eigenverbrauchs Anlage ohne Einspeisung in süd-Spanien

  • Liebe Forengemeinde, ich bin zwar Elektro Ingenieur habe aber bisher nur in anderen Industriezweigen gearbeitet.


    Ich habe mich hier einwenig eingelesen und sehe dass große Know How speziell bei den einzelnen Produkteigenschaften vorhanden ist.


    Ich habe in Spanien ein altes Haus mit Pool und elektrischer Fußbodenheizung in der Provinz Malaga, welches ganzjährig bewohnt werden soll.


    Die Haus-Elektrik ist ursprünglich nur auf 4.4KVA (natürlich einphasig) ausgelegt was im Prinzip reicht solange man nicht gleichzeitig die Spülmaschine und die Waschmaschine einschaltet.


    Der Strom von Sevillana Endesa ist sehr teuer und kostet ca. 20 Cent
    Ich möchte meine Stromrechnung reduzieren und denke daher an folgendes:


    Zeitunkritische Verbraucher (Grundlast Sommer )
    Im Sommer verbraucht die Poolpumpe 800Watt für ca. 8 Std = 6.4kWh netto pro Tag (derzeit läuft sie nur 4 std.) (Cosinus fi = Induktive Last, Einschaltstrom geschätzt 16Amp)
    Warmes Wasser kommt aus Elektro- billigen Boilern welche als ohmsche Last eventuell sogar mit Gleichstrom betrieben werden könnten.



    Zeitunkritische Verbraucher (Grundlast Winter )

    Elektrische Fußbodenheizung, ca. 1,7KW überwiegend ohmsche Last, nur im Bad mit 50Hz Trafo diese Heizung ist sehr träge und speichert einiges an Wärme im Fliesen-Boden.



    Inverter - Problem:

    Netzspannung schwankt enorm je nach Verbrauch der Nachbarn fällt sie bei Stromspitzen deutlich unter 200Volt (am Zähler 1Amp Eigenverbrauch!!Siehe mein Bild!) und steigt bis ca. 255volt daher muss de Netzgeführte Inverter wohl ziemlich tolerant sein (bzw sich selbst reseten) um nicht ständig auf Störung zu sein.


    Noch besser wäre wenn ich im Notfall auf Inselbetrieb umschalten könnte denn wir hatten auch schon öfters Stromausfall bis zu 72 Stunden.
    Dazu würde ich dann eventuell doch ein paar billige Bleiakkus kaufen, wenngleich mir die Lebensdauer nicht gefällt.


    Nun bin ich dabei einen Restposten 10 polykristaline Jiangsu Wanfeng PV Company Ltd. (Fortune Solar) WF220P-02B-240 (50mm) für netto 840€ zu kaufen, was mir billig erscheint, Wp wäre ca. 2200Watt.



    Ich erwarte natürlich nicht dass mir hier jemand die Anlage kostenlos plant, es ist ja für mich eine Art hobby mit Umweltschutzgedanken und die Zeit drängt nicht.


    Vielen dank für Tipps, speziell zur Frage welcher Inverter! :danke:

    Spanien bestraft immer noch den Eigenverbrauch mit 6,8Cent / KWh.. das wäre etwa so als wenn der örtliche Zuhälter mit Geld für ehelichen Geschlechtsverkehr abnehmen wollte!

  • Vielen Dank dass überhaupt jemand antwortet, doch leider kann ich da wenig daraus entnehmen und
    das beschriebene System passt so überhaupt nicht zur Situation in Spanien!


    DC-gekoppelt soll heißen du lädst mit dem Gleichstrom vom Panel direkt die Batterien? Gewagte Sache....


    In Spanien (Andalusien) sind fast alle Häuser nur einphasig installiert, die spanischen Elektriker verstehen das
    nicht wozu man 3 Phasen braucht und welche Last der Nullleiter trägt, ebenso wissen sie überhaupt nichts über Blindlast
    und sehr wenig über Fehlerstrom.


    Die Nulleiter Spannung in vielen spanischen Häusern kann schon mal 70 Volt zu erde sein!!!
    Auch geht aus dem Artikel leider nicht hervor was das ganze kostet und ob es mit starken
    Spannungsschwankungen seitens des EVU klarkommt.


    Wer Batterien einsetzen will sollte sich klar darüber sein, dass es sich wirtschaftlich nicht rechnet.
    Das Speichern einer KWh im billigsten Blei Akku kostet immer noch ca. 10 Cent ! pro KWh !!!


    d.h. wenn mein eigener Solarstrom mir 10 Cent in der Herstellung kostet plus 10Cent Batteriekosten ist es am Ende
    billiger vom EVU zu beziehen und der wundert sich nicht so sehr über den geringen Verbrauch macht mir also
    keine Probleme wegen meiner (in spanien illegalen) PV Anlage.


    Wer in Spanien eigenen Strom verbraucht muss nämlich 21% IVa (MWSt) auf den normalen Preis bezahlen, d.h. ca. 4 Cent pro selbst gemachter KWh !!! Ich hoffe das ist bei euerem Spanienprojekt berücksichtigt worden.


    Soll ich mal meine Endesa Stromrechnung posten ?

    Spanien bestraft immer noch den Eigenverbrauch mit 6,8Cent / KWh.. das wäre etwa so als wenn der örtliche Zuhälter mit Geld für ehelichen Geschlechtsverkehr abnehmen wollte!

  • Zitat von ingeniero

    Wer Batterien einsetzen will sollte sich klar darüber sein, dass es sich wirtschaftlich nicht rechnet.
    Das Speichern einer KWh im billigsten Blei Akku kostet immer noch ca. 10 Cent ! pro KWh !!!


    Auf 10 Cent kommt man in Deutschland, wenn man PzS oder OPzS (also Staplerakkus oder entsprechnde ortsfeste nimmt) und das sind die besten Batterien, die man für eine PVA verwenden kann. Ich habe gerade einen regen Mailaustausch mit einem Freund in der Nähe von Alicante und dabei festgestellt, dass die Händler dort die Kapazität der Batterien mit C100 angeben und in Deutschland mit C10. Zudem sind die Preise für Batterien in Spanien in den letzten Jahren gestiegen. 'ES' liegt da ungefähr bei dreifach höherem Preis wie 'D'. Müsste man durchrechnen, ob sich eine Spedition lohnen würde.


    Zitat von ingeniero

    d.h. wenn mein eigener Solarstrom mir 10 Cent in der Herstellung kostet plus 10Cent Batteriekosten....


    Da liegst du wohl zu hoch. Wenn du die Anlage selber aufbaust, dann wirst du eher bei 6 Cent liegen. Da dein Verbrauch überwiegend tagsüber liegt (Poolpumpe), wird sich wohl ein kalkulatorischer Preis unter 10 Cent ergeben. Hast du bei dem Preis vom EVU auch die Anschlussgebühr und die Zählermiete mit eingerechnet? Spanien liegt nämlich eher bei 22 Cent/kWh.


    Zitat von ingeniero

    ....macht mir also keine Probleme wegen meiner (in spanien illegalen) PV Anlage.


    Ist die gesetzliche Lage jetzt schon klar? Ich weiß, dass vor einem Jahr eine Abgabe von 7 Cent pro selbst erzeugter kWh geplant war (wegen Nutzung des Netzes als Backup), aber bisher habe ich keine entsprechenden Neuigkeiten aus Spanien empfangen.


    Zitat von ingeniero

    Wer in Spanien eigenen Strom verbraucht muss nämlich 21% IVa (MWSt) auf den normalen Preis bezahlen, d.h. ca. 4 Cent pro selbst gemachter KWh !!!


    Die IVA fällt nur an, wenn du einspeist. Also lass es bleiben. Warte ab, bis die juristische Definition von Inselanlage in Spanien eindeutig ist und wenn das positiv aussieht, dann mach 'ne Halbinsel. Wenn Insel heißt "keine zugängliche Anschlussmöglichkeit auf dem Grundstück" dann kannst du Endesa auch sagen, sie sollen ihre Kabel rausreißen. Inselanlage plus kleinen Notstromer und gut ist. Zusätzlich würde ich an deiner Stelle mal die Fußbodenheizung auf den Prüfstand stellen und mit einer Klimaanlage vergleichen (COP 5-6); wenn man eine nimmt, deren Kompressor relativ sanft anläuft, dann sollte im Normalfall ein normal großer Wechselrichter reichen.


    P.S. Ich habe 10 Jahre in der Nähe von Vélez Málaga gelebt. Auf welcher Ecke lebst du? Ach, gerade gesehen: Marbella.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo Ingeniero,


    ich habe eine Halbinselanlage, bei der die ursprünglich 3-phasige deutsche Normalinstallation auf 1 Phase umgeschaltet werden kann. Die Verbrauchs- und Leistungsdaten liegen sehr nahe an dem ,was Du da planst.


    Ich habe auch eine Poolpumpe, allerdings von nur 600 Watt, die lasse ich immer dann laufen, wenn die Akkus bereits voll sind. 2-6 Stunden täglich reichen locker. Ich habe mal am Äquator gewohnt, auch da hat es gereicht,wenn die Pumpe 4-8 Stunden läuft. Im Sommer sollte das allemal funktionieren. Ich hätte trotzdem noch enormen Überschussstrom, der auch locker fürs Warmwasser reichen würde. Aber ich habe nunmal schon Solarthermie dafür.


    Inwieweit die Sonneneinstrahlugn im Winter für Deine Fußbodenhezung reicht, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber in Südspanien müsste es eigentlich reichen. Schau mal hier:


    http://www.photovoltaikforum.c…trieb-genomm-t102178.html


    Für weitere Rückfragen schick mir eine PN, ich will nicht immer alles komplett öffentlich diskutieren.


    mfg


    Soalr-User

    3,9 kWp Inselanlage, 15 SI Module a 260W, 2x Victron Laderegler MPPT 150/70,
    WR Victron Multiplus 24/5000VA, Speicher mit 24V/750Ah OPZV Hoppecke-Akkus

  • vielen dank für die Antworten!


    Weis jemand ob meine heftigen Netzspannungsschwankungen (190v -270V) die Inverter auf Störung schalten werden?

    Spanien bestraft immer noch den Eigenverbrauch mit 6,8Cent / KWh.. das wäre etwa so als wenn der örtliche Zuhälter mit Geld für ehelichen Geschlechtsverkehr abnehmen wollte!

  • Eingangsspannungsbereich: 187-265 VAC Eingangsfrequenz: 45 – 65 Hz / Leistungsfaktor: 1
    https://www.esomatic.eu/victro…us/mp48v5000va70a-50.html
    Der kann auch Netzstrom zumischen.zb 4,4Kw aus dem netz +4,4Kw aus Batterie =8,8Kw stabil.
    Dazu der 4850wp anschließbar.
    https://www.esomatic.eu/victron/mppt/bs15085.html
    Hier ein Batteriehändler,interessant diese Siliziumgel Batterien.Hat aber auch andere.
    http://www.rebacas.com/bateria…es-alto-rendimiento-.html

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • Vielen Dank für die Links, doch irgendwie habe ich mich da vielleicht falsch ausgedrückt!


    Ich will nicht unbedingt Batterien laden sondern nur wenn es sich lohnt, Speicherkosten pro KWh von
    10Cent sind unwirtschaftlich, ich bin Ingenieur - Wirtschaftlichkeitsberechnungen gehören zu meinem Beruf..


    Diese Winterberg Silikon Blei Batterie kostet also die Einzelzelle 2 Volt 470 AH ca. 219€ netto
    (d.h. 100% = 0,94 KWh)


    bei Restladung 40% ergeben sich aus dem Datenblatt 3600 Zyklen
    also 3600 mal 0,564 WKh = 2030 KWh speichern kostet 219€ womit wir wieder bei
    Speicherkosten von 10,788 Cent pro KWh wären.



    bei Restladung 60% ergeben sich aus dem Datenblatt 2400 Zyklen
    also 2400 mal 0,564 WKh = 1353 KWh speichern kostet 219€ womit wir wieder bei
    Speicherkosten von 16,186 Cent pro KWh wären.



    bei Restladung 0% ergeben sich aus dem Datenblatt 600 Zyklen
    also 600 mal 0,564 WKh = 383 KWh speichern kostet 219€ womit bei erschreckenden
    Speicherkosten von 64,792 pro KWh Cent wären.


    Also eine einzige Tiefentladung kostet bei einer 80V Batteriebank von 40Zellen schnell mal 14,60Euro an Verschleiss!


    Das waren jetzt nur die Batteriekosten, dazu käme dann noch etwa mal der gleiche Betrag für die
    Lade und Wandler Technik..... Ich muss wohl zurück zur reinen Netzeinspeisung leider hat mein spanischer
    Zähler wohl eine Rücklaufsperre dem Symbol nach... :(

  • Ein bisschen preiswerter ist es schon (zumindest in Deutschland). Nur mal als Beispiel:
    http://www.gabelstaplerbatteri…e_24V_8PzS480.aspx?PSBL=7
    24 V, 480 Ah => 11,5 kWh Nennkappa => 6,9 kWh Nutzkappa => 6,9 * 2.500 Zyklen = 17.250 kWh Durchsatz
    Nettopreis 1075,20 €; Metallzuschlag bekommt man irgendwann wieder (Spekulationsobjekt), zählt also nicht.
    1075,20 * 1,19 = 1.279 € brutto => 7,4 Cent Speicherkosten pro kWh netto => 8,7 Cent bei Batteriewirkungsgrad 85%.
    Man kann von 10 Cent inklusive aller Nebenkosten für die Speicherung ausgehen.


    Bei Freiflächenanlagen kommt man auf etwa 7 Cent pro kWh, wobei Unterkonstruktion, Module und Einspeisewechselrichter mit eingepreist sind. Für den Preis bekommt man das auch selber hin. Wenn man jetzt unterstellt, dass 60% des Verbrauchs tagsüber anfällt und dementsprechend nur 40% der benötigten Energie durch die Batterie müssen, dann kommt man auf einen Preis von 11 Cent pro kWh. Inklusive Anschlusskosten und Gebühren verlangt der spanische VNB 22 Cent. Seit wann lohnt sich eine Preisreduktion von 50% nicht mehr?


    Zitat von ingeniero

    ..... Ich muss wohl zurück zur reinen Netzeinspeisung!


    Also, die Version, die zuletzt darüber im Umlauf war, was die spanische Regierung wahrscheinlich vorhat war: Zwang zur Einspeisung (so ein Stromanschluß auf dem Grundstück verfügbar), eine Abgabe von 6 oder 7 Cent pro erzeugte kWh, keine Einspeisevergütung; halbstündige Saldierung (das, was man einspeist darf man innerhalb dieses Zeitraums kostenfrei wieder aus dem Netz entnehmen). Wenn es so kommen sollte, würde ich sagen: Viel Spaß mit der Einspeiseanlage und dem Basteln einer Regelung, die dafür sorgt, dass man nie mehr PV-Erzeugung hat als der Eigenverbrauch (falls das nicht zum Straftatbestand deklariert wurde).

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von ingeniero


    Ich erwarte natürlich nicht dass mir hier jemand die Anlage kostenlos plant, es ist ja für mich eine Art hobby mit Umweltschutzgedanken und die Zeit drängt nicht.


    Vielen dank für Tipps, speziell zur Frage welcher Inverter! :danke:


    Hola ingeniero. Nettes Projekt...
    Da du es nicht eilig hast, kann ich dir meinen Einspeise-WR anbieten, welchen ich kommenden Sommer/Herbst
    von der Wand nehme und durch einen Hybrid ersetze. Hier seine Eckdaten:
    Top Class Grid 2 aus schweizer Fertigung (der Hersteller existiert noch;-)
    Eingangsspannung DC: 48 - 90 V
    Ausgangsspannung AC: 195 - 256 V
    Ausgangsleistung: 2500 Watt
    Der WR ist noch im Betrieb in der Schweiz. Ich kann dir das Gerät auch probeweise überlassen zum Testen.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.