BMV700 - Einstellung für Akku voll?

  • Hallo zusammen.
    Ich habe meinem Stromspeicher ein BMV700 gegönnt. Beim Studieren der Bedienungsanleitung bin ich über die Parameter gestolpert, mit welchen der BMV mein feststellen zu können, dass der Akku voll aufgeladen ist.


    Dies sind:
    02. Charged Voltage (Default 13,2V)
    03. Tail Current (Default 4%)
    04. Charged detection time (Default 3min)


    Das heißt, wenn die Batterie für mehr als 3 Minuten über 13,2V liegt und der Strom dabei unter 4% der Nennkapazität sinkt, geht der BMV davon aus, der Akku ist voll.


    Die 4% kommen mir etwas viel vor (bei 400Ah Akku wären das 16A). Eigentlich heißt es doch, ein Bleiakku ist voll, wenn der Ladestrom unter 1% der Kapazität gesunken ist?!


    Genauso kommen mir die 3 Minuten zu wenig vor... Was ist, wenn der Wechselrichter fast den gesamten Strom von den PV-Panelen, bis auf ca. 5A selbst verbraucht... Dann denkt der BMV, der Akku ist voll. Oder geht dann die Spannung auch unter 13,2V?


    Welche Einstellungen würdet ihr empfehlen?


    Ich habe es jetzt so eingestellt:
    02. Charged Voltage: 13,3V
    03. Tail Current: 1,5%
    04. Charged detection time: 30min


    Die Originalwerte von Viktron passen vielleicht gut zu einer Ladung mit einem Ladegerät im Wohnmobil. Sind sie auch passend für die PV-Insel-Anwendung?

  • Zitat von STK

    Was ist, wenn der Wechselrichter fast den gesamten Strom von den PV-Panelen, bis auf ca. 5A selbst verbraucht... Dann denkt der BMV, der Akku ist voll


    Hallo,
    der Shunt vom BMV wird direkt vor den Akku geklemmt, auch der WR läuft darüber. Somit erfasst der BMV alle rein- und rausfliessenden Ströme am Akku. Ob der WR sich jetzt x Ampere von den Panelen direkt zieht ist doch somit für den Akkustatus unwichtig - und nur um den geht es doch beim Batteriemonitor !?
    Also bei mir funktioniert der BMV ganz problemlos mit den Standarteinstellungen, ganz egal welchen Akku ich an der PV verwende :)

    "Es ist ganz natürlich, daß man anstößt, sobald man der Strömung nicht mehr folgt."
    (André Gide)

  • Wenn der BMV aber "sieht", dass noch nicht die aus dem Akku verbrauchten Amperestunden wieder reingeladen wurden, dann erkennt der BMV den Akku als NICHT voll.
    Auch wenn der Ladestrom irgendwann bei 1A liegt.
    Charge Efficiency ist auch eine wichtige Einstellung.

  • Da ich mir auch einen zulegen will, wollte ich mal fragen wo es die Teile am günstigsten gibt? Welcher wäre zu Empfehlen, der 700 oder 700S?

    Module: 10x80W + 6x130W Enjoy Solar Module (wird noch erweitert)
    Gestell: Marke Eigenbau
    Laderegler: Steca PR2020 + Steca PR3030 + Solar30
    Wechselrichter: Steca Solarix PI1100 (erweiterung geplant)
    Batterie: Hoppecke Stapler PzS 24V 465Ah + BMV 700

  • Nochmal zur ursprünglichen Frage:


    Diese Akku-Voll-Erkennung ist bei Solaranwendungen durchaus problematisch, insbesondere wenn während der Ladephase auch Strom verbraucht wird. Der Batteriemonitor kann nicht unterscheiden, ob der Ladestrom wegen voller Batterie sinkt, oder ob er wegen zu wenig verfügbarer Solarleistung sinkt.


    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Spannungseinstellung knapp unter der Ladeschlußspannung (nicht der Erhaltungsladespannung !!) zu wählen und die Zeit möglichst groß zu wählen. Wenn nun die Solarleistung nicht ausreicht, sinkt zwar der Strom unter die Schwelle, aber die Spannung sinkt (bei leerer Batterie) innerhalb der Zeit ebenfalls unter die Schwelle, so dass der Akku normalerweise nicht irrtümlich als voll erkannt wird. Zumindest wird das nur dann passieren, wenn er eh schon fast voll war.


    Nachteil der hohen Spannungseinstellung ist, dass der Akku während der Absorptionszeit voll werden muss, um ihn als voll zu erkennen. Wenn die Absorptionszeit nicht ausreicht, also der Akku erst im Float fertig geladen wird, funktioniert die Erkennung nicht mehr. Damit kann man aber eher leben, als mit einer irrtümlichen Voll-Erkennung bei niedrigem Ladestand. Und das passiert bei der 13,2 V Einstellung definitiv.


    Wichtig ist allerdings, mit dem Schwellwert nicht zu nah an die Ladeschlußspannung zu gehen, sonst wird er allein aufgrund der Regelungsschwankungen regelmäßig unterschritten und die Batterie demzufolge nie als voll erkannt. Einfach mal die Spannungsanzeige in der Absorptionszeit beobachten und ein wenig Reserve nach unten lassen.

  • Zitat von Thomas2


    Wichtig ist allerdings, mit dem Schwellwert nicht zu nah an die Ladeschlußspannung zu gehen, sonst wird er allein aufgrund der Regelungsschwankungen regelmäßig unterschritten und die Batterie demzufolge nie als voll erkannt. Einfach mal die Spannungsanzeige in der Absorptionszeit beobachten und ein wenig Reserve nach unten lassen.


    Hmmm.. seh ich hier eigentlich genau anderst herum. Ich würde von meiner Warte aus empfehlen die Voll parameter wirklich ziemlich genau knapp unter der Vollladespannug zu setzen, das gehört wirklich recht genau aber mit Messungen aufeinander abgestimmt damit die Batterie wirklich nur dann auf Voll neu einkalibriert wird wenn sie wirklich voll ist .. weil wenn man hier zu weit darunter ist wird die Batterie ansonsten viel zu früh auf Voll gestellt wird. Das führt dann vorallem dann in Zeiten von schlechter Einstrahlung zu komplett falschen SOC Werten.


    Der Unterschied zur PV Insel und dem Batteriemonitor ist das hier einfach keine Kontrollierte Vollladung mit garantiert abgeschlossenen Ladung erfolgt. Sprich die muß nicht jeden Tag auf 100% sein bei überschreiten von 13.4 und geringer einstrahlung wo der Schweifwert unterschritten weil gerade wenig kommt kann da noch eine schöne ecke Fehlen auf 100%.


    lg

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Es hilft tatsächlich, wenn man die Bedienungsanleitung mal auf englisch liest. :oops:
    Die haben " absorption charge voltage" mit "Konstantladespannung" übersetzt... :roll:


    Also in der englischen Version des Manuals heißt es denn auch tatsächlich, dass man bei Solaranwendungen die Spannung knapp unter der Absorbing Voltage einstellen soll. Dabei natürlich die Temperaturkompensation berücksichtigen, welche zwar der Laderegler macht, aber nicht der BMV.
    Ich habe jetzt 13,9V, 1,7% und 7 Minuten eingestellt.
    7 Minuten deshalb, weil dann die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass ein gerade anlaufender Kühlschrank die Spannung runterzieht, weil der Laderegler nicht so schnell nachregelt, obwohl genug PV-Leistung da wäre.
    Parallel werde ich beobachten, was der Ah-Zähler anzeigt, wenn die Akkus wieder voll sind und dementsprechend die Charge Effiziency einstellen. Ich denke, da kann ich höher als default 95% gehen, weil ich meine AGMs nicht blubbern lasse.


    Aber andere Frage:
    Akku eingestellt 400Ah. Heute früh Anzeige, dass 52Ah entladen wurden. SOC-Anzeige 92%. Wie geht das?

  • Stichwort Peukert Faktor... Entladungen unter dem C Nennwerte der Batterie haben eine Erhöhung der Kapazität zur folge... umgekehrt das selbe.. Entladungen über dem C Faktor haben eine Veringerung der Kapazität zur Folge..


    Bitte unbedingt den Peuckert Faktor für deine Batterie korrekt einstellen das vergessen die meisten


    ZU amdenren.. Guterplan .. ich würde aber das Teil nicht auf Erhaltungsladung Einstellen sondern eher BULK/Absorbtionsphase zum rekalibrieren.. und die ist wo im Bereich von >= 14.3V je nach Laderegler... bei 13,9 im Bulk Modus fehlen dir noch gut 15% zum voll werden.. sprich wenn die LAadung hier dann abbricht zeigt er dir ansonsten 100% an obwohl du erst wo bei 85-90% bist... allerdings die Kombi mit 7min ist schon ganz gut.. das kan dann auch mit 13,9 klappen.. eventuell drehst sogar auf 10min rauf .. .mußt du einfach beobachten.. Tailcurrent kannst ruhig probiere auf 1% runter drücken... dann kannst davon ausgehen sie ist wirklich voll.. ich bei mir beobachte beim Vollstatus ungefähr 0.4% auf einem AGM block

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

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  • Danke Pezi. Peukert macht Sinn. Dann berücksichtigt der BMV den auch bei der SOC-Berechnung und nicht nur bei Time-To-Go. Garnicht so übel.
    Peukert habe ich auf Standard gelassen. Ich glaub 1,25. Vermutlich ist er bei AGM eher geringer, Jeder einzelne der Akkus (da für USV gedacht), bringt für 10min 1100 Watt bis 9.6V. Anders formuliert: Ich denke, die sind ziemlich spannungsstabil. Bedeutet: Ich muss mit dem Peukert runter gehen, dann geht auch die SOC-Anzeige im BMV runter. Korrekt? Ich versuche mal Peukert 1,1. Scheint Konsens für AGM zu sein. Im Batt-Datenblatt steht nix.
    Da scheint die richtige Einstellung in der Tat sehr wichtig zu sein. Ansonsten ist ja die SOC-Anzeige und der SOC-Alarm ziemlich sinnfrei...


    Die 13.9V für Volladung lasse ich. Das liegt zwischen Absorbing und Float, müsste also passen. Tailcurrent 1%... Könnte man machen, sehe ich ja auch, wenn ich mal mit Ladegerät auflade. Aber das dauert STUNDEN. So lange scheint die Sonne nie.