40 kWp+ auf Firmendach S-W vorschlagen

  • Hallo zusammen,
    ich möchte meinem Arbeitgeber (Krankenhaus) die Installation einer PV-Anlage vorschlagen, das muss ich natürlich mit den entsprechenden Zahlen präsentieren. Primär denke ich wäre es sinnvoll möglichst den Eigenverbrauch abzudecken, die Anlage soll also passend dimensioniert werden. Eine Auswertung des Lastganges werde ich evtl. in den nächsten Tagen bekommen, Dachfläche ist wohl ausreichend vorhanden. Die Dachneigung liegt bei geschätzt 45°, selected position ist in PVGIS: 49.496, 9.779.
    Mein erstes Problem ist jetzt die Umrechnung von Ausrichtung/Azimuth von Google Earth für PVGIS, ein Screenshot von GE habe ich angehängt. Lt. Google ist die Richtung 37.000000°, bei meinem Umrechnungsversuch komme ich auf -143° und sollte aber wohl auf etwa +40° kommen. Wie rechne ich es richtig? Was haltet Ihr von meinem Vorhaben?

  • Hallo,
    bei GE nordest du die Karte ein; dann weißt du auch in etwa, wie die Ausrichtung ist.
    Süd ist 0 Grad, West ist 90 Grad und Ost ist -90 Grad.
    Grundsätzlich sollte die Anlage möglichst groß sein; je größer, desto relativ geringer wird der Preis pro kWp installierter Leistung.
    Wenn natürlich das Budget beschränkt ist, dann muss dieses natürlich berücksichtigt werden.


    lg
    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • Moin


    Ich kenne zwar nicht Deine Fachkenntnisse aber bei einem Projekt dieser Größe solltest du Dir einen Fachpartner suchen mit dem Du das Konzept bei Deinem Arbeitgeber vorstellen kannst. Ich könnte mir durchaus vorstellen, das die Anlage wesentlich größer als 40 kWp bei der Konstellation wirtschaftlich betrieben werden kann. Zu bedenken sind natürlich auch Brandvorschriften, Trennungsabstände zum Blitzschutz. Leitungsführung usw. Gerade in öffentlichen Gebäuden muss auf die Einhaltung der komplexen Vorschriften geachtet werden.
    Daneben ist natürlich auch das EEG-Recht zu beachten. Wer ist nachher Anlagenbetreiber? Wer nutzt den Strom?


    Grüße von der Nordsee


    Olaf Harjes

    Grüße von der Nordsee


    Olaf Harjes


    Harjes Elektrotechnik Am Hillernsen Hamm 39 26441 Jever FON 04461 3315

  • Die Ausrichtung habe ich inzwischen dank "Planungshilfe für Fotovoltaikanlagen (Dach)" erfolgreich auf 37,27° umgerechnet (ist ja easy -90 :lol: ), PVGIS sagt 976 kWh pro Jahr und kWp vorraus. Jetzt hoffe ich auf das Lastprofil und melde mich dann wieder.
    Meine Fachkenntnisse beschränken sich auf allgemeine Elektrokenntnisse, sollte es konkret werden muss natürlich ein professioneller Partner mit ins Boot.
    Verbraucher und Betreiber der Anlage wäre dann das Krankenhaus (Private Trägerschaft, GmbH & Co. KG), im gleichen Haus gibt es aber auch noch andere Firmen die teilweise Tochterfirmen sind oder komplett getrennt sind.

  • Bist Du Dir zumindest halbwegs sicher, dass sich die Mühe für dieses Projekt lohnt und der Betreiber offen für PV ist?


    Ich kenne kein Krankenhaus mit PV auf dem Dach.
    Es gibt auch nur sehr wenige KH, denen es wirtschaftlich gut geht.
    Die kämpfen mit Ärztemangel, Reformstau im Gesundheitswesen und Pleiten.
    Immer mehr KH werden zu Krankenhausverbünden zusammen geschlossen, um Verwaltungsapparate abzubauen.


    Ich zweifle arg, dass sich irgendein KH Betreiber den Klotz PV über 20 Jahre ans Bein binden will geschweige denn dafür eine Finanzierung aus dem Ärmel schütteln kann/will.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Lt. der letzten veröffentlichten Bilanz geht es uns zum Glück ganz gut "..führten zu einer Wertschöpfung entgegen dem oben beschriebenen Trend.", ein Neubau steht im Raum. Ich gehe davon aus dass eine Chance zur Verwirklichung besteht, vor allem wird es aber tatsächlich eine wirtschaftliche Entscheidung sein.
    Das Lastgangprofil ist inzwischen da (Auflösung 15 Min.), zur ersten Auswertung:
    Spitzenlast: 163,4 kW
    7-14Uhr: 100-130kW
    14-19Uhr: 70-80kW
    Nachts: 30-50kW
    Da lohnt es sich wohl die Dächer voll zu machen...

  • Zitat von DiLeGreen


    7-14Uhr: 100-130kW
    14-19Uhr: 70-80kW
    Nachts: 30-50kW


    Traumhafte Bedingungen für eine PV-Anlage!


    Allerdings wird dein Brötchengeber wohl auch nicht mehr als 20 Cent/kWh inkl. all bezahlen. Und wenn die USt. auf den Bezugsstrom für ihn ein Durchlaufposten sein sollte, dann betrüge der Wert der eingesparten kWh ca. 17 Cent netto. Davon ziehen wir dann noch mal ca. 2,5 Cent EEG-Umlage ab und am Ende noch mal 3,5 Cent für die Berücksichtigung der Sachentnahme. Bleiben ganz grob noch 11 Cent/kWh übrig, die die Herstellungskosten der PV-Anlage decken müssen sowie etwas Gewinn als Anreiz für den Eigenverbrauch. Sollte machbar sein!

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Lass dir erstmal die Stromrechnung zeigen, Nettopreis minus Grundgebühr und vorsichtshalber 3ct EEG Umlage ausrechnen, dann kommt meistens ganz schnell die Ernüchterung bei solchen Projekten. Denn geht's auf der AC Seite weiter. Wahrscheinlich mittelspannungskunde, denn die ganze notstromkiste. Vorstandsmitglieder die eine amortisation innerhalb 5 Jahre fordern und und und.
    Versteh mich nicht falsch, aber ich würd da nicht mehr Energie als notwendig reinstecken. Schon zu oft genau solche Fälle gehabt, und nach einer halben Stunde war denn klar, Dat ward nix.


    Check die paar Punkte lieber vorher ab.

    Luschenpraktikant L:5--D:1--T:1

  • So, die Daten liegen mir jetzt vor. Strompreis liegt so wie ich es sehe bei etwa 19ct. netto all incl.
    Messung und Übergabestelle sind NS (400V) seitig am hauseigenen Trafo. Notstrom sollte beherschbar sein.
    Was wäre jetzt am besten der nächste Schritt? Gleich eine Präsentation für die Geschäftsführung ausarbeiten oder erst noch weitere Infos zur Wirtschaftlichkeit einholen? Wie?

  • Moin, wenn du die wirtschaftlichen Daten nicht ausgearbeitet hast (Kosten, Amortisationszeit, Risikoanalyse, gesamte Anlagenplanung [was kommt wo hin, wo laufen welche Leitungen und dürfen dis das]) brauchst du keine Präsentation zu machen. Also hol' dir die Erlaubnis offiziell ein/zwei Angebote einzuholen und schau, ob irgend eine Firma in der Nähe das würde bauen wollen.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)