Gebrauchte PV-Anlage - Unternehmensform ???

  • Hallo ins Forum,


    wir haben vor Kurzem ein Einfamilienhaus mit einer bereits installierten PV-Anlage (Einzelpreis PV gem. Kaufvertrag 3600 EUR) gekauft.
    Nun haben wir inzwischen die Ummeldebestätigung vom Netzbetreiber, sowie den Fragebogen (Anmeldung Gewerbe) vom Finanzamt erhalten. Bei beiden Dokumenten soll angegeben werden, ob man nun Unternehmer im Sinne §2 Abs 1 UStG sein will oder nicht (Kleinunternehmerregelung).
    Grundsätzlich würde ich sagen dass der geringere Aufwand für uns die Kleinunternehmerregelung sein dürfte, da das Argument der Rückerstattung der MwSt des Kaufpreise bei uns nicht wirklich ins Gewicht fällt.
    Da die Vorbesitzerin allerdings eine Abrechnung inkl. Umsatzsteuer gemacht hatte, ist die Frage nun, ob sich die Kleinunternehmerregelung in diesem Falle für uns negativ auswirken würde?


    Ich hoffe es kennt sich damit hier jemand aus und kann uns da weiterhelfen. Denn für die Anmeldung alleine wollte ich jetzt nicht den Steuerberater einschalten müssen...


    Daten zur Anlage: 6,72kw


    Danke

  • Wichtig wäre zu wissen, wann die Anlage erstmalig durch die Vorbesitzerin dem (ihrem) Unternehmen zugeordnet wurde.
    Daran macht sich alles fest. Leider fehlt diese entscheidende Info.


    Der Wechsel zur KUR ist eine Änderung der für den Vorsteuerabzug maßgeblichen Verhältnisse im Sinne §15a UStG.
    Es wird somit eine Vorsteuerberichtigung ausgelöst, die durch Dich zu tragen wäre.
    Die Berichtigung beträgt innerhalb eines 60 monatigen Zeitraums für jeden nicht abgelaufenen Monat 1/60 der Vorsteuer.


    Wurde die Anlage erst im Jan 2015 errichtet / Vorsteuer geltend gemacht / dem Unternehmen zugeordnet,
    und Du wechselst im April 2015 zur KUR, dann zahlst Du 57/60 der Vorsteuer zurück.
    Ist die Anlage bei Wechsel schon älter als 60 Monate.... gibt es keine Vorsteuerkorrektur mehr.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Kann man die VSt Schuld vertraglich auf den Verkäufer verlagern, sofern man zur KUR wechselt?
    So kenne ich es aus anderen Bereichen.


    Der Käufer könnte doch auch die VSt aus dem Verkauf ziehen, oder?


    BTW: Der Kaufpreis erscheint mir brutto wie netto für eine 6,72KWp Anlage sehr niedrig bzw. falsch angesetzt.
    Wie viele Module, welcher WR sind hier verbaut.
    Den Preis dürfte der Verkäufer ermittelt haben und "der Rest" der PV Anlage ist zum Nachteil des Käufers in einen zu hohen Hauspreis eingeflossen. :juggle:

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Danke für die schnellen Antworten.


    Also die Anlage wurde 1998 in Betrieb genommen, d.h. die 60 Monate dürften schon deutlich überschritten sein...


    Ansonsten hier die Details:
    3 SMA Strangwechselrichter SWR 1500
    - 56 Module Solarex MSX-120 Laminate


    Wenn wir keine KUR angeben würden, könnten wir dann die 19% MwSt aus dem im Kaufvertrag angegebenen Preis ziehen? Und welcher sonstige Aufwand ist denn damit verbunden?


    Danke

  • Zitat von seppelpeter

    BTW: Der Kaufpreis erscheint mir brutto wie netto für eine 6,72KWp Anlage sehr niedrig bzw. falsch angesetzt.


    Die Anlage erhält noch bis Ende 2020 eine EEG-Vergütung. Damit ist der Preis nicht zu tief angesetzt. Ab 2021 kann man den Strom "nur" selbst verbrauchen.


    Zitat von MrCloudy

    Wenn wir keine KUR angeben würden, könnten wir dann die 19% MwSt aus dem im Kaufvertrag angegebenen Preis ziehen? Und welcher sonstige Aufwand ist denn damit verbunden?


    Hat der Verkäufer keine weiteren PV-Anlagen, liegt ein nicht steuerbarer "Vekauf im Ganzen" vor. Somit kannst du keine USt ziehen.

    Sonnige Grüße
    Kollektor