Abschaltung KKW Gundremmingen B? Übertragung Reststrommengen

  • Hallo zusammen,


    da Grafenrheinfeld ja bekanntlich im Juni vom Netz gehen wird und dies weniger als 6 Monate in die Zukunft sind, veröffentlich das Bundesamt für Strahlenschutz derzeit monatlich die verbleibenden Reststrommengen der KKWs:
    http://www.bfs.de/de/kerntechnik/KTA/kkw/laufzeiten.html
    http://www.bfs.de/de/kerntechn…itaetsmenge_Maerz2015.pdf


    Dabei dürfte es auch bleiben, denn im Juni hat das KKW Gundremmingen B vermutlich auch nur noch "Strom" für 6-7 Monate Laufzeit. Da meines Wissens bisher aber kein Abschaltantrag bei der BNetzA seitens RWE einging, frage ich mich, was dort geplant ist.
    Weil für eine Übertragung von Reststrommengen wird die Zeit auch langsam knapp, will man keine zusätzlichen Stillstandszeiten.
    Zudem wäre man ja selten dämlich, wenn man die Strommengen der Alt-AKWs noch schnell in Gundremmingen verbrät, bevor man beim Bundesverfassungsgericht Theater gemacht hat, wie groß doch der Schaden durch die Sofortabschaltung damals war. Weil werden die Mengen nun letztlich einfach woanders erzeugt, dürfte sich der wirtschaftliche Schaden bestenfalls auf ein paar Milliönchen hochrechnen lassen und keine Milliardensummen produzieren.


    Die monatliche Veröffentlichung der Zahlen und damit einhergehende Transparanz machts für RWE meiner Einschätzung nach auch nicht besser.
    E.On versucht in Grafenrheinfeld ja dasselbe Spiel, sich als "frühzeitiger Abschalter" in Szene zu setzen:
    http://www.eon.com/de/presse/p…ite-junihaelfte-2015.html
    Denen geht auch schlicht der Strom aus. Dass Ende 2015 laut Atomgesetz ein "längstens" Termin ist, schweigt irgendwie jeder tot, denn das System der Reststrommengen wurde ja nicht außer Kraft gesetzt, sondern nur um definitive Abschalttermine ergänzt.
    Und diese Mengen sind den Konzernen seit 2000 bekannt.

  • Ich stelle einfach mal ganz dumm folgende Frage: Das sowohl RWE als auch E.ON mit dem Rücken an der Wand stehen was die Kosten für Endlagerung und Rückbau angeht sollte bekannt sein. Könnte es sein, dass die 100 TWh Reststrom von RWE verwendet werden um die Bundesregierung erpressen zu wollen ala Nehmt ihr die AKW und die 100 TWh oder wir lassen die AKW bis zum letzten Tag laufen weil der Reststrom eh noch für 10 Jahre reicht. Ich sag' es mal so: Die Energiewende ansich mag gerade ggf. nicht gut wegkommen aber Atomkraft ist absolut verhasst. Und ich denke nicht, dass Mutti die "Atomkraft-Kanzlerin" werden will. Nicht nach der peinlichen Nummer mit dem Austieg aus dem Austieg aus dem Atomkraftausttieg ausgelöst durch Fukushima.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Zitat von Dringi

    Und ich denke nicht, dass Mutti die "Atomkraft-Kanzlerin" werden will.


    Warum denn nicht?


    Irgend einen "Titel" muss man doch erringen.


    Was diese Person sich in ihrer Amtszeit geleistet hat läuft so langsam darauf hinaus, daß sie Blatter den Rang ablaufen will.


    Oder gibt es irgend etwas das sie "zum Wohl des Deutschen Volkes" getan hat, außer Meineide schwören?


    Mit dem immer offensichtlicheren fortschreiten ihres Alzheimers sollte sie endlich von Ihrer Position enthoben werden.


    Django

  • Danke für den Link, kannte ich noch nicht - die Frage an sich habe ich mir auch schon länger gestellt (auch schon letztes Jahr, als EOn versucht hat Grafenrheinfeld noch länger laufen zu lassen - wie es ausschaut, werden sie jetzt auf die letzte kWh ausreitzen, es wäre also gar nicht viel länger gegangen)
    Was müssen sie konkret beantragen? Hatte EON nicht auch den 31.5.2015 beantragt und Grafenrheinfeld läuft trotzdem noch einige Wochen?
    Jetzt im Sommer werden sie etwas drosseln, dann im Herbst oder über die Weihnachtsferien (da haben wir typisch massives Überangebot an Strom) noch eine Wartung (Grafenrheinfeld wurde auch im März noch gewartet mit Brennelementewechsel - es wurden "gebrauchte" Brennelemente eingesetzt, keine Ahnung, woher die kamen, womöglich aus einer anderen Anlage) und schon kommt man gut über den Winter. Dann wäre eh reguläre Wartung, da kann man auch gleich ganz aus lassen/in Kaltreserve gehen.

  • Gestern in unseren Regionalen Nachrichten:

    Zitat

    KKW Gundremmingen bekommt Elektrizitätsmengen übertragen


    RWE und E.ON haben die ersten Weichen gestellt, dass das Kernkraftwerk in Gundremmingen bis Ende 2017 bzw. 2021 betrieben werden kann. Aus den Kraftwerken in Mühlheim-Kärlich und Unterweser sollen jetzt insgesamt 13,2 Terrawattstunden übertragen werden. Eine entsprechende Meldung wurde jetzt beim Bundesamt für Strahlenschutz eingereicht. Damit können die Blöcke B und C zumindest bis zum kommenden Frühjahr bzw. Sommer weiterbetrieben werden. Das Gesetz ermöglicht es, dass die für jedes Kraftwerk definierte Elektrizitätsmengen übertragen werden können, um einen Weiterbetrieb bis zum Enddatum zu ermöglichen.

    Schott String1 DN 50°, Süd+30°/ String2 DN 45°, Süd+20°/ Kostal Piko 5.5 6,08 kWp 2011
    Schott DN 35°, Süd+30°/ SMA SB1300TL-10 1,33 kWp 2012
    JK:26 D:3 T:1
    L:37 D:8 T:3

  • Und hier noch mal schwarz auf weiß, das Pulver ist noch nicht verschossen ;)


    http://www.bfs.de/SharedDocs/D…_blob=publicationFile&v=7


    Bei Grafenrheinfeld sieht man schön, wie die Mengen im Laufe des Juni bei gleicher Last aufgebraucht war, weil Ende Mai nur noch kleine Reststrommengen übrig waren. Eine Übertragung war hier für E.ON aus den bekannten Gründen (Brennelementesteuer, Endabschaltung spätestens Ende 2015) wohl nicht mehr sinnvoll.


    Was ich nicht verstehe, wieso man so eine Salamitaktik fährt. Gerade Gundremmingen C wird noch deutlich mehr Reststrommengen verfeuern können, da der Abschalttermin im Vergleich zur Menge noch lange hin ist. Da die abgeschalteten AKW sicher nicht mehr ans Netz gingen, könnte man die Mengen ja auch direkt gebündelt komplett auf Gundremmingen C schreiben lassen.

  • Zitat von Haladin

    ...
    Bei Grafenrheinfeld sieht man schön, wie die Mengen im Laufe des Juni bei gleicher Last aufgebraucht war, weil Ende Mai nur noch kleine Reststrommengen übrig waren. Eine Übertragung war hier für E.ON aus den bekannten Gründen (Brennelementesteuer, Endabschaltung spätestens Ende 2015) wohl nicht mehr sinnvoll.


    Was ich nicht verstehe, wieso man so eine Salamitaktik fährt. Gerade Gundremmingen C wird noch deutlich mehr Reststrommengen verfeuern können, da der Abschalttermin im Vergleich zur Menge noch lange hin ist. Da die abgeschalteten AKW sicher nicht mehr ans Netz gingen, könnte man die Mengen ja auch direkt gebündelt komplett auf Gundremmingen C schreiben lassen.


    Alle Reststrommengen in Summe können eh nicht mehr verbraucht werden bis zu den Abschalttermin, da es mehr als genug Reststrommengen gibt (insbesondere Krümmel, Mülheim-Kärlich).
    Sie sind nur unpassend auf die Energiekonzerne verteilt. Die schauen jetzt wie man die verteilt bekommt ohne das man dem Staat mitteilt das sie praktisch wertlos sind und daher eine Entschädigung für nicht verbrauchte Strommengen den Staat auch fast nichts kostet.


    Zu Grafenrheinfeld denke ich, dass die Brennelemente zum Ende hin nicht mehr volle Leistung liefern können, sondern nur noch Teillast. Entnahme wird zum Ende immer schwerer (Gasspeicher, Batterien, Regentonnen etc.).

  • Habe es doch selbst gefunden http://www.bfs.de/SharedDocs/D…trizitaetsmenge-2015.html
    Außer Gundremmingen B und C sind alle für ein paar Jahre versorgt, für die beiden wird wohl bald ein neuer Antrag kommen, sonst gehen sie Anfang 2017 aus.

  • Zitat von alterego

    Habe es doch selbst gefunden http://www.bfs.de/SharedDocs/D…trizitaetsmenge-2015.html
    Außer Gundremmingen B und C sind alle für ein paar Jahre versorgt, für die beiden wird wohl bald ein neuer Antrag kommen, sonst gehen sie Anfang 2017 aus.


    Wenn ich mir die verlinkte Tabelle anschaue dürfte es doch auch bei Grafenrheinfeld so gewesen sein, das sie zum Zeitpunkt der Übertragung schon nahe 0 waren. Übertragungen sollten doch kein Problem darstellen, da das verbeleibende Restkontingent deutlich größer ist als die maximal mögliche Produktion.