Wie den VNB herausfinden (NICHT Grundversorger)

  • Zitat von eggis


    schau mal hier.
    http://www.energymap.info/
    Da findest du zu jeder Anlage auch den VNB.


    Hallo eggis,


    wenn ich die Excel-Datei lade, bekomme ich irgendwann eine Mitteilung, dass die Datei nicht geöffnet werden kann, weil die zulässige Datensatzanzahl überschritten ist. Es wird dann zwar eine Tabelle geöffnet, die aber unvollständig ist. In meinem PLZ-Bereich (40....- 50....) werden da kaum Anlagen angezeigt.
    Gibt es zur Abstellung dieses Problems eine Lösung?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo Christian,


    deine 2 Mann-Bauträger-GmbH kann eigentlich niemals ein Netzbetreiber sein! Wenn sie also ein privates Netz im öffentlichen Bereich (?) errichtet haben, dann wird es dazu sowohl im Erschließungsvertrag mit der Stadt eine Regelung geben müssen, wie auch mit den Stadtwerken als lokalem Netzbetreiber. Denn kein Netzbetreiber lässt einfach so zu, dass Dritte sich auf deren Terretorium ausbreiten! Dort wird vermutlich irgendwas stehen wie......blablabla.....gestatten die Stadtwerke der Bauträger GmbH, ein privates Stromnetz zu errichten und dort die Einfamilienhäuser anzuschließen......blablabla......Abgerechnet wird am Netzverknüfungspunkt X........blablabla.........Die Kosten für Errichtung und Betrieb trägt die Bauträger GmbH........


    Ich kenne keine Kommune, die eine Stromkonzession an mehrere Dritte vergeben hätte. Also denke ich , dass auch bei dir die Stadtwerke als Netzbetreiber gelten. Eine förmliche Anfrage an den Bürgermeister deiner Stadt, an welchen Netzbetreiber die Netzkonzession für euer Baugebiet vergeben wurde, sollte hier Klarheit bringen. Und wenn keine Antwort kommt, lässt du diese Frage als Anfrage über ein dir nahestehendes Ratsmitglied bzw. dessen Fraktion laufen. Sollst mal sehen, wie dann Bewegung in die Sache kommt! :wink:


    Eine weitere Möglichkeit der Nachforschung wäre, den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber für deine Region zu bitten, dir mitzuteilen, wer der Netzbetreiber für euer Baugebiet ist. Die wissen es bestimmt!


    Was ich jetzt noch nicht so ganz verstanden habe:
    Wieso stellst du nicht einfach schon mal ein schriftliches Anschlussbegehren bei den Stadtwerken und vorsichtshalber glz. auch noch bei der 2-Mann GmbH. Einer von Beiden wird es am Ende sein und wird dann am Ende auch die Kosten deines Anwaltes und der Verzögerung tragen dürfen, denn egal was deine Kommune oder die Stadtwerke beschlossen oder geregelt haben, sie können sich nicht über Bundesgesetze hinwegsetzen!
    Meine vorsichtige Vermutung geht in die Richtung, dass die Stadtwerke deinen Strom nach § 11 Abs.2 EEG 2014 abnehmen müssen.


    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Moin Bento,

    Zitat von Bento

    Hallo eggis,


    wenn ich die Excel-Datei lade, bekomme ich irgendwann eine Mitteilung, dass die Datei nicht geöffnet werden kann, weil die zulässige Datensatzanzahl überschritten ist. Es wird dann zwar eine Tabelle geöffnet, die aber unvollständig ist. In meinem PLZ-Bereich (40....- 50....) werden da kaum Anlagen angezeigt.
    Gibt es zur Abstellung dieses Problems eine Lösung?


    Die Anlagendaten für Deutschland haben > 350 MB. Versuche mal nur dein Bundesland auszuwählen und dann die Exceldatei dort herunterzuladen.
    Hier NRW: http://www.energymap.info/energieregionen/DE/105/117.html
    und hier die Exceldatei: http://www.energymap.info/ener…/105/117_devices.utf8.csv (>50 MB)

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
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  • Hallo Bento,
    vielen Dank für Deine Antwort. Genau das ist es, was wir zu beweisen versuchen: das Immobilienunternehmen ist kein Netzbetreiber, zumindest kein offizieller. Der Betrieb des Netzes ist in keiner Weise sichergestellt, das Unternehmen ist auch ncht geeignet um als Netzbetreiber zu fungieren da schlichtweg NULL Kenntnisse zum Betrieb eines Stromnetzes vorhanden sind. Deswegen ermittelt die BNA ja auch wegen Betrieb eines Stromnetzes ohne Konzession.


    Ja, es gibt einen Erschließungsvertrag zwischen Stadt und Immobiliengesellschaft. Dort schließt die Stadt die Stadtwerke mit dem einfachen Satz aus "Die Versorgung der Grundstücke mit (...) Strom wird durch das Energiekonzept des Erschließers sichergestellt. Eine diesbezügliche Versorgung durch die Stadtwerke ist nicht vorgesehen". Weitere Einzelheiten zum Thema rechtliche Situation etc.? Fehlanzeige. Hier wurde nicht zuende gedacht.


    Wir haben ein Anschlussgesuch gestellt, an die Stadtwerke. Dies liegt seit 1/2 Jahr unbearbeitet rum -> nicht zuständig.


    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo eggis,


    Danke für die Links und Tips. Jetzt hats auch bei mir geklappt (und ich habe gleich einen Fehler in der Tabelle gefunden :wink: ).


    Christian:
    Na, da hilft wohl nur Rechtsbeistand und Ansprüche geltend machen, denn selbst wenn deine 2-Mann-Bauträger GmbH von der BNA abgewatscht wird, heißt das ja noch nicht zwangsläufig, dass die Stadtwerke sich für das Kleinnetz zuständig fühlen.


    Ich möchte allerdings noch nicht einmal ausschließen, dass der Grundgedanke, der hinter dem Konstrukt steckte, schlecht war oder hast du den Eindruck, man wollte euch abzocken?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo Bento,


    vielen Dank für Deinen Post. Der wiederum bringt mich auf die Eingangsfrage des Threads bzw. eine abgewandelte Form davon zurück:
    kann es eine Region in Deutschland geben, für die es keinen VNB gibt? Auf jeder Scheune irgendwo im Nirgendwo kann man PV installieren und sich vom VNB dort n Draht hinlegen lassen (gegen Einwurf kleinerer Münzen). Dafür fühlt sich auch ein VNB zuständig. Zudem hat man nach EnWG Anspruch auf Zugang zum NDAV. Kann es also sein, dass es Flecken in DE gibt, in denen es keinen VNB gibt?


    Selbst wenn: die Stadtwerke haben vor Ort ja Netz! Die Entfernung von einem Stadtwerke-Draht bzw. KVZ zu meiner Grundstücksgrenze sind vielleicht 5m.


    Aber Du hast Recht: der Grundgedanke des Konstrukts ist gut. Leider ist die Umsetzung weder ganzheitlich durchdacht noch rechtlich auf sicheren Beinen noch überhaupt umsetzbar. Da hatten ein paar Leute eine tolle Idee, haben aber irgendwann im "Planungswahnsinn" die Realität aus den Augen verloren und sind total abgehoben.
    Würde man das Ganze neu aufsetzen, fähige Ingenieure mit der Planung beauftragen und vor allem im Markt vorhandene und etablierte Produkte einsetzen, hätte das ganze Konzept durchaus das Zeug zum Modellprojekt, nur leider so wie es jetzt ist nicht.

  • Zitat von ChristianF

    Kann es also sein, dass es Flecken in DE gibt, in denen es keinen VNB gibt?


    Das würde ich nicht ausschließen (Hochgebirgs-Gebiete? "spezielle" Gebiete wie Enklaven?), aber ist für deine Siedlung ursprünglich sicher nicht der Fall gewesen. Es sei denn, die Stadtwerke können die Konzession für nur deine Straße an die Stadt zurückgeben, was ich aber bezweifle.


    Und selbst dann gilt ja der interessante Passus, den Bento im EEG ausgegraben hat:


    Zitat

    (2) Absatz 1 ist entsprechend anzuwenden, wenn die Anlage an das Netz des Anlagenbetreibers
    oder einer dritten Person, die nicht Netzbetreiber ist, angeschlossen ist und der Strom mittels kaufmännisch-
    bilanzieller Weitergabe in ein Netz angeboten wird.


    Demzufolge sollte der Anwalt prüfen, ob man hier zunächst von der Immo-Firma die vollständige Abnahme und EEG-Vergütung des Stroms verlangen kann (wobei das wohlgemerkt nicht vom Abschluss von Verträgen abhängig gemacht werden darf! Suche Thema Einspeiseverträge).

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Tach


    Ein Haus kaufen von einem Smartgrid-Vorzeigeprojekt eines Immobilienverkäufers ist mutig
    Da sollte man reichlich Lehrgeld für die nächsten Jahrzehnte für Baumurks-Rückstellungen einplanen
    Es fängt schon beim Netzanschluss an, wie man sieht :-)
    Ein einkalkulierte Pleite des Bauträgers in nicht ferner Zukunft wäre auch keine Überraschung


    MfG

  • Zitat von Atommafia

    Ein Haus kaufen von einem Smartgrid-Vorzeigeprojekt eines Immobilienverkäufers ist mutig
    Da sollte man reichlich Lehrgeld für die nächsten Jahrzehnte für Baumurks-Rückstellungen einplanen
    Es fängt schon beim Netzanschluss an, wie man sieht :-)
    Ein einkalkulierte Pleite des Bauträgers in nicht ferner Zukunft wäre auch keine Überraschung


    Irgendwie habe ich gerade darüber nachgedacht, ob dein Thread auch irgendetwas Hilfreiches zur Fragestellung oder sonstwie für den TO enthält oder ob du hier einfach ablästern möchtest?
    Immerhin kommst du doch aus der Netzbetreiber-Ecke und könntest uns sicher aufschlauen, ob es Flecken in Deutschland gibt, die nicht über einen Netzbetreiber abgedeckt sind (z.B. privates Netz auf öffentlichem Grund) und bei denen die Durchleitungsregelung nach EEG nicht anwendbar ist. Mich würde es wundern, aber ich lasse mich gerne aufklären.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Atommafia

    Tach
    Ein Haus kaufen von einem Smartgrid-Vorzeigeprojekt eines Immobilienverkäufers ist mutig
    Da sollte man reichlich Lehrgeld für die nächsten Jahrzehnte für Baumurks-Rückstellungen einplanen
    Es fängt schon beim Netzanschluss an, wie man sieht :-)
    Ein einkalkulierte Pleite des Bauträgers in nicht ferner Zukunft wäre auch keine Überraschung
    MfG


    Dass es kein Spaziergang wird, war uns klar. Dass es aber SO HEFTIG wird, hat vorher niemand erwartet. Ich hätte nie gedacht, dass ich wegen eines Stromanschlusses vor Gericht ziehen muss.
    Zum Glück ist die Immobilienfirma nur der Erschließungsträger, nicht der BAUträger. Jeder im Dorf konnte sich einen Bauträger frei auswählen, und ich hoffe einfach mal dass da keine Pleite ins Haus steht (Bauträger und Erschließungsträger sind völlig verschiedene Gesellschaften, die nichts miteinander zu tun haben). Sofern der Erschließungsträger pleite gehen sollte, sind damit immerhin nicht die Häuser gefährdet, sonder "nur" die öffentlichen Anlagen wie zB Straße. Aber da würde wohl die Stadt einspringen denke ich.


    Gruß
    Christian