Frage an die (AGM)-Batterieexperten

  • Hallo,
    wie wäre es, für die Zeit der Abwesenheit den Ladestrom am Regler auf ein Minimum einzustellen ( 1A ) und parallel zum Batterie-Schalter ( in Stellung „aus“ ) eine Sicherung ( 1,5A ) anzuschließen?
    So ist der Energiefluss begrenzt, etwas abzufackeln und der Laderegler kümmert sich um den Batteriezustand, wie vorgesehen.
    Alles unter der Maßgabe, dass sich der Strom am Regler selbst, über PC-Schnittstelle, Fernbedienung o.ä. einstellen lässt.
    Pittiplatsch

    Modulfeld SüdOst 1920WP (60°) an Outback Flexmax FM80
    Modulfeld Süd 1880WP (25°) an Victron MPPT 150/70
    Modulfeld West 960WP (90°) an Soltronic 7520
    2 x Victron Phoenix 2000 Parallel
    Hoppecke OPzS 1120Ah (C100) 24V
    Nachspeisung Victron BlueLoader 24V/12A

  • Das macht Spass eure Vorschläge und Meinungen, vor 40 Jahren hab ich tonnenweise Analog Elektronik entwickelt, und es scheint als ob es da auch noch ein paar "Alte Hasen" auf diesem Gebiet gibt :-)
    Gehe ganz einig mit eurer Meinung.
    Grüsse
    peter

  • Pittiplatsch
    ja man könnte den Sunsaver MPPT auch programmieren, dass er z.b. nur eine temperaturkompensierte Halteladung ausgibt, aber was ist wenn er auf dumme weise kapputgeht....
    Drum würde ich es vorziehen nur mitels diskreten Bauteilen zu arbeiten....
    Gruss
    peter

  • @weiser uhu
    Du unterschätzt die Streuung der Zenerspannung vo Zenerdioden. +-5% ist ein guter, üblicher Wert. Aber wenn Du ein Billigteil aus der Bucht ziehst, kannst Du auch 10% neben der gewünschten Spannung liegen. Für den Akku ist es aber ein lebensdauerbestimmender Unterschied, ob Du bei 13,6 V aufhörst zun Laden oder erst bei 14,0 V. Das sind 3% :!:
    Deshalb: Messen ist besser und billiger als Akku neu kaufen.


    Freundlichen Gruß
    pvx

  • @weiser uhu
    ja das mit der Streuung ist mir klar...
    ich hab 3 bestellt und ausgemessen, hab mir auch noch shottky dioden bestellt um da noch Spielraum zu haben. Aber die tatsächliche Ausgangsspannung stimmt.
    Ist ja keine Massenproduktion, ich brauche nur 1 Stück für den Wohnwagen in Korsika....
    Gruss
    peter

  • ganderpe,


    sehr gut. So wird das was. Die Feinheiten der Spannung kannst Du dann noch über den Zenerstrom einstellen. Du wirst sehen, ob sich die Überdruckventile des AGM-Akkus manchmal oder nie öffnen, wenn Du ein Stück PE-Folie so drüberklebst, dass der Kleber einen dichten Ring mit reichlich Abstand um die Abblasöffnung bildet, ohne sie zu verkleben. Keine Sorge kein Kleber hält PE und PP so zusammen, dass sich nennenswert Druck aufbauen kann. Aber eine Blase kannst Du beobachten. Dann ist die Ladeendspannung zu hoch. Bildet sich keine, dann kannst Du noch 0,1 V höher gehen. Je näher Du dem Maximum kommst, umso weniger Sulfatierung bekommst Du.


    Viel Erfolg und schöne Tage auf Korsika
    pvx

  • pvx
    vielen dank für die Tips.
    Meine Frau ist heute gerad angekommen in Korsika. Hab die AGM Victron Batterie im letzten September mit dem Batterieschalter einfach abgehängt. Beim einschalten heute war die Spannung 12.26 Volt. Ich denke die Selbstentladung ist minimal....
    Gruss
    peter

  • Hi Peter,
    das ist eine schöne Bestätigung der Theorie der Selbstentladung. Wenn ich von vollgeladen vor 45 Wochen ausgehe, hat der Akku in dieser Zeit etwa 7% seiner Ladung verloren. Um diese mit Strom von Deiner PV auszugleichen, müsstest Du dauernd mit 28 mA z.B. über einen 1,5 k Widerstand laden. Da Dein Modul die 55 V aber über den Winter nur vieleicht 6 Stunden pro Tag bringen wird, würde ich 400 Ohm belastbar mit 5 W vorschlagen. Dieser Aspekt ist bisher außer Acht geblieben. Sorry. Die Zenerdiode brauchst Du dann nicht. Die Rückflussperrdiode aber schon, sonst verliert der Akku nachts Strom über die Module. Möglicherweise haben die Module aber schon so eine Diode eingebaut.
    Wenn Du, um sicher zu gehen, trotzdem eine Zenerdiode vorswehen willst, brauchst Du eine ausgemessene, die 5 W verträgt. (Zehn kleine à 0,5 Watt parallel geht nicht, weil die mit der niedrigsten Zenerspannung als erste überlastet würde und verglühte. Die nächste würde dann ganz schnell folgen. Und so weiter, bis alle hin sind.)


    Im Laufe der Jahre wird dann die Selbstentladung des Akku zunehmen, sodass Du dann einen niedrigeren Widerstand brauchen wirst.
    Ganz am Rande: Wieso lädst Du einen 12 V Akku mit 55 V - Modulen? Mit drei Modulen à 18 V parallel könntest Du die dreifache Ernte in den Akku laden.


    Freundlichen Gruß und schöne Tage auf Korsika
    pvx

  • Hi pvx,
    ich kann alles was du sagst nachvollziehen, bin "eigentlich" auch einverstanden, nur deine Annahme dass das letzte mal wo wir Korsika velassen haben die Batterie voll war stimmt nicht.
    Ich nehme an, dass die Batterie in den 250 Tagen max. 20% an Ladung verloren hat. Das entspricht einer Selbstentladung von 3.3 mA sagen wir 5 mA.
    Bei einer Panelspannung vo 60 V und einer gewünschten Batteriespannung von 13.6 V ist über dem 2700 Ohm Widerstand eine Spannung von: 60 - (13.6 + 0.4 + 2.2 + 0.6) = 43.2 V. Der Strom ist entsprechend 43.2 / 2700 = 16 mA. Davon fliessen 5 mA in die Batterie und der Rest durch die Zenerdiode. Bei einer Batteriepannung von sagen wir 13 V fliessen die ganzen 16 mA in die Batterie. Das aber leider nicht 24 h pro Tag, aber sagen wir mal 10 h. (Weil die Belastung des Panels praktisch Null ist ergibt sich auch schon mit wenig Licht eine Panelspannung im Bereich von 50 V) Das gäbe eine max. Erhaltungsladung von 160 mAH pro Tag d.h. ein Selbstentladungsstrom von 6.7 mA könnte ausgeglichen werden (wir brauchen eff. 3.3).
    Das schöne dran, auch wenn's einen Unterbruch im Zenediodenkreis kommen sollte (worstcase :-) , wäre der dan einsetzende, zu grosse Batteriestrom im max. 16 mA. (Das würde glaub ich innerhalb eines Jahres keinen Brand auslösen, glaub ich wenigsten :x .


    >Ganz am Rande: Wieso lädst Du einen 12 V Akku mit 55 V - Modulen?:
    Im Sommer steht der Wohnwagen im Schatten (das ist en Wechsel von Licht und Schatten, so wie es sich durch die Korkeichen ergibt) dabei haben die Dünnfilmpanels (Avancis PowerMax 130) den Vorteil, dass die Zellen eine Länge von 1600 mm haben, und wenn auf dieser ganzen Länge nur irgendwo Licht fällt, wird das entsprechend gewandelt. Bei den Monos genügt 1 Zelle am Schatten und aus ist es.
    Ich mache eine 2. identische Zelle rauf nur dass ich im Schatten die E-Bikes ab und zu laden kann. Im Herbsplatz, an der Sonne bekomme ich dann für meinen Sunsaver MPPT sogar zuviel Leistung von den Panels. Das Anforderungsprofil richtet sich nur nach dem Schattenplatz aus, ist in keiner Weise zu vergleichen mit den üblichen Installationen.


    Das waren so meine Ueberlegungen, alles ohne Gewähr :lol:


    Besten Dank nochmals für deine Tipps pvx.


    Gruss


    Peter