Vorsteuererstattung und Abschreibung der Speicherkosten

  • Diesen Link hat Salomon in einem Thema gepostet


    http://www.pv-magazine.de/nach…gezogen-werden_100018135/


    Aus dem Artikel geht hervor, dass bei nachträglicher Anschaffung eines Speichers für den Eigenverbrauch eine Vorsteuererstattung und steuermindernde Abschreibung der Speicherkosten fast ausgeschlossen ist.
    Die Möglichkeit zur Vorsteuererstattung und Abschreibung für Speicher setzt laut Grafik voraus, dass der Speicher dem gewerblichen Betriebszweck dient, sprich einer Gewinnerzielungsabsicht, welche beim privaten Eigenverbrauch nicht vorliegt.
    Für meine PV Anlage würde ich allerdings noch die sogenannte Eigenverbrauchsvergütung bekommen, welche genauso wie die Einspeisevergütung zu steuerpflichtigen Einkünften führt. Somit dient die Eigenverbrauchsvergütung doch einem unternehmerischen Zweck mit der Absicht einen Gewinn zu erzielen. Damit sollte die Vorsteuererstattung und steuermindernde Abschreibung eines nachträglich installierten Speicher dann doch möglich sein?
    Hat sich diese Frage schon jemand gestellt : :?:


    MfG
    hebau

  • Die Frage kann man sich kurz stellen... um sich dann schnell daran zu erinnern, dass die Privatentnahme eben kein unternehmerischer Zweck ist... und eben keine echte Betriebseinnahme - sondern nur ein Korrektiv.
    Auf der Schiene kommt man garantiert nicht weiter.


    Ich frage mich allerdings etwas anderes:
    Warum umschifft der BMF in seinem Schreiben die Frage der Zuordnungseinheit ganz bewusst - und verweist auf die bestehenden Vorschriften / Auffassungen / Regelungen - und die Bayern füllen diese Stelle (ganz bewusst) mit Leben?
    Zufall?
    Oder hat vielleicht beim BMF jemand die allgemeinen Vorschriften und Regelungen zu dem Thema mal nachgelesen?
    Ist dabei auf UStAE 15.2c IX Nr.2 gestoßen... und hat beim dem Satzteil "(...) richtet sich nach einkommensteuerrechtlichen Vorschriften" sich lebhat an die grausame Watsche des EuGH erinnert, als der BFH vor lauter Scham auf ein Urteil im Fall Maierhofer ./. FA Augsburg-Land verzichtet hat (und nur eine Kostenentscheidung erlassen hat), weil es wahrlich keines Propheten bedurft hätte um zu erkennen, dass "Umsatzsteuer Gemeinschaftsrecht ist." und "Gemeinschaftsrecht gemeinschaftlicher Begriffsdefinitionen bedarf", bzw. "nationale Begriffsdefinitionen im Zusammenhang mit dem Umsatzsteuerrecht untauglich sind".


    Schlimmer gings damals ja wohl nimmer. Ist über 10 Jahre her; aber die Backe ist immer noch rot.
    Sowas braucht niemand im Ministerium ein zweites Mal. Sollte man meinen. Sollte....
    Und dennoch: Dieses zweite Mal hat man sich ja schon geleistet - als man mal wieder eine einkommensteuerrechtliche Bescheinigung für umsatzsteuerliche Zwecke verwenden wollte (jahrelang verwendet hat). Seither ist auch die andere Backe rot.
    Wenn "links und rechts" nun nicht geholfen hat... hilft nur noch der Schlag "voll auf die Zwölf". Und ich nehme mal an, der Verfasser in der Wilhelmstraße hätte sich eher die Finger abhacken lassen, als in seinem BMF-Schreiben eine Verbindung zwischen USt und ESt zu schaffen; oder sich auch nur auf eine Fundstelle zu berufen, die genau dieses tut.
    Denn: Mitgegangen.. Mitgehangen.


    Klar.. wenn dem so sein sollte.... dann kann man aus USTAE 15.2c IX Nr.2 wohl das ableiten, was die Bayern draus gemacht haben.Dann hast Du wohl schlechte Karten.


    Aber ob das so ist?
    keien Ahnung.
    Push the button. Zahl in den Jackpot... und lass Dir die Antwort vom Richter geben.
    (Ich würds ja tun - aber ich bin nicht beschwert; mir steht der Rechtsweg nicht offen.)



    Stellt sich natürlich auch eine andere Frage: War der Speicher nicht schon bei Errichtung der Anlage beauftragt? Und man hat lediglich verzögert ausgeführt?

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich will das Thema noch mal aufgreifen.
    Meine Eigenverbrauchsanlage wurde am 24.09.2010 in Betrieb genommen.
    Ich erhalte damit nach dem damaligen EEG 2009 einen Bonus auf den Eigenverbrauch.


    Welche Auswirkungen hat die Installation eines Speichers (rechtlich/steuerlich/EEG), da ich ja damit den Eigenverbrauch und damit auch die Vergütung erhöhen würde?


    Der Strom aus dem Speicher dient dem Privatverbrauch.

    • 31x Sovello SV-T-190 fa1B (Low-Voltage; Qualität: B-Module); SMA SB5000TL-20
    • Ausrichtung -85°, bei 0° Süd, also "fast" ein Ostdach; Inbetriebnahme 09/2010
  • Mit einem Speicher wirst du mehr DV erreichen. Steuerlich ändert sich nichts. Du lieferst weiterhin alles an den VNB und kaufst den DV wie bisher vom VNB zurück.

  • Wobei der Speicher IMHO pures Privatvergnügen ist. Uns selbst falls nicht:
    Wenn ich sehe, dass ich gerade den Strom wieder netto zu 15 Cent einkaufe... und somit weniger als die Mindervergütung..... dann würde ich mal behaupten, dass so ein Speicher für Dich reine Geldverbrennung ist.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • @ donnermeister1; kpr
    Ja ist klar, auch das mit der "Geldverbrennung".
    Trotzdem "zapfe" ich doch durch diese Änderung (Speicher) die EEG-Vergütung durch den dann höheren Eigenverbrauch an.
    Ich erhalte zwar dann eine geringere Gesamtvergütung (durch den höheren "Rückkauf"), spare aber beim privaten Einkauf.
    Und das gibt (steuerlich) keinen Ärger?

    • 31x Sovello SV-T-190 fa1B (Low-Voltage; Qualität: B-Module); SMA SB5000TL-20
    • Ausrichtung -85°, bei 0° Süd, also "fast" ein Ostdach; Inbetriebnahme 09/2010
  • Zitat von stan


    Ich erhalte zwar dann eine geringere Gesamtvergütung (durch den höheren "Rückkauf"), spare aber beim privaten Einkauf.
    Und das gibt (steuerlich) keinen Ärger?


    In deinem Fall nicht, weil du den Strom (rechtlich gesehen) zuerst voll einspeist und dann zurückkaufst und ihn nicht nicht einspeist, wie das bei Anlagen ab IBN 4/12 der Fall ist.

  • Zitat von alterego


    In deinem Fall nicht, weil du den Strom (rechtlich gesehen) zuerst voll einspeist und dann zurückkaufst und ihn nicht nicht einspeist, wie das bei Anlagen ab IBN 4/12 der Fall ist.


    Du beziehst dich in deiner Antwort auf den letzten Satz, also den (steuerlich) Ärger!. O.K., danke.


    Und es wäre dann auch egal, wo ich den Speicher installiere?
    - zwischen Wechselrichter und Generator --> DC
    - zwischen Wechselrichter und Erzeugungszähler --> AC
    - nach dem Erzeugungszähler --> AC
    Kann ich auch den WR durch eine Kombigerät (WR+LR etc.) ersetzen?

    • 31x Sovello SV-T-190 fa1B (Low-Voltage; Qualität: B-Module); SMA SB5000TL-20
    • Ausrichtung -85°, bei 0° Süd, also "fast" ein Ostdach; Inbetriebnahme 09/2010