Steuererklärung 2014

  • Hallo Leute,
    hab seit Feb 2014 ne PV und hab letztens das erste mal Steuererklärung gemacht.
    Sorry wenn die Frage schon 100 mal gestellt wurde...
    Benutze PV-Steuer.
    Umsatzsteuer und EÜR hatte ich im Januar schon gemacht. Einkommenssteuer dann Ende Februar.
    Für Umsatzsteuer kan im Feb auch schon ein Schreiben "Ihrer am xx.xx.xx eingegangenen Umsatzsteuererklärung wurde zugestimmt.
    Heute kam jetzt das angehängte Schreiben...
    Abrechnung des Netzbetreibers: kein Problem
    Nachweiß über die Anschaffungskosten: Hab ich schon mal mit der Umsatzsteuer Voranmeldung eingereicht, aber von mir aus schick ichs auch noch mal
    Angaben über die Ermittung des Eigenstroms/Direktverbrauchs: Was wollen die jetzt von mir?
    Tabelle mit Monatlichen Zählerablesungen und daraus berechneten kWh Direktverbrauch hab ich, kein Problem. €/kWh kann ich auch gern ergänzen. Dafür muss ich aber den Hinweis in dem Schreiben verstehen.
    Ich habe, wie bei PV-Steuer vorgeschlagen für die USt mit 0,21 € gerechnet und für EÜR mit Abschreibung durch erzeugte kWh.


    Auf was beziehen sich die Hinweise in dem Schreiben und was sollte ich für den Punkt Angaben über die Ermittung des Eigenstroms/Direktverbrauchs benutzen?
    Im Betreff des Schreibens steht zwar Einkommens und Umsatzsteuer, aber für Umsatzsteuer hab ich ja ein Schreiben das alles Ok ist. Bin daher etwas verwirrt.


    Vielen Dank für Eure Hilfe!
    Schönen 1.Mai
    Martin

  • Hallo Martin,


    da dein FA als Betreff "Einkommen- und Umsatzsteuer 2014" angegeben hat, gehe ich davon aus, dass du bei Beiden nicht deinen Eigenverbrauch berücksichtigt hast.


    a) USt.


    Die unentgeltlichen Wertabgaben (Eigenverbrauch) werden so behandelt, als würde es sich um steuerbare Umsätze handeln, wenn der Unternehmer die verwendeten oder entnommenen Gegenstände bzw. Leistungen aus seinem Unternehmen entnommen hat. Bei der Umsatzsteuererklärung sind sie also unter "Steuerpflichtige Umsätze" aufzuführen. Die Ermittlung der unentgeltlichen Wertabgabe erfolgt - einfach ausgedrückt - so, dass du deinen Eigenverbrauch nimmst und ihn mit dem kWh-Preis multiplizierst, den du selbst im gleichen Zeitraum für deinen Bezugsstrom bezahlt hast. Relativ einfach geht die Ermittlung mit der vom User Paulchen entwickelten Excel-Tabelle:


    b) ESt.


    Hier muss die USt. auf die unentgeltliche Wertabgabe gewinnerhöhend erfasst werden.


    Zudem ist der Selbstverbrauch als Sachentnahme gewinnerhöhend zu berücksichtigen. Da dein FA schon deinen Eigenverbrauch im Focus hat, multiplizierst du am besten deine eigenverbrauchten kWh mit deiner EEG-Vergütung.
    Als Übersicht ist das hier sehr gut geeignet:

  • Hallo Martin,
    seit Ende letzten Jahres ist amtlich, dass der Eigenverbrauch bei Anlagen nach dem 31.03.2012 nicht mehr wie bei den früheren Anlagen umsatzversteuert werden darf.
    Du hast wahrscheinlich noch eine Version von PV-Steuer, die nach der "alten" Methode die Umsatzsteuer berechnet. Da gibt es mittlerweile eine Version, die die Veränderungen berücksichtigt.
    Bitte melde dich doch per Mail an pv-steuer@gmx.de, damit wir das mit den nötigen zusätzlichen Informationen (bisherige Version, Kaufdatum, Klarnamen) klären.


    Zum Sachverhalt:
    Du schreibst, dass die Umsatzsteuerstelle deiner (falschen) Erklärung von 2014 zugestimmt hat. Andererseits argumentiert der Sachbearbeiter im abgedruckten Schreiben mit der neuen Sachlage für die Umsatzsteuer. Du bist also zu Recht etwas verwirrt. Ich würde mich auf jeden Fall mit dem Sachbearbeiter in Verbíndung setzen und erfragen was er denn nun überhaupt von dir will.


    Eine neue Umsatzsteuererklärung? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, wenn du bereits die schriftliche Zustimmung hast... Aber vielleicht weiß er das gar nicht.
    Eine neue Einnahmenüberschussrechnung, die aber dann nicht mehr mit der USTE zusammenpassen würde??


    Alles etwas nebulös - ein Gespräch sollte mehr Klarheit in die Sache bringen.


    mfg
    Paulchen

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    Einspeise-, Direktverbrauchs-Anlagen und Kombinationen beider Arten
    DV-Tools auch für MAC OS - DV-Tools für je 1 Anlage auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Zitat von Bento

    Hallo Martin,


    da dein FA als Betreff "Einkommen- und Umsatzsteuer 2014" angegeben hat, gehe ich davon aus, dass du bei Beiden nicht deinen Eigenverbrauch berücksichtigt hast.


    Doch hab ich. Benutze wie gesagt PV-Steuer wo ich auch jeden Monat meinen Eigenverbrauch eingetragen hab.
    Für die Umsatzsteuererklärung und für die EÜR hab ich dann die von PV-Steuer gelieferten Zahlen in die angegebenen Zeilen der Formulare eingetragen.


    Für meine Einkommenssteuererklärung ist ja eigentlich nur die EÜR wichtig, oder?

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  • Für die Steuererklärung hatte ich die Version 4.07 verwendet. Inzwischen bin ich aktuell. War 4.07 zu alt?
    Werde Montag mal anrufen. Die sind nur im Amt so schwer ans telefon zu bekommen. So was modernes wie EMail kennen die ja nicht...

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  • Hallo Martin,
    aus der Angabe der Versionsnummer 4.07 erkenne ich nun, dass du die richtige Version für Anlagen ohne Vergütung des EV (Herstellung der Anlage nach dem 31.03.2012) verwendest und nicht, wie ich vorher annahm, die Version für Anlagen früheren Datums. Ich hoffe, du hast bei den Grunddaten die unentgeltliche Wertabgabe den Nettopreis für den Strombezug bei deinem EVU inklusive aller Nebenkosten angegeben. 21 C/kWh erscheint mir aber ein (noch) realistischer Wert.


    Alle Versionen mit der Hauptnummer 4.xx berechnen die Umsatzsteuer und Entnahmewert nach den für die neueren Anlagen gültigen Vorschriften, nicht mehr nach denen, die für Anlagen mit Vergütung des EV galten. Die Berechnungweise ist genau auf die Veröffentlichungen des Bundesfinanzministeriums zur Änderung des Umsatzsteueranwendungserlasses vom Dezember 2014 ausgerichtet.


    Version 4.07 war nicht zu alt, die Folgeversionen wurden lediglich mit kleineren zusätzlichen Features ausgestattet, die nichts Grundlegendes veränderten.


    Ich gehe nach der für mich veränderten Ausgangslage nunmehr davon aus, dass dem Sachbearbeiter dein Ansatz für die Entnahme des Eigenverbrauchs nicht passt. Er will dir anscheinend den Strombezugspreis von 21 Cent pro kWh aufs Auge drücken, verwendet aber in seiner Begründung ein BFH-Urteil, das nicht zum Entnahmewert, sondern zur Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ergangen ist.


    Dass auch Stellen der Finanzverwaltung den Entnahmewert anders, als der SB es will, ermitteln, kannst du ihm anhand der "Hilfe zu Photovoltaikanlagen" vom Bayerischen Landesamt für Steuern, Stand Januar 2015 beweisen.


    Dort berechnet man auf S. 39 den Entnahmewert aus den Herstellungskosten (Summe aus AfA, Zinsen, Betriebskosten geteilt durch Gesamtstromproduktion) und kommt zu einem Wert von 8,78 Cent/kWh. Die auf Seite 40 abgedruckte EÜR-Tabelle ist im Aufbau ein Spiegelbild der EÜR in meinem Programm.


    Link zum Download der "Hilfe...": http://www.pv-steuer.de/module…php?file=47&id=1422357758


    Ich hoffe, das hilft dir für deine Argumentation etwas weiter.


    mfg und viel Erfolg
    Paulchen

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  • Hallo Paulchen,
    danke für Deine Hilfe.
    Hab mir das Pdf mal durchgelesen.
    Da ist an mehreren Stellen vom Schäzen der erzeugten kWh die Rede. Erkennt das Finanzamt die Anzeige am Wechselrichten bzw. SunnyHomeManager an?
    Weil mitden im Pdf angegebenen 1000kWh/kWp kommen für mich deutlich zu hohe Werte raus (Ost-West-Anlage).


    Nur damit ich morgen wenn ich im Amt anrufe nichtganz doof dastehe: Was können die mit "Angaden zur Ermittlung des Eigenstroms/Direktverbrauchs" meinen? Aufstellund wie viel kWh ich monatlich direktv erbraucht hab und wie viel €/kWh ich dafür angesetzt habe? Oder nur einen Nachweiß wie die €/kWh berechnet wurden?


    Weil weder bei USt als auch bei EÜR hab ich ja irgendwie nachgewiesen wo die € in den Formularen her kommen. Oder hätte ich da irgendwas mitschicken müssen?
    Hatte zu dem Thema einen befreundeten Steuerberater gefragt (der sich aber mit PV nicht auskennt) und der meinte ich sollte es einfach so wegschicken.


    Danke!
    Gruß
    Martin

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  • Hallo Martin,
    ich habe noch nie davon gehört, dass die Ermíttlung des EV über die Anzeige des Wechselrichters nicht anerkannt wurde.
    Schätzungen werden vorgenommen, wenn der Anlagenbetreiber - aus welchen Gründen auch immer - den EV nicht nachweisen kann (z.B. weil er die Zählerstände einer vergangenen Periode nicht aufgeschrieben hat).


    Angaben zur Ermittlung:
    Ich denke, die wollen lediglich wissen, wie du den EV technisch ermittelst. Eine monatliche Aufstellung werden sie eher nicht von dir erwarten - aber die hättest du ja ohnehin, hast du geschrieben.


    Unterlagen zu den Steuererklärungen:
    Du musstest nichts verpflichtend mitsenden. Andererseits ist der Sachbearbeiter berechtigt, zu einem Sachverhalt Unterlagen anzufordern.


    Grundsatz bei den Unterlagen: Das Finanzamt erhält bei der Abgabe der Steuererklärung nur die verpflichtend vorgeschrieben Unterlagen. Bei Nachfrage erhält es die angeforderten Nachweise.


    mfg
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  • danke!

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  • So, habe heute morgen mit dem Finanzamt telefoniert.
    Der Herr wirkte sogar kompetent was PV angeht.
    Er hat mir gesagt das meine Umsatzsteuererklärung noch garnicht geprüft worden wäre und das das jetzt zusammen mit der Einkommenssteuererklärung geschehen würde. Deshalb auch die Sache mit dem Direktverbraucht.
    Wegen der Ermittlung der €/kWh für die EÜR über die Betriebsjosten möchte er jetzt aber noch ne Aufstellung wie ich meine Anlage abschreiben möchte.
    Ist es da ratsam einfach die "Abschreibungstabelle der PV-Anlage" aus PV-Steuer auszudrucken und dem Amt zu schicken? Oder stehen da Infos drin die die nichts angehen?

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