photovoltaik in Kombination mit Wärmepumpe ratsam?

  • Hallo,


    im Moment befinden wir uns in der Planungsphase unseres Hauses. Da ich bezüglich Strom und Heiztechnik eine Frage hätte, habe ich mich hier in diesem Forum angemeldet. Ich hoffe Ihr könnte mir ein wenig weiterhelfen. Es geht um folgendes:


    Wir würden unser Haus gerne so umweltfreundlich bauen/planen, wie es nur geht. Auch das Thema Selbstversorgung spielt ein wichtiges Thema. Bei der Stromversorgung haben wir uns für eine Photovoltaikanlage entschieden bzw. diese planungstechnisch festgehalten. Nun geht es um die Wärmetechnik. Auf http://www.heliotherm.com/ bin ich auf bzw. sind wir Grundwasserwärmepumpen aufmerksam geworden. Dies wollten wir beim nächsten Plaungstermin ansprechen. Nun meinte allerdings ein Arbeitskollege, dass die beiden Systeme in Kombination nicht so sonderlich ratsam wären. Begründen konnte er das nicht, er meinte er hätte das aber bei seinem Hausbau mitgeteilt bekommen.


    Deswegen wollte ich hier mal nachfragen ob diese Aussage richtig ist, und wenn ja woran das liegt dass diese beiden Techniken nicht kombiniert werden sollten. Oder ist das Käse, was mir der Kollege gesagt hatt.


    Freundliche Grüße

  • Mein Heizungsmonteur hat mir ein Hybridsystem empfohlen. Dabei wird die Wärme mit einer Luftwärmepumpe erzeugt, die mit Außenluft arbeitet. Die kann man prima mit Strom "vom Dach" betreiben. Ist kein PV-Strom verfügbar und/oder die Wärmepumpe wird ineffizient, wegen zu niedriger Außentemperaturen, wird mit einem Gas-Brennwertkessel zugeheizt.


    Falk

    8,1 kWp Süd-West mit großer Gaube
    30 x Trinasmart 270Wp, SMA STP 8000TL-20
    Sunny Island 4.4, Sony Fortelion 9,6 kWh

  • Zitat von Messling

    Nun meinte allerdings ein Arbeitskollege, dass die beiden Systeme in Kombination nicht so sonderlich ratsam wären. Begründen konnte er das nicht, er meinte er hätte das aber bei seinem Hausbau mitgeteilt bekommen.


    Deswegen wollte ich hier mal nachfragen ob diese Aussage richtig ist, und wenn ja woran das liegt dass diese beiden Techniken nicht kombiniert werden sollten.


    Hallo und willkommen im Forum :D
    Schön wär`s wenn der Kollege eine Begründung genannt hätte, ich vermute jetzt mal, daß sein Installateur sich mit Wärmepumpen einfach nicht auskennt. Er wird das empfohlen haben was er immer empfiehlt, in den meissten Fällen ist das ein Gas-Brennwerttherme.
    Eine Gas-Brennwerttherme muss ja nicht schlecht sein, nur wenn schon eine PV-Anlage geplant ist sollte man natürlich auch einen hohen Eigenverbrauch anstreben was mit der richtigen Wärmepumpe sehr gut möglich ist.


    Ich hab mir nicht alles durchgelesen was auf der von dir verlinkten Seite steht, aber es gibt inzwischen Wärmepumpen, die in Abhängigkeit davon, ob PV-Strom zur Verfügung steht zwischen dem WP-Tarif und dem Haushaltstarif umschalten in deren Stromkreis die PV_Anlage für gewöhnlich einspeisst. Das erhöht natürlich dei Möglickeit des Eigenverbrauchs enorm. Manchmal ist es auch sinnvoll die Wp nur über den HH-Tarif laufen zu lassen, dann erübrigt sich eine solche Umschaltung, denn immer wenn die PV-Anlage Strom liefert wird der automatisch auch der WP zur Verfügung gestellt.


    Fairerweise muss aber auch gesagt werden, daß die WP den höchsten Energiebedarf hat wenn die PV-Anlage am wenigsten liefert, nämlich im Winter. Das ist der Hauptkritikpunkt derer, die einer Kopplung WP und PV eher skeptisch gegenüberstehen.


    Ich persönlich denke aber, daß sich eine PV-Anlage immer lohnt und wenn die benötigte Heizenergie mit einer WP erzeugt wird erst recht.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von spitzb

    Mein Heizungsmonteur hat mir ein Hybridsystem empfohlen. Dabei wird die Wärme mit einer Luftwärmepumpe erzeugt, die mit Außenluft arbeitet. Die kann man prima mit Strom "vom Dach" betreiben. Ist kein PV-Strom verfügbar und/oder die Wärmepumpe wird ineffizient, wegen zu niedriger Außentemperaturen, wird mit einem Gas-Brennwertkessel zugeheizt.


    Mit so einem Hybridsystem (WP und Gas-Brennwerttherme) habe ich mich auch schon einmal oberflächig auseinander gesetzt. Mein Heizungsbauer empfiehlt Viessmann und da würde mich der Umbau (habe zur Zeit noch Öl) ca. €20.000 kosten und das ohne den neu zu legenden Gasanschluss und Demontage des Ölkessels, wofür nochmals €3.000,- fällig werden.


    Zitat von smoker59

    aber es gibt inzwischen Wärmepumpen, die in Abhängigkeit davon, ob PV-Strom zur Verfügung steht zwischen dem WP-Tarif und dem Haushaltstarif umschalten in deren Stromkreis die PV_Anlage für gewöhnlich einspeisst.


    Nicht nur das, es kann auch automatisiert auf WP bzw. Gastherme zur Warmwassergewinnung umgeschaltet werden, je nachdem welche Preise man für Strom und Gas in das System eingegeben hat. Aber wie soll ich den Mehrpreis (+€12.000 reine Anlagenkosten) zu einer Gastherme je wieder reinholen?

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
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    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

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  • Zwei verschiedene Wärmeerzeuger in einem Neubau sind nur teuer und ineffizient.


    Der Kollege hat eventuell PV und SOLAR verwechselt.


    Bei einer WP ist das einbinden von Solar mit erhöhtem Regelaufwand verbunden und erfordert nur mehr Technik die die Kosten kaum einspielt.


    Wenn eine WP für Heizung und WW dann ist es sinnvoller die Dachfläche mit PV zu belegen als noch mit Solar herumzubasteln. Den überschüssigen Strom kann ich entweder verkaufen oder selber verbrauchen. Mit der überflüssigen Wärme kann ich wesentlich weniger anfangen.


    Django

  • Zitat von hgause


    Mit so einem Hybridsystem (WP und Gas-Brennwerttherme) habe ich mich auch schon einmal oberflächig auseinander gesetzt. Mein Heizungsbauer empfiehlt Viessmann und da würde mich der Umbau (habe zur Zeit noch Öl) ca. €20.000 kosten und das ohne den neu zu legenden Gasanschluss und Demontage des Ölkessels, wofür nochmals €3.000,- fällig werden.


    Donnerwetter. Da musst du aber viel Öl verbrennen, damit sich das lohnt. Mein Monteur sprach von 13.000 €. Das war auch Viessmann. Allerdings wäre bei mir wirklich nur die Heizung zu tauschen. Alles Andere ist vorhanden, weil ich jetzt schon mit Gas heize.


    Das war mir aber auch noch zuviel, zumal die aktuelle Anlage noch nicht gar so alt ist. Ich habe mich entschieden, nur die Warmwasserbereitung auf BWWP umzustellen, weil der Warmwasserspeicher jederzeit den Geist aufgeben kann. Mal sehen, was das so gibt.


    Falk

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  • Zitat von hgause


    Nicht nur das, es kann auch automatisiert auf WP bzw. Gastherme zur Warmwassergewinnung umgeschaltet werden, je nachdem welche Preise man für Strom und Gas in das System eingegeben hat. Aber wie soll ich den Mehrpreis (+€12.000 reine Anlagenkosten) zu einer Gastherme je wieder reinholen?


    Naja, an eine zusätzliche Gastherme für die "Spitzenlast" hab ich bei meinen Überlegungen noch garnicht gedacht.
    Die Vorteile einer WP sind die (im Vergleich zu Gas und Öl) geringeren laufenden Kosten, sofern die WP richtig ausgelegt ist. Eine PV-Anlage mit Eigenverbrauchsregelung vergrößert diesen Vorteil noch zusätzlich.


    Der TS plant eine Grundwasserwärmepumpe, da wird zur Spitzenlastdeckung in vielen Fällen ein zusätzlicher, einfacher Elektroheizstab eingesetzt. Bei der Grundwasserwärmepumpe muss meines Wissens vorher eine Genehmigung der Wasserbehörde (?)eingeholt werden, da die Bohrungen natürlich das Grundwasser beeinflussen. Ausserdem mus geprüft werden ob die Wasserqualität ausreicht, damit das Grundwasser ggf. direkt als Wärmeträger genutzt werden kann (ergibt einen sehr guten Wirkungsgrad) oder ob ein Sole-Zwischenkreis erforderlich ist.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zuerst braucht man die Heizlast des Hauses.
    Danach muss man rechnen.
    Gas = immer auch Anschlusspreis x 12 dafür kann ich viel Strom verheizen.
    PV = habe ich und würde ich auch immer wieder machen, soviel wie möglich.
    BWWP habe ich mittlerweile die zweite, würde ich auch immer wieder machen.
    Luftwärmepumpe: da bin ich gespalten, da mein Haus (Altbestand mit Heizkörpern) nicht dafür ausgelegt ist. habe ich, nur für die Übergangszeit. Wiederum meist genug PV Strom vorhanden, um das Wurschtigkeitsgefühl kommen zu lassen.
    Wenn kein Wärmebedarf am Haus, puffert er den Rest in den Pool. Schön warm, meine Damen freuts.
    Erdwärme: würde ich nur mit einem Graben Forumsgraben aus dem Haustechnikforumstool machen. Da mal reinlesen.
    Den krieg ich aber aktuell nicht bei meiner Frau durch, da der Garten erst angelegt wurde.
    Mein Spitzenlastkessel ist ein vorhandener Öler. Wenn der den Geist aufgibt, muss ich reagieren. Bis dahin bleibts so wie es ist.
    Mit meinem Wissen heute würde ich bei einem Neubau einbauen:
    PV
    Erdwärmepumpe mit Frischwasserstation fürs Brauchwasser, E Heizstab für Notfälle, kostengünstig und brauchts meist nicht.
    Kaminofen, nicht wassergeführt mit abgestimmter Heizleistung für das Wohlfühlsyndrom. Scheitholz oder Pellet muss jeder für sich entscheiden. Die Sichtscheibe muss für mein Wohlfühlempfinden sein..


    Er

  • Zitat von spitzb

    Mein Monteur sprach von 13.000 €. Das war auch Viessmann. Allerdings wäre bei mir wirklich nur die Heizung zu tauschen. Alles Andere ist vorhanden, weil ich jetzt schon mit Gas heize.


    Das mir angebotene Modell heisst Vitocaldens 222-F-A.26 und ist im Netz für etwas mehr als €8.000 zu haben. Ich weiß jetzt nicht, was noch alles an Material dazu käme (Kaminrohr, ...???), aber das dann letztlich fast €10.000 Montage dazu kommen, kann ich mir nicht vorstellen. Selbst wenn 2 Gesellen eine Woche zu gange sind, wären das 2 x 40h x €45,- = €3600,-
    Ich versteh´s auch nicht wirklich ...


    Mittlerweile nehme ich aber immer mehr Abstand von einer WP, weil die meisten Besitzer, mit denen ich gesprochen habe, sich über die Geräusche mukieren. Und bei mir würde die Außeneinheit nur vor´s Haus, also auf die Straßenseite passen und das gefällt der Regierung schon mal gar nicht...


    Aber sorry, wir weichen vom Thema ab 8)


    Nach meinem heutigen Wissenstand ist PV + BWWP ´ne lohnende Kombi.

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  • Nur ein paar Grundinformationen, dann kannst du weiter überlegen. Geh mal auf:
    http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php
    Das ist der Solarrechner der EU; spiel einfach mal damit und deinen Daten herum.


    Wieviel Heizenergie pro Jahr benötigt wird, kann dir dein Architekt sagen. Dann nimm an, dass die Wärmepumpe pro kWh elektrisch 3 kWh thermisch erzeugt. Aus PVGIS hast du die Information, mit wieviel Einstrahlung du während der Heizperiode rechnen kannst. Hieraus ergibt sich dann die minimale Größe für die PV.


    Wenn eine PV aufs Dach kommt, dann kann man bei einer einfachen Einspeiseanlage mit 1.300 Euro pro installiertem kWp rechnen (geprüft, angemeldet usw.). Nehmen wir an, die PV hält 20 Jahre, die WP auch und alles wird mit 5% verzinst.


    Um das Ganze nicht zu kompliziert zu machen, nimm an, dass du den Rest des Jahres den Ertrag der PV einspeist. Den Betrag kannst du dann zur Finanzierung der PV verwenden und weißt, in wievielen Jahren sie sich amortisiert hat.


    Ich habe das zwar noch nie für eine konkrete Anlage durchgerechnet; wenn du dir die Mühe machst, dann würden sehr wahrscheinlich nicht nur mich die Ergebnisse interessieren. Mein Bauchgefühl meint, es wäre sehr überrascht, falls sich das finanziell rechnet.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)