Unser Weg zur Photovoltaikanlage

  • Hallo salibonani,
    ich liebe Romanschreiber, weil das die Wirklichkeit viel besser zeigt als nüchterne Daten.
    Auch wenn ich hier gesteinigt werde, hier meine Ansicht:
    Ich hab mir eine winzige Solaranlage zugelegt, allein, um die Probleme zu erkennen, die damit verbunden sind. Ich befürworte grundsätzlich Solaranlagen. Aber Geld damit verdienen kann man keines. Wenn Du welches übrig hast und doch etwas Sinnvolles damit anstellen willst weil es auf der Bank keine Zinsen gibt, dann bau eine Anlage. Das ist auf jeden Fall besser, als es in ein nutzloses Hobby zu stecken.
    Technische Probleme gibt es die wenigsten. Die Anlagen seriöser Anbieter werden alle funktionieren.


    Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder Du speist ins Netz ein, oder Du betreibst eine Inselanlage.


    Wenn Du einspeist (eigentlich die einzig sinnvolle Methode), hast Du den Papierkrieg und das Finanzamt und die Netzbetreiber.
    Alle verdienen an Deiner Anlage, die Komponentenhersteller, die Firma, die installiert, die Netzagentur (prima, ich bekomme Strom für 11 cent und verkaufe denselben Strom in derselben Sekunde für mehr als das doppelte), das Finanzamt sowieso. Alle verdienen gut, es gibt nur einen Einzigen,der wenig bis gar nichts davon hat: Das bist Du, der die Aufwendungen hatte. Nach meinem Rechtsverständnis müßten Energieerzeuger aus Solar, Wind, Wasser, Biogas oder anderen nachwachsenden Stoffen generell von einer EEG Steuer befreit sein. Aber die Gesetze sind so gemacht, dass immer die anderen Geld damit verdienen, nicht Du. Wenn das nicht wäre, hätten wir die Energiewende schon lange geschafft.


    Wenn Du das alles nicht willst, kannst Du eine Inselanlage betreiben, dann musst Du sämtlichen erzeugten Strom selber verbrauchen. Das fällt schwer, weil Erzeugung und Bedarf weit auseinanderklaffen. Im Sommer, vormittags um 10 bis um 14 Uhr weißt Du nicht, wohin mit Strom, weil fast keine Verbraucher an sind, und im Winter, abends (um mal die beiden Extreme zu nennen), wenn nichts mehr erzeugt wird, weißt Du nicht, wo den Strom hernehmen. Das geht nur mit Pufferbatterien, die sehr teuer sind und oft nicht lange halten. Manche heizen aus Verzweiflung einen Heißwasserboiler, um den erzeugten Strom wenigstens noch sinnvoll zu nutzen. Batterien machen die Anlage immer teuer.


    Bei Eigenverbrauch kann man natürlich nur das an Geld sparen, was man an Energierechnung im Jahr hat. Das sind bei mir 750 Euro. Mehr Geld sparen kann ich nicht. Und nur für diese 750 Euro soll ich so eine verzwickte Anlage bauen? Ich habe Schwierigkeiten, meiner Frau eine Rentabilitätsrechnung vorzulegen, letztere ist nämlich im Aufsichtsrat unserer Familie.


    Mein Rat: Wenn Du Geld übrig hast, dann mache es, es rechnet sich, jedoch nur über lange Zeiträume. Nimm keine Kredite.
    So, jetzt könnt Ihr mich zerrupfen.....
    Grüße vom
    -charlie-

  • Vielen Dank für eure Antworten! Ihr habt euch ja wirklich Mühe gegeben und Zeit investiert.
    Ich weiß, ich bin insgesamt vage geblieben. Aber dennoch sind es ja durchaus grundsätzliche Themen.


    Was ich verstanden habe ist:
    Auf ein konkretes Angebot bekomme ich eine detailierte Auswertung, dass war mir natürlich klar. Jedoch ist die Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht dabei.
    Die klingen ja durchaus glaubwürdig. Dennoch können da ja durchaus Aspekte fehlen, die zumindest ich nicht sehe und verstehe. Es ist ja immer genau dieser Punkt der Interessante. Viellecht kann ich ja mal jemanden, wenn es konkret wird und ich die Angebote eingestellt habe, diese auch per PN senden.

    Der Hinweis, dass sich der Speicher selber rechnen muss und somit eine eigene Wirtschaftlichkeitsberechnung von nöten ist, leuchtet mir ein und ich werde darauf achten. Bei den beiden Angeboten, die ich bisher vorliegen habe, gibt es nur eine.
    Es scheint notwendig zu sein, einen Steuerberater vor der Errichtung der Anlage einzuschalten, um herauszufinden, welche Regelung für uns am günstigsten ist.
    Wir haben uns natürlich die letzten Jahre nicht mehr so intensiv mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage beschäftigt. Irgendwie war die Luft raus und es gab da andere Themen. Jetzt sind wir aber wild entschlossen :D


    Was mich noch interessiert und vielleicht ja auch ohne nähere Angaben zu beantworten ist:
    Diese Lebenszyklenzahl der Hersteller von Speichern, ist der tatsächlich quatsch, oder kann ich mich zumindest daran orientieren?
    Einige Solateure sagen, dass wir nur an unserem Verbrauch gemessen, Solarmodule verbauen sollen. Dieses wäre wirtschaftlicher. Ich dachte aber, der Wechselrichter etc. wären das teure bei kleinen Anlagen. Bei uns geht es ungefähr um
    5 KWp. Unser Jahresverbrauch liegt bei ca. 2300 kwh. Abends bis morgens ,bis wir aus dem Haus sind, benötigen wir ungefähr 3 kwh.


    In dieser Woche haben wir noch drei Gespräche, wo uns die Angebote vorgestellt werden. Ich werde eure Hinweise mit in die Gespräche nehmen. Danach werde ich die Angebote mal einstellen und von euch bewerten lassen.
    Nochmals Danke!

  • .....Lebenszyklenzahl.....


    Bei Batteriespeichern kauft man immer die Katze im Sack, man kann sich an den Herstellerangaben orientieren, doch ob das tatsächlich so eintritt, kann niemand wissen. Es hängt auch davon ab, wie die Batterie belastet wird und wie tief entladen, und noch einigen anderen Faktoren. Niemand gibt eine Garantie, dass die Batterie 20 Jahre hält. Wenn man 3 kWh jeden Tag über Nacht entnehmen will, sollte sie mindestens 10 kWh speichern können. Der Preis für eine solche Batterie ist ein teures Vergnügen, vorallem, wenn man nicht weiß, wielange sie hält.


    Ich würde die Batterie erstmal weglassen. Kann auch später jederzeit nachgerüstet werden, wenn man wieder 10 Tausend Euro übrig hat..... Das ist meine Ansicht.
    Grüße
    -charlie-

  • Verstehe ich noch nicht so ganz.


    Z.B. haben wir uns den Samsung SDI 3,6 Kwh all in one angesehen. Er soll bei 90% Entladung 3, 2 Kwh nutzbare Energie haben. Wie kommst du da auf 10 Kwh?
    Gibt es da eigentlich noch so Memory effekte bei Teilentladungen?

  • Zitat von weiser_uhu

    Mein Rat: Wenn Du Geld übrig hast, dann mache es, es rechnet sich, jedoch nur über lange Zeiträume. Nimm keine Kredite.
    So, jetzt könnt Ihr mich zerrupfen.....


    Weshalb denn? Stimmt doch mit der "Rentabilität" bzw. Amortisationszeit.
    Meine Insel mit 1600Wp, Xtender (Insel-WR) und Batterie (neu) 24V/400Ah und LR (Tarom 6000) hat mich letztlich etwas über 5T€ gekostet. Ich spare rd. 200€/a damit ein (650kWh). Ist ein reines "Privatvergnügen"! In 25 Jahren wird sicher die 2. Batterie "fertig" sein und der WR und LR wird bestimmt auch nicht ewig halten.
    Allerdings freue ich mich immer, wenn der Zähler "stillsteht"! Leider reicht´s nicht für ganz autark, wegen des "blöden" Winters.
    Wenn der Strompreis bei 60...70Cent angekommen ist, sieht die Sache ganz anders aus.... aber wer will das schon!


    Die bei einer Inselanlage unvermeidlich anfallenden Überschüsse (LR regelt ab!) verheize ich in der Übergangszeit mit einem Elektroheizer und für den Sommer will ich mir ein kleines Klimagerät zulegen, um die Bude etwas abzukühlen.
    Stromdachs


    PS:@ salibonani: "Samsung SDI 3,6 Kwh all in one angesehen. Er soll bei 90% Entladung 3, 2 Kwh nutzbare Energie haben. Wie kommst du da auf 10 Kwh?"
    Das gilt für Bleibatterien, die sollte man nicht unter 50% Entladetiefe entladen, besser nur 30%, so ist das zu verstehen. Deine Samsung scheint einen LI-Akku zu haben, die kann man tiefer entladen, eben bis 90%

  • Es gibt da sehr viele verschiedene Batterietypen, alle reagieren anders. Bleibatterien sind gängig und am preiswertesten, und für diese liegen gesicherte Daten hinsichtlich der Lebensdauer vor. Wenn eine Blei- Solarbatterie lange halten soll, darf man sie maximal zu 30 % entladen. Dann hält sie so 2000 - 3000 Zyklen. Diese sind schnell vorbei bei täglicher Nutzung. Diese halten keinesfalls 20 Jahre....Es gibt andere Batterietypen, die man tiefer entladen kann und auch höhere Entnahmeströme zulassen, aber die sind auch deutlich teurer.


    Memoryeffekte gibt es bei Solarbatterien meines Wissens nicht.


    stromdachs: Freilich gibt es hier viele Leute, die die Anlage nicht nur aus rein ertragstechnischen Gründen gebaut haben ( ich eingeschlossen). Du hast das alles völlig richtig gemacht. Ich hab auch nur eine kleine Anlage und freue mich über jede kWh.....


    Grüße
    -charlie-