Neubau EFH 2016 - Gedanken zu PV

  • Hallo zusammen,


    2016 werden wir uns ein Haus im Raum Dresden neu bauen. Voraussichtlich wird es eine Stadtvilla mit einer Grundfläche von etwa 9,25x9,25 Meter. Das Walmdach mit Dachüberstand hätte dann 10,25x10,25 Meter. Die südliche Fläche hat voraussichtlich eine Ausrichtung von 37° (SüdSüdWest), dementsprechend hat die östliche Fläche eine Ausrichtung von 53° (OstSüdOst). Die nördliche Fläche spielt wohl keine Rolle. Auf dieser Fläche soll die SAT-Schüssel platziert werden, so diese quasi über die Hausspitze darüber schaut. Die westliche Fläche hätte eine Ausrichtung von 127° - sicherlich auch nicht relevant!? Die Dachneigung wäre voraussichtlich 35° Grad - was 70 Prozent Steigung entspricht.


    Das Walmdach besteht aus 4 gleichgroßen Flächen. Diese haben jeweils eine Fläche von 32,08 qm wenn man die volle Fläche inkl. Dachüberstand nimmt (ich hoffe meine Mathe-Kenntnisse haben hier nicht versagt - 10,25 Meter Breite; 70% Steigung auf die halbe Länge = 70 Prozent von 5,125m = 3,59m Höhe von Unterkante Dachanfang bis Dachspitze; Satz des Pythagoras; 50 Prozent davon entspricht einer Walmdachfläche). Beide Flächen zusammen ergeben 64,16qm. Rechnerisch habe ich mal gelesen, dass man 150 Watt pro qm unterbringen kann inkl. Abstandsflächen. Das würde ergeben: 64,16qm * 0,150kWp/qm = 9,6kWp. Das wäre gerade unter der 10kWp-Grenze des EEG - sehr gut, oder?


    Grob überschlagen sollte die Anlage 1000kWh je kWp pro Jahr produzieren - also 9.500 kWh pro Jahr. Abhängig von der weiteren Entwicklung möchte ich dann evtl (Inbetriebnahme 2017 voraussichtlich) das Ganze mit einer Batterie kombinieren. Tesla wird bis dahin hoffentlich breit im Markt verfügbar sein oder mal sehen was SolarWatt übermorgen herausbringt.


    Macht das bis hierhin erst mal Sinn?


    Eine weitere Frage: Was sollte ich beim Hausbau an sich beachten? Was muss ich beim EFH-Bauunternehmer beauftragen? Ein Elektroleerrohr für PV? Welche Anforderungen hat dies?


    Solarthermie: Es wird bei uns wohl eine Gasbrennwerttherme. Diese muss im Neubau üblicherweise mit Solarthermie kombiniert werden. Vorgesehen wären 5qm Bruttokollektorfläche. Lassen sich diese Solarthermie-Module effizient mit PV-Module verschachteln oder verliert mal hier nicht nur 5qm sondern vielleicht durch inkompatible Maße/Verschachtelung einiges mehr an Fläche? Eine andere Option für uns wäre dann, noch effizienter zu dämmen um so Ersatzmaßnahmen im EEWärmeG anerkannt zu bekommen. Das Haus wird ja eh relativ gut nach der Sonne ausgerichtet sein (SüdSüdWest), Wohnraumlüftung mit Erdwärmetauscher und Wärmerückgewinnung ist fest eingeplant und das A/V-Verhältnis sollte gut sein. Andererseits würde ich nicht unbedingt auf Solarthermie verzichten wollen, wenn es sich kombinieren lässt, weil die die 5qm Fläche ca. 50-60 Prozent unseres Warmwasserbedarfs decken könnten und damit auch einen gewichtigen Beitrag zu unserer "persönlichen Energiewende" beiträgen könnten.


    Zum Eigenverbrauch: Einerseits werde ich in Zukunft schon noch mehr als jetzt schon auf energieeffiziente Geräte achten. Beleuchtung soll komplett LED werden, Fernseher bei Neukauf ebenfalls LED und auch ansonsten werden A++-Geräte bei mir generell ein klares Kaufkriterium sein. Neue Küche ist auch aus Sicherheitsgründen als Induktion geplant. Andererseits zieht die KWL permanent über das Jahr Leistung und steigert so den Eigenverbrauch (und spart aber gleichzeitig ein vielfaches davon an Wärmeenergie) und Frau möchte nicht auf Trockner verzichten. Durchlauferhitzer ist nicht geplant, aber Warmwasser-Zirkulation.


    Langfristig könnte auch ein Elektro-Auto kommen, aber das nur wenn die Preise wie bisher fallen (Minus 10 Prozent - Jahr für Jahr). Ich lege auf Autos, zumindest im Moment, nicht so viel wert und daher kann ich mir im Moment weder einen Neuwagenkauf vorstellen noch dass ich mehr als 12-14k EUR für einen jüngeren Gebrauchtwagen ausgebe (welcher dann für 10 Jahre fahren soll). Bis Elektro-Autos in diesen Preisregionen ankommen, dauert es noch ein wenig (oder auch nicht wenn es eine ähnliche Preisentwicklung wie bei PV-Anlagen gibt). Allerdings führt mein Arbeitsweg auch über die Autobahn, so dass etwa ein Twizy schon dort keinem Sinn macht, wenn man permanent von LKWs überholt wird.


    Ideen, Anmerkungen und Kommentare sind willkommen.

  • Gleiche Situation wie Du. Habe auch 9,66kwp aufm Dach, habe mir aber die Solarthermie gespart. Bisher alles gut.


    Viele Grüße,
    Christian

  • Hallo JSDD,
    Willkommen im Forum - würde mir aber von den Hasutechnikplanern Alternativ einem modulierende LWP rechnen lassen (bei mir war der Fehler das die Technikerplaner nicht wussten das ich mit dem Gedanken einer PV Anlage spiele und daher die Auslegung zwar gut aber nicht ideal geworden ist) anstatt der Gasbrennwerttherme mit Solarthermie - bei deinen Hauswerten würden das eventuell besser passen und die damit freie Fläche mit PV voll machen (Strom gibt es ohne Schnee auch wenn es kalt ist und die Sonne scheint).
    lg Alexander

    5kWp Anlage in Tirol, SMA Tripower 5000TL20, 20 x REC Module auf Ifix - Flachdach mit Kies

  • Hallo


    waren vor 2 Jahren in der gleichen Situation wir ihr. Was soll aufs Dach des Neubaues. Haben uns aber dann für eine LWWP und ne PV Anlage geeinigt.
    Ich denke das das Haus sicher ein KFW 70 ehr besser sein wird. Somit wird der Wärmebedarf eh nicht so hoch sein. Was das Warmwasser aus ST angeht hast Du im Sommer soviel davon das Du/ihr damit einen Pool heizen könnt und im Winter kommt nur recht wenig von oben.
    Schon mal darüber nachgedacht nicht nur die Heizung sondern auch das Warmwasser über den Erdwärmetauscher zu erzeugen. Somit würde nicht nur der Brennwertkessel weg fallen sondern auch gleich der ganze Gasanschluss.


    Ich kann nur für uns sprechen aber wir sind mehr als zufrieden mit unsere LWWP als Heizung und Warmwasser erzeuger.


    Also lass es dir mal ausrechen was für euch besser wäre

    5,3 KW/p Sunmodule Plus SW 265, (S30°) Süd, DN33° seit 07/14 in 79189


    JK: 6 DJK:1

  • Ohne Heizlastberechnung o.ä. würde ich zu dem frühen Stadium noch gar nichts endgültig fest legen.
    Wie ist das Haus gedämmt? Mit Keller? Wohnfläche?
    Fußbodenheizung in allen Räumen ist fest eingeplant?


    Recht sicher würde ich bei fest eingeplanter PV auf dem Dach keine Gastherme mehr installieren und auch keinen Platz für eine teure Thermie verschwenden, deren Überschüsse im Sommer wertlos sind.
    Ich würde auf LWWP oder Grabenkollektor nach Haustechnikdialog-Forum als Wärmequelle für Heizung und WW gehen. Dazu dann ggfs. einen Holzofen / -Kamin für die Optik und die 10 ganz kalten Nächte im Winter im wilden Osten.


    Die Wirtschaftlichkeit eines Speichers sehe ich auch in 2017 noch nicht unbedingt.


    Beim EFH-Bauunternehmer würde ich außer einem Leerrohr (besser ein Leerrohr mit 25mm Durchmesser je Dachseite) gar nichts beauftragen. Die lassen sich derartige Extras meiner Erfahrung nach, nämlich sehr gerne vergolden und haben außerdem recht wenig bis keine Ahnung davon.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo jsdd,


    ich habe zusätzlich zur PV noch ~6m² ST (Flachkollektor).
    Diese laden einen 600l Schichtspeicher.
    Der Heizkessel läuft von Mai bis September insgesamt vielleicht 20 Stunden (bei Schlechtwetterperioden).
    Die Ausbeute der ST ist sogar so gut, dass ich im August aus mehreren Möglichkeiten wählen kann:
    a) 3x täglich ein heisses Vollbad geniessen
    b) einen Pool bauen
    c) eine Hebammenstation eröffnen
    oder d) die Zirkulation nachts laufen zu lassen, um die Speichertemperatur >90°C runter zu kriegen...
    Dafür ist in den Wintermonaten die Ausbeute eher mau.
    Ich würde mir heute lieber 1 kW mehr PV aufs Dach packen (meinetwegen auch als ungeförderte Insel - wenn das
    Gerüst ja eh schon steht...), und dann die Energie wartungsfrei im Heizstab verbraten, bzw. den Überschuss für "edlere"
    Zwecke verwenden. (Strom in Wärme funktioniert halt leichter als umgekehrt...).


    In deinem Fall wäre halt auch denkbar, wie schon in vorhergehenden Beiträgen beschrieben, eine rein elektrisch betriebene Heizlösung (Wärmepumpe). Dies könnte bei einem Neubau durchaus zur alleinigen Wärme- und WW-erzeugung reichen.
    Dabei dürfte sogar die Ersparnis von Gastherme und ST die Heizkosten aufwiegen. Aber halt zunächst mal eine
    Wärmebedarfsberechnung durchführen (lassen). Und dann ein für dich passendes Konzept maßschneidern.


    Grüße
    Sonnenschlumpf

    Was man dem Volk dreimal sagt, hält das Volk für wahr. (H.v.Kleist)


    Die Kernkraft ist sicher!
    Die Kernkraft ist sicher!
    Die Kernkraft ist sicher! [/ironie off]

  • jsdd: Das Walmdach besteht aus 4 gleichgroßen Flächen. Diese haben jeweils eine Fläche von 32,08 qm wenn man die volle Fläche inkl. Dachüberstand nimmt (ich hoffe meine Mathe-Kenntnisse haben hier nicht versagt - 10,25 Meter Breite; 70% Steigung auf die halbe Länge = 70 Prozent von 5,125m = 3,59m Höhe von Unterkante Dachanfang bis Dachspitze; Satz des Pythagoras; 50 Prozent davon entspricht einer Walmdachfläche). Beide Flächen zusammen ergeben 64,16qm. Rechnerisch habe ich mal gelesen, dass man 150 Watt pro qm unterbringen kann inkl. Abstandsflächen. Das würde ergeben: 64,16qm * 0,150kWp/qm = 9,6kWp. Das wäre gerade unter der 10kWp-Grenze des EEG - sehr gut, oder?


    Grob überschlagen sollte die Anlage 1000kWh je kWp pro Jahr produzieren - also 9.500 kWh pro Jahr.


    Bitte eine maßstäbliche Zeichnung der Dachflächen einstellen, damit man die Belegung prüfen kann.
    Da ist wesentlich unkomplizierter, als die ganzen Maße nachzuvollziehen.


    Bei unterschiedlicher Ausrichtung, also abweichend von Süd und 30° Dachneigung, könnten es weniger als die prognostizierten 1000 kWh/kWp werden. Wie wurden die Werte ermittelt? Kann man mit PVGIS prüfen.

  • Du willst Erdwärmepumpe und Gastherme, PV und eventuell Speicher?
    Prüfe mal, was die Erdwärmepumpe samt Kollektor und Gastherme kostet und überlege, ob Du dafür nicht ein Nano oder Mikrobhkw bekommst. Falls ja, würde ich mal darüber nachdenken und noch etwas weiterspinnen, nämlich auf einen Stromanschluss verzichten. Mit 10kwp PV hast Du von ca. Ende März bis Ende September genügend STrom für Haushalt und Wärme, bzw. Wasser. Das BHKW bracuh in der Regel sowieso einen Pufferspeicher (dito die Wärmepumpe), dieser wird dann im Sommer per Heizstab direkt beheizt. IM Winter genereiert Dir das BHKW genügend Wärme und genügend Strom. MIt Batterie und Inselwechselrichter bist Du dann autarak und kannst auf einen Stromanschluß verzichten, da es dann keine EEG Umlage gibt, könntest Du auch mehr als 10kwp aufs Dach legen, selbst auf die Nordwestseite...
    Frag mal informativ bei ecopowerprofi hier im Forum an, der kann Dir eine Hausnummer für die Kosten zurufen, die reinen BAtteriekosten sind bei Bleispeicher um die 5000€... und für den Notfall legst Du ein Kabel zu Deinem Nachbarn.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Hallo jsdd,


    wenn Neubau dann doch eigentlich nur mit WP und PV. Das bisschen Strom das du im Sommer für ww benötigst ist nicht viel und den Überschuss der PV Anlage kannst du verkaufen, der Überschuss der Solarthermie verpufft.


    Muss es eigentlich ein teures uneffizientes Walmdach sein? mach ein Krüppelwalm und du hast mehr Fläche für PV.


    Wenn deine WP und FBH gut ausgelegt sind brauchst Du keinen Puffer wenn du eine Sole WP nimmst und keine LWP die abtauen muss.


    Django

  • Hallo,


    auch von mir ein herzliches Willkommen an einen weiteren Dresdner im Forum :-)


    Hast Du schon halbwegs genaue Pläne vom Haus, insbesondere vom Dach? "4 gleich große Seiten" kann ich z.B. bei einem Walmdach gerade irgendwie nicht nachvollziehen. Ausgangspunkt für die Heizungsplanung ist immer die erwartete Heizlast des Hauses und der voraussichtliche Trinkwasserbedarf. Habt ihr da schon was vorliegen? Dann kann man rechnen. Da ein Walmdach eine relativ geringe Dachneigung hat, ist die Diskrepanz bei ST zwischen Winterversorgung und Sommerüberschuss tendenziell noch größer als bei anderen Dächern mit stärkerer Dachneigung. Auf der anderen Seite kann man aufgrund des relativ flachen Daches mit PV auch auf dem NW Dach noch einen halbwegs akzeptablen Ertrag erzielen.


    Wir haben selber vor 7 Jahren in Dresden West gebaut. (2 Etagen, Walmdach, Gastherme) Die WP ist damals am Geld und fehlenden Informationen bei mir gescheitert ;-) Mittlerweile habe ich PV auf Süd-, West- und Ostdach, sowie auf dem Carport. ST hatte ich lange überlegt, aber immer aus im Vergleich zu PV deutlich schlechterer Wirtschaftlichkeit nicht umgesetzt. Das ist aufgrund der gesunkenen Einspeisevergütung nicht mehr ganz so extrem, prinzipiell ist aber aufgrund der geringen Heizlasten das Sparpotential mit ST bei modernen EFH eher begrenzt. Und mit warmem Wasser kann ich auch keinen Tesla laden :oops:


    Heute würde ich Löcher bohren (wenn möglich) oder notfalls einen Flächen- oder einen Grabenkollektor bauen, das gesamte Dach mit PV vollmachen und eine WP mit möglichst großem Pufferspeicher bauen. Dazu optimalerweise FBH, groß dimensionierte Heizkörper tun es aber auch, wenn einen die Nachteile der FBH (Trägheit, Wärme von unten) stören.


    Wegen der Umlage würde ich tatsächlich knapp 10 kWp bauen und nach 12 Monaten den Rest des Daches vollpacken. Zumindest die DREWAG akzeptiert einen Zähler bei mehreren Anlagen und eine nach kWp gewichtete Einspeisevergütung.


    Alex.

    138 KWp als Bürgeranlage (http://laborschule.solardach-dresden.de)
    19,3 KWp privat auf Süd-, Ost-, West- und Flachdach
    SI 6.0 mit PzS - 80KWh nutzbar und Notstrom
    Tesla Model S90D seit 10/2016, Tesla Model 3 AWD LR seit 04/19