Frage an die (AGM)-Batterieexperten

  • Hallo,
    Ich habe einen autarken Wohnwagen in Korsika. Die meiste Zeit (45 Wochen pro Jahr) steht er leer an der Sonne.
    Wenn ich in die Ferien gehe möchte ich natürlich, dass die 120 Ah AGM batterie geladen ist. Ein paar Tage bevor ich ankomme wird der Wohnwagen schon an den gewünschten schattigen Platz gestellt.
    Der eingebaute Laderegler ist ein Morningstar Sunsaver MPPT. Das System läuft perfekt während ich in den Ferien bin.
    Nun zur eigentlichen Frage:
    ich scheue mich, das System laufen zu lassen während ich nicht vor Ort bin, weil wenn der Regler einen Fehler hätte in der Art, dass er die Batterie überladen würde, könnte es einen Brand auslösen.
    Trotzdem möchte ich eine geladene Batterie zu Ferienbeginn.
    Mein Lösungsansatz wäre, da es ja nur um die Selbstentladung der Batterie geht, den Baterieschalter welcher sich direkt am plus der Baterie befindet auszuschalten.
    Die Selbstentladung der Batterie durch eine Serieschaltung eines 6.8 kOhm Wiederstandes und einer Diode und einer Kabel-Feinsicherung zum Pluspol der Batterie zu kompensieren.
    Das würde bei einer Panelspannung von 55V bei 10 Sonnenstunden pro Tag in 350 Tagen ca. 22 Ah laden.
    Schadet das der Batterie od. könnte sie so überladen werden wenn ich auch mal längere Zeit fernbleiben würde?


    Danke für eure Meinungen


    Peter

  • Die Batterie lange Zeit (vielleicht ein knappes Jahr) ohne jede Ladung zu lassen, würde mir auch nicht gefallen, da leidet sie bestimmt darunter, auch wenn sie vorher voll war.


    Nach meiner Auffassung kann eine Batterie, wenn nur ein kleiner Erhaltungsladestrom fließt, auch nicht soviel Gas erzeugen, dass eine Explosion stattfinden kann, und eine Brandgefahr kann man durch eine sichere Konstruktion (auch im Hinblick auf die wirklich geringen Ströme) und der nur wenigen Bauelemente - wie von Dir beschrieben - in einem brandsicherem Gehäuse ebenfalls ausschließen. Egal, was es für ein Batterietyp ist, die Selbstentladung sollte ausgeglichen werden.



    Grüße vom
    -charlie-

  • Ich bin kein AGM-Experte und weiss nicht sicher, ob das Gut ist mit einem kleinen Dauerstrom bei AGM...
    Vor dem Fehler den du da beschreibst hätte ich Angst wenn ich mir einen 5€ LR gekauft hätte...
    Der Morningstar gehört da glaube ich nicht dazu (kenne den LR nicht persönlich)...
    Daher würde ich den LR dran lassen wenn ich länger weg bin...und habe damit gute Erfahrungen gemacht.
    Zumindest wenn ich nachgucke, und dann wie du sage "...das System läuft perfekt!"


    Als Fehlerursache mit Brandschaden begegnen mir eher Verarbeitung-/Dimensionierungssfehler...oder Denkfehler...

    "Es ist ganz natürlich, daß man anstößt, sobald man der Strömung nicht mehr folgt."
    (André Gide)

  • ich hab grad nochmal nachgesehen:
    Bei Winner wird die AGM Batterie für eine Erhaltungsladung mit 13,8 Volt angegeben. Ein Strom wird da nicht genannt, der stellt sich von selbst ein. Dabei dürfte auch noch keine Gasung auftreten. Ich habe SMF - Batterien, da ist die Erhaltungsladespannung 13,7 Volt angegeben, meines Erachtens rein akademische Unterschiede.


    Wenn die eingestellten Erhaltungsladeströme sehr klein sind, in dem Bereich wie von Dir genannt, dann kann es sein, dass die Erhaltungsladespannung von 13,8 Volt nicht erreicht wird. Um nun Überladung bei höherem Strom zu vermeiden, kann man eine Z-Diode geeigneter Spannung parallel schalten, über einen Widerstand entkoppelt von der Batterie, damit nix passieren kann. Dann erreicht man immer die Erhaltungsladespannung.


    Die Ruhespannung bei der AGM Batterie liegt bei 12,75 Volt. Jede Spannung darüber, also auch schon 13 Volt, dürften nach meiner Meinung bereits eine Entladung verhindern.


    schlonz: Eigentlich dürfte nichts passieren, wenn der Laderegler dran bleibt. Eigentlich.


    Grüße vom
    -charlie-

  • ganderpe
    Deine Idee ist gut. Es ist nur die Frage, wie groß der Widerstand sein muss, damit die Erhaltungsladespannung nicht überschritten und unnötig Wasser zersetzt wird, das Du bei AGM ja nicht nachfüllen kannst.
    Ich würde den Hersteller nach der empfohlenen Erhaltungsladespannung und -strom fragen und die dann entweder durch Wahl des Widerstandes einstellen ( mit höherem Wert anfangen, dann passiert nix ) oder eine ausgemessene Zenerdiode parallel zum Akku schalten. Ausgemessen, weil die Toleranz der Zenerspannung ( 5 % ) viel größer ist als die Toleranz der Erhaltungsladespannung ( 1..2 % ). Vor der Zenerdiode brauchst Du die Sicherung, so wie Du es skizziert hast. Zum Ausmessen brauchst Du natürlich auch ein gutes Voltmeter (< 1 % ), sonst hilft's nix.


    Freundlichen Gruß
    pvx

  • Hallo ganderpe,
    ja, leider sind die Hersteller da oft geizig. Vielleicht direkt anmailen?
    Du meinst vermutlich Ladestrom sollte nur fließen, wenn die Batteriespannung <13,4 V ist.
    Warum diese Grenze?
    Laut Datenblatt Ladeendspannung: 13,6 V bei 25 °C. In Korsika ist es manchmal sehr heiß - also 13,3 V bei 40 °C oder?
    55V-13,3V=41,7 V an 3k9 macht 10,7 mA.


    Empfohlener Erhaltungsladestrom bei AGM aus Herstellung 1980, neu:
    1 % von 122 Ah/Tag bei 40 °C = 50 mA, bei 25 °C 12 mA
    Zenerdiode BZX55C13: 12,4 V .... 14,1 V Temperaturkoeffizient: 4 ... 15 mV/K Max. 0,4W bei 40 °C
    Temperaturkoeffizient Deines Akkus 20 mV/K
    Das bedeutet, Du bist mit der richtigen Zenerdiode am besten dran: 13,3 V an 1k2 zieht 16 mA selbst, bleiben 16 mA für die Ladung. Strom begrenzt auf 30 mA. Verlustleistung der Zenerdiode dann max. 0,4 W.
    Passt bis 32 °C.


    Freundlichen Gruß
    pvx

  • volle Zustimmung. Schaltung ist okay.
    Ich würde auch auf etwas höheren Ladestrom gehen und den Widerstand entsprechend niedriger wählen.
    Liegt die Akkuspannung unter der Z-Spannung, fließt der Ladestrom voll rein in die Batterie. Die Z-Diode verhindert, dass die Spannung an der Batterie die Z-Spannung übersteigt. Da geht der Ladestrom dann gegen null.
    Unter 13,7 V kann der Akku nicht gasen und deshalb auch kein Wasser verlieren.
    Über der "normalen" Diode in Serie mit der Sicherung fallen auch nochmal etwa 0,6 Volt ab, deshalb eine 14 V Z-Diode nehmen. Dann liegen am Akku etwa 13,4 Volt maximal an.


    Grüße vom
    -charlie-