Plane meine erste PV Anlage - in Bulgarien

  • Hallo an alle,
    freue mich sehr, dieses Forum gefunden zu haben, da ich als absoluter Einsteiger froh über jeden Hinweis und Tipp dankbar bin, den ich von unabhängigen und objektiven Nutzern erhalten kann. Bisher hatte ich bei Händlern oft das Gefühl, dass jeder nur sein eigenes Programm fürs Optimale hält. Nun zu meinem, sicherlich spannenden Projekt, da ich mein Sommerhaus in Bulgarien am Schwarzen Meer mit einer PV Anlage ausstatten möchte, was etwas abenteuerlich ist. Nachdem aber dort absolut alles mit Strom betrieben wird (selbst Wasser aus der Leitung oder im WC benötigt Pumpe und Hauswasserwerk), komme ich mit der Family und Freunden im Sommer auf 35 KW Gesamtbedarf in 24 h! Da macht es Sinn bei der reichlichen Sonne diese Energie zu nutzen.
    Die geplante Anlagengröße: 7,5 KW, 50 PV Module SolarFrontier SF150-S (Dünnschicht, slaznebelgeeignet) - da Meeresnähe und extrem hohe Temperaturen im Sommer
    Montagesystem: K2 System, als Freiflächenanlage, 4 Reihen unmittelbar hintereinander platziert. (1x12+1x12+1x13+1x13)
    Und nun kommen die Punkte, zu denen ich um Rat bitte:


    1. Reicht dafür ein 3-phasiger Wechselrichter mit entsprechender Kapazität aus, oder sollten es mehrere sein?
    Laut Händler/Anbieter hat man mir bisher nur ein Stck. für die gesamte Anlage empfohlen (Delta Solivia/Kostal Piko/Fronius Symo). Welche Empfehlung zum 3-phasigen WR hättet ihr?


    2. Der dortige Stromanbieter hat mir folgenden Stromzähler montiert: MT173-D2A42R56-M3K03Z
    Er behauptet, dieser sei für PV geeignet, beim Hersteller ISKRAEMECO aber finde ich gegenteilige Aussagen dazu. Da er 2-Richtungszähler ist, ich aber nicht sicher sein kann obe er saldierend ist, würde ich gern die Einspeisung durch ein Zusatzgerät im Zählerschrank (durch energy meter o.ä.) gegenprüfen, um die Einspeiseanzeige zu kontrollieren. Wie könnte ich das aus Eurer Sicht am besten lösen?


    3. Habe eine GEO Solo II gekauft, um Stromverbrauch und Lastengang zu prüfen. Könnte ich damit evtl. Punkt 2 lösen?


    So das waren sicher viele Zeilen! Ich hoffe auf Eure Hilfe und freue mich über jede Antwort!

  • Hallo mischiko,


    herzlich willkommen im Forum.


    Dünnschicht ist eigentlich nicht das gelbe vom Ei, allerdings weis ich nicht ob es andere Module gibt die Salzwasser geeignet sind.


    bekommst du wenn du deinen Überschuss einspeist/verkaufst eine festgelegte Vergütung oder ist das Verhandlungssache des Energieversorgers/Netzbetreibers?


    Was kostet eine kWh in Bulgarien?


    Django

  • Die Module befinden sich sicher nicht direkt am Wasser, sondern nur in der Nähe. Daher kein Problem, die meisten poly und mon o kristallinen Module haben auch ein Zertifikat dafür. Du kannst also ganz normale 250 Wp Module (60 Zeller) verwenden.
    Was für eine Art von Anlage willst du bauen, ich vermute mal eine Art Eigenstrom Anlage?

  • Danke für die ersten Rückmeldungen!
    Geplant ist, dass ich mit einem 2-Richtungszähler die eingespeiste Energie vom Bezug abziehen kann und auf diese Weise vergütet bekomme. Daher ist auch der bei mir montierte Stromzähler MT173-D2A42R56-M3K0Z so wichtig auf Eignung zu hinterfragen. Insofern wird es hauptsächlich eine Eigenstromanlage, aber eben mit der möglichen Verrechnung, so dass vorerst Speicher nicht nötig sind (kann ich immer noch nachrüsten).
    Kosten in BG: HT Kilowatt = 14 Ct / NT Kilowatt = 9 Ct. Aber bereits im Sommer ist eine Erhöhung von ca. 30% im Gespräch. Und selbst diese Preis scheinen den dort monopolartig etablierten EON & Co. nicht genug. Eine Preisabgleichung mit DE oder EU ist abzusehen. Hinzu kommt dass man von jedem Verbraucher zusätzliche 10% "Stromverlust" kassiert, der auf der Strecke in dem konkreten Gelände angeblich zu verzeichnen ist. Und das trifft mich ja beim genannten hohen Tagesverbrauch dann doppelt. Das macht mich wütend, da es reine Abzocke ist und gab mit den Ausschlag für die PV Entscheidung.


    Solarmodule: Hier kam die Dünnschicht Empfehlung vor allem wegen der hohen Temperaturen und dem Wirkungsgrad.
    Insgesamt liegt das Objekt direkt an der Küste und wir spüren dort an allen möglichen Materialien den Salzwassergehalt in der Luft.

  • Hallo mischko,


    Das "Temperaturproblem" wird doch durch den Wind abgeschwächt. Wenn Du beim Aufbau darauf achtest, daß unter den Modulen Platz für Luft/Wind ist dürften auch "normale" Module nicht weniger liefern als die Dünnschichtmodule.


    Es gibt ja auch die Theorie, daß die Dünnschicht besser bei Schwachlicht wären was nicht bestätigt ist.


    Vermutlich wollen die Händler ihren Dünnschichtbestand verringern weil sie den irgendwo günstig aufgekauft haben.
    Dünnschicht hat nämlich viel stärker mit Degradion zu kämpfen vor allem wenn sie falsch angeschlossen werden.


    Kannst Du das mit den 10% "Stromverlust " genauer erklären?


    Stromerzeuger haben anscheinend überall jede Menge Phantasie um sich zu bereichern.


    Django

  • "Solarmodule: Hier kam die Dünnschicht Empfehlung vor allem wegen der hohen Temperaturen und dem Wirkungsgrad.
    Insgesamt liegt das Objekt direkt an der Küste und wir spüren dort an allen möglichen Materialien den Salzwassergehalt in der Luft".


    Da sollte eigentlich eine Empfehlung für die Standard Mono oder Poly Module kommen, die haben einen höheren WG als die DS. Vielleicht haben die DS einen etwas besseren Temperaturkoeffizienten, nur hast du mit mono/poly bei gleicher Fläche viel mehr Wp auf dem Dach und das kompensiert den kleinen Unterschied allemal.
    Die Rahmen der Module sind eloxiertes Aluminium, die Rückseite ist eine Tedlar Folie und auch das Frontglas wird durch salzhaltige Luft nicht beeinträchtigt. Manchmal setzt sich Salz ab, aber das kann man mit einem feuchten Lappen abwischen.
    Es gibt zB Segler, die Module auf ihren Booten installieren, funktioniert einwandfrei.
    Und das mit dem Schwachlicht ist mittlerweile auch nur noch ein schwaches Gerücht.

  • Dann werde ich mal die Version Dünschicht nochmals überdenken - noch ist ja alles in Planung. Deshalb ist dieses Forum ein Glücksfall! Zum 10% Stromverlust: Hier wird behauptet, dass in dem noch sehr wilden, unregulierten Gelände die Stromverlegung im Boden nicht 100%ig fehlerfrei ausgeführt worden ist und somit angeblich nach Abkassieren aller angeschlossenenen Verbfrauchern etwa 10% ggü. dem Hauptstomzähler fehlen. Das ist absolute Willkür und aus meiner Sicht gesetzeswidrig, aber wenn die Community wüsste, was alles dort anders als normal läuft, würde man diese Abzocke als durchaus normal einstufen.


    Zu den Modulen: Da ich ja, wie geschrieben, eine Freiland Anlage plane, weil genug Platz im Gelände vorhanden ist, kommt es mir nicht auf geringe Anzahl der Module und hohe Wp/Modul an, eher auf möglichst hohe WG und Langlebigkeit in Seenähe. Die Solarfrontier SF150-S sind ja an sich preisgünstig mit 81,60 EUR/Modul, oder habt ihr bessere Empfehlungen?