Freiberufler mit Kleinunternehmer-Regelung

  • Ich habe schon einige Jahre Einkünfte als Freiberufler und nutze da die Kleinunternehmerregelung ("Nach §19 UStG besteht keine Umsatzsteuerpflicht").
    Wenn ich jetzt mit einer PV-Anlage zusätzlich noch 'Stromunternehmer' werde, gibt es dann eine Möglichkeit, dass ich die beiden Steuerfälle trenne? Also als PV-Betreiber auf die KUR verzichte, sie als Freiberufler aber weiter nutze?
    Oder bleibt mir nur der saure Apfel, dass ich als Kleinunternehmer die USt auf die PV-Anlage selber trage?


    (Als Freiberufler (Bildungsbereich) habe ich ausschließlich private Klienten, auf die ich die USt nicht abwälzen kann.)

  • Lass die Ehefrau die PV bauen und trage die Frau als Unternehmer in den A1er ein.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat von Freiberufler

    Danke, aber die Möglichkeit fällt flach - mangels Ehefrau ;)


    Dann evtl. für die PV eine GbR gründen.

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  • die Kleinunternehmerregelung hat auch den Vorteil, das die Ausgaben brutto ( 119%) abgeschrieben werden können.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    die Kleinunternehmerregelung hat auch den Vorteil, das die Ausgaben brutto ( 119%) abgeschrieben werden können.


    Wo steht denn, dass man als Kleinunternehmer die VSt mit in die AfA packen kann?
    Das kam in meinem EStG/UStG bis jetzt nicht vor.

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  • Zitat von seppelpeter

    Wo steht denn, dass man als Kleinunternehmer die VSt mit in die AfA packen kann?
    Das kam in meinem EStG/UStG bis jetzt nicht vor.


    Für die Beurteilung, ob es ein geringwertiges Wirtschaftsgut ist wird aber auf den Nettobetrag abgestellt - abgeschrieben jedoch der Bruttowert.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Also Ausgaben abschreiben geht nicht.
    Abgeschrieben werden können Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten.
    Bei einem umsatzsteuerlichen Kleinunternehmer stellt sich nun die Frage, was nun Anschaffungskosten sind.
    Aus der ertragssteuerlichen Sicht ist nun zwischen einem umsatzsteuerpflichtigen und einem umsatzsteuerbefreitem Unternehmer zu unterscheiden.
    Die Anschaffungskosten setzen sich bei dem umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer aus den reinen Nettokosten des Wirtschaftsgutes zusammen.
    Der umsatzsteuerbefreite Unternehmer hingegen bezeichnet als Anschaffungskosten sowohl den Nettobetrag als auch die Umsatzsteuer. Für ihn ist also der Bruttobetrag als Anschaffungskosten zu behandeln, da er die enthaltene Vorsteuer vom Finanzamt nicht erstattet bekommt.


    MfG
    TLX9999

  • Umsatzsteuerlich hat ein Unternehmer ein Unternehmen, d.h. wenn Du optierst, um den Vorsteuerabzug für die PV zu bekommen, optierst Du auch für alle übrigen Bereiche.
    Anders kannst Du das nur gestalten, in dem der Unternehmer nicht mehr identisch ist, z.B. durch eine GbR oder aber eine Kapitalgesellschaft z.B. eine Ltd. oder GmbH, da der Vorschlag mit der Ehefrau ja raus ist.


    Die nicht abzugsfähige Vorsteuer gehört gemäß § 9b Abs. 1 Einkommensteuergesetz mit zur Bemessungsgrundlage für die Abschreibung. Also kein Vorsteuerabzug, dann die Abschreibung der Bruttoanschaffungskosten.

    15x IBC Solar Monosol 265EX
    Kostal Piko 4.2
    Buderus WPT 270/2 A

  • Zitat von TLX9999

    Der umsatzsteuerbefreite Unternehmer hingegen bezeichnet als Anschaffungskosten sowohl den Nettobetrag als auch die Umsatzsteuer. Für ihn ist also der Bruttobetrag als Anschaffungskosten zu behandeln, da er die enthaltene Vorsteuer vom Finanzamt nicht erstattet bekommt.


    Das wäre ja schon mal ein nicht unbeträchtlicher Vorteil.


    Wenn man dann noch bedenkt, dass der Kleinunternehmer von der unentgeltlichen Wertabgabe verschont bleibt, dann wäre wirklich mal durchzurechnen, ob und wie hoch der finanzielle Nachteil des Kleinunternehmers im Vergleich zum USt.-Optierer dann noch ist.


    Ich vermute, dass eine GbR-Lösung dann auf jeden Fall nicht mehr infrage kommt (und vermutlich auch nicht ein Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung).

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)