Energie auf die fahrenden Autos zu übertragen ?

  • Hallo Jungs von den E-Autos


    Was haltet ihr von der Idee, Energie auf die fahrenden Autos zu übertragen, z.B. entlang der Autobahn.
    Ob das so zu machen geht oder ein anderes System zum Einsatz kommt ist ja nicht ent-scheidend.
    http://www.energie-und-technik…-energien/artikel/118049/


    Grundsatzfrage ist, ob jedes E-Autos für 500km Akkus dabei haben müssen oder ob man auch die Akkus währen der Fahrt aufladen kann oder zumindest die Akku unterstützen kann.


    Gruß
    Werner

  • Lösungen für die erst aufwändig neue Infrastruktur aufgebaut werden muss gefallen zwar den Ingenieuren, wirtschaftlich tragbar sind sie in den meisten Fällen aber nicht.


    Alleine schon aufgrund der ungeheuren Kosten und des immensen Ressourcenverbrauches wird der massenhafte Individualverkehr eine kurze Phase der menschlichen Geschichte bleiben.


    Schon heute wäre es für viele Pendler billiger, das Auto stehen zu lassen und stattdessen den ÖPNV zu nutzen. Ich hab das mal mit den typischen Pendlerstrecken in meiner Umgebung durchgerechnet. Man ist zwar bis zu 50% länger unterwegs (bei üblichen Fahrzeiten im PKW von 20-30 Minuten), aber diese Zeit kann man ja sinnvoll nutzen anstatt tumb hinter dem Steuer zu sitzen.


    Die Kosten, den Weg zur Arbeit zurückzulegen waren in meinen Rechnungen nur halb so hoch wie die km-Kosten für einen Kompaktklasse-PKW. Nicht berücksichtigt ist dabei, dass eine höhere Auslastung des ÖPNV vielleicht sogar zu geringeren Preisen führen könnte.


    Dass trotzdem immer noch die meisten Pendler mit dem Auto unterwegs sind liegt an der mangelnden Bereitschaft, selbst für Veränderung zu sorgen und der Selbstverarschung hinsichtlich Kosten und Notwendigkeit eines persönlichen Autos.


    Typische Beispiele für den Wahnsinn dem viele Autobesitzer verfallen sind:


    studierter Betriebswirt: Mein Diesel kostet mich ja nur 10 ct / km!
    (klar, der Sprit. Nur was ist mit Steuer, Versicherung, Wartung, Wertverfall,...?)


    Mutter zweier Kinder: Ich kann doch meine Kinder nicht in den Kindergarten laufen lassen!
    (klar, die 500m zu Fuß würde die kleinen Plagen ja umbringen! Insbesondere weil die gesamte Strecke über die Gehwege entlang der sowieso fast nur von Anwohnern des Wohngebietes befahrenen Straßen in der Tempo 30-Zone breit genug sind und die Blagen nur eine Straße überqueren müssen auf der sogar alle 60 Sekunden mal ein Auto fährt.)


    Und wenn ich selbst längere Strecken zurücklege?
    Das mache ich bevorzugt in der 1. Klasse der Bahn. Da ich die Tickets nicht auf den letzten Drücker kaufe ist der Aufpreis für die 1. Klasse billiger als der Reiseproviant an den Bahnhöfen.
    Warum also sollte man sich von Truckern, Rasern und Sonntagsfahrern einklemmen lassen wenn's doch auch mit viel Bewegungsfreiheit, Entspannung und einem guten Buch geht?
    Und teurer ist es auch nicht. Ich führ bei meinem Auto Fahrtenbuch und dokumentiere alle Kosten. Ich weiß auf den Cent was mich mein Autole pro Kilometer kostet. Meistens will ich das aber gar nicht wissen, verursacht nur depressive Stimmung...

  • Zitat von GEST

    Alleine schon aufgrund der ungeheuren Kosten und des immensen Ressourcenverbrauches wird der massenhafte Individualverkehr eine kurze Phase der menschlichen Geschichte bleiben.


    Schon heute wäre es für viele Pendler billiger, das Auto stehen zu lassen und stattdessen den ÖPNV zu nutzen. Ich hab das mal mit den typischen Pendlerstrecken in meiner Umgebung durchgerechnet. Man ist zwar bis zu 50% länger unterwegs (bei üblichen Fahrzeiten im PKW von 20-30 Minuten), aber diese Zeit kann man ja sinnvoll nutzen anstatt tumb hinter dem Steuer zu sitzen...


    Da wird deutlich, daß Du nicht in einem Flächenland wie S-H oder M-V lebst. Der ÖPNV wird immer mehr zusammengestrichen, wer nicht in den Ballungszentren wohnt, kommt gar nicht anders von A nach B als mit dem eigenen Auto (oder vielleicht 2x am Tag mit dem [Schul-]Bus).

  • GEST,
    mich deprimiert Dein Beitrag.


    Wenn ÖPNV oder die Bahn kostengünstiger wäre, müssten sie nicht so massiv subventioniert werden.


    Und der massenhafte Individualverkehr wird keine kurze Phase der menschlichen Geschichte bleiben, denn alle Welt strebt danach.


    Und der studierte Betriebswirt hat durchaus recht: wenn das Auto eh schon da ist, dann kostet halt der Kilometer nicht wirklich viel mehr als 10 cent und da bleibt noch jede Menge Geld übrig, mit dem dann der ÖPNV oder die Bahn subventioniert wird.


    Und wenn Dir die Bahn, der ÖPNV und das Führen eines Fahrtenbuchs lieber ist, dann kannst du das gerne tun. Aber die Mehrheit sieht das wohl ganz anders.


    Um auf das eigentliche Threadthema zurückzukommen.


    Wenn es eine technisch effiziente und wirtschaftliche Lösung gäbe, während der Fahrt Energie auf ein fahrendes Fahrzeug zu übertragen, hätten wir schon lange nur noch EVs.


    Leider sieht es damit wohl sehr, sehr schlecht aus, denn selbst die Bahn hält eine vollständige Elektrifizierung z.B. der Bahnstrücke von München nach Zürich für nicht wirtschaftlich, obwohl die Schweiz 50 Mio dazu beisteuern würde.

  • Zitat von Eisy

    Da wird deutlich, daß Du nicht in einem Flächenland wie S-H oder M-V lebst. Der ÖPNV wird immer mehr zusammengestrichen, wer nicht in den Ballungszentren wohnt, kommt gar nicht anders von A nach B als mit dem eigenen Auto


    Lustigerweise hat die 5.000-Seelen Gemeinde in der ich wohne exakt dieselbe Bevölkerungsdichte wie SH. Laut Statistik der Gemeinde halten sich die Ein- und Auspendler weitgehend die Waage (großer Arbeitgeber hier im Ort). Die Auspendler konzentrieren sich im Wesentlichen auf zwei ca. 20km entfernte Städte mit 50.000 bzw. 60.000 Einwohnern.


    Dank nicht allzu dummer Ansiedelungspolitik gibt's hier vom Kinderarzt über Schulen und Discounter so ziemlich alles bis auf einen Baumarkt. Auch von Eltern höre dass man ja hier grundsätzlich alles hat und eigentlich nicht wirklich ein Auto bräuchte.
    Seltsamerweise sind in den Neubaugebieten trotzdem die Flächen für Stellplätze oder Garagen fast größer als die Rasenflächen, der tägliche Verkehr an dem Kindergarten hinterm Haus ist beeindruckend, obwohl praktisch alle Kinder maximal 500m Luftlinie entfernt wohnen.


    Und ich habe in meinem Bekanntenkreis durchaus Leute die mit dem Bus zur Arbeit fahren, auch wenn die Busverbindungen durchaus verbesserungsfähig wären. Üblicherweise sind das aber sowieso diejenigen Personen die sich vom hiesigen Durchschnitt unterscheiden und auch nicht ansatzweise auf die Idee kämen, ihre wegen ein paar Meter ins Auto zu setzen.


    Grundsätzlich ist mir das auch egal wie die anderen das mit der Mobilität regeln. Ich hab mir Gedanken gemacht was mit dem Verkehrssektor passieren könnte wenn die fossilen Treibstoffe zur Neige gehen oder für die breite Masse unerschwinglich werden. Ich bin zumindest mal mental auf mögliche Zukunftsszenarien vorbereitet die mitunter auch anders aussehen als die aktuellen Konzepte.



    P.S.
    Nur um mal die Denk- und Handlungsfaulheit der großen Masse der Bevölkerung zu verdeutlichen:


    In einem Teilort der Gemeinde hat der Ortsvorsteher eine großangelegte, schriftliche Umfrage bei allen Haushalten gestartet bei der es um wichtige Themen ging (sorry, ich bekomm die Themen im Einzelnen nicht mehr zusammen weil ich davon nicht betroffen war).
    Das ist so ein kleines Örtchen in dem jeder jeden kennt und am Sonntag der Kirchgang selbstverständlich ist. Ohne die Durchgangsstraße könnte man es fast als Beispiel für dörfliche Idylle nehmen (zumindest so wie die Stadtbewohner sich das oft vorstellen).
    Die Rücklaufquote der Umfragezettel lag bei sagenhaften 5% und der hinzugezogene externe Berater der sowas häufiger macht nannte das eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung......


    Die Herausforderungen die im Verkehrsbereich auf die Menschheit zukommen werden entweder durch Bequemlichkeit (selbstfahrende Autos die immer und überall verfügbar und deutlich billiger als ein eigenes Auto sind) oder durch Schmerzen gelöst.
    Müsste ich wetten, ich würde mein Geld bei diesem Thema auf die Schmerzen setzen, allein schon weil ich nicht sehe wie der Energie- und Ressourcenverbrauch des Individualverkehrs in Zukunft gestillt werden soll.

  • Zitat


    GEST
    Müsste ich wetten, ich würde mein Geld bei diesem Thema auf die Schmerzen setzen, allein schon weil ich nicht sehe wie der Energie- und Ressourcenverbrauch des Individualverkehrs in Zukunft gestillt werden soll.


    Gest, der Unterschied im Energie- und Ressourcenverbrauch des Individualverkehrs im Vergleich zur Bahn oder ÖPNV ist so groß nicht und ist wirklich nur größer, wenn halt nur eine Person in einem Fahrzeug sitzt.


    Aber unabhängig davon, das Bedürfnis der Menschen auf immer mehr und größere Mobilität wird nicht in den Ressourcen seine Grenzen finden, sondern einfach in der dafür zur Verfügung stehenden Zeit. Irgendwann macht es halt keinen Spaß mehr nur noch im Flugzeug oder Auto zu sitzen. Die Amerikaner sind da schon angekommen.


    Weiterhin wüsste ich auch nicht, warum es ein Problem damit geben sollte, die Energie- und Ressourcen für einen kompletten Individualverkehr aufzubringen. Sollte es tatsächlich mal mit Öl knapp werden, wird es Alternativen geben, und sei es Strom aus Wind und PV.


    Ich bin fest davon überzeugt, dass die Welt immer mehr zu einem kleinen Dorf wird und nur die zur Verfügung stehende Zeit der limitierende Faktor für die Begrenzung der Mobilität sein wird. Das Auto mag dazwischen vielleicht vom Verbrenner zum EV mutieren und um schneller irgendwohin zu kommen wird man halt auch mal den schnelleren, aber teuren Zug oder das Flugzeug nehmen.


    Und das gleiche gilt für große Städte: ÖPNV wird genommen werden, weil er irgendwann mal schneller ist, oder es keine Alternativen gibt. Beispiele hierfür sind London, was die Langsamkeit des Verkehrs anbetrifft, oder halt auch Manhatten, wo es einfach keine Parkplätze zu akzeptablen Kosten gibt. In Sao Paulo fliegt man dafür von den Dächern der Hochhäuser mit dem Hubschrauber.


    Ich glaube ich nicht an das autonome Fahren, wie es derzeit propagiert wird, aber ich könnte mir vorstellen, dass es in nicht allzu ferner Zukunft spezielle Fahrbahnen für autonomes Fahren gibt (so wie in USA Fahrbahnen, die nur von Fahrzeugen, die mit mindestens 2 Personen besetzt sind, benutzt werden dürfen) und wo man dann z.B. auch eine Lösung findet, wie man den Fahrzeugen während der Fahrt elektrische Energie zuführen kann.

  • Wer sich mal die Elektrivizierungsgeschwindigkeit bei der Deutschen Bummelbahn ansieht der wird zum Schluss kommen das eine Elektrifizierung selbst mit bestehender Technologie ein Ding der Unmöglichkeit zu seinen scheint.


    Btw. Infrastruktur ist nicht die Domäne der Ing, (mal abgesehen von Bau) das ist eher das Steckenpferd der Politik. Bänder druchschneiden, Presse ... macht sich gut.
    Tollcollect, Gesundheitskarte, digitaler Behördenfunk, .... Alles Schen die ein Ing auch mit ein paar Millionen umgesetzt hätte. Aber weil die Politik und der Angeschlossene Beamtenstaab gerne mal das Wünsch dir Was auspackt werden dann daraus Miliarden und der Kernnutzen geht flöten.

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  • etwas off topic, aber die Aussage, dass sich die Elektrifizierung der Strecke Zürich- München nicht rechnet ist mit 100% Sicherheit falsch.
    Wenn man z.B. weiß
    - wie sehr sich die TCO (total cost of ownership, d.h. life cycle Kosten inklusive Anschaffung, Wartung, Energiekosten) z.B. der elektrischen Variante und Dieselvarianten z.B. eines https://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_Desiro
    unterscheiden
    - wenn man weiß wieviel die Elektrifizierung einer Eisenbahnstrecke kostet (wenn man es richtig macht, nicht unbedingt so wie die deutsche Bahn es manchmal macht, eher im Sinne eines internationalen benchmarkings - man sollte mal PPP für sowas versuchen um ein wenig Druck aufzubauen...)
    -> dann weiß man, dass sich selbst die Elektrifizierung einer Strecke Ingolstadt - Augsburg genauso schnell bzw schneller rechnet wie andere Infrastrukturprojekte wie z.B. der Ausbau der Autobahn A8 von Augsburg nach Ulm im PPP Verfahren. Und Zürich- München sowieso. Es gibt- wenn man es ernsthaft anschaut fast keine Strecke bei der es sich nicht rechnen würde (man kann ja auch mal 900Volt 50Hz benutzen auf einer Nebenstrecke um Kosten zu senken statt 15KV 16Hz aber für sowas gibts ja Denkverbbot bei der Bahn bzw keinerlei unternehmerischen Anreiz)


    Was das Thema Energie auf Autos übertragen angeht: Die Infrastrukturkosten für induktive Übertragung sind wirklich enorm hoch Stand heute und nicht abbildbar. Konkrete Anwendungen gibt es heute im Mining Bereich
    https://www.youtube.com/watch?v=RJI4SguJ7Wk


    In der Forschung gibts Konzepte wie http://www.siemens.com/innovat…_html_de/elektro-lkw.html aber ob das jemals kommt, keine Ahnung...