Preise von Speichersystemen wirklich gesunken?

  • Ich habe gerade eine neue Umnfrage bei Herstellern für unser Batteriespeicherübersicht laufen, die wir zur Intersolar aktualisieren wollen (hier die 2014er Übesicht: http://www.pv-magazine.de/speicher)


    Es heißt immer, die Preise seien stark gesunken. Das sehe bei den Angaben der Hersteller bisher nicht. Was ist die Erfahrung hier im Forum?


    Ich bekomme allerdings auch nicht immer die richtigen Preise angegeben und bei manchen Herstellern ist es schwierig, sie zu recherchieren. Dazu freue ich mich über Zuschriften. Mich interessieren sowohl die Preise für Installateure als auch die dann den Endkunden (ohne Installation) angebotenen Preise an konkreten Beispielen (also mit genau spezifizierten Systemen). Ich freue mich über Zuschriften, die ich natürlich vertraulich behandele:
    fuhs@pv-magazine.com


    Die Ergebnisse der (anonymisierten) Auswertung stelle ich hier gerne zur Diskussion.

  • Hallo,


    die Preise sind nicht gesunken. Im Gegenteil, durch den starken Euro-Verfall gegenüber den Dollar sind die Batterie-Einkaufspreise um ca. 20% gestiegen.


    Wir als Hersteller beobachten den Markt genau, vor allem die Wettbewerber, obwohl wir bei unseren System nicht wirklich von Wettbewerbern sprechen können.


    Leider ist es so, dass die am Markt präsenten Hersteller von Batteriespeichersystemen am Rand der Rentabilität arbeiten, teilweise kaufen sich Hersteller Marktanteile über den niedrigen Endkundenpreis ein. Der Grund ist der starke Verdrängungswettbewerb welchen Speicherhersteller isb. Netzparallelspeicher ausgesetzt sind.


    Der Gesamtpreis eines Systems setzt sich annähernd wie folgt zusammen, bei einem System, welches am Markt für 6.000 Euro verkauft wird (LiFePo):


    Materialanteil Akku = 25%
    Materialanteil Leistungsteil = 12%
    Materialanteil Steuerung und Gehäuse etc. = 5%
    Allgemeine nicht direkt zuordenbare Kosten des Systems = 3%
    Rücklage für Gewährleistungen = 3,5% Euro
    Rücklage für Forschung und Entwicklung = 3,5%
    Personalkosten für die Herstellung = 5%
    Personalkosten für Verwaltung = 1,5%
    Allgemeinkosten des Unternehmens= 10% Euro


    Gesamt 68,5%


    Dann der Gewinn des Händlers, wird mit einer Handelsspanne auf den EK kalkuliert = 25%


    EBIT des Herstellers = 6,5%


    Dieser EBIT muss dann noch für Steuern und Tilgungsleistungen genügen.


    Wie man sieht gibt es hier keinen Spielraum für Preissenkungen mehr. Sollte der Speicherpreis um 20% fallen, dann wirkt sich dass nur um 7,5% auf den Endkundpreis aus. Die Akkupreise sinken jedoch nicht, wie schon beschrieben.


    Also nicht hoffen, dass die Preise wie bei PV-Module sinken, dafür sind die System zu "technisch"


    Sonnige Grüße :danke:

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Arme Hersteller


    Sollen wir Sie Bedauern ?

    ZOE intens 10/2014, IONIQ Style electric 11/2017, Kona 12/2018
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • Hallo,ich kann nur sagen wer einen Draht nach China hat bekommt die Preise so gestaltet,daß das die entnehmbare Kwh bei Li batterien rund 600E kostet.Die Fa.Hanni-Solar bietet dies bereits an,in der Speichergrösse von 10-500Kwh.Das Entwicklungsteam von SMA ist damit zur Zeit noch beschäftigt.Letzte Woche ging eine 100Kwh batterie für ein Kühlhaus in Betrieb.Die Sache wird von der Fa,Hanni-Solar,jetzt Tesvolt in München vorgestellt.Gruss Bernd

  • Nach VIC's Rechnung würden 10kWh nutzbar dann 24T€ kosten. Hilfe! Irgendwas stimmt hier nicht.
    Alex.

    138 KWp als Bürgeranlage (http://laborschule.solardach-dresden.de)
    19,3 KWp privat auf Süd-, Ost-, West- und Flachdach
    SI 6.0 mit PzS - 80KWh nutzbar und Notstrom
    Tesla Model S90D seit 10/2016, Tesla Model 3 AWD LR seit 04/19

  • Bei der Betrachtung dieses Themas sollte man den Standpunkt eines informierten Endkunden einnehmen. Die Bruttopreise für PzS liegen bei Deubat, Bater etc. bei ungefähr 110 Euro pro kWh Speicherfähigkeit brutto. Der Metallzuschlag ist nicht eingerechnet, denn den bekommt man (hoffentlich) wieder zurück, ist also eine Art zinsloses Darlehen. Nimmt man noch eine EUW, Zentralentgasung, Trog, Verbinder, anteiliger Raumverbrauch usw. hinzu, dann kommt man auf etwa 140 Euro pro kWh brutto oder etwa 200 Euro pro kWh netto (max. 70% DOD).


    Wenn man die Batterie nur nutzt, bis ihre Kapazität auf 80% runter ist, dann kostet jede durchgeleitete kWh ungefähr 10 Cent. Wenn man brutal ist und die Batterie bis auf 50% Kapazität runter nutzt, dann sind auch 6-8 Cent pro kWh drin.


    1. Voraussetzung: Man zahlt die Mehrwertsteuer komplett und man sch.... auf den Kredit der KfW und vertraut darauf, dass Batterien, die in der Industrie normalerweise 10 Jahr durchhalten, bei einem selber über 5 Jahre durchhalten (die Garantie, die von der KfW verlangt wird); realistisch sind bei guter Pflege mindestens 15 Jahre.


    2. Voraussetzung: Man muss die Batterie selber bestellen, die Zellen in den Trog hiefen und verschalten. Diesen Aufwand darf man also nicht in Rechnung stellen.


    Fazit: Sind die Preise von Speichersystemen wirklich gesunken? Nein!


    Zu diesen Preisen kann man schon seit etlichen Jahren Energie speichern! Gibt es Alternativen? Aktuell nein, es sein denn, man kann die Batterie von Herrn Musk zu Händlerkonditionen beziehen (wäre aktuell -falls die angegebenen Daten stimmen- nur ein oder zwei Cent teurer als Pb-Batterie; wären dafür aber wartungsfrei)!


    Wenn man es nicht selber organisiert und selber macht, dann sind Energiespeicher für den privaten Einsatz nichts anderes als Geldverbrennungsmaschinen! Eine Änderung ist in näherer Zukunft nicht zu erwarten!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von AlexDD

    Nach VIC's Rechnung würden 10kWh nutzbar dann 24T€ kosten. Hilfe! Irgendwas stimmt hier nicht.
    Alex.


    ich ging bei meiner Erklärung von einem System aus, welches 6.000 Euro netto kostet. Das kann ein System eines renommierten Herstellers sein, mit einen Bruttospeicher von z.B. 7 kWh, davon nutzbar 5,6 kWh (LiFePo). Von dieser Preisbasis aus kann man dann die aufgegliederten Preise, wie ich erklärt habe errechnen.


    Sonnige Grüße :danke:

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Jdhenning Du hast es auf den Punkt gebracht,sich selber um die komponenten kümmern.Ich bin bei einem 85Kwh Pb System auf 375E/ entnehmbare Kwh gekommen,ich kann damit gut leben,die Batterie hat dabei im ersten Jahr 8000Kwh geliefert,da brauch ich nicht lange rechnen.Gruss Bernd

  • Zitat von jdhenning


    Wenn man es nicht selber organisiert und selber macht, dann sind Energiespeicher für den privaten Einsatz nichts anderes als Geldverbrennungsmaschinen! Eine Änderung ist in näherer Zukunft nicht zu erwarten!


    An dem Punkt bin ich nach einigen Recherchen auch angekommen. Solange die Preise für "fertige Lösungen" da sind wo sie heute sind, ist es derzeit leider noch unrentabel.


    Gruß
    Oliver

  • Zitat von jdhenning

    ...etwa 200 Euro pro kWh netto (max. 70% DOD).


    Wenn man die Batterie nur nutzt, bis ihre Kapazität auf 80% runter ist, dann kostet jede durchgeleitete kWh ungefähr 10 Cent.


    Sie bei dieser Rechnung die Verluste im Speichersystem enthalten oder ist das eine simple 200 Euro/kWh : 2000 Zyklen Betrachtung?

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp