PV-Erweiterung als autarke Speicherlösung möglich?

  • Hallo,


    ich bin mir nicht wirklich sicher, in welchen Forenbereich mein Thema gehört. Ich versuche es einfach mal hier, da es mir erst einmal um einen grundsätzlichen Überblick bzw. eine Einschätzung zum Sachverhalt allgemein geht.


    Gegeben ist:
    - Gebäude gehört A.
    - Gebäudemieter/-nutzer ist B.
    - PV-Anlage aus 2013 auf dem Dach gehört C und hat 460 kWp. C speist ins Netz ein bzw. verkauft die notwendigen 10% an den Dritten B.


    Geplant ist:
    - B möchte eine eigene zusätzliche PV-Anlage auf dem Dach errichten.
    - Die verfügbare Fläche würde ca. 25-30 kWp ergeben.
    - B möchte den Strom nicht zwingend einspeisen, sondern insbesondere als Backup für sich selbst nutzen (bei Nacht, bei Stromausfall usw.), somit auch Speichermöglichkeit erforderlich.
    - NT-Strom macht ca. 20% oder 100.000 kWh/p.a. aus.
    - Inbetriebnahme wird evtl. 12/2015 möglich sein, ggf. auch erst Anfang 2016.


    Fragen:
    - Ist das grundsätzlich denn überhaupt denkbar als autarke Inselanlage? Oder scheidet so etwas schon aus, da die "Stromkreisläufe" (laienhaft formuliert) ja zusammengeschlossen sind und somit eine Verbindung zum öffentlichen Netz haben, nur getrennt durch Stromzähler?
    - Ist das denn ansatzweise wirtschaftlich zu betreiben oder ist so etwas reine Ideologie bzw. zur Betriebssicherung abzuwägen? Oder nicht einmal dafür geeignet? Große Maschinen lassen sich damit natürlich nicht betreiben, aber Beleuchtung, Hallentore usw. sollte damit bei Stromausfall weiter betrieben werden können.
    - Wie viel Strom lässt sich denn hier ungefähr bereithalten in dieser Konstellation? Natürlich abhängig von Jahreszeit, Wetter usw., aber mal gerechnet mit rd. 1100 kWh/kWp
    - Inwieweit spielt das EEG hier mit? Wenn zusätzlich Einspeisung ins öffentliche Netz dann EEG-Abgabe für Eigenverbrauch und wenn rein autark dann nein?
    - Gibt es Einschränkungen, falls die zusätzliche Anlage die Gesamtleistung auf dem Grundstück über 500 kWp heben würde?
    - Was kostet so eine Anlage (ganz grob als Faustregel)?


    Hauptgedanke ist wie gesagt die Betriebssicherheit und nicht die wirtschaftliche Rendite. Inwieweit ersteres machbar ist bei einer Maschinenspitzenleistung von gesamt ca. 200 kW ist natürlich fraglich, aber das kann mir keiner von euch beantworten.


    Ich würde mich über eure Meinungen dazu freuen.

  • Denke mal der Strompreis NT liegt deutlich unter 15ct/kWh netto.
    Du willst die gesamte Erzeugung für die Nacht zwischenspeichern? Kurz - vergiß es, das wird nicht wirtschaflich zu betreiben sein. Daumen mal Pi kostet eine mit PV erzeugte und gespeichtere kWh mindestens 15ct netto, viel billiger wirst du es nciht hinbekommen wenn du die eine oder andere Stunde des Betriebselektrikers im Monat reinrechnest erst recht nicht.
    Da habe ich jetzt noch nicht mal so "Kleinigkeiten" berücksichtigt wie, daß der Speicher, wenn du ihn für den Sommer auslegen willst "riesig" sein müßte, du den im Winter aber regelmäßig aus dem Netz vollladen werden mußt.
    Mach ganz normale Überschußeinspeisug (wird eh nicht viel sein) und kauf dir für das gesparte Geld der Batterie einen Generator oder allenfalls USVs für die Notfälle.


    Zum EEG - derzeit sieht es so aus, als ob EEG-Umlage fällig wird, sobald deine Anlage netzparallel arbeitet. Aber die zuständien Stellen kommen einfach nicht in die Gänge das endlich mal ganauer auszulegen, was ins EEG auf die schnelle reingeschrieben wurde.

  • Zitat von alterego

    Denke mal der Strompreis NT liegt deutlich unter 15ct/kWh netto.

    Nein, liegt bei ca. 17ct/kWh netto. Gibt keinen Preisunterschied zwischen HT und NT, dachte nur dass das vielleicht zur Abschätzung der Größenordnung interessant ist.


    Zitat

    Du willst die gesamte Erzeugung für die Nacht zwischenspeichern? Kurz - vergiß es, das wird nicht wirtschaflich zu betreiben sein. Daumen mal Pi kostet eine mit PV erzeugte und gespeichtere kWh mindestens 15ct netto, viel billiger wirst du es nciht hinbekommen wenn du die eine oder andere Stunde des Betriebselektrikers im Monat reinrechnest erst recht nicht.
    Da habe ich jetzt noch nicht mal so "Kleinigkeiten" berücksichtigt wie, daß der Speicher, wenn du ihn für den Sommer auslegen willst "riesig" sein müßte, du den im Winter aber regelmäßig aus dem Netz vollladen werden mußt.

    Grundsätzlich für die Nacht, ja. Oder halt eben für wann auch immer es zeitnah abgerufen wird. Der Hauptgedanke bzw. Anlass für diese Überlegung ist eben ein wiederholter Stromausfall des VNB, der uns dann tagsüber blöde da stehen ließ und wir nicht einmal mehr die Hallentore auf und zu gekriegt haben. Insofern geht es nicht zwingend darum, die Anlage wirtschaftlich zu betreiben. Wenn der Betrieb in der Halle steht, dann sind andere Summen im Spiel. Das sollte zumindest teilweise abgefedert werden durch Weiterbetrieb von kleineren Elektroanlagen. Die Frage ist halt wie.


    Bislang war das Thema Speicher keines, aber so langsam dürfte sich das ja im realistischen Bereich (finanziell/technisch) bewegen. Kenntnisse sind dazu aber bisher keine vorhanden, daher sorry für evtentuell blöde Fragen. ;)


    Was meinst du mit Betriebselektriker? Welche Tätigkeiten/Wartungen fallen hier besonders an? Und wo liegt der Nachteil darin, dass der Akku aus dem öffentlichen Netz vollgeladen werden muss?


    Zitat

    Mach ganz normale Überschußeinspeisug (wird eh nicht viel sein) und kauf dir für das gesparte Geld der Batterie einen Generator oder allenfalls USVs für die Notfälle.

    USV für Server gibt es, ansonsten käme in der Tat ein Generator ins Spiel.


    Eine reine Überschusseinspeisungs-PV-Anlage ist kein Thema. Dafür ist die verfügbare freie Fläche zu klein, um uns den Aufwand an zu tun, so blöd es klingt. Es geht wie gesagt nicht vorrangig um wirtschaftliche Gründe (d.h. Geld verdienen) bei dieser Anlage.


    Zitat

    Zum EEG - derzeit sieht es so aus, als ob EEG-Umlage fällig wird, sobald deine Anlage netzparallel arbeitet. Aber die zuständien Stellen kommen einfach nicht in die Gänge das endlich mal ganauer auszulegen, was ins EEG auf die schnelle reingeschrieben wurde.

    Ja das ist das Ärgerliche. Diese ständige Unsicherheit. Das ist auch der Grund, wieso eine "normale" PV-Anlage in dieser Größenordnung kein Thema ist. Planungssicherheit gibt es gefühlt keine. Wenn dann also mit dem Eigenverbrauchshintergrund.


    Was heißt netzparallel? Bzw. heißt das (voraussichtlich), dass es da keinen Ausweg gibt, da immer auch ein Netzanschluss vorhanden ist und es keine autarke Berghütte ist?

  • Was Stromausfälle sind, kenne ich leider auch und ich habe auch schon größere Teile mit der Hand gekurbelt (auf diese allerletzte Möglichkeit möchte ich für den Notfall nie verzichten wollen, auch wenn es wirklich keinen Spaß macht).


    Wie ich das sehe, ist es kein Problem, wenn da jemand den Schalter per Hand umlegen muß, dann kannst du das netzparallel eher wieder vergessen. Da sollte man anders vorgehen und doch stärker richtung Insel mit "USV-Funktion" gehen, also immer genug Reserve in den Batterieen halten. Weil nach Murphy der Strom dann genau dann ausfällt, wenn du kurz vorher noch gemeint hast die Batterieen gleich wieder laden zu können und ans Limit gegangen bist... Dort http://wiki.polz.info/doku.php?id=start entsteht gerade ein Wiki zu Batterieen und PV-Inseln. Es ist eigentlich nicht viel Arbeit die Batterieen (was anderes als Blei wirst du nicht bezahlen wollen) zu kontrollieren und ggf. destiliertes Wasser nachzufüllen, aber bei dir könnten das schon ein paar Zellen mehr werden, dauert dann halt auch etwas länger. Ihr habt doch sicher acuh Stapler, ist die selbe Arbeit - hoffe die werden nciht gefahren, bis nichts mehr geht und dann kommt der Kundendienst und wirft die teuren Hoppeckes weg...
    Rechne parallel immer mit, was ein Generator in Anschaffung und Betrieb kostet.


    Insel fängt immer damit an, daß man erst mal zusammenstellt, welche Verbraucher mit welchem Verbrauch wie lang betrieben werden sollen. Also geh mal los und kratze den Dreck von den Typenschildern ;) um die Leistung zu ermitteln und miß die Laufzeiten. Dazu, was davon gleichzeitig laufen können muß und was auch gut nacheinander geht (sofern die Disziplin vorhanden ist das auch durchzuhalten, sonst muß man halt gleich wieder größer planen). Die Motoren werden Drehstrom brauchen, macht es nicht einfacher.
    Perfekt ist es natürlich, wenn die nötigen Gerätschaften schon an einer eigenen Verteilung hängen, wo keine größeren Sachen dran hängen, auf die man ohne Netz verzichten will.


    Ich schreibe einem Mod das in den Inselbereich zu schieben, da sitzen die wirklichen Experten für solche Planungen.