Neuling mit 2kW Grundlast

  • Moin,
    mein Vater hat einen kleinen Betrieb mit ~2kW Grundlast 24/7 und will sich jetzt Solarzellen aufs Dach schrauben. Ich bin jetzt auf dieses Forum gestoßen und damit auch auf Sunnydesign. Ich hab da also schonmal ein bisschen was eingegeben, das kann ich nicht mit euch teilen oder? Die Daten aber grob im Überblick:

    • Lage: Bremen, 45° Dachneigung, Süd-Ost Ausrichtung
    • ~2kW Dauerlast, das ist ein Gerät, separat abgesichert
    • Zusätzlich normaler 2 Personen Haushalt
    • Das Dach ist groß genug (altes Bauernhaus)


    Dazu jetzt ein paar Fragen:

    • Mein ihr eine 15kWp Anlage ist einge gute Größe? Gibt es irgendwelche Grenzwerte ab denen irgendwelche (nervige) Regelungen gelten?
    • Mir scheint, als wenn ein Batterie Zwischenspeicher nicht so richtig viel bringt. Da steigt die Eigenverbrauchsquote nur um ~7%. Das liegt wahrscheinlich am hohen Grundlastbedarf oder?
    • Muss man für die Einspeisung eine extra Firma gründen oder kann man das als Einnahmen in eine Bestehende aufnehmen?
    • SunnyDesign schlägt 2000€/kWp vor. Ist das ein realistischer Preis, so mit allem für 10-15kWp?
    • SD rechnet 933 kWh/kWp aus. Finde ich irgendwo auch die Peak Leistung die im Sommer erzeugt wird?


    Ich hoffe die Fragen sind nicht allzu unkonkret und blöde. Auf jeden Fall schonmal Danke an jeden der sich mit meinen Fragen beschäftigt hat!

  • Moin!
    Ab 10kWp wird es etwas kompizierter, bis 30kWp kann man den Aufwand evtl. noch vertreten.


    Die Preise liegen jetzt bei etwa 1200€/kWp. Ab Besten hier mal auf den Marktplatz gucken und ein Angebot einholen. Gerade Nebenkosten wie Zählerschrank und Gerüste können den Preis beeinflussen.


    Bei Deiner Ausrichtung kann Du davon ausgehen, das die guten Tage einen Faktor 5-6 bringen. Also 50-60kW bei 10kWp. Die ganz wenigen Spitzentage werden knapp an die 7 heran kommen. Unter den entsprechenden Monatsbeiträgen (APRIL) findest Du tagesgenaue Werte.

    Gruß Ingo


    5,6kWp // SMA
    4,3kWp // Steca
    8,0kWp // SolarEdge

    Tesla Powerwall2

  • Moin. Erstmal einige wichtige Fragen: Wodurch wird die Grundlast erzeugt (Motor, Beleuchtung); ist die Last wirklich konstant oder ist das ein Durchschnittswert; kann die Last zeitlich verschoben werden? Besteht die Möglichkeit und/oder der Wille, Eigenleistung einzubringen?


    Einen ersten Überblick, was technisch machbar ist, kannst du dir hier erarbeiten:
    http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php
    Das ist der Solarrechner der EU.


    Wenn es Verschattung gibt, versuche mal ein Foto mit dem Schatten zu machen; wenn es keinen Schatten gibt, mach trotzdem ein Foto.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Es geht also um über 20.000kWh im Jahr Verbrauch? Ist da noch ein normaler Zähler drin oder schon RLM?
    Normal gibt es keinen Grund die PV nicht mit in die Firma aufzunehmen, ist dann ganz normales Anlagevermögen. Noch stehen Details zum EEG 2014 aus, dürfte aber bei Eigenverrbauch eher positiv sein es in einer Firma zu haben, da sonst womöglich rechtlich ein Stromverkauf an Dritte (andere Firma) stattfindet, bei dem 100% EEG-Umlage fällig werden. Über 10kWp wird sonst die reduzierte Umlage (derzeit 30%) fällig, aber davon würde ich mich nicht abhalten lassen 20 oder 30kWp zu bauen - 11 oder 12 sollte man aber vermeiden und gleich nur 10 bauen.


    1 kWp kann grob auch wirklich 1kW liefern, in der Spitze auch mal mehr abhängig von Sonneneinstrahlung, Winkel und insbesondere auch Temperatur (je höher desto weniger, die höchsten absoluten Werte hat man daher meist im Winterhalbjahr, da aber leidr nur kurz, weil die Tage so kurz sind). Praktisch bist du dann aber meist durch den Wechselrichter nach oben begrenzt, da es sich nicht lohnt den für alle Eventualitäten auszulegen. Oder was war genau deine Frage?


    Wenn Finanzierung gesichert ist und die Leitung ausreicht, mach das Dach bis 30kWp voll. Darüber kommt es auch darauf an, ob man am Hausanschluß einspeisen darf oder nicht.

  • Hallo und wow, das waren ja echt super hilfreiche Kommentare! :danke:


    Die Last liegt wirklich Dauerhaft an, ich hab aber nochmal nachgeguckt, ich glaube es sind eher nur 1kW.
    Damit liegt der Eigenverbrauch mit 10kWp dann noch bei ~50%, mit Akku steigt er dann auf 63%.


    Ich hab jetzt auch erstmal keine konkreten Fragen, ich wollte mich vor allem nochmal bedanken :)

  • Bei 24 kwh Dauerverbracuh über 24 Stunden plus Hausverbracuh von 8-15kwh am Tag, mag sich auch eine sog. Halbinselanlage mit Batterie und ohne jegl. Einspeisung rechnen, besonders, wenn der Dauerverbraucher ein einphasiger Verbraucher ist. Als Halbinsel sind, außer einer Anmeldung beim Netzbetreiber keinerlei Formalitäten notwendig. (Netzbetreiber stehen Halbinseln nicht aufgeschlossen gegenüber, obwohl laut allg. Forumsauffassung der Betrieb ohne Einspeisung keinerlei Gesetze verletzt, bei entsprechend normgerechtem Aufbau; falls Du deshalb die Anlage anmelden wolltest, nenne es Notstromanlage...) Generell würde ich nciht über 10kwp gehen, da sonst, egal bei welchem Anlagenkonzept im Zweifel EEG Umlage fällig wird.
    Für eine Halbinsel wird ein Inselwechselrichter hinter dem Zähler angeschlossen. Sie tritt nur im Bedarfsfall (Winter, keine Sonne) als Verbraucher auf, dann wird der STrom einfach durchgeleitet. Ansonsten entnimmt der Inselwechselrichter Strom aus einer geeigneten BAtterie und wandelt ihn in 230V Wechselstrom um. Die Batterie wird in der Regel durch einen Laderegler geladen, der seinen Strom aus den PV Modulen bezieht. Falls Platz und Raum es zulassen, bietet sich eine Industriebatterie (PzS, auch Staplerbatterie genannt an, da diese realtiv kostengünstig und bewährt sind. Teuerer sind Li... Batterien.
    Einen Inselwechselrichter gibts ab ung. 1000€ aus Taiwan, namhafte Produkte kosten zwischen 2.000 und 3.000, der Laderegler sollte mit ca. 600€ bezahlt sein (bei mehr als 5kwp bracuhst Du wahrscheinlich 2), eine neue ausreichend dimensionierte PzS gibt es ab 4.000. 6-8kwp PV kosten ca. 6.400, alle Preise brutto, plus MOntage und Elektrik sollte alles unter 20.000€ (brutto) bleiben. Damit deckst Du von April bis September deinen Strombedarf auf der einen Phase, also ca. 30kwh täglich, und von Oktober bis März sollten 20-30% noch drin sein (Dezember ca. 10-15%). in Summe wären das 30kwh*180+8kwh*180=38*180= 6800kwh Bezug gespart. Bei Bruttostrombezugskosten von 27C, wäre dies eine jährliche Ersparnis von 1800€ plus die Afa, wenn es für die Fa. angeschafft wird. In etwas mehr als 11 Jahren wäre das Ganze amortisiert, danach der Strom kostenlos. Dies ist eine ganz grobe Überschlagsrechnung und muss überprüft werden, aber für den geschilderten Zweck würde ich auchEinspeisung, mit allen Formalitäten und Erklärungen etc verzichten. Brauch der Dauerverbraucher Drehstrom brauchst Du 3 Wechelrichter, dann wirds deutlich teurer... Nebenbei hast Du mit einer solchen Anlage auch noch echten Notstrom, bei der angepeilten Batteriegröße von ca. 24 Std...., was beim Dauerbetrieb auch sinnvoll sein kann.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Bevor ich es vergesse, eine bis zu 10kwp Anlage wird im Sommer abregeln, d.h. es wird nur der STrom produziert, der letztlich auch verbraucht wird (inkl. Batterie und Nachtverbracuh), damit existiert im sommer ungenutztes Potential, welches z.B. noch einfachst mittels Heizstab zur Brauchwassererwärmung genutzt werden kann.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Ist schon realistisch, wenn Du im Jahr 200 voll durchlaufenen Zyklen hast, ist das viel, im "Winterschlaf" wird die Batterie bald 3 Monate so gut wie gar nicht benutzt und dümpelt vollgeladen vor sich hin. 1500 Zyklen sind DIN bei Entladung auf 20%SOC, bei Entladung begrenzt auf 50% ist es schon bald das doppelte. Die Batterie muss deshalb ausreichend dimensioniert werden. In meiner Annahme ging ich von mindestens 600AH also ca. 30kwh Gesamtkapazität aus, davon sollen über den Sommer eben nur max. 15kwh über Nacht verbraucht werden. Dann sollten 2000 mindestens drin sein, vielleicht werden es auch 3.000, was bei den 200 Zyklen 15 Jahre wären. theroretisch also realistisch, wir haben hier im Forum schon 10 Jahre im Inselbetrieb dokumentiert und die Batterie funktioniert immer noch.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
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