Keine Gewinnerzielungsabsicht einer Wohnungseigentümergemein

  • Eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) überlegt eine 10 kWp Anlage auf dem Dach ihres Hauses zu installieren. Damit können im Jahr voraussichtlich 9000 kWh erzeugt werden, wovon die Hälfte für den Allgemeinstrom selbst verbraucht würde. Die Investition würde 14.000 € netto betragen. Da von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht werden soll, liegt die Investition bei 16.660 €. Bei 20 Jahren entspricht das einer Abschreibung von 833 € jährlich. Hinzu kommen 500 € Betriebskosten.
    Somit jährliche Betriebsausgaben von 1333 €.


    Auf der Einnahmenseite stehen 4500 kWh x ,123 €/kWh EEG = 553,50 € plus
    Eigenverbrauch (Entnahme) 4500 kWh x 0,148 €/kWh = 666,50.
    Einnahmen somit 1220 €.
    Verlust 113 €.


    Nebengedanke: Wieso „rechnet“ sich die Anlage trotzdem?
    Strombezugspreis 0,268 €/kWh. Eigenerzeugung von 4500 kWh erspart also 1206 €. Zuzüglich Einspeisevergütung von 553,50 € ergeben 1759,50 €. Abzüglich Betriebsausgaben 1333 € ergibt einen Vorteil von 426,50 € jährlich.


    Einem Artikel zu BHKW (siehe Anhang) entnehme ich, dass bei fehlender Gewinnerzielungsabsicht auf die Abgabe einer „Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung“ usw. verzichtet werden kann, was bei über 30 Eigentümern mit je gerade mal 3,50 € Verlust geboten erscheint. Zitat:
    „Die Gewinnerzielungsabsicht ist laut OFD Rheinland unter der Berücksichtigung der individuellen Leistungsdaten des BHKWs, der erhaltenen Fördermittel, der Nutzungsdaten der Anlage, der vorgenommenen Investitionen und der Finanzierung zu überprüfen. Ideal für die WEG wäre allerdings, wenn das Ergebnis dieser Überprüfung dazu führen würde, dass keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.
    Wenn die WEG aufgrund dieses Ergebnisses nicht in Gewinnerzielungsabsicht handelt, ergibt sich bei einem Tätigkeitsumfang der WEG keine ertragsteuerliche Relevanz und somit in letzter Konsequenz auch keine Auswirkung bei den Eigentümern.“


    Frage: Wie ist das Verfahren zur Überprüfung der Gewinnerzielungsabsicht?
    Ziel: So wenig Aufwand mit dem Finanzamt wie möglich.

  • Zitat von mbrod

    ......Hinzu kommen 500 € Betriebskosten.


    Nebengedanke: Wieso „rechnet“ sich die Anlage trotzdem?


    Wie kommst du auf diesen. Betrag :shock:
    Woher sollen denn jährlich 500 € Betriebskosten kommen :?:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von mbrod

    Siehe Tabelle im Bild oben.


    Versicherung ist ja noch normal, ein eigenes Konto bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft auch noch, obwohl man das sicher günstiger lösen könnte. Habbt ihr nicht als Wohnungseigentümergemeinschaft schon ein Konto worüber sowas laufen könnte?
    Die Anlagenüberwachung jedoch würde ich nicht "vergeben", sowas kann man selbst machen. Und Wartungskosten von 450 € alle drei Jahre halte ich für völlig überzogen. Da kostet die Anlagenüberwachung und Wartung ja fast 4000,- € in 20 Jahren :shock:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von jodl

    ist das wirklich realistisch, wenn "nur" der Allgemeinstrom einer Wohnanlage betrachtet wird ?


    Das könnte m.E. schon sein und ich gehe auch davon aus, daß der TS diese Werte dem bereits für "Allgemeinstrom" vorhandenen Stromzähler entnommen hat.
    Bei "über 30 Eigentümern" kommen auf jeden beteiligten Haushalt durchschnittlich 150 kWh im Jahr bzw. 0,411 kWh pro Tag.
    Je nachdem was alles jetzt schon zu "Allgemeinstrom" gehört und was man da noch zusätzlich draufklemmen könnte wäre das ggf. sogar noch optimierbar.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Ja, es geht nur um den Allgemeinstrom. Damit werden betrieben:

    • Aufzüge
    • Lüftungsmotoren
    • Heizungspumpen und Steuerung
    • Beleuchtung: Treppenhäuser, Keller, Tiefgarage
    • Klingeln, Videoanlage, Satellitenanlage
    • Rolltor, Hebeanlage.
  • Zitat von mbrod

    Ja, es geht nur um den Allgemeinstrom. Damit werden betrieben:

    • Aufzüge
    • Lüftungsmotoren
    • Heizungspumpen und Steuerung
    • Beleuchtung: Treppenhäuser, Keller, Tiefgarage
    • Klingeln, Videoanlage, Satellitenanlage
    • Rolltor, Hebeanlage.


    So in der Art hatte ich das erwartet, wenn`s nur ums gemeinsam genutzte Treppenlicht ginge wäre der Verbrauch von 9000 kWh sowieso zu hoch.
    Trotzdem ist @jodels Einwand berechtigt, die meissten Verbraucher in deiner Aufstellung laufen auch wenn kein Strom vom Dach kommt. Also wie kommst du auf 50% "Eigenverbrauch".


    Und nochmal, hälst du Anlagenüberwachung und Wartung in dieser Form (und zu diesen Kosten) wirklich für nötig :?:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59