Unser Weg zur Photovoltaikanlage

  • Ein Mann mit einer Jacke der Stadtwerke läuft an mir vorbei.“War ich schon bei ihnen?“ Nein, war er nicht. Er sprach über selbst erzeugten und selbstgenutzten Strom und ob ich interessiert sei. Ja, war ich . Bereits 2010 wollten wir eine Photovoltaikanlage errichten. Damals war es schwierig, überhaupt ein Angebot für eine kleine Anlage zu bekommen. Wann sie errichtet werden könnte, blieb offen. Wechselrichter sma oder vergleichbar. Module Shunda, 185W- gibt’s die noch? Wir ließen es.
    Der Mann mit der Jacke vereinbarte Termine für Energieberater in der ganzen Stadt. Ob dieser denn dann direkt von den Stadtwerken käme? Natürlich. War er dann aber doch nicht. Es war ein Promoter im Auftrag. Schicke Werbemappe mit Errechnung der Kosten und der Wirtschaftlichkeit einer Anlage mit Speicher. Viele Zahlen, Strompreiserhöhung jährlich 4%, Eigennutzung des Stroms 65%. Berechnung auf 20 Jahre, kfw Förderung, Erstattung der Umsatzsteuer. Klingt gut. Wir wollen auch gar nicht reich werden. Ein gutes Gefühl, Strom selber anzubauen und zu nutzen. Quasi Bio! Ein zweiter Termin vereinbart und wir wollen schon fast unterschreiben. 14 S-Energy 250W Module, Samsung 3,6kwh Speicher, hochwertiges Montagesystem, all inclusive, wie beim schlüsselfertigen Bauen. Aufbau der Anlage durch ein bekanntes Unternehmen aus der Region. Bei Bedarf Vermittlung an die örtliche Sparkasse, wegen des kfw Förderung und Kredit. Der Fachmann des Elektrounternehmens käme nach der Unterschrift des Vertrages und würde dann schauen, ob die technischen Voraussetzungen gegeben sind.
    Im Vertragsformular sind die genauen Komponenten nicht aufgeführt. Im Kleingedruckten steht was von einem Funkrundsteuerungsgerät, welches wir evtl. anschaffen müssten. Was ist das denn schon wieder?! Brauchen wir bei einer kleinen Anlage dann wohl doch nicht. Ein erstes ? kommt dann aber doch auf.
    Die Stadtwerke sind nicht die Mafia, sagt meine Frau! Irgendwie geht aber alles viel zu schnell. Also erst mal den dritten Termin mit dem Promoter abgesagt und einen Kontakt mit einem anderen Unternehmen hergestellt.
    Der Chef kam selbst. Eloquent und aus meiner Sicht mit guten fachlichem Wissen. Er schaut sich alles an und misst auch aus. Genaue Auflistung aller Komponenten, Dokumentation und Abnahme nach Erstellung der Anlage durch einen Gutachter wird zugesichert. Welche Module wir haben wollen? Lieber Deutsche oder Chinesische? Für mich vorwiegend eine moralische Frage. Bei ihm habe ich mich für deutsche entschieden. Er wird Aleo S16 mit 255W und Luxor Module anbieten. Luxor hatte ich vorher noch nie gehört. Sie wären gut und sähen auf unserem roten SW Dach sehr gut aus. Der Folgetermin kommt nächste Woche.
    Im Photovotaikforum war ja noch so ein Button “Angebote einholen“.
    Ich dachte, ich kann's ja mal versuchen. Und nachdem mich jemand vom Photovoltaikforum telefonisch kontaktiert hatte ging es los. Erst meldeten sich fünf Unternehmen per mail bei mir und danach nochmals telefonisch. Wow! Zwei Termine folgten direkt. Zwei Unternehmen forderten Fotos unseres Daches und unseres Stromkastens an.
    Der erste Anbieter sagte, der Speicher käme von sma. 2 Kwh nutzbare Energie. Ja wie groß muss unser Speicher denn eigentlich sein? Keine Ahnung, also von 19:00 Uhr bis morgens 09:00 Uhr gemessen. 3,2 Kwh Verbrauch, allerdings hatten wir noch die Spülmaschine angestellt, das könnten wir zukünftig vermeiden. Der sma Speicher erscheint allerdings doch zu klein. Irgendwie ist der Samsung Speicher interessanter. Unser Fernseher und unsere Handys kommen ja auch von Samsung.
    Außerdem wird die Lebensdauer mit ca. 6000 Zyklen angegeben. Beim sma waren es 5000.
    Mittlerweile habe ich von den Unternehmen gehört, dass man mit 271, 250 und 230 Ladezyklen pro Jahr rechnen könne. Was stimmt denn nun?! Jemand sagte, sei eh quatsch mit der Zyklenzahl der Speicher. Alles Marketing. Genauso wie bei der Hervorhebung des Schwachlichtverhaltens. Nur eine Aussage, um sich noch irgendwie hervorzuheben.
    Zwischenzeitlich stellte ich auch noch fest, dass wir um ca. 19:15 Uhr durch einen Baum ein wenig Schatten auf dem unteren Teil des Daches haben. Kann man den noch versetzen?
    Dann kam eine Unternehmerin. Sehr sympathisch, fachlich versiert und absolute Überzeugungstäterin. Wie übrigens alle (bis auf den Promoter). Ich würde von allen kaufen. Geht ja aber nicht. Sie würden gerne Dünnschichtmodule der Marke Solarfrontier verbauen. Dünnschichtmodule? Ich dachte Poly- oder Monochritaline Module wäre die Frage.
    Erstmals wird der Verzicht auf die Erstattung der Umsatzsteuer thematisiert. Wir müssten dann immer wegen der Anlage eine Steuererklärung machen. Und sogar der Verzicht auf die kfw Förderung sprach sie an! Es gäbe da die 60:40 Regelung, die bei Inanspruchnahme dauerhaft greifen würde. Eine Reglementierung.
    12 Stunden später kam ein anderes Unternehmen. Und dann kam's, die Gegenposition!: Alle anderen Unternehmen rechneten uns die Wirtschaftlichkeit einer Anlage mit Speicher vor. Er sagte: nein.
    Wir sollen jetzt eine Photovoltaikanlage errichten und in zwei Jahren einen Speicher dazu nehmen. Da brauche man nur ein Kabel ziehen. Die technische Entwicklung sei so rasant und die Preise würden rasch sinken. Ich denke, die Förderung durch die Kfw wird’s dann aber auch nicht mehr geben. Ebenfalls sprach er unseren Sommerurlaub an. Wenig Verbrauch, Speicher voll, Strom verschenkt.
    Wechselrichter von sma und Module von Trina. 76 Zellen, 210W. Schick, schwarz und klein, besser zu verbauen und auf dem neuesten Stand der Technik. Wieso das denn auf einmal?
    Die uns angebotenen 255W Poly seien zwar neu, aber ungefähr auf dem Entwicklungsstand von vor zwei Jahren.
    Gestern war ich auf einer Goldhochzeit und sitze mit jemandem am Tisch, der große Anlagen plant.
    Was für ein Zufall! Er stützt die Empfehlung des letzten Unternehmens. Dünnschichtmodule fand er aber auch gut.
    Ahhhhhhh, was sollen wir nur tun?!
    Meine Frau meinte, es gebe wahrscheinlich mehrere Wahrheiten.
    Fortsetzung folgt.......

  • Nunja, 5 Leute mit 8 Meinungen ist ja durchaus normal ;)
    Aber einmal ernsthafter, willst Du Dich hier nur als Roman-Author betätigen oder willst Du eine Meinung der Forenteilnehmer (oder erahnst Du selbige schon)?
    Falls es letzteres sein sollte: Ich für meinen Teil würde mich Deinem letzten Unternehmer anschließen.
    Ansonsten hast Du hier ja sicherlich schon den Angebots-Bereich entdeckt, in dem man eingehende Angebote in ein Formular übertragen darf und dann eine entsprechende Bewertung bekommt. Aber auch hier gilt, dass wir Ausrichtung und Neigung des Daches kennen müssen, selbige noch zu visualisieren hilft mitunter ;)


    Ciao


    Retrerni

  • Es soll zeigen, wie schwierig die Entsheidungsfindung für mich als Nichtfachmann ist. Vielleicht erinnert sich ja so manch einer.
    Jedes Gespräch hilft ein bischen, aber manchmal verwirrt es auch. Weitere Gespräche und konkrete Angebote folgen ja noch.
    Wenn dir 5 reale Menschen sagen, dass es sich rechnet, eine Anlage plus Speicher zu errichten und sie es mit Zahlen belegen oder noch belegen wollen (und selber will ich auch, dass es so ist), dann kommst du ins grübeln. Vor allem, weil ich ja die Diskussion im Forum verfolgt habe und die überwiegende Mehrheit eher scheinbar das Gegenteil vertritt.
    Später, wenn alle Angebote vorliegen, werde ich diese wahrscheinlich einstellen.
    Ansonsten sollte es eine nette, aber reale Geschichte, sein. Und irgendwie musste ich das auch mitteilen- sonst dreh ich durch! :D

  • Hi salobonani,
    Retrerni hat ja schon Bezug auf den einen Unternehmer genommen.
    Wie wär es, wenn du einfach mal ein bzw. das Angebot hier einstellst. Du kannst dann weitere Angebote in dem Thread einstellen.
    Somit wird hier quasi parallel mitgeplant.
    So gerne wie auch Ich einen Speicher hätte haben wollen bzw. immernoch haben würde wollen, so weniger schön rechnet er sich mMn.
    Ich will hier jetzt keine Diskussion diesbezüglich eröffnen, davon gibt es hier mehr als genug.
    Installier jetzt die PV Anlage und später, wenn die Speicher günstiger sind, kannst du es immernoch machen.
    Also her mit deinem Angebot.
    Ganz wichtig dafür/dazu:
    Ausrichtung
    Aufstellort bzw. PLZ
    Dachneigung
    Sofern schon vorhanden Belegungsplan und Schattenanalyse.
    Desweiteren empfehle ich Dir schon jetzt Angebote von den Forumssolarteuren anzufordern.
    Sie genießen hier einen sehr guten Ruf. Vielleicht waren sie ja auch schon dabei....
    Macht Dir zeitgleich ein wenig Gedanken über die Einspeusearten 70% hart bzw. weich:
    http://www.photovoltaik-web.de…-einspeisemanagement.html


    Kleinunternehmerregelung ja oder nein? Hier liegt der Unterschied bei der Zurückerstattung der MWST der Anlage durch das FA. Bei der Kleinunternehmerregelung bekommst du sie nicht wieder, dafür aber keine unentgeltliche Wertabgabe auf den eigenverbrauchten Strom. Anders die Regelbesteuerung, hier verhält es sich genau anders rum.
    Die Bewertung der Sachentnahme fällt in beiden Fällen an.


    "Buchführungstool" findest du unter http://www.pv-steuer.de
    (Anlagen nach dem 01. 04.2012)


    Du siehst hier sind schon die nächsten Fragen über Fragen....


    Wie gesagt, stell das 1. Angebot ein und weiter geht's.
    Hier "nur" Romane zu schreiben hilft dir nicht eine gut geplante Anlage zu bekommen.
    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
    Do it or don`t do it!There is no try!
    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Eine PV muss sich ohne Speicher rechnen. Die Größe der PV sollte sich an dem eigenen Stromverbrauch orientieren, denn der Eigenverbrauch bringt die höchsten Renditen. Wenn das PV-System steht kann man erst den Speicher planen. Auch der sollte sich rechnen aber ohne die Erträge der PV einzubeziehen.


    Wenn ein Anbieter beide in einer Wirtschaftlichkeitsberechnung packt, versucht der eine überteuertes Speichersystem durch Erträge aus der PV quer zu subventionieren.


    Bei der Kleinunternehmerregelung würde ich einen Steuerberater befragen. Es würde zu weit führen hier alle Fallstricke auf zu zeigen.

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • :mrgreen:


    so in etwa habe ich mich auch gefühlt...
    Dann begann ich mir alles ganz genau nachzulesen und mir mein "eigenes" Bild zu machen.
    Was brauche ich jetzt (und vllt. in Zukunft) was ist möglich, was will ich!


    Dann klären ob machbar und sinnvoll!
    Nur wenn Du weißt (zumindest im Ansatz) wovon die Anbieter reden, kannst Du Entscheidungen treffen.


    Noch was... je mehr Anbieter Du zu Dir holst, je verwirrender wird es.


    Ich wünsche viel Erfolg bei der Umsetzung.

    9,88 kWp 46° Grad
    5,72 kWp 22x Winaico WST-260P6, SO -45°, 22x SE P300
    4,16 kWp 16x Winaico WST-260P6, NW 135°, 16x SE P300
    WR SolarEdge SE7K Meine Anlage

  • Zitat von salibonani

    Damals war es schwierig, überhaupt ein Angebot für eine kleine Anlage zu bekommen.


    dem kann ich nur zustimmen
    Jetzt kommt mein Aber....
    du hast 5 Jahre verschlafen :wink:
    das Forum war mir eine sehr große Hilfe, Angebote waren bei mir auch Mangelware, also in die Hände gespuckt....... :wink:
    2 Leute ins Boot geholt (Netzbetreiber+Elektriker) der Rest war relativ einfach, selbst der Papierkram ging gut von der Hand und nach einem halben Jahr Vorbereitung und intensivem Studium des Forums ging "meine Anlage" 2011 ans Netz.

    Sonnige Grüße
    Eigenbauanlage 2011; 8,58 kWp ; -45°+ 3°DN; String: A=18 Module + B=15 Module
    STP 8000TL-10 (Upd.10.04.18); SMA WebboxBT+Sensorbox; FB7490, Devolo-Dlan
    2017: Video-ÜW; 2018: Reinigungsanlage
    2012-860, 2013-776, 2014-777 2015-844 2016-845, 2017-820, 2018-894, 2019-893

  • Hallo salibonani,


    finde Deinen Romananfang gut :D
    Habe ja selbst einen Fortsetzungsroman geschrieben... siehe Signatur.


    Wenn es Dir um Wirtschaftlichkeit geht - jetzt noch keinen Speicher...
    Wenn es Dir um Technik und Unabhängigkeit geht - dann - vielleicht - aber die 2 kWh-Speicher von SMA wären bei uns zu wenig.
    Ca. 5-7 kWh (nutzbarer) Speicher wären bei uns ideal, meine Rechnung dazu - siehe hier
    http://www.photovoltaikforum.c…speicher-bei--t95102.html


    Viel Glück bei der Entscheidungsfindung.


    Sonnige Grüße 8)

  • Hi salibonani,


    ganz kurz: Angebote, die sich hierzulande mit neuem Speicher rechnen, sind schön gerechnet. Ein Speicher lohnt sich z. Z. nur, wenn Du viel bastelst und keinen Profistundenlohn rechnest. Dann sind Guerillaanlagen das Affektivste aber auch Wackeligste.
    Über die Wintermonate hilft Dir auch kein noch so großer Speicher, es sei denn Du bekommst ihn geschenkt und hast Platz und Zeit ohne Ende.


    Angebote ohne Speicher würde ich nach dem Wirkungsgrad der Module in Relation zu deren Kosten sortieren. Wenn Du nur Platz für 3,4 kWp ( 14 Module à 250 W ) hast, fallen die Fixkosten für Wechselrichter, Zähler, Verkabelung und Anschluss durch einen Profi erheblich ins Gewicht und mindern die Rentabilität. Bis etwa 10 kWp ist größer immer effektiver, besonders wenn Du keine gut verzinsliche Kapitalanlage hast. Alles Weitere ist kompliziert und muss individuell professionell und unabhängig vom Verkauf von Waren und anderen Dienstleistungen betrachtet werden. Da bist Du hier richtig.


    Wenn Du Dich von Kriterien der Schönheit (" schick, schwarz, klein...") löst, bekommst Du höhere Effektivität.
    Wenn Du einfach nur gut aussehend dabei sein willst und Effektivität kein Kriterium ist, ist das anders. Reich wirst Du mit < 10 kWp sowieso nicht.


    Die Einflüsse von Fiskus und Förderung besprichst Du besser mit einem Steuerberater, denn Du wirst Deine Einkommensverhältnisse hier wohl nicht en detail öffentlich ausbreiten wollen.


    Eine große Bereitschaft zu Papiergewirbel spricht nicht aus Deinem Romananfang. Das würde sich auch umso mehr lohnen, je größer die Anlage ist.


    Viel Geduld und Ausdauer wünscht
    pvx

  • Zitat von salibonani

    Ein Mann mit einer Jacke der Stadtwerke läuft an mir vorbei.“War ich schon bei ihnen?“ Nein, war er nicht.



    Super!
    Hat mir voll getaugt wie du's schreibst - Technikthreads gibts hier ja zum Abwinken.
    :wink:


    Zitat von salibonani

    Und irgendwie musste ich das auch mitteilen- sonst dreh ich durch! :D


    "Prokastinieren" heisst das neue Zauberwort.
    Früher hiess es "sacken lassen"


    Bei mir hats ca. ein Jahr gedauert von ernsthaft anfangen wollen bis wirklich angepackt.
    War rückblickend die beste Investition!


    Ich hatte allerdings den grossen Nachteil etwas technischen Backgrund zu haben, wodurch schlussendlich und unverweigerbar, nicht mehr vernachlässigbare Zeitaufwendungen am Ende der Prokastinierungsphase fällig wurden.
    :wink:

    LiFePO ist anders.