Solar-Fabrik Anschlussdosen

  • Weiß jemand wie es nach der Produktwarnung vor Brandgefahr bei den Solar-Fabrik Modulen aus 2011 und 2012 weitergeht ? Wir haben unsere Anlage stillgelegt und warten auf Informationen zur Schadensbehebung. Das ist aber gelinde gesagt äußerst zäh.


    Wir brauchen fundierte Informationen. Was genau ist das Problem mit den Dosen ? Wie kommen wir an das Gutachten, das angeblich exisitert ? Vielleicht liest ein ehemaliger SF-Mitarbeiter oder eine Person, die Zugang zu dem Gutachten hat, diese Nachricht und kann uns eine Einsicht ins Gutachten gewähren (PN). Diskretion wäre gesichert ! Unter welchen Umständen erwärmen sich die Dosen unzulässig ? Lässt sich das Problem evtl. rechtzeitig vorher erkennen (Thermografie). Wie gedenkt die SF das Problem zu lösen usw. usf.


    Man kann davon ausgehen dass der Haftpflichversicherer nach einer solchen Produktwarnung den Brandfall nicht mehr deckt, d.h. wer die Anlage weiter betreibt haftet selbst. Wir werden unsere Anlagen daher außer Betrieb lassen müssen. Das ist der Super-GAU für einen Anlagenbetreiber und kann natürlich nicht lange so bleiben.


    Hat denn von Euch sonst keiner mehr Module der SF aus 2011 und 2012 bezogen ? Kann ja nicht sein, dass wir die Einzigen sind, die betroffen sind. Und wie löst Ihr das Problem ?? Würde mich über Rückmeldungen sehr freuen.

  • Moin solum,


    sorry im Voraus, aber habe mir schon zweimal Mühe gegeben dir ein Feedback zu geben, aber leider hat in diesen Momenten wohl der Server gestreikt... letzter Versuch...
    kleines Dach: Module abbauen, Dose austauschen lassen.
    Großes Dach, Thermografie machen lassen, aber im Zweifel ebenfalls austauschen.


    Eventuell beim großen Dach Module austauchen und eine Erweiterung bauen, durch die höhere Modulleistung.


    Mach dir bewusst: Du verlierst aktuell bares Geld per Einspeisevergütung. Rechne das gegen.


    In jedem Fall anfragen was deine PV-Versicherung hierbei übernimmt (theoretisch und in der Regel, also bei solch einem Fall, gar nichts, aber versuch's!)


    Habe keine Verbindung zu SF.


    Viel Erfolg bei der Umsetzung!


    Mahlzeit!

  • BodenseeSpezi


    Die Ertragsausfallversicherung bezahlt nur bei äußeren Ursachen (Blitzschlag, Hagel, Sturm, Brand etc.). Ein Produktionsfehler ist eine innere Ursache und nicht versichert (bereits geklärt).


    Die SF hüllt sich offiziell in Schweigen welche Dosen betroffen sind (es kann sich um zweierlei Dosen handeln), ob sie Ersatz liefern wollen und wann. Außer Bedauern gibt's von der SF keinerlei verwertbaren Informationen. Technische Informationen = Fehlanzeige. Fahrplan zur Schadensbeseitigung = Fehlanzeige, Reaktionen auf Schriftstücke oder Mails = Fehlanzeige. Im Übrigen stört das Thema die Verkaufsgespräche der insolventen SF und auf mich wirkt die Sache so als wolle man das Problem "aussitzen". Dass die SF irgendwelche Kosten übernimmt erscheint mir im Augenblick völlig aussichtslos. Ich hatte bisher eine hohe Meinung von den Hauptaktionären Salvamoser und Schokoladen Ritter sowie dem Vorstand Weinberger. Da hätte ich eigentlich ein anderes Schadensmanagement erwartet.


    Die Haftpflichversicherung vertritt den Standpunkt, dass eine Anlage nach dieser Produktwarnung nicht weiter betrieben werden darf (bereits geklärt). Wer es trotzdem tut ist im Brandfall ohne Versicherungsschutz.


    Mit dieser Produktwarnung (ohne Schadensmanagement) hat die SF ihren Kunden ein tolles Ei gelegt.

  • Moin solum,


    wäre dir denn das Überraschungs-Ei lieber gewesen? Also praktisch der Brand-Supergau? Die sind gezwungen zu warnen. Die stehen in der Garantie und das müsste durch die Garantie gedeckt sein. Ansprüche hast Du natürlich im Moment keine. Das könnte womöglich der Gnadenschuss für die Solar-Fabrik gewesen sein, aber man wird sehen.


    Bin mir sicher, dass es eine ganze Flut an Mails bei der SF gerade hagelt. Kenne einen großen Projektierer, die sicherlich >50MW davon verbaut haben zum Teil im eigenen Bestand. Das ist existenziell sicher nicht einfach.


    Mahlzeit.

  • Hallo,


    nein, Du bist nicht alleine, wir sind mit unserer Anlage leider auch betroffen. Unser Solateur (der zu dieser Zeit alle seine Anlagen mit Solarfabrikmodulen bestückt hat) versucht etwas genaueres herauszubekommen, hat aber auch keine Rückmeldung bekommen bisher und auch noch nicht entschieden, die Anlagen vom Netz zu nehmen. So lasse ich auch meine Anlage weiterlaufen, die Beschreibung der Solarfabrik scheint doch etwas abstrakt zu sein.


    Allerdings glaube ich, dass die Anlage tatsächlich runter muss (also wieder Gerüst etc etc) und die Dosen alle getauscht werden, schon aus versicherungsrechtlichen Gründen. Und das auf eigene Kosten - die Einnahmen für dieses Jahr sind also gelaufen, ich achätze dass die Aktion sicher 2000-3000€ kosten wird.


    Soisses77


    Ps. wenn jemand was neues weiss, ich würds auch gerne wissen....

  • Bin zwar nicht betroffen, besitze neuere Module, aber vielleicht kann ich dir so helfen.


    Zitat

    Wie funktioniert eine Hersteller-Garantie auf Solarmodule?
    Was passiert mit der Garantie im Insolvenzfall?


    Meldet ein Solarmodul-Hersteller Insolvenz an, so steht für Anlagenbetreiber auch die Garantie auf die Solarmodule auf dem Spiel. Wichtig ist es deshalb, den Gang des Insolvenzverfahrens zu beobachten. Wer Mängel nach Ablauf der Gewährleistungsfrist während des laufenden Insolvenzverfahrens entdeckt, kann Garantieansprüche noch beim zuständigen Insolvenzverwalter anmelden. Wird der Modulhersteller vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch „gerettet“, rettet das auch die Garantie. Übernimmt bei einem eröffneten Insolvenzverfahren ein anderes Unternehmen den insolventen Anbieter, ist entscheidend, ob es auch dessen Garantieverpflichtungen ins Übernahmepaket packt. Nur dann haben die Garantien noch einen Wert, andernfalls verfallen sie. Entscheidend ist hier, was das kaufende Unternehmen und der Insolvenzverwalter ausgehandelt haben. Ist der Modulhersteller nicht zu retten und wird deshalb „abgewickelt“, sind in der Regel auch die Garantieansprüche der Photovoltaik-Kunden futsch.


    http://www.solaranlagen-portal…le-bei-hersteller-pleite/


    Es gibt noch die Möglichkeit das eine Rückversicherung abgeschlossen wurden ist.


    Hier ist noch ein Zeitungsbericht über die Firma.
    http://www.badische-zeitung.de…r-zukunft--103794313.html


    So wie ich es auf der Seite von SF lese konnte scheinen sowohl Indach und auch Aufdach betroffen zu sein.
    ,,Es handelt sich dabei um Solar-Fabrik Module der Bezeichnung Premium L, M, XM und S mit einer Anschlussdose mit nur einem Anschlusskabel und einem LC-4 Stecker. Dieser Typ wurde im Zeitraum von April 2011 bis Oktober 2012 produziert. ''
    http://www.solar-fabrik.de/pre…efahr-bei-solarmodulen-3/


    Mal eine Frage sind bei dir alle Module betroffen laut der Flashliste?

  • wie es scheint, traut sich wohl kein Solateur an die Anschlußdosen ran? Wo liegt das Problem? So eine Anschlußdose ist kein Wunderwerk. Normalerweise sind die Anschlüsse verlötet und mit Beipassdioden überbrückt. Passiert also nix.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Jetzt trudeln ja langsam doch Beiträge ein, das freut mich. Konkrete technische Informationen vermisse ich aber noch immer. Welche Dosen sind betroffen (Hersteller) ? Welche Probleme treten genau auf ? Welche Ursachen hat dies (Eindringende Feuchtigkeit, Diodenfehler, Lieferantenfehler, Montagefehler) etc.


    Liest denn hier kein Gutachter oder Großhändler der SF mit ? Da müssen doch technische Informationen vorliegen. Gerne auch vertraulich über PN und gegen respektable Gebühr. Wie soll ein Installateur denn ein Problem beheben, dessen Ursache er nicht kennt. Es ist mir völlig schleierhaft wie die SF sich das vorstellt. An unseren Anlagen sind laut dieser Diagnoseseite möglicherweise verschiedene (!) Dosentypen betroffen, ich konnte noch nicht alles sichten da Indach-Anlagen dabei sind. Es sind solche mit Federzugklemmen verbaut, die heruntergeschnitten und die neu angelötet und aufgeklebt werden müssen, das kann ich unmöglich auf dem Dach erledigen lassen. Es sind solche verbaut bei denen die Intelligenz im Dosendeckel sitzt, hier könnte man den Dosendeckel tauschen was aber nur Sinn macht wenn dort auch die Fehlerursache liegt.


    Es stört mich ungemein, dass ich hier als Betreiber zusammen mit unserem Fachhändler und Installateur Kaffeesatzleserei betreiben muss und nichts unternehmen kann während mir draußen an der Anlage Erträge verloren gehen und die SF sich fortwährend in Schweigen hüllt.


    soisses77
    Von einem Weiterbetrieb der Anlage in Kenntnis der Produktwarnung hat mir unser Haftpflicht-Versicherungsmakler dringend abgeraten. Wer kann schon unter allen Umständen sicherstellen, dass ein Dosenbrand nicht Auswirkungen auf's Gebäude hat ? Ich kann das nicht .Und ich möchte nicht persönlich für einen Brandschaden geradestehen müssen, den ich hätte vermeiden können. Die Produktwarnung der SF halte ich hier für absolut unmissverständlich.


    @Fortido
    Danke für die Infos, die mir teilweise bekannt waren, teilweise für mich neu sind. Von einer möglichen Übernahme von Garantien durch einen Käufer oder Ansprüchen im Rahmen eines Insolvenzverfahrens erwarte ich nichts (durchschnittliche Quote 3.6%). Gerne wüsste ich aber die Frage beantwortet wie es mit einer Produkthaftpflicht (-versicherung) aussieht. Hier werden ja nicht nur irgendwelche Produkteigenschaften nicht erfüllt sondern es besteht die konkrete Gefahr dass Sachwerte, Leib und Leben zu Schaden kommen. Wie siehst Du das ? Kennt sich hier jemand mit dieser, versicherungsrechtlichen Seite aus ?


    Für Antworten im Voraus vielen Dank,
    Grüße, solum

  • Also ich persönlich denke Solar Fabrik hat mit der Produktwarnung seine Pflicht erfüllt. Kann mir sogar vorstellen, ohne jetzt die Garantiebedingungen gelesen das es sogar ein Garantiefall wäre, allerdings wenn man die Geschäftsberichte (Suchmaschine benutzen) liest und je nach dem wie jetzt die Insolvenz erfolgt bleibt sicher nicht viel übrig. Je nach dem wie kompliziert es ist seine Ansprüche sofern man durch die Garantie welche hat anzumelden ist würde ich es machen. Aber würde wahrscheinlich kein Anwalt usw beauftragen weil es einfach zu teuer wäre.


    Auf keinen Fall würde ich dir anraten die Module jetzt noch weiter zu betreiben, da kannst du schnell deinen Versicherungsschutz verlieren! Ich erwähne es lieber nochmal.


    Ich persönlich sehe ein weiteres Problem, selbst wenn du jetzt an ,,interne'' Unterlagen ran kommst und auch alle Details kennst, soweit ich mich noch halbwegs an einem ähnlichen Fall erinnern kann musste damals der ,,Austausch'' noch Zertifiziert werden. Also ich kann mich dunkel an sowas erinnern aber lieber noch mal suchen. Also da würde ich nochmal schriftlich mit deiner Versicherung nochmal klären. Es ist halt ein Unterschied die technisch zu reparieren und auch seinen Versicherungsschutz zu bekommen.


    Eine vielleicht radikale Lösung wäre die Module auszutauschen und die SF Module je nach dem wie es räumlich bei dir aussieht ,,einzulagern'' sprich evtl die Transportsicherungen von den neuen Modulen zu benutzen und abwarten was passiert.
    Die alten Module kannst du soweit ich weiß kostenlos entsorgen lassen Stichwort wäre PV-Cycling aber dies mit deinem Solarteur dann abklären. Solltle nach x Jahren nichts passiert sein Module wegwerfen, sollte es eine Möglichkeit
    geben die Module wieder zu reparieren dies dann machen und sofern es wegen dem EEG möglich ist eine neue Anlage damit bauen oder eine Insel errichten.