Mieter/ Vermieter Problem Zähler usw.

  • Moin,


    wir haben bei einer neu errichteten Anlage folgendes Problem:


    Der Eigentümer und Vermieter einer Gewerbeimmobilie hat sich von uns eine PV Anlage mit ca. 40 kWp installieren lassen. Zählersetzung ist nächste Woche. Ziel ist es, den Strom an den Mieter zu verkaufen und den Stromüberschuss einzuspeisen.


    Leider ergeben sich folgende Probleme: Der Mieter der Immobilie hat einen Stromvertrag mit Mindestlaufzeit bis September. Der Zweirichtungszähler (Netzbetreiber ist die Westnetz) sollte aber auf den einzigen Anschluss gesetzt werden, der in der Immobilie derzeit existert. Der bisherige Zähler soll eigentlich raus und ein Zwischenzähler installiert werden.
    Der bisherige Zähler lief über den Mieter, der neue Zweirichtungszähler wird auf den Anlagenbetreiber laufen.


    Nun die Fragen...: Könnte der Mieter aus seinem Stromvertrag rauskommen, da der Vermieter den Anschluss "übernommen" hat? Ich vermute mal, dass dies als Sonderkündigungsgrund nicht akzeptiert wird.


    Kann ein Zweirichtungszähler alternativ auch auf zwei Kunden und zwei Vertragsverhältnisse laufen - also Bezugszähler Mieter-Stromlieferant und Lieferung Vermieter-Netzbetreiber?


    Im Grunde könnte der Vermieter den Eigenstromverbrauch des Mieters dann aus der Differenz zwischen PV Zähler und Einspeisemenge errechnen und könnte sich sogar den Zwischenzähler sparen, da sämtlicher Strom vom einzigen Mieter genutzt wird.


    Vielleicht ja alles kein Problem;) Wäre dankbar, wenn jemand mit ein paar hilfreiche Impulse bietet.

  • Da sehe ich drei Möglichkeiten :
    - Jetzt Zählerkonfiguration mit Volleinspeisung, im September dann umbauen
    - Jetzt Zählerkonfiguration mit Eigenverbrauch mit kaufmännisch billanzieller Abrechnung als Volleinspeisung, im September dann umstellen
    - Zählerkonfiguration mit Eigenverbrauch und Lieferung des Solarstroms an den Mieter. Den Bezugsstrom bezieht der Mieter über seinen bisherigen Anbieter. Das geht, wenn der Vertrag den Bezug von Solarstrom nicht ausschließt.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von torse

    Kann ein Zweirichtungszähler alternativ auch auf zwei Kunden und zwei Vertragsverhältnisse laufen - also Bezugszähler Mieter-Stromlieferant und Lieferung Vermieter-Netzbetreiber?


    Ist kein Problem. Der Einspeisezähler hat nur was mit dem Netzbetreiber zu tun. Der Bezugszähler kann auf den Mieter laufen, da der nicht mit dem Netzbetreiber abgerechnet wird. Kommt öfters vor als man denkt. Es sind ja im Prinzip auch zwei Zähler die unterschiedlich abgerechnet werden.

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Die Wahlfreiheit nach dem EnWG hat immer der Anschlußnutzer nicht der Anschlußnehmer. Das muss der Anschlußnutzer mit seinem Lieferanten ausmachen, sehe da aber kein Problem, es sei denn er untersagt Eigenverbrauch, aber wie will er das machen?

    22.05.2012: 8,8 kW, 100 % Eigenverbrauch, netmetering mit Ferrariszähler [Belgien]
    25.02.2016: 2,6 kW, netmetering mit Vergütung [Niederlande]

  • Dem Mieter gehört die Anlage nicht, ist nicht der Betreiber, damit gibt es auch kein EV.

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  • Nenn es halt nicht EV sondern DV (Direktverbrauch). Da fällt die volle EEG Umlage an, aber vom Prinzip spricht nichts dagegen.
    Gruß
    Jochen

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  • Der EV bezog sich auf den Mieter und dessen Vertrag, wo eine PV mit EV ausgeschlossen wird. Er kauft bei seinem Lieferant halt nur weniger Strom.

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  • Hieraus resultiert dann eine neue Frage:


    Wenn nun der Mieter sein Vertragsverhältnis mit seinem Stromanbieter behält und diese Menge über den Zweirichtungszähler gemessen wird und dann die Menge des PV Stroms aus der Differenz zwischen dem PV Zähler und dem Einspeisezähler.
    Reicht das? Muss kein Zähler installiert werden, der explizit die Menge erfasst, die der Vermieter dem Mieter verkauft?
    Was sagt das Finanzamt (Rechnungen Stromverkauf?) Was sagt der Netzbetreiber bezüglich der Berechnung der EEG Umlage auf Stromverkauf an Dritte?
    Ergibt sich aus dieser relativ einfachen Konstellation die Möglichkeit, ohne Zahlung der EEG Umlage auszukommen?


    Beste Grüße

  • Was willst du mehr messen - Erzeugung (natürlich mit geeichtem Zähler gemessen) minus Einspeisung ist die an den Mieter gelieferte Menge. Der Strom kann ja nirgends anders hin. Dem Finanzamt würde sogar der Zähler im WR genügen, denen reicht es, wenn es glaubhaft ist (notfalls sogar mit 1000kWh/kWp geschätzt), aber für die EEG-Umlage muß es sowieso ein geeichter Zähler sein (und nahc Eichrecht dürfen für Abrechnungszwecke auch nur solche verwendet werden).
    Keine EEG-Umlage geht bei 40kWp nicht mehr, allesfalls würde bei eienr Vermietung der gesamten Anlage (samt aller Chancen und Risiken natürlich) an den Gebäudemieter dieser Betreiber werden und würde nur die reduzierte Umlage zahlen müssen.
    edit: in dem Fall stellen sich die ganzen anderen Fragen auch gar nicht, da nur der Mieter den Zähler nutzt
    Sollte sich das mit der EEG-Umlage nicht rechnen, bleibt, wie schon erwähnt, kaufmännisch bilanziell volleinspeisen