Berechnung Ansatz unentgeltliche Wertabgabe 2015

  • Keine Akte vorauseilender Gehorsams- und Unterwürfigkeitsbezeugungen im Umgang mit dem Finanzamt!


    Wenn der SB kontrollieren will, dann muss er die Unterlagen anfordern - und er bekommt dann nur genau die, die er angefordert hat.


    VG
    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, Direktverbrauchs-Anlagen und Kombinationen beider Arten
    DV-Tools auch für OS X - WIN-DV-Tool (1 Anlage) auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • #off-topic



    Richtig. Das FA sieht nur verdichtete Zahlen.
    Der Innendienst "ist redlich bemüht" möglichst häufig grobe Plausibilitätsprüfungen durchzuführen.
    Zum einen wird der Innendienst über "Durchlaufzeiten" geführt (nur nachrangig über das Steuermehr).
    Der Sachbearbeiter spielt hier mit seiner Beförderung... und somit seinen Ruhestandsbezügen, wenn er bei den Durchlaufzeiten die rote laterne hält.
    Zum anderen gibt es so etwas wie "höherrangige Veranlagungsziele". Auch die rechtfertigen einen lockeren Umgang.


    Der Trend geht immer mehr zu rein statistischen Prüfungen. Das Formular "Anlage EÜR" oder die berühmt-berüchtigte in Einführung befindliche E-Bilanz bilden die Grundlage.


    Mehr ist auch nicht erforderlich. Denn die Aufgabenteilung sieht eh vor, dass bei gewerblichen Einkünften prinzipiell unter Vorbehalt veranlagt wird. Alles weitere ist dann Sache des Außendienstes..... ob und wann eine steuerliche Außenprüfung stattfindet. Bei PV findet wohl keine statt. Denn auch hier sparen die Finanzämter wo es nur geht. Die Grenzen für "durchgängige Prüfungen" wird immer mehr angehoben; die Qualifikation der Prüfer immer mehr abgesenkt. Demnächst kommen vermutlich Inspektorenanwärter um Großbetriebe zu prüfen; wo vor 20 Jahren noch mindestens zwei promovierte Akademiker des höheren Dienstes ausgerückt sind; einer davon Volljurist.


    Mit dem chi-quadrat-Test merken die dann zwar, dass bei bargeldintensiven Geschäften die Kassenbücher frisiert wurden;
    mit einem Vergleich von Umsatzverlauf und Sonnenstunden werden Betreiber von Eisdielen und Biergärten vor philosophische Fragen gestellt - aber ansonsten klappt bei den jungen Schnöseln mit ihren Laptops und der Software zur statistischen Analyse großer Datenmengen die Strategie "X for U" noch ganz hervorragend.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich bin auch mal wieder da... Dank beruflichem Neuanfang fehlte mir in den letzten Monaten die Zeit und prompt habe ich den Überblick verloren. Da meine Frage aber in die Richtung von kpr's Bemerkung geht, mache ich mal keinen neuen Thread auf.


    Das FA bekommt nur verdichtete Zahlen zu sehen....


    Meine Anlage aus 02/2010 wurde in 04/2014 auf Überschusseinspeisung umgestellt. RWE rechnet für mich ab und stellt brav nach UStAE 2.5 eine Gutschrift über die Volleinspeisung und eine Rechnung über den Direktverbrauch.


    Eigentlich ist doch alles im grünen Bereich, wenn ich weiterhin die Volleinspeisung in die EÜR eintrage? Auch für die UStE ist mit der abgerechneten Volleinspeisung die volle USt ans Finanzamt deklariert.


    Oder muss ich für die EÜR die Rechnung aufteilen in


    x kWh tatsächliche Einspeisung mal 39,14 ct (zzgl. USt)
    y kWh Direktverbrauch mal 22,76 ct (zzgl. USt)
    y kWh Direktverbrauch/Entnahme mal 16,38 ct (zzgl. fiktiv ermittelter USt)


    Im Ergebnis = (x+y) kWh (fiktive Volleinspeisung) mal 39,14 ct zzgl. USt


    Da das Finanzamt nur das Ergebnis bekommt, müsste es damit doch am schnellsten zurecht kommen. Meine bisherigen EÜRs sahen ja genauso aus und von der Umstelllung wissen die doch gar nicht...

    24 x Sharp NU235 mit SMA SB5000-TL20 * Ausrichtung ~ 75 Grad * - PVGiS4-10% = 842 kWh/kWp
    www.sonnenertrag.eu

  • Deine Anlage aus dem Jahr 2010 unterliegt noch der Besteuerung nach dem "alten Schema" der sogenannten fiktiven Lieferungen. Steuerlich gilt, dass du deinen gesamten erzeugten Strom zunächst zum Einspeisetarif an den Netzbetreiber lieferst. Der liefert dir dann fiktiv den Eigenverbrauch zurück und verlangt dafür den Unterschiedsbetrag zwischen Einspeisevergütung und Eigenverbrauchsvergütung (=16,38 Cent/kWh).
    Für die Umsatzsteuer gilt also:
    Bemessungsgrundlage ist die Summe aus den Netto-Zahlungen des Netzbetreiber plus die Einbehaltssumme (netto) des NB für den EV (zu berechnen mit kWh EV mal 0,1638 €/kWh)


    Die EÜR -Einnahmen schlüsselst du wie folgt auf:
    a) Nettozahlung des Netzbetreibers
    b) Umsatzsteuer aus Netto-Zahlungen des Netzbetreibers plus Einbehaltssumme (netto) für den EV
    c) Entnahmewert des Eigenverbrauchs (je nach Teilwertvermutung, z.B. durch Ermittlung über die Herstellungskosten oder den Einbehaltswert von 0,1638 €/kWh)


    VG
    Paulchen

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  • Das Ergebnis ist rechnerisch das gleiche, aber mit der Form bist du deiner Verpflichtung nachgekommen, den EV als Entnahme auszuweisen.


    VG
    Paulchen


    Anlage: Einnahmen bei Einpeisung und EV bei 1000/800/200 kWh

  • leider schwimme ich im Moment bei der Planung meiner neuen PV_Anlage mit Stromspeicher. Wahrscheinlich hab´ ich zuviel gelesen, dass ich den Wald vor Bäumen nicht mehr sehe.


    Es geht um die Idee des Kleinunternehmers.
    Wenn ich die MWSt. zurückfordere muss ich ja entsprechend die Eigenentnahme versteuern. Bezogen auf die USt. ist mir das alles klar.
    Nehmen wir den Fall, die Anlage produziert 7000 kWh und ich nutze 5000 kWh selbst.
    Werden in diesem Fall die 5000 kWh mit dem Wert von ca. 25 Cent als "geldwerter Vorteil" bei meiner EkSt.-Abgabe berechnet.
    Also habe ich dann Einnahmen aus Gewerbebetrieb von € 1250.- die mit dem persönlichen Spitzensteuersatz zu versteuern sind?


    besten Dank für ein bisschen Klarheit - Gerhard

  • Du schwimmst, weil Du die Steuerarten nicht strikt trennst.


    I. Umsatzsteuer
    Wenn Du 7000 produzierst und 2.000 einspeist, sind 5.000 als unentgeltliche Wertabgabe zu versteuern. Und wenn Du Strom zu 25 Cent netto einkaufst, dann auch mit 25 Cent (x 19%). In dem Fall sind also 237,50 Euro "wech".


    II. Einkommensteuer
    Es ist ebenfalls eine mengenmäßige Sachentnahme von 5.000 kWh zu versteuern.
    Die Bewertung erfolgt zwingend mit dem Teilwert
    Der Teilwert ist ein objektiver Wertbegriff; er ist aber (absichtlich) kein eindeutiger Wertbegriff.
    Es bedarf einer Teilwertvermutung um den Teilwert zu bestimmen.
    Bei oberflächlichem Hinsehen sind die (Wieder)herstellungskosten i. S. EStR 8.3 ein in Frage kommender Ansatz.
    Begründung: Einheitlichkeit der Besteuerung. Bei allen anderen (soweit keine Pauschalen zum Ansatz kommen) wird auch dieser Wert gewählt.
    Bei näherem Hinschauen stellt man fest, das bei allen anderen dieser Wertbegriff auch dem Ziel der Besteuerung folgt; hingegen nicht bei PV. Bei PV ist die Einspeisevergütung der besser begründbare (schlechter widerlegbare) Teilwert; auch wenn die Herstellungskosten natürlich niedriger liegen.
    Welchen Wert Du zum Ansatz bringst - liegt an Dir.
    Und welchen Wert das FA akzeptiert - liegt am FA.
    So ist das nunmal in Bewertungsfragen.


    Gehen wir einfach von einem Teilwert von 10 Cent aus.... dann wäre der Gewinn um 500 Euro zu erhöhen.
    Dieser ist mit dem (persönlichen) Grenzsteuersatz zu versteuern. (Es gibt keinen anderen Grenzsteuersatz außer dem persönlichen).
    Der Spitzensteuersatz gilt für alle; da gibt es keinen "persönlichen"; der hat aber auch mit Deiner Steuerlast nur etwas zu tun, wenn Du das entsprechende zu versteuernde Einkommen auf die Waage bringst.

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  • hallo kpr - ...hier werden Sie geholfen!


    Besten Dank für die Erläuterungen.
    Das mit dem "Trennen" der beiden Abgaben war mir schon klar, nur nicht mit welchem Betrag die "Entnahme zum persönlichen Verbrauch" gerechnet wird, war (ist) mir nicht klar.
    Wie hast Du den "Teilwert" bestimmt und auf 10 Cent gesetzt? Das ist ein anderer Wert als die Einspeisevergütung und auch als der Preis für die aktuelle Stromlieferung vom Energielieferanten.


    besten Dank für die Hilfe - Gerhard

  • Zitat von eagle51

    Wie hast Du den "Teilwert" bestimmt und auf 10 Cent gesetzt?


    kpr kann hellsehen (und damit deine Herstellungskosten berechnen)!
    Er weiß, dass die Anlage 11.000,- € gekostet hat. --> Abschreibung pro Jahr:11.000,- / 20 = 550,- €.
    Versicherung kostet 100,- €/a
    Porto, Tel, Internet, Sonstiges macht 50,- €/a.
    --> Herstellungskosten: 550,- + 100,- + 50,- = 700,- €/a
    --> umgelegt auf die erzeugten kWh: 700,- / 7.000,- = 0,10 €/kWh


    Hier kann man nichts vor ihm verbergen. :wink:

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)