Vorgehensweise erste Steuer - Fragen

  • Guten Abend,


    dieses Jahr im April ging meine 6,89 kwp Anlage mit Eigenverbrauch ans Netz. Ich habe meine Steuer für 2014 schon grob fertig, jedoch noch ein paar Fragezeichen hinsichtlich EÜR sowie Umsatzsteuererklärung offen. Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. Ich weiß, es gibt schon zahlreiche Themen, aufgrund des hohen Seitenumfangs fällt es mir jedoch schwer, einen schnellen Überblick über aktuell noch richtige Antworten zu erlangen.


    Folgende Fragen:
    EÜR
    - Ich habe bisher von meinem VNB EnergieNetzMitte noch keine Abrechnung erhalten. Bekomme ich von denen noch ein Schreiben mit "finalem" EV sowie Einspeisung oder muss ich meine eigenen Aufzeichnungen zur Steuer heranziehen?
    - Wenn ich eine Abrechnung erhalte und ein Differenzbetrag bei der Vergütung der Einspeisung entsteht: Gehört der noch in die EÜR / UST 2014 oder dann 2015?
    - welche sonstigen Aufwendungen werden üblicherweise geltend gemacht? (Fahrtkosten zu Ausstellern vor Kauf? Internet zur Anlagenüberwachung?)
    - Wie konkret setze ich den EV in der EÜR an? Die Bayern schreiben was von 20 Cent, hier im Forum habe ich schon von einer "Fiktiven Volleinspeisung verrechnet mit vollständigem Bezug vom Versorger" gelesen.Seit Installation der Anlage habe ich ca. 880 kWh bezogen (inkl. Stromanbieterwechsel zwischendrin) sowie ca. 660 kWh EV abgenommen
    - Einzureichen ist nur die Anlage G ergänzt mit einer kurzen EÜR (habe mir ein excel-sheet analog FA Bayern erstellt)


    UST
    - analog oben: Kommt ein Schreiben vom Betreiber? Was gehört dann in 2015 rein? Wie gebe ich den EV richtig an?


    Vielen Dank für Eure Hilfe bereits im Voraus


    Tony

  • Die Abrechnung Deines "Fakturierungsservices" spielt keine Rolle. Bei einer Anlage von 2014 wird da zur DV-menge vermutlich eh nichts stehen.
    Nimm Deine eigenen Aufzeichnungen.


    Die Umsatzsteuer entsteht - bei IST-Versteuerung - ausnahmslos im Zeitpunkt der Vereinnahmung.
    Ertragsteuerlich gilt grundsätzlich das Zuflussprinzip (Abflussprinzip).
    Allerdings sind wiederkehrende (!!) Einnahmen und Ausgaben die in der Zeit vom 21.12.GJ bis 10.1.FJ eingehen, in dem Jahr zuzuordnen, zu dem sie wirtschaftlich gehören.


    Geltend zu machen sind alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind.
    Selbstverständlich gehören die genannten Aufwendungen dazu.


    Der Wert der Sachentnahme ist immer, ausnahmslos und unstreitig mit dem Teilwert zu bewerten.
    (Bevor diese Bewertungsvorschrift geändert wird, würde vermutlich eine Frau zum Papst gewählt werden.)
    Der Teilwert ist objektiv definiert - aber er ist absichtlich und sinnvoller Weise nicht eindeutig definiert.
    Die damit verbundene Bewertungsprobleme gehören zur Gewinnermittlung wie das Amen in die Kirche.
    Klarheit könnte nur eine gesetzte Rechtsprechung und eine amtlich veröffentlichte Verwaltungsauffassung bringen. Die ist aber nicht in Sicht - und auch nicht erforderlich.
    Mit dem Scheinargument der "gleichmäßigen Steuererhebung" kann man die Herstellungskosten i.S. EStR 6.3 ansetzen;
    deutlich stabiler in der Argumentation ist der Ansatz der Einspeisevergütung - da er das eigentliche Ziel trifft.
    Irgendwelche Phantasien um den Marktpreis sind das Ergebnis völliger Orientierungslosigkeit - das gehört in die Lohnsteuer. Da sind wir gerade nicht.
    Die 20 Cent... die sind eine prima Krücke, wenn im Erstjahr der Konflikt aus astrophysikalisch-kalendarisch-meteorolgischen Gegebenheite einerseits und steuerlichen Wertermittlungsvorschriften andererseits die Herstellungskosten auf astronomische Werte anschwellen lässt. Da kann man dann "pauschal" 20 Cent nehmen .- als "Deckel" sozusagen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Hmm naja weiß dann irgendjemand wieviel EV ich eigentlich habe, wenn das auf keiner Abrechnung auftaucht?


    Ich verstehe deine Ausführungen so, dass die Teilwertberechnung auf ein Ergebnis von deutlich unter 20 Cent kommen sollte. Da ich auch mit dem googlen von Teilwert bisher wenig erfolgreich war, würdest du mir das noch etwas näher erläutern?

  • Wie viel Eigenverbrauch du hast wirst nur du alleine wissen. Wer sollte das sonst wissen? Du bist der Unternehmer.
    Das ist deine Aufgabe...


    Eigenverbrauch = Gesamtertrag - Einspeisung.
    Was da raus kommt hast du selbst verbraucht.

    6,24kwp, 24 x Solar Fabrik AG Premium Poly L 260 Watt, SMA Tripower 6000-TL20, Sunny Home Manager, SMA Energy Meter, SMA Sunny Boy Storage 3,7 mit LG Chem Resu 10m Speicher 9,3kWh nutzbar

  • Zitat von creapy

    Eigenverbrauch = Gesamtertrag - Einspeisung.


    Tonym:
    Und zur Ergänzung:


    Einspeisung = Einspeisezählerstand Ende 2014 - Einspeisezählerstand Ende 2013 (wird hilfsweise auch auf der Jahresrechnung stehen, wenn du deine Unterlagen verdaddelt haben solltest :wink: ) Die Werte wirst du ja wohl deinem VNB übermittelt haben?


    Gesamtertrag = Ablesung WR-Zähler Ende 2014 - Ablesung WR-Zähler Ende 2013 (oder Ablesung Erzeugungszähler, falls vorhanden)

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Tonym

    Hmm naja weiß dann irgendjemand wieviel EV ich eigentlich habe, wenn das auf keiner Abrechnung auftaucht?
    ...


    Wie schon geschrieben, ist es deine Aufgabe den DV korrekt zu ermitteln. Machst du das nicht, kann und wird das FA schätzen. Das Schätzungen des FA nicht zu Lasten des allgemeinen Steueraufkommen führen dürfen, werden die nicht zu deinem Vorteil schätzen. Es ist also zu deinem Vorteil, wenn du deiner Rolle als Unternehmer gewissenhaft nach kommst und die notwendigen Aufzeichnungen machst.

  • Danke für eure Antworten. Ich habe mir die Werte und Zählerstände monatlich notiert. Diese sind jedoch Pi x Daumen werte, da ich nicht abends um 24:00 Uhr abgelesen habe. Ich ging daher davon aus, dass es noch einen offiziellen Jahresendwert gibt, der vom Netzbetreiber komm. Gut, nehme ich also meine Daten.


    Und wie rechne ich nun konkret meinen EV in die UST sowie EÜR?

  • Zitat von Tonym

    ... da ich nicht abends um 24:00 Uhr abgelesen habe.


    So genau muss es nun nicht sein.


    Zitat von Tonym


    Und wie rechne ich nun konkret meinen EV in die UST sowie EÜR?


    So, wie es in den vielen Beiträgen hier im Forum zur unentgeldlichen Wertabgabe gefühlt eine Million mal beschrieben wurde.

  • Wert der Sachentnahme = (Gesamterzeugung ./. Einspeisung) x Einspeisevergütung
    =( Erzz.(31.12.GJ) ./. Erzz.(31.12.VJ) ./. Einspz.(31.12.GJ) + Einspz.(31.12.VJ)) x Einspeisevergütung

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von Tonym

    Ich habe mir die Werte und Zählerstände monatlich notiert. Diese sind jedoch Pi x Daumen werte, da ich nicht abends um 24:00 Uhr abgelesen habe. Ich ging daher davon aus, dass es noch einen offiziellen Jahresendwert gibt, der vom Netzbetreiber komm. Gut, nehme ich also meine Daten.


    So ein wenig veräppelt kommt man sich hier schon vor!
    Deine unterjährig notierten Werte, egal ob um 12:00 mittags oder um 3:00 Uhr morgens, haben nichts, aber auch rein garnichts mit deinem Jahresverbrauch zu tun.
    Wie der Name schon sagt: Jahresverbrauch! Dafür liest man die Zählerstände am Anfang des Jahres 00:00 Uhr am 01.01. (nein, war natürlich nur ein Scherz; geht auch am 31.12., irgendwann im Laufe des Tages; so genau schaut da keiner hin) und am Ende des Jahres ab und bildet eine einfache Differenz.
    So genau habe ich das aber noch nie erklären müssen! :cry:


    Zitat von Tonym

    Und wie rechne ich nun konkret meinen EV in die UST sowie EÜR?


    Ich glaube, es ist besser, wenn du beim ersten Mal einen Steuerberater aufsuchst.


    kpr:
    Meinst du wirklich, dass hat er verstanden?

    Viele Grüße

    Bento


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    (Arnaud Desjardins)