PVA mit Verlust

  • Mich würde mal interessieren, wie der Fall geregelt ist, wenn man eine PVA langfristig mit Verlust betreibt.
    Ich gehe davon aus, dass man auf jeden Fall Gebrauch der Kleinunternehmer Regelung machen muss, da man sonst die Ust irgendwann nachzahlen muss.
    Das bedeutet dann aber auch, dass die jährlichen Verluste größer sind, da dann der Brutto- und nicht der Nettopreis der Anlage in der Afa steht.


    Kann das Finanzamt die jährlichen Verluste, die man mit dem Gewerbe dieser PVA einfährt, einfach ignorieren oder muss es diese immer mit der persönlichen Einkommenserklärung verrechnen?


    Ich frage, da der Betrieb einer PVA persönlich zwar lukrativ sein kann, unternehmerisch aber wiederum nicht.

    West (80Grad/DN35) : 32 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
    Ost (-100Grad/DN35) : 30 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
    Luschen-Geselle L:19 D:4 T:1

  • I. Umsatzsteuer
    Verlust o. Gewinn ist hier ohne Relevanz.
    Die Unternehmereigenschaft hängt an der Einnahmenerzielungsabsicht; nicht an der Einkunftserzielungsabsicht.


    II. Einkommensteuer
    Einkünfte nach §15 EStG liegen nur vor, wenn Einkunftserzielungsabsicht besteht.
    Wenn sich anhand von objektiven Prognosen ableiten lässt, dass auf die Totalperiode kein Überschuss zu erwirtschaften ist, handelt es sich um Liebhaberei. Die Verluste sind dann keine Einkünfte aus §15 EStG und können somit im Rahmen der ESt-Erklärung weder mit Einkünften aus §15 EStG noch mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten oder Einkünften des zusammenveranlagten Ehegatten verrechnet werden.


    Wenn das Ergebnis so ist, dass mit KUR die als Aufwand verdaute USt aus der Anschaffung, der Laden keinen Totalüberschuss mehr erwirtschaftet - dann ist das eben so.
    Ich komme gerade allerdings ins Zweifeln. (Da sind ja Fragestellungen, die interessieren nur bei der Randerscheinung PV).
    Wenn mein Unternehmen mit Anwendung der STeuerpflicht einen Totalgewinn erzielt, der nicht höher ist, als die Umsatzsteuer aus der Anschaffung, dann besteht m.E. der wirtschaftliche Sinn und Zweck der Unternehmung ausschließlich in der Erlangung von Steuervorteilen. Ich meine, dann gibts auch schon Stress mit dem FA.


    Das FA kann nichts "mal einfach so" ignorieren.
    (merke: Verwaltungshandeln ist stets nachprüfbar und muss sich stets auf Normen gründen. Ohne Norm kein Verwaltungsakt.)


    Die Vorgehensweise - wenn das FA Bauchweh mit der Ertragskraft bekommt - ist abgestuft:
    1. Schritt : Man lässt Dich eine Prognoserechnung einreichen; und prüft die grob (Übliche Auskunfts- und Mitwirkungspflicht)
    2. Schritt : Bescheide werden unter Vorbehalt der Nachprüfung erlassen; man wartet ab. (Deren Ermessen, mit welche Nebenbestimmungen ein Verwaltungsakt erlassen wird)
    3. Schritt: Das FA wartet ein paar Jahre ab und schaut sich die Zukunft im Rückspiegel an. Das bringt bei einer PV aber wenig; eher sinnvoll bei der Edelboutique die die wohlsituierte Ehefrau im fensterlosen Keller ihrer Villa in elitärer Wohngebietslage fernab des Trubels einer Einkaufsmeile betrieben wird.
    4. Schritt: Das FA versagt die Anerkennung von Verlusten und dreht ggf. ältere Bescheide rum, mit der Begründung der Liebhaberei.


    Auf Deutsch: Als Steuerpflichtiger riecht man den Braten.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Die Frage kam mir, beim Durcharbeiten der Steuererklärung.Und ganz so abwegig ist sie ja nicht.
    Bei kleinen, neuen Anlagen und hohem Eigenverbrauch wird man sicherlich schnell in diese Schublade fallen können.
    Bei Einkaufspreisen von über 25 ct kann man persönlich eine Anlage auch dann als sinnvoll & wirtschaftlich ansehen, wenn diese zum Beispiel 18 ct pro pro erzeugter kWh kostet. Da die Einspeisepreise aber sehr viel geringer sind, ist das aus wirtschaftlicher Sicht (EÜR) ein Verlustgeschäft.


    Wenn das FA das Ganze als Liebhaberei einstuft, muss man das dann 20 Jahre lang in der Steuererklärung trotzdem angeben?

    West (80Grad/DN35) : 32 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
    Ost (-100Grad/DN35) : 30 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
    Luschen-Geselle L:19 D:4 T:1

  • Du weißt schon, daß der privat "entnommene" Strom aus der PV-Anlage steuerlich berücksichtigt werden muß?
    (=> u.a. Sachentnahme)
    Um bei einer netzparallelen PV-Anlage nach 20 Jahren in Summe im Betriebsergebnis ein Minus zu haben, muß schon viel schief laufen.

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Zitat von Andre78

    Du weißt schon, daß der privat "entnommene" Strom aus der PV-Anlage steuerlich berücksichtigt werden muß?
    (=> u.a. Sachentnahme)


    Ja - aber nicht zu dem Preis, den Du beim ENV (>25ct) zahlen würdest, sondern den, den Du vom ENV für die Einspeisung erhalten würdest (ca. 12ct). Und das ist ein großer Unterschied.

    West (80Grad/DN35) : 32 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
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    Luschen-Geselle L:19 D:4 T:1

  • Selbst, wenn Du heute eine PV-Anlage mit Volleinspeisung bauen würdest, hättest Du nach 20 Jahren keinen Verlust, da heutige Anlagen den Strom für unter 10ct./kWh produzieren.
    Wenn Du nach 20 Jahren nur einen Euro Gewinn nachweisen kannst, ist i.d.R. das FA bereits zufrieden.
    I.d.R. wird das aber deutlich mehr sein.


    Das Thema USt. hat sich dann meist auch erledigt. Besonders bei privatem Eigenverbrauch, da das FA dann mehr USt. von Dir erhält, als wenn Du den gesamten Strom einspeisen würdest.
    Denn Bemessungsgrundlage für die unentgeltliche Wertabgabe, also die auf den privat verbauchten Strom abzuführende USt., ist leider der Preis, den Du für den Strombezug zahlst. (Vereinfacht ausgedrückt)

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
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  • Bei Anlagen nach dem 01.04.2012 must Du ihn 2x berücksichtigen.
    1x Sachentnahme und einmal unentgeltliche Wertabgabe.
    Da hast du 2 verschiedene Bewertungsgrundlagen.
    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
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    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Zitat von Andre78

    Selbst, wenn Du heute eine PV-Anlage mit Volleinspeisung bauen würdest, hättest Du nach 20 Jahren keinen Verlust, da heutige Anlagen den Strom für unter 10ct./kWh produzieren.
    ...
    Denn Bemessungsgrundlage für die unentgeltliche Wertabgabe, also die auf den privat verbauchten Strom abzuführende USt., ist leider der Preis, den Du für den Strombezug zahlst. (Vereinfacht ausgedrückt)


    Aber sicherlich nicht bei schlechten Lagen/Ausrichtungen und Ertragsprognosen < 700 kWh/kWp.


    Ich rede ja auch nicht von der abzuführenden Ust, sondern nur von der EÜR.

    West (80Grad/DN35) : 32 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
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    Luschen-Geselle L:19 D:4 T:1

  • ob eine PV Anlage überhaupt Gewinne erwirtschaftet ist unter anderen auch abhängig,
    -vom Anschaffungspreis der Anlage
    -Lage und Ausrichtung der Anlage
    -Höhe der lfd. Nebenkosten
    -Reparaturkosten
    -Ertragsausfälle durch Nichteinspeisen
    -Alterung der Module
    -Steuerberatung

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Wie wär's denn mal, die Anlage mit der Ausrichtung, Örtlichkeit und Konfiguration hier vorzustellen. Vielleicht lässt sich die PV-Anlage noch optimieren? Verstringung, Schattenmanagment, WR.... Laufen alle Strings korrekt?