltet.
    Der Wechselrichter bleibt auf 100% fest eingestellt.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!